Gefüllter Chinakohl mit Fetacreme

Das Ausgangsrezept für dieses Gericht habe ich von chefkoch.de, genauer von Autor TomKaGai. Allerdings habe ich mal wieder ein wenig gezaubert, z.B. was die Low Carb-tauglichen Zutaten oder auch meinen persönlichen Geschmack betrifft. Und ich bleibe standhaft: Es gehört sich, seine Quellen anzugeben, auch wenn sie nicht mehr unmittelbar zitiert, sondern radikal abgeändert wurden. Das ist mein persönlicher Beitrag zum Kampf gegen die schamlose Copy-Paste-Gesellschaft des Internets. Wenn doch nur jeder Kampf so einfach und lecker wäre. 😉

2 Portionen:

  • 1 kl. Chinakohl
  • 1 rote Zwiebel
  • 30g getrocknete Tomaten
  • 2 geh. EL Rosinen
  • 2+1 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 1 geh. TL Harissa-Paste
  • 1 Dose geschälte Tomaten (400g)
  • 3 geh. EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 geh. TL getrockneter Basilikum
  • 1 geh. TL Erythrit
  • 1 kl. Becher griechisches Joghurt m. 10% Fett
  • 1 Pkg. Feta oder Schafkäse
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • frischer Basilikum für die Deko

Den Chinakohl längs halbieren und die inneren Blätter rausnehmen, also quasi „aushöhlen“ (s.  Foto). Die äußeren Blätter in eine mit Olivenöl gefettete Auflaufform legen. Zwischen die Blätter Olivenöl reinpinseln und die Zwischenräume etwas salzen.

Innere Blätter sowie 2 Knoblauchzehen und Chili hacken. Alles zusammen in einer Pfanne anbraten. Rosinen und gehackte, getrocknete Tomaten unterheben. Salzen, pfeffern und mit Harissa würzen.

Zwiebel hacken und in einer weiteren Pfanne anbraten. Mit der Tomatendose ablöschen und die restlichen Gewürze (Tomatenmark, Essig, Basilikum, Erythrit) unterrühren und gut abschmecken. Zu einer schönen Tomatensauce einköcheln lassen.

Währenddessen das Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die Hälfte des Fetas in grobe Würfel hacken und unter die Gemüsemischung heben. Gemüse in die Chinakohl-Hälfte einfüllen und mit Tomatensauce bedecken.

Die andere Feta-Hälfte mit dem Joghurt sowie der letzten Knoblauchzehe pürieren und in Klecksen auf den Chinakohl-Hälften verteilen. 25min backen.

Mit frischen Basilikumblättern bestreuen.

Winter-Lahmacun (türkische Pizza)

Lahmacun heißt auf arab. „Brot mit Fleisch“. Richtig, dieses Rezept wird noch mit Fleisch gemacht, denn ich habe es mir ausgedacht, bevor ich meinen Entschluss gefasst hab, zukünftig darauf zu verzichten. 🙂 Alternativ kann ich mir die/den/das Lahmacun auch gut mit einer vegetarischen Bolognese aus geraspeltem Gemüse (insbes. Pilzen, Karotten, Sellerie) sowie Nüssen & Kernen (Sonnenblumenkerne) vorstellen.

Noch ein Tipp zum Teig: Betti hat in ihrem Happy Carb-Blog eine neue Idee entwickelt, mit der Mozzarella-Teig noch einfacher zuzubereiten ist. Man schneidet den Mozzarella klein und püriert ihn mit dem Ei. Dann gibt man die restlichen Zutaten dazu. Allerdings muss diese Variante dann vor der Zubereitung nochmal 1-2 Stunden in den Kühlschrank. Wenn ihr die Zeit dafür habt, probiert es auch mal aus. Evtl. macht dann aber die Germ=Hefe Probleme, also vorsichtshalber etwas mehr Backpulver nehmen.

Für den Teig:

  • 250g Mozzarella (die normale Vollfett-Version)
  • 20g Butter
  • 20g Griechisches Joghurt 10% Fett
  • 1 geh. TL Guakernmehl
  • 30g Flohsamenschalen
  • 30g Kokosmehl
  • 3 Eier M
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 TL Trockengerm=Hefe
  • 1 Msp. Kokosblütenzucker

Für den Lahmacun-Belag:

  • 1/2 kl. Kopf Weißkraut oder Eisbergsalat
  • evtl. 2 geh. EL gekeimte Sprossen
  • 100ml Gemüsesuppe (aus Bio-Instant-Gemüsesuppe und Wasser)
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 kl. rote Zwiebel
  • 1 kl. gelbe Zwiebel
  • 1 Chili
  • 2 Knoblauchzehen
  • 50ml passierte Tomaten
  • 3 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 125g Rinderfaschiertes=Hackfleisch (oder Lammfaschiertes)
  • ½ Pkg. Schafkäse oder Feta
  • einige schwarze Oliven
  • etwas Erdnussöl
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Sumach, Pul Biber
  • Kräuter frisch oder getrocknet: Thymian, Petersilie, etwas Minze
  • (im Sommer: ein paar Tomaten- und Gurkenscheiben zur Garnierung)

Für das WinterCacık (Cacık=eine türkische Variante von Zatziki):

  • 1-2 Stangen Sellerie oder 1 Selleriewurzel oder 1 Pastinake oder 1 Petersilwurzel (im Sommer: ½ Gurke)
  • 180g Griechisches Joghurt 10%
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Krautsalat am besten zuallererst zubereiten, damit er schön durchziehen kann. Dazu das Weißkraut feinnudelig schneiden. Den Apfelessigund das Olivenöl mit 100ml heißer Gemüsesuppe verrühren. Über das Kraut gießen, Olivenöl und evtl. Sprossen zugeben, salzen und pfeffern und stehen lassen. Wer Eisbergsalat verwendet, kann zwar dieselbe Marinade machen, sollte den Salat jedoch erst vor dem Servieren mit der erkalteten Marinade vermischen.

