Pesto-Stielmus mit Grilltomaten

Stielmus bzw. Rübstiel kenne ich noch nicht lange, das gibt es hier im Süden eigentlich nicht. Habe es aber vor zwei Jahren für mich entdeckt, als mein Mann mir im Sommer noch ein Hochbeet gebaut hat und ich es unbedingt noch bepflanzen wollte.

Eigentlich zieht man Rübstiel aus (zu) eng nebeneinander gesäten Rüben. Die Knolle ist unbrauchbar bzw. nicht vorhanden, das Grün isst man. Ich hatte damals aber sogar spezielles Rübstiel-Saatgut.

Es handelt sich dabei um ein typisches „Arme-Leute-Essen“, die oft so richtig lecker sind. Fotogen ist Stielmus ja nicht unbedingt; beruhigt hat mich nur, dass ich online eigentlich auch keine Bilder gesehen hab, die wesentlich „ästhetischer“ gewesen wären. 😉 Aber soo gut!! Deftig, wärmend, sättigend und gaaanz viel gutes Grün.

Üblicherweise wird Stielmus in Norddeutschland mit Erdäpfeln und Wurst (oder Speck) serviert. Ich hab diesmal eine mediterrane Art von (vegetarischem) Stielmus ausprobiert – CrissCross-Food nennt man das, glaub ich. 🙂

Ganz ehrlich braucht es auch nicht unbedingt Rübstiel bzw. Rübenblätter, sondern geht auch mit anderem Grünzeug, etwa Radieschenblättern oder Radiblättern. Einfach mal experimentieren!

2 Portionen:

Für das Stielmus:

  • 500g Rübstiel oder Radieschenblätter (evtl. auch gestreckt mit einigen Wildkräutern)
  • 150ml Milch oder Obers=Sahne
  • 150ml Gemüsesuppe
  • 50g Pesto Genovese
  • 2 geh. EL Butter
  • 2 geh. EL Kokosmehl (oder ein anderes LC-Mehl, etwa Mandelmehl; notfalls auch geriebene Mandeln)
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Für die Grilltomaten:

  • 4 Tomaten
  • Butter
  • Salz, Pfeffer

Außerdem:

  • 1/2 Pkg. Feta oder Schafkäse

 

Den riesengroßen Haufen Rübstiel (keine Sorge, das fällt enorm zusammen!) klein hacken und 10min in der Gemüsesuppe kochen. Dann abgießen (Kochflüssigkeit auffangen!).

Im Topf aus 2 EL Butter und 2 EL Kokosmehl eine Anbrenn=Mehlschwitze zubereiten. Die Milch sowie die Kochflüssigkeit nach und nach mit einem Schneebesen einrühren. Gut mit Salz, Pfeffer und ordentlich Muskat abschmecken.

Grünzeug und Pesto Genovese unterrühren und nochmal 5min köcheln.

In der Zwischenzeit die Tomaten halbieren, salzen, pfeffern und in der Butter anbraten bzw. grillen.

Feta drüberstreuen, nochmals pfeffern und servieren. Die lila Blüten auf unseren Tellern sind übrigens zerzupfte Schnittlauch-Blüten.

 

20160607_142304

Pesto-Stielmus-Grilltomaten_01Pesto-Stielmus-Grilltomaten_02

 

Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Vielleicht ist jemandem aufgefallen, dass ich den Untertitel meines Blogs geändert habe. Nun finden auch die „Gartenfreuden“ Beachtung, von denen ich ab und zu schreibe. Ich möchte nicht, dass ihr den Blog als Mogelpackung seht, wenn einmal kein Rezept, sondern ein Gartel-Tipp o.ä. online geht. 🙂

Um diesen Umstand zu „feiern“ fange ich jetzt mal mit ein paar Fotos aus unserem Nutzgarten an.