Die Trockengerm mit dem Kokosblütenzucker und 2 EL warmem Wasser verrühren und 10min stehen lassen.

Die trockenen Zutaten für den Teig mit den Eiern und der Germmischung=Hefemischung verrühren und an einem warmen Ort etwas gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Mozzarella in Stücke schneiden und gemeinsam mit der Butter und dem Joghurt auf kleiner Flamme in einem Stielpfännchen schmelzen. Mit einem Schneebesen gut sämig verrühren – das kann ein wenig anstrengend sein, aber es lohnt sich.

Die geschmolzene, noch heiße Mozzarella-Mischung esslöfelweise auf höchster Stufe in den Teig einrühren. Immer wieder Pausen machen (währenddessen die Mischung wieder auf den Herd stellen, damit sie nicht erkaltet) und ordentlich Gas geben mit der Küchenmaschine. Mozzarella so nach und nach in den Teig einarbeiten.

Das ist ein wenig aufwändig, aber dieser Teig ist wirklich ausgesprochen lecker!

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Den Teig möglichst dünn auf einem Backpapier ausbreiten. Das geht am besten mit den (nassen) Fingern oder, noch etwas einfacher, wenn man eine Schicht Frischhaltefolie über dem Teig ausbreitet und dann mit einem Teigwalker=Nudelholz darüberrollt. Außerdem ist es einfacher, wenn man das Backpapier erst nach dem Ausbreiten des Teiges auf das Backblech zieht.

Für 20min ins Backrohr geben und den Boden vorbacken.

Inzwischen die gelbe Zwiebel, die Knoblauchzehen und die Chili fein hacken, in etwas Erdnussöl anbraten. Das Rindfleisch mit den passierten Tomaten und dem Tomatenmark zugeben, kräftig würzen. Scharf anbraten, es sollte nicht mehr zu flüssig sein, da sonst der Teig zu sehr aufweicht.

Für das Winter-Cacık den Sellerie fein raspeln (im Sommer eine Gurke entkernen und raspeln, salzen, ziehen lassen, Wasser abgießen). Die Raspel zusammen mit einer frisch gepressten Knoblauchzehe, dem Zitronensaft, dem Olivenöl und dem Joghurt verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den vorgebackenen Boden aus dem Rohr nehmen.

Mit der Fleischmischung bestreichen und wieder für 20min ab ins Rohr, jetzt allerdings bei 200°C Heißluft.

Die rote Zwiebel in Ringe schneiden (und im Sommer ein paar Tomaten- und Gurkenscheiben extra).

Nach Ende der Backzeit Lahmacun aus dem Ofen holen. Mit dem Salat, den Zwiebelringen, den Oliven und dem zerbröselten Schafkäse belegen (und im Sommer den Gemüsescheiben). Zum Abschluss Cacık mit einem Löffel auf dem Salat verteilen und sofort servieren.

Rote Rüben-Lasagne mit dreierlei Käse

Die Rote Rübe=Rote Bete ist auf den ersten Blick nicht unbedingt das ideale Low Carb-Gemüse (10g KH auf 100g). Allerdings empfiehlt es trotzdem, sie ab und zu essen, wenn man sie mag, denn auch bei Low Carb macht es erstens die Menge, sollte man zweitens überhaupt kein Gemüse verteufeln wegen irgendwelcher ernährungspsychologischen Dogmen – und drittens sind sie einfach unschlagbar gesund!

Interessant ist zunächst einmal ihre Herkunft: Die Roten Rüben kommen ursprünglich aus Nordafrika und wurden von den Römern wohl wegen ihrer Ähnlichkeit mit anderen einheimischen Rüben nach Mitteleuropa importiert. 

Sie weisen unheimlich viele wertvolle Inhaltsstoffe auf: Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen sowie den Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und Folsäure. Rote Rüben sind gut für Herz, Galle, Leber, den Blutdruck und die Blutgefäße. Sie sorgen für eine gute Verdauung, beugen Schlaganfälle und Krebs (v.a. Leukämie und Darmkrebs) vor und man vermutet sogar, dass ihre Inhaltsstoffe vor Alzheimer und Parkinson schützen! Toll, oder?

Übrigens: Ich kenne einige, die Rote Rüben nicht so mögen, unter anderem meinen Mann. 🙂 Das folgende Rezept und auch dieses Rezept für Rote Rüben mit Schafkäse, Lachs und Avocado hat aber auch ihn überzeugt! Also einfach mal ausprobieren.

 

2 Portionen:

  • 2-3 gekochte Rote Rüben=Rote Bete (je nach Größe)
  • 1 Kugel Mozzarella
  • Kürbiskernöl
  • etwas Ahornsirup oder Honig (nicht LC, aber was macht das schon bei der Winzmenge)

Für die Tomatensauce:

  • 400g frische Tomaten oder 1 Tomatendose
  • 1 kl. rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 geh. TL Erythrit
  • 2 EL dunkler Balsamicoessig
  • Thymian, Salz, Pfeffer
  • Erdnussöl

Für die Käsesauce:

  • 50g Frischkäse (alternativ: Ziegenfrischkäse)
  • 150g Gorgonzola (alternativ: Ziegenkäse)
  • evtl. ein Schuss Milch oder Obers (falls zu fest)
  • evtl. eine Prise Guakernmehl (falls zu flüssig)

 

Rote Rüben kochen (ich mache das am liebsten im Kelomat=Schnellkochtopf: 15min auf dem zweiten Ring, dann Herdplatte ausschalten und so lange stehen lassen, bis der Dampf von alleine abgekühlt ist und man den Topf ohne Zischen öffnen kann, also etwa 10min). Abkühlen lassen und in dünne Scheiben hobeln. Salzen und pfeffern.