Hier unser Salatbeet, das ich am 19. November und am 8. April schon gezeigt habe. Wir haben seit letzem Frühjahr durchgehend Salat, da der Winter so mild war, die Sorte dafür taugt („Wunder der 4 Jahreszeiten“) und wir außerdem mit einem Vlies abgedeckt hatten. Wir brauchen auch so viel Salat, weil wir fast täglich unsere Grünen Smoothis trinken (auch dazu mal ein Beitrag). An der Rückseite ein Rankgitter (ursprüngl. der Deckel eines alten Hasenstalls…) für Zuckererbsen. Mittlerweile sind die schon viel mehr gewachsen. Im Hintergrund sieht man noch das Erdäpfelbeet, auf dem nach und nach eine Erdäpfelpyramide (hier bei Florian auf gartenleidenschaft zu sehen) angehäufelt werden soll. An der Längsseite im Norden des Erdäpfelbeetes steht mittlerweile ein schönes Fisolen-Spalier, das ich demnächst einmal poste:

Salat-Hochbeet

Als nächstes zwei Fotos unseres zweiten Hochbeets, das zur Zeit voller Radieschen ist. Außerdem sind da Rote Rüben, Gelbe Rüben und Chiogga Rüben, Mangold, Spitzkohl, Knollensellerie sowie Romanesco drin. Die Radieschen wachsen sehr schnell, weshalb die abgeerntet sein werden, wenn der Mangold und die Rüben groß genug sind und wirklich  Platz brauchen:

Radieschen-Rüben-Kohl_01Radieschen-Rüben-Kohl_02

Diese Flut an Radieschen kommt relativ einfach zustande: Ich lasse am Ende des Gartenjahres immer ein paar (so drei, vier) Stück auswachsen und sammel dann die trockenen Samenschoten ab:

Radieschensamen

Früher hab ich mir den Winter über die Arbeit angetan, die paar Samen (so 2-4 Stück) pro Schote umständlich auszupulen. Das ist aber absolute Zeitverschwendung; heute nehme ich einfach eine Handvoll und zerrubble die Samen überm Hochbeet. Das harke ich ein wenig unter und fertig ist die Sache. Wenn wo wirklich Pflanzen zu eng stehen, geht auszupfen viel leichter als einzelnes Einlegen der Körnchen. Aber obwohl die Pflanzen auf den Fotos sehr eng aussehen, ist das kaum einmal der Fall: Ich esse einfach immer zuerst jene (kleinen) Radieschen, die zu nah bei ihren Kollegen wachsen. Da nicht alle gleichzeitig aufgehen, obwohl alle gleichzeitg gesät werden (manche müssen sich erst durch die nicht perfekt zerbrösekten Schoten „durcharbeiten“), hat man über einen längeren Zeitraum eine gute Ernte.

Und nun noch zwei Ernte-Fotos:

Radieschen-Ernte-2016

20160517_155901

Einen solchen Berg Salat/Gemüse ernten wir eigentlich jeden Tag. Die Hälfte des Salates wird gleich gegessen, die andere kommt in den Morgen-Smoothie (halb Salat oder anderes Grünzeug, halb süßes Obst), den wir schon abends vorbereiten.

Auf dem Foto zu sehen sind noch eine Menge Kräuter (hier Estragon, Oregano, [Wild-]Schnittlauch, Petersilie). Die meisten wachsen auf unserer Kräuterspirale, die ich auch noch einmal herzeige.

Dies ist auch die perfekte Überleitung zum heutigen Rezept:

 

Herzhafter Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Radieschen, Rüben, Radis usw. sind Pflanzen, die man im Ganzen essen kann. Am besten natürlich aus dem Garten oder vom Markt, wenn das Blattwerk noch knackig frisch ist wie bei extra dafür gezüchtetem Jungspinat oder Rübstiel/Stielmus. Ich verarbeite daher ziemlich oft Radieschenblätter, Kohlrabiblätter o.ä. in meinen Rezepten.

Der heutige herzhafte Kuchen hat eine ganze Menge davon zu bieten. Grundsätzlich gilt bei dieser Art von „Grünzeug“ aber: Man kann wild und nach Verfügbarkeit variieren! Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, (TK-)Spinat, Mangold, Brennnesseln,… alles geht. Am besten wegen der unterschiedlichen Nährstoffe in einem schönen Mischverhältnis!