Zwiebel und Knoblauch hacken. In etwas Olivenöl anbraten und dann die gestückelten frischen Tomaten oder die Tomatendose einrühren. Frische Tomaten 10-15min, die aus der Dose 5min kochen lassen. Wenn gewünscht, pürieren. Gut würzen.

Für die Käsesauce alle Zutaten schmelzen (wenn die Sauce zu dick ist, etwas Milch oder Obers einrühren), zu einer homogenen Masse verrühren und abschmecken.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Erst einen Klecks Tomatensauce in eine Auflaufform geben. Dann immer schichten: Rote Rüben-Scheiben, Tomatensauce, Käsesauce, Rote Rüben, Tomaten, Käse… abschließen mit Käsesauce. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und auflegen.

25-30min im Ofen backen. Ggf. die letzten 10min übergrillen für eine schöne Farbe.

Vor dem Servieren mit Kürbiskernöl und evtl. etwas Honig oder Ahornsirup beträufeln.

Dazu passt grüner Salat, dann isst man so richtig farbenfroh. 🙂

 

Kürbis-Kohlrabi-Auflauf mit Schafkäse

Für dieses Rezept habe ich ein Gewürz verwendet, das mir die Firma Spiceworld zur Verfügung gestellt hat. Eigentlich wäre es schon gedacht gewesen für das Kürbisgewinnspiel, bei dem ich mit meinem Spaghettikürbis mit Pisto Manchego mitgemacht habe. Zum spanischen Pisto hat es nicht gepasst und man durfte nur ein Rezept einreichen, deshalb hab ich mir mit dem Asant dann doch Zeit gelassen. Jetzt ist es aber wirklich schon viel zu lange her und ich möchte mich nochmals bei Spiceworld für das Gewürz bedanken! Hier der Link zum Shop, wo man es als Gewürzmischung mit Bockshornkleesamen kaufen kann (nein, ich bekomme keine Provision).

Asant, Asafoetida oder Teufelsdreck kenne ich seit meiner Indien-Reise. Das Gewürz wird in Afghanistan, Pakistan, im Iran und eben in Indien zur Zubereitung und Verfeinerung von Speisen benutzt. Offenbar kommt die hohe Akzeptanz in der indischen Küche von den Brahmanen (Angehörige der obersten Kaste, Lehrer, Gelehrte, auch heute noch fast immer in religiösen Bereichen aktiv). Die Brahmanen dürfen bzw. durften nämlich keine Zwiebeln und keinen Knoblauch essen, weil diesen Gemüsen aphrodisierende Wirkung zugeschreiben wird. Arme Brahmanen. Lustig (und ein bisschen sinnlos) ist diese Regel außerdem, weil gerade Asant heute in der Kräuterkunde als Aphrodisiakum eingesetzt wird und eigentlich schon seit dem Altertum als solches bekannt ist. 😉

Asanat ist jedenfalls geschmacklich durchaus mit Zwiebeln und Knoblauch zu vergleichen. Nur stinkt er noch ein bisschen mehr. 😉 Das liegt an dem schwefeligen Harz, einem der Hauptbestandteile der Gewürzzubereitung. Stinkig (im Rohzustand) oder nicht, Asant zaubert eine wahnsinnig tolle Geschmacksnote in viele Gerichte! In Indien wird fast alles damit gewürzt: Vegetarisch, Fleisch, Fisch, Brühe, Saucen. So, wie ich fast zu jedem Essen die obligatorische Zwiebel-Knoblauch-Mischung gebe, oder wie man in anderen Ländern auch bei fast jedem Essen gleich startet (z.B. beginnt nahezu jedes Gericht in Puerto Rico mit der Zubereitung von Sofrito, einer Würzsauce aus viel Olivenöl, Chili, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch; das habe ich im Buch Mofongo von Cecilia Samartin kennengelernt).

Asant ist übrigens Bestandteil der Worcestershiresauce. Gewusst? Ich auch nicht.

Hier nun aber genug der Infos. Und hubbidihupp los geht’s mit dem Rezept!

 

2 Portionen:

  • 350g Butternuss-Kürbis
  • 1 Kohlrabi inkl. Blätter
  • 1 kl. Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Pkg. Schafkäse oder Feta (gerne auch selbstgemachter Frischkäse als original indische Alternative)
  • 1 Ei
  • 1 guter Schuss Obers=Sahne (ca. 50ml)
  • Petersilie
  • 1 TL Asant
  • 1 Msp. geriebene Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Kürbis und Kohlrabi putzen und in grobe Stücke schneiden. Kohlrabigrün in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.

Zwiebel und Knoblauch in Erdnussöl anbraten. Dann Kürbis und Kohlrabi zugeben und bei guter Hitze von allen Seiten bräunen. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Asant würzen.

Den Schafkäse grob würfeln und gemeinsam mit den gehackten Kohlrabiblättern und der Petersilie unterrühren.

Backrohr auf 200°C Heißluft vorheizen.

Alles in eine gefettete Auflaufform füllen und mit einer Mischung aus Ei und Obers begießen.

35-40min ab ins Backrohr.

Dazu passt frischer Salat.