Ich poste hier ein vegetarisches Rezept. Da ich aber weiß, dass ich einige vegane Leser habe, möchte ich hier auf einen veganen Zwiebelkuchen hinweisen. Diesen Teig kann man auch beim Blattgemüse-Kuchen sehr gut verwenden. Das Ei in der Fülle braucht es nicht unbedingt; ein paar gequollene Leinsamen und/oder etwas Guakernmehl stabilisieren genauso. Statt des Fetas braucht es dann aber einen anderen Geschmackskick; am besten ein wenig mit Gemüsesuppenpulver oder Hefeflocken verriebene Nüsse als „veganer Parmesan“.

Zutaten f. einen kleinen Kuchen (18cm-Springform):

Für den Teig:

  • 125g Magertopfen=Quark
  • 35g geriebene Mandeln
  • 15g Magermilchpulver oder neutrales Eiweißpulver
  • 4 geh. EL Haferkleie
  • 2 geh. EL Flohsamenschalen
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Thymianblättchen
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • ca. 50g Zucchinifleisch oder Kürbisfleisch, geraspelt (ich friere sowas gern ein)
  • 1 Ei M
  • 1 geh. EL Kokosöl

Für die Füllung:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Jungzwiebel
  • 250g braune Champignons
  • 6-8 Handvoll frisches „Grünzeug“/Blattgemüse/Wildkräuter (ich hatte Spinat, Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, Brennnesseln, Taubnesseln, Spitzwegerich, Brombeerblätter)
  • 1 Ei M
  • 2 EL Estragon-Senf
  • 1 EL Estragon-Pesto
  • 1 Pkg. Feta
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Muskat, Zitronensaft, Kokosöl

Erst alle Teig-Zutaten mit der Küchenmaschine verrühren. Wer es besonders fein machen möchte, kann das Zucchini-/Kürbisfleisch vorher noch leicht andünsten und pürieren; grob einrühren geht aber auch. 10min quellen lassen.

In der Zwischenzeit mal Zwiebeln, Knoblauch und Champignons möglichst klein; Blattgemüse grob hacken.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine kleine 18cm-Springform fetten und den Teig hineingeben. Mit den Händen verteilen und einen Rand hochziehen.

Den Teig 15min vorbacken.

Nun die Zwiebeln und den Knoblauch in einer Pfanne anbraten. Champignons und Blattgemüse dazugeben und weiterdünsten, bis alles schön zusammengefallen ist. Dann mit den Gewürzen abschmecken und 1/2 Pkg. Feta unterbröseln.

Den Herd ausschalten und das Ei unterziehen. Die Fülle in den fertig vorgebackenen Teig gießen und die andere Hälfte des Fetas daraufbröckeln.

Für 35-40min nochmal ab ins Backrohr.

Dazu passt ein kräftig-bunter Salat. Wir hatten Rote Rüben-Salat, je nach Saison könnte ich mir aber auch Karotten- oder Tomatensalat gut dazu vorstellen!

Garnelen auf Kohlrabi-Fenchel-Gemüse mit Bärlauch

2 Portionen:

  • 220g TK-Garnelen, geschält (alternativ Flusskrebschen)
  • 1 kl. Fenchelknolle (das Grün kann mitverwendet werden)
  • 1 kl. Kohlrabi
  • 2 gr. Frühlingszwiebeln (alternativ Lauchzwiebel)
  • 1/2 Handvoll Bärlauch, in grobe Streifen geschnitten
  • 2+1 geh. TL Bärlauchpesto (alternativ nochmal 1/2 Handvoll Bärlauch, fein gehackt, und etwas Olivenöl)
  • 50ml Gemüsesuppe
  • 100ml Obers=Sahne
  • 1 TL Erythrit
  • 2 EL heller, fruchtiger Obstessig (sehr lecker z.B. Himbeeressig; guter Apfelessig geht auch)
  • 1 Schuss Weißwein
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • etwas Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Kokosöl

Linsen-Schlutzkrapfen_Baerlauch_06

TK-Garnelen zum Auftauen rauslegen.

Frühlingszwiebeln mit dem Grün in Ringe schneiden. Fenchel in sehr dünne Scheiben hobeln (Fenchelgrün aufheben). Kohlrabi in dünne Stifte schneiden. Bärlauch hacken.

Fenchel und Kohlrabi gemeinsam mit den Frühlingszwiebeln im Wok in wenig Kokosöl andünsten. Ca. 8min bei mittlerer Hitze braten.