Herzhafter Kürbiskuchen mit Pilzen und Feta

Ich gestehe ja, der von vielen unterschätzte Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Er ist sooo schön. ❤

Ich liebe die herbstlichen Sonnentage, wo alles golden strahlt. Ich liebe aber auch die Nebel- und Reiftage. Viele Menschen mögen ja keinen Nebel, aber ich fühle mich richtig geborgen, wenn ich aufwache und Nebelschwaden vor meinem Fenster sind. Wie eine kuschelweiche Decke sieht das aus. Toll war auch heute Morgen die Fahrt zur Arbeit: Der erste, zarte Raureif hat die Wiesen bedeckt und dann ist langsam die Sonne durchgekommen – alles hat geglitzert wie im Märchen! Zwischendurch goldene Bäume.

Hier nochmal ein kleines Foto meiner geliebten Eiche im Herbst. Diese Eiche war mit ausschlaggebend dafür, vor einigen Jahren unseren Baugrund zu kaufen. Momentan bastle ich an einem Fotoprojekt für unsere Wohnzimmerwand: Ich fotografiere die Eiche zu allen Tages- und Jahreszeiten sowie bei allen Witterungen. Am Ende wird das eine hübsche Collage.

Eiche_01

Am Freitag haben wir außerdem mehrere große Gänseschwärme gen Süden ziehen sehen. Das war vielleicht ein lärmendes Spektakel! (Zum Ansehen der Gänse bitte auf das kleine, blaue Vorschau-Foto klicken, sonst sieht man sie nicht.)

Wildgaense-gen-Sueden

Am selben Tag hat mich ein ganz kleines, putziges Mauswiesel neugierig beobachtet, während ich in dem kleinen Wäldchen hinter unserem Haus Hallimasch gesammelt hab. Ehrlich, wer muss bei so vielen Tieren noch in den Zoo?

Ich mag den Herbst aber auch kulinarisch unheimlich gern. Seit ein paar Tagen fühle ich mich endlich wieder gesund genug, richtig spazieren zu gehen. Gestern waren wir wieder Schwammerl suchen, diesmal in einem Wald in der Nähe, in dem wir bisher noch nicht waren. Das war ein absolutes Paradies! Eierschwammerl (im November schon eher selten), Violette Rötelritterlinge (die mag ich sehr), Steinpilze, Parasol!

Dann gibt es im Herbst Topinambur, Pastinaken und Kürbis. Was gibt es Besseres als süßen Butternut-Kürbis und lustige Kürbis-Gesichter?

Bevor ich mich aber endgültig in Lobpreisungen an den Herbst verliere, wollte ich euch hier gerne ein schönes Herbstgedicht zitieren, das meine Begeisterung teilt. Aber von wegen! Rilke? Aufmunternde Worte wie „Einsamkeit“, „Sterbezimmer“ oder „langsamer Verfall“. Trakl? „Einsamkeit“, „leidend“, „Totenkammern“, „Verfall“. Storm? „unselige Zeit“, „brauende Nebel geistern umher“, „Nebel hat den Wald verschlungen“, „melancholisch Licht“. Heym? „gestorbene Liebe“, „sterbende Gärten“, „Sehnsucht“. Ja dann wenigstens Ringelnatz, der doch allem und jedem mit einem Augenzwinkern begegenet? Nix da. „zärtliches Wort liegt wieder brach“, „Schatten“, „Laub stirbt“.

Verflixter „Herbst des Lebens“! Kein Wunder, dass Dichter und Poeten eine enorm hohe Selbstmordrate haben. So viel Pessimismus ist ja richtig grauslich! Nach langem Suchen bin ich aber dann doch noch fündig geworden:

Friedrich Hebbel: Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

~

Herbstrezept: Herzhafter Kürbiskuchen mit Pilzen und Feta

2 Portionen (=1 kl. Springform mit 18cm):

Für den Teig:

  • 35g geriebene Mandeln
  • 15g Magermilchpulver oder Eiweißpulver (neutral)
  • 4 geh. EL Haferkleie
  • 1 geh. EL Weizenkleie
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • 125g Magertopfen=Quark
  • 2 EL Obers=Sahne
  • 1 Ei M
  • 1 geh. EL weiche Butter

Für die Kürbiscreme:

  • 200g Kürbisfleisch (ich habe die eingefrorenen Reste der Sorte Ghost Rider vom Kürbisschnitzen genommen)
  • 3 EL weiche Butter
  • 4 EL Obers=Sahne
  • 2 EL Senf
  • 1 Ei M
  • 1/2 TL Guakernmehl
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Für die Pilzfüllung:

  • 100g Hallimasch (Alternativ braune Champignons; da entfällt das nötige Abkochen am Anfang natürlich)
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Pkg. Feta
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Butter zum Anbraten

Oben drauf:

  • 1/2 Pkg. Feta
  • frischer Pfeffer

Die Zutaten für den Teig mit der Küchenmaschine vermischen und 10min quellen lassen.

In der Zwischenzeit kann man schon die Kürbiscreme vorbereiten. Dafür das geputzte Kürbisfleisch mit Butter, Obers und Salz 20min weich dünsten.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine kleine Springbackform fetten und den Teig dünn auf dem Boden und am Rand mehrere Zentimeter hoch glattstreichen. Bei diesem Rezept für Krautkuchen gibt es ein Foto davon, wie das aussehen soll. Dann ab ins Backrohr für 15min zum Vorbacken.

Weitermachen mit der Kürbiscreme: Den in 20min weich gedünsteten Kürbis gemeinsam mit Pfeffer, ordentlich Muskat, evtl. noch mehr Salz, Senf, dem Guakernmehl und einem Ei pürieren. Zur Seite stellen.

Jetzt zu den Pilzen: Die Hallimasch-Kappen mit dem Messer putzen, in Streifen schneiden und in kochendem Wasser 5min wallend kochen lassen. Wasser wegschütten, es enthält hitzelösliche Giftstoffe! Pilze gut unter fließendem Wasser abwaschen, bis der Schaum abgespült wurde. Wer Champignons verwendet, muss diese nicht abkochen. Es reicht, sie in Streifen zu schneiden.

Die Pilzstreifen mit der gehackten Schalotte und dem gehackten Knoblauch in wenig Butter 10min (bei Champignons reichen 5min) scharf anbraten. Gut salzen und pfeffern; mit gehackter Petersilie und Zitronensaft abschmecken.

Den vorgebackenen Teig aus dem Ofen nehmen und die Schwammerl darauf verteilen. Eine halbe Packung Feta draufbröckeln. Dann die Kürbiscreme eingießen und abschließend noch einmal die zweite Hälfte der Fetapackung würfeln und obenauf drapieren.

30min zurück in den Ofen bei 175°C Heißluft. Vor dem Servieren mit frisch geriebenem Pfeffer bestreuen.

Wir hatten dazu noch Vogerlsalat=Feldsalat.

 Herzhafter-Kuerbiskuchen-Feta-Pilze_01 Herzhafter-Kuerbiskuchen-Feta-Pilze_02 Herzhafter-Kuerbiskuchen-Feta-Pilze_03 Herzhafter-Kuerbiskuchen-Feta-Pilze_04

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Zupfbrötchen mit Tomatenbutter, Feta und Oliven – dazu Fisolensalat

Ja, was wäre die Welt ohne den tollen Happy Carb-Blog von Betti. 🙂 Ich hatte vorher noch nie von „Zupfbrot“ gehört, einem in Deutschland offenbar sehr beliebten Partybrot (in Österreich kenne ich das Pendant des „Jägerweckens“, das allerdings nicht gebacken wird).

Zu gerne hätte ich Bettis Originalrezept ausprobiert, allerdings musste ich dringend Tomaten und Fisolen verarbeiten, bevor ich für ein paar Tage beruflich weggefahren bin. So bin ich dann auf folgende Rezeptidee (die eher was für die Low Carb High Fat-Anhänger ist) gekommen:

2 Portionen:

Am besten zuerst den Fisolensalat zubereiten, denn für den braucht man auch den Kelomat=Schnellkochtopf und der wird besser, je länger er durchzieht.

Für den Fisolensalat:

  • 250g frische Fisolen=Grüne Bohnen
  • ½ Paprika
  • 1 Avocado
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • Saft v. ½ Zitrone
  • 1 TL Erythrit
  • je ½ Handvoll Basilikum, Oregano und Ysop (frisch)
  • Salz, Pfeffer
  • ein paar Cocktail-Tomaten zur Deko

Fisolen in 3cm lange Stücke schneiden, in den Kelomat=Schnellkochtopf geben und einmal bis zum zweiten Ring aufkochen lassen. Das dauert keine 5min – aufpassen, damit nichts zerkocht! Danach sofort Dampf ablassen (hehe) und Wasser abgießen.

Zwiebel und Paprika fein hacken, Knoblauch pressen, Kräuter fein hacken.

Alle Zutaten für die Marinade mit Schalotte und Kräutern verrühren. Gemüse (bis auf die Avocado) mit Marinade übergießen und ziehen lassen.

Vor dem Servieren die Avocado würfeln oder zerdrücken, unterheben und den Salat mit Tomaten dekorieren.

Mediterraner-Fisolensalat_01

Für die Tomatenbutter (Menge auch auf Reserve zum Einfrieren):

  • 500g Tomaten, möglichst überreife
  • 1,5 geh. TL Salz
  • 1 geh. TL Erythrit
  • 1 EL Balsamico-Essig, weißer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 250g gesalze, zimmerwarme Joghurtbutter (oder selber salzen)
  • 2 EL gehacktes Basilikum
  • 1 Schalotte, fein gehackt

Tomaten, Salz, Essig und Erythrit 10min im Kelomat=Dampfkochtopf aufkochen lassen, bis sie zerspringen. Dann die Knoblauchzehe reingeben und mit dem Zauberstab pürieren (wer es ganz genau nimmt, muss die Masse durch ein Sieb streichen, ich finde das unnötig).

Deckel weggeben und auf höchster Stufe 30min einköcheln lassen, bis die Masse eindickt. Sie ist vorher wirklich sehr flüssig – das ist normal.

Weiche Butter und Tomatenmark mit dem Zauberstab schaumig schlagen. Zum Schluss noch das gehackte Basilikum und die Schalottenwürferl einrühren.

Etwas kalt stellen, sodass die Masse anzuckt. Sie soll sich jedoch noch aufstreichen lassen.

Man kann die restliche Tomatenbutter, die man nicht für die Zupfbrötchen braucht, wunderbar in kleinen Portiönchen (z.B. in Frischhaltefolie-Päckchen oder in Eiswürfel-Förmchen) einfrieren und dann als Grillbeilage oder Aufstrich auftauen. Ich habe einen großen Teil auch in die Butterdose der Joghurtbutter (zurück) eingefüllt und in den Kühlschrank gestellt. Hält mind. einige Wochen.

Tomatenbutter_01 Tomatenbutter_02

Für die Zupfbrötchen:

  • 1 Pkg. Magertopfen
  • 1 Ei L
  • 25g Kokosmehl
  • 15g Kichererbsenmehl
  • 15g Flohsamenschalen
  • 25g Eiweißpulver, neutral
  • 15g geriebene Mandeln
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 TL Salz
  • ½ Pkg. Feta, gewürfelt
  • 10 schwarze Oliven, entkernt und in Stücke geschnitten
  • ein paar Basilikumblättchen zum Garnieren

Alle Zutaten für den Teig (also bis auf Feta, Oliven und Deko) mit der Küchenmaschine verrühren und 10min quellen lassen.

Das Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Den Teig zu 2 großen Brötchen formen. Für 35min backen und auskühlen lassen.

Wenn die Broterl ausgekühlt sind, rasterartig bis 1cm über dem Boden einschneiden. Es sollen Würfel bzw. füllbare Taschen dazwischen entstehen.

In die Schnitte die Tomatenbutter einstreichen, je einen kleinen Fetawürfel und ein Olivenstückchen reinstopfen. Zum Schluss mit den Fingern noch etwas Feta über das ganze Brot bröseln.

Für 20min nochmal ins Backrohr geben und überbacken.

Vor dem Servieren mit Basilikumblättchen bestreuen.

 Zupfbroetchen_01 Zupfbroetchen_02

Dieses Essen war wirklich ganz arg lecker. Sicher etwas mehr Arbeit, aber ich habe immerhin einige Dinge auf Vorrat mitkochen können:

  • die Tomatenbutter reichte für mehrere Wochen und wurde auch noch eingefroren
  • die Brötchen-Menge habe ich verdoppelt und aus der anderen Hälfte Semmeln für den nächsten Morgen gemacht

Tipp: Wenn man keine Lust oder Zeit hat, selbst Tomatenmark zu kochen, kann man auch einfach zeitsparend fertiges aus der Tube in die weiche Butter rühren.

Leider heute noch einmal schlechte Fotos mit der alten Notfall-Tablet-Kamera (ich habe die Brötchen gekocht, bevor ich mir eine neue Kamera zugelegt habe):

Mediterranes_Zupfbroetchen_Tomatenbutter_01

Melanzani-Lamm-Burger mit Gemüsepommes

Mmmhm das war gestern ein Festessen!!

Zwar gibt es gute Rezepte für Low Carb-Burger Buns, aber warum kompliziert, wenn es auch schnell und einfach geht? 🙂

Ich ergänze übrigens den Tag „Vegetarisch“, weil man natürlich auch nur die leckeren Pommes mit zweierlei Sauce essen kann. Also bitte nicht wundern!

Für 4 kl. Burger:
  • 1 Melanzani=Aubergine
  • 200g Lammfaschiertes=Hackfleisch (oder Rinderfaschiertes oder gemischt)
  • 1 Schalotte
  • 1 geh. EL griechisches Joghurt
  • 4 Frühstücksspeck-Scheiben
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver
  • Erdnussöl zum Ausbacken
Für 2 Port. (Beilagengröße) Gemüsepommes:

Für Pommes als Hauptmahlzeit Menge verdoppeln.

  • 300g Kürbis (z.B. Hokkaido)
  • 1 Chioggia-Rübe (die sind einfach schön – alternativ geht auch 1 kl. Kohlrabi)
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Für die Fetacreme:

  • 1/2 Feta
  • 1/2 Becher (=100g) griechisches Joghurt (10% Fett! Nicht daran sparen!)
  • 1 kl. Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Thymian
Für die Cocktailsauce:
  • 1/2 Becher (=100g) griechisches Joghurt (10% Fett! Und Achtung, daran denken, dass wir für die Burger 1 EL Joghurt abnehmen müssen; es sind also nicht ganz 100g.)
  • 3 EL Tomatenmark aus d. Tube
  • 3 EL Senf
  • 2 EL Cognac
  • 3 EL Essig od. Pfefferoni-Wasser
  • 1 scharfe Pfefferoni=Pepperoni, fein geschnitten
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Die Melanzani in ca. 1-1,5cm dicke Scheiben schneiden (es müssen mind. 8 Scheiben rausgehen). Salzen und stehen lassen.

Das Gemüse für die Gemüsepommes vorbereiten. Dafür Kürbis putzen (Kerne und Fruchtfleisch nicht entsorgen; man kann es noch verarbeiten, z.B. für geröstete Kerne oder Marmelade) und in pommesartige Sticks schneiden. Mit der Rübe genauso verfahren. Gemüsesticks in eine Schüssel mit Deckel geben.

Öl und Gewürze auf das Gemüse geben. Ordentlich würzen, denn der Kürbis „schluckt“. Deckel drauf und gut schütteln.

Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen.

Die Melanzanischeiben mit Küchenrolle abtupfen, leicht pfeffern und in der Pfanne im Erdnussöl bei hoher Hitze braten, bis sie Farbe bekommen (das Öl muss schon heiß sein, sonst saugen sich die Melanzani nur voll). Rausnehmen, abkühlen lassen.

Gemüsesticks auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und für ca. 20min in den Ofen. Zwischenzeitlich 1x wenden.

Dann die Fetacreme machen: Dafür alle Zutaten mit dem Zauberstab pürieren. Wegstellen.

Für die Cocktailsauce alles miteinander verrühren. Wegstellen.

Die Schalotte ganz fein hacken. Gemeinsam mit dem EL Joghurt zum Faschierten geben, gut würzen, durchkneten und 4 Bratlinge formen.

Wenn die Gemüsepommes fast fertig sind, die Bratlinge und Speck gemeinsam in einer großen Pfanne brutzeln. Ggf. braucht man noch etwas Erdnussöl.

Anrichten: Für die Burger je 1 Melanzanischeibe, 1 Klecks Fetacreme, 1 Burgerlaibchen, 1 Speckscheibe, 1 Melanzanischeibe zusammenlegen. Dazu Gemüsepommes und zweierlei Saucen servieren.

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Blaukraut-Salat mit glasierten Kürbissticks, Feta und Knusperspeck

Unsere liebe Nachbarin hat uns einen wunderschönen Blaukrautkopf aus ihrem Gemüsegarten geschenkt. Habe eben gegoogelt, wer wie dazu sagt (mein Mann nennt das Blaukraut nämlich Rotkraut, obwohl ich finde, dass es viel blauer als rot ist hihi): In Westösterreich und Süddeutschland sagt man „Blaukraut“. In Ostösterreich sowie in Mittel- und Südwestdeutschland sagt man „Rotkraut“. In Norddeutschland sagt man „Rotkohl“. Ok, kapiert. Wikipedia weiß aber noch mehr darüber zu sagen:

Rot oder Blau

Die Grundfärbung des Gemüses hängt vom Boden ab, auf dem es gedeiht: der wasserlösliche Farbstoff Anthocyan ändert sich je nach pH-Wert des Bodens. In alkalischen Böden bekommt das Blaukraut eine besonders bläuliche Farbe. Eine eher rötliche Farbe zeigt das Rotkraut dagegen in besonders sauren Ackerböden.

Des Weiteren kann die Farbe während der Zubereitung beeinflusst werden. Durch die Zugabe von sauren Bestandteilen, wie etwa Essig, färbt der Kohl sich rötlich. Dagegen färbt sich das Gemüse durch die Zugabe von basischen Bestandteilen wie Backpulver (Natriumbicarbonat) oder Haushalts-Natron bläulich.

Also vielleicht war das Blaukraut im niederösterreichischen Heimatort meines Mannes ganz einfach röter als bei mir. 🙂

Die spannende Rötung nach der Zugabe von Essig fasziniert mich auch immer wieder, etwa wenn ich wie gestern Salat zubereite:

2 Portionen:

  • 500g Blaukraut=Rotkraut=Rotkohl (ca. 1/2 Kopf)
  • 300g Butternusskürbis
  • 6 Scheiben Frühstücksspeck
  • 1/2 Packung Feta oder Schafkäse
  • 40g Walnüsse
  • 30g Butter
  • 1 daumennagelgroßes Stück Ingwer
  • 1 Stängel Zitronengras
  • ca. 6 Stängel Thymian
  • 1 Prise Zimt
  • 3 TL Erythrit
  • Apfelessig
  • Walnussöl oder Leinöl
  • Salz, Pfeffer

Das Blaukraut fein nudelig schneiden und in ca. 1l kochendem Salzwasser mit einem Schuss Essig drin 2min blanchieren. Das lustig blaue Wasser abgießen (wäre Ostern, könnte man noch gut Eier damit färben), Kraut abtropfen und auskühlen lassen.

Den Kürbis putzen (Fruchtfleisch zur Verwendung in Kuchen, Brot, Marmelade, Aufläufen einfrieren; die Kerne kann man rösten) und in pommesartige Sticks schneiden.

Ingwer schälen (viel besser und sparsamer als mit dem Messer geht das übrigens mit einem Teelöffel, weil man da die „Knubbel“ reinkommt!) und fein hacken. Zitronengras ebenso fein hacken.

Die Hälfte der Butter in einer Pfanne zerlassen und die Kürbissticks rundherum anbraten, bis sie Farbe annehmen. Ingwer und Zitronengras zugeben. Dann mit einem Schuss Wasser ablöschen. Die restliche Butter, 2 TL Erythrit, etwas Salz, Peffer und Zimt dazu geben und Deckel drauf. In ca. 5min sind die Kürbissticks weich. Dann rausnehmen und (am besten in einem vorgewärmten Gefäß) zur Seite stellen.

Das Blaukraut mit Salz, Pfeffer, Thymian, Apfelessig und Walnussöl (oder Leinöl) marinieren. Achtung, man braucht relativ viel Essig, weil das Kraut so „schluckt“. Auf Teller geben.

Feta in Würfelchen schneiden und auf das Blaukraut drapieren.

Walnüsse ohne Fett in einem anderen kleinen Pfännchen rösten, bis sie zu duften beginnen. Nicht anbrennen lassen! Zur Seite stellen.

Speck in der Pfanne, in der vorher der Kürbis war, anbrutzeln, bis er kross ist. Kurz vorm Fertigknuspern noch mit 1 TL Erythrit bestreuen und ein wenig karamellisieren lassen.

Kürbissticks rund um das Blaukraut auf den Tellern verteilen. Dann Speckscheiben darauf legen.

Die Walnüsse noch einmal in der Pfanne schwenken, in der vorher Speck und Kürbis gemacht wurden. Drüberstreuen und fertig!

Blaukraut-Kürbis-Speck-Salat_01 Blaukraut-Kürbis-Speck-Salat_02

Zucchini gefüllt mit Feta, Oliven und getrockneten Tomaten

Dieses Festessen habe ich weder selbst gekocht noch selbst angerichtet – mir nur selbst gewünscht. 🙂 Mein fabulöser Ehemann (nennen wir ihn Genusswachtel) hat mir damit den gestrigen Abend versüßt. Auch wenn es nicht von mir ist, so passt es doch perfekt in mein Zucchini-Projekt!

2 Portionen:

  • 1 Riesenzucchini oder 2 kleinere (ca. 1000g)
  • 1 Pkg. Feta
  • 2 EL Kalamata-Oliven
  • 4 getrocknete Tomaten (entweder „roh“, dann über Nacht in Wasser eingeweicht, oder bereits in Öl eingelegte)
  • reichlich Basilikum und Thymian
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe, evtl. Olivenöl

Die Zucchini im Ganzen in gesalzener Gemüsesuppe 5-7min vorgaren. Etwas Kochflüssigkeit auffangen. Abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die entkernten Oliven, die Tomaten und die Kräuter fein hacken; den Feta grob würfeln.

Längs halbieren und mit einem spitzen Löffel oder einem Eisportinierer aushöhlen. Salzen und Pfeffern.

Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen.

Fruchtfleisch hacken, salzen, pfeffern und mit den restlichen Zutaten vermengen. Wenn die getrockneten Tomaten ohne Öl waren, noch 1 EL Olivenöl ergänzen.

Die Zucchini in eine Auflaufform setzen, etwas Kochflüssigkeit angießen. Fülle in die Zucchini geben und 30min bei 180°C Heißluft backen.

Dekoriert hat mein Mann mit noch ein paar frischen Thymian-Zweiglein, frischem Ysop sowie mit Balsamico-Creme.

Gefüllte-Zucchini-Tomaten-Oliven-Feta_01 Gefüllte-Zucchini-Tomaten-Oliven-Feta_02

Zucchini-Lasagne mit viel Gemüse und Ziegenfrischkäse

Im Internet gibt es ja zahlreiche Vorschläge für Low Carb-Zucchini-Lasagne. Ich finde unsere Variante ausgesprochen lecker. Die haben wir zufällig so kreiert, weil wir nur noch ganz wenig Faschiertes=Hackfleisch zuhause im Tiefkühler hatten, weshalb wir einen großen Teil Gemüse beigegeben haben. Das war vielleicht gut!!

Außerdem ist das schöne Wetter schon wieder vorbei… und bei 16 Grad ist es gar nicht so unangenehm, das Backrohr anzuwerfen. 😉 Gegessen haben wir aber in den letzten Abendsonnenstrahlen auf der Terrasse, weil – als wär das abgesprochen – dann doch noch die Sonne rausgekommen ist. 🙂

Ein Tipp noch für die Zucchini-Streifen: Ich hab vor einiger Zeit mal Zucchini-Röllchen mit Parmaschinken und Mozzarella gemacht. Da muss man genauso eine halbe Zucchini in Scheiben hobeln wie für diese Lasagne. Habe damals einfach die ganze Zucchini gehobelt (ok ok, das war nicht ich, das war mein Mann, der beste Souschef der Welt) und die andere Hälfte im Gefriersackerl=Tüte eingefroren. Beim langsamen Auftauen wird die Zucchini zwar etwas weich, aber das ist im Fall der Lasagne sogar gewünscht und spart den ersten Arbeitsschritt.

2 Portionen:

  • 1/2 Zucchini
  • 125g Rinderfaschiertes=Hackfleisch
  • 1 Paprika (wir hatten 1/2 gelben und 1/2 grünen)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll frischen Spinat (oder 1-2 TK-Zwutschgerl)
  • 2-3 Essiggurkerl=Gewürzgurken
  • 2-3 eingelegte, scharfe Pfefferoni=Pepperoni
  • 1 Pkg. Ziegenfrischkäse
  • 2 geh. EL Ajvar (Achtung bei „strengemLow Carb: Ajvar hat meistens Zucker)
  • 4-5 geh. EL Tomatenmark aus der Tube (ist in dem Fall besser als normales, flüssiges Tomatenmark, weil die Zucchini nicht so viel Flüssigkeit aufnehmen wie Nudelplatten)
  • 1 Stück würzigen Käse (wir hatten ca. 65g Felsenkäse) zum Gratinieren
  • viele, viele (frische) Kräuter (wir hatten Oregano, Thymian, Ysop, Estragon und Basilikum)
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Die Zucchini (wieso sagt heutzutage eigentlich keiner mehr ein Zucchino?) waschen und ungeschält mit dem Gurkenhobel in längliche Scheiben hobeln oder mit einem Messer in sehr feine Scheiben schneiden. Salzen und 15min stehen lassen, danach das Wasser abgießen (wer eingefrorene Zucchini-Streifen verwendet – s.o. – kann sich diesen Schritt sparen, da tiefgefrorene Zucchini ohnehin Wasser lassen).

In der Zwischenzeit alles Gemüse und Sauergemüse sehr fein würfeln. Spinat darf ein bissl gröber geschnitten werden, der fällt ohnehin zusammen.

Zucchini-Scheiben nacheinander in Öl in einer großen Pfanne anbraten und zur Seite legen. Können ruhig abkühlen. Nochmals leicht salzen.

In derselben Pfanne das Faschierte sowie die Zwiebel und den Knoblauch anbraten. Nach und nach das restliche Gemüse zugeben und braten, bis die Konsistenz schön sämig ist. Ajvar und Tomatenmark zugeben, gut abschmecken mit Salz, Pfeffer und einem Teil der Kräuter.

Den Ziegenfrischkäse mit einem TL Olivenöl, etwas Salz und den restlichen Kräutern cremig rühren (nur ein paar Blättchen zur Deko aufheben). Käse reiben und beiseite stellen.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine ofenfeste Form mit etwas Fett ausstreichen, dann eine Schicht der Fleisch-Gemüse-Fülle hineingeben. Darauf die erste Schicht Zucchini-Scheiben geben und mit Ziegenfrischkäse bestreichen. Weiter mit Fleisch-Gemüse-Fülle, Zucchini, Frischkäse… abschließen mit Fülle, Frischkäse und geriebenem Käse. Ggf. noch ein paar Kräuter oder zerstoßene Pfefferkörner aufstreuen.

25-30min backen bis der Käse geschmolzen ist und eine schöne Farbe angenommen hat.

Wir hatten dazu grünen Salat mit Tomaten und Radieschen.

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