Gemüse mit 100ml Obers und 50ml Suppe ablöschen. Erythrit, Guakernmehl, Weißwein und Essig in einer Tasse verrühren, schließlich unter das Gemüse rühren. 2 TL Bärlauchpesto und gehackten Bärlauch zugeben. Evtl. auch ein wenig vom Fenchelgrün, wenn genug davon da ist. Der Rest wird Deko.

Garnelen in einem anderen Topf in Kokosöl anbraten. Mit etwas Zitronensaft beträufeln. Salzen, pfeffern, 1 TL Bärlauchpesto unterrühren. Kurz etwas eindicken lassen.

Das Gemüse auf Teller geben und die Garnelen darauf setzen. Mit Fenchelgrün und etwas Bärlauch dekorieren.

Garnelen_Fenchel-Kohlrabi-Baerleuch-Gemuese_01

Linsen-Schlutzkrapfen mit Bärlauch und Walnussbutter

Frage 1: Was macht man, wenn man am Sonntag unbedingt Bettis Linsennudeln mit Röstpaprikacreme nachkochen will, jedoch weder Paprika noch Ajvar zuhause hat?

Antwort: Man entscheidet sich für ein anderes Sugo, nämlich der Jahreszeit entsprechend eines mit Bärlauch.

Frage 2: Was macht man, wenn man während des Teig-Anrührens draufkommt, dass das Eiweißpulver knapp nicht mehr reicht?

Antwort: Man ersetzt das bisschen EWP, das noch fehlt, durch Milchpulver und ein wenig Pfeilwurzelstärke.

Frage 3: Was macht man, wenn man in geistiger Umnachtung 3 Eier in die laufende Küchenmaschine schlägt, obwohl das Originalrezept für 2 Portionen eigentlich nur 2 Eier bräuchte?

Antwort: Man gibt noch mehr von den trockenen Zutaten dazu. Allerdings fehlt nun das Eiweißpulver für Portion Nr. 3 gänzlich, also her mit dem Magermilchpulver.

Frage 4: Was macht man, wenn der Teig (sicherlich aufgrund des Ersetzens von Eiweißpulver mit Magermilchpulver) ziemlich klebrig ist und sich nicht zu den gewünschten Nudeln verarbeiten lässt?

Antwort: Man kriegt einen Wutanfall und ist nahe dran, den ganzen blöden Mistteig aus dem Fenster zu schmeißen. Zum Glück gibt es meinen cleveren, nicht aus der Ruhe zu bringenden Ehemann, der kurzerhand beschließt, den Teig zu Schlutzkrapfen mit Bärlauchfülle umzufunktionieren – und plötzlich ist alles wieder gut. 😀 ❤

 

2 Portionen:

  • 75g rote Linsen, mit der Kaffeemühle zu Mehl gemahlen (oder einfach gekauftes Linsenmehl)
  • 30g Eiweißpulver, natur
  • 30g Magermilchpulver (ersatzweise müssten auch 60g Eiweißpulver funktionieren)
  • 1 TL Pfeilwurzelstärke
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • 15g Flohsamenschalen
  • 3 Eier M
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Bärlauchpesto oder 1 (zusätzliche) kl. Handvoll Bärlauch, fein gehackt, gesalzen und mit 1 EL Olivenöl vermengt (oder Pesto Genovese)
  • 1 kl. Handvoll Bärlauch
  • 8 TL Frischkäse oder Sauerrahm oder Crème fraîche (ich hatte Ziegenfrischkäse)
  • 1 großes Stück Butter
  • 1 kl. Handvoll Walnüsse
  • 1 kl. Handvoll geriebene Nüsse
  • etwas Parmesan oder Grana Padano oder Pecorino zum Drüberhobeln
  • Salz, Pfeffer

Erst die Linsen in der Kaffeemühle fein mahlen. Mit dem Eiweißpulver, dem Milchpulver, der Stärke, dem Guakernmehl, den Flohsamenschalen und dem Salz vermengen.

Eier und Olivenöl schaumig schlagen, dann esslöffelweise die trockenen Zutaten unterrühren.

Den klebrigen Teig in einem großen Blatt Frischhaltefolie wickeln und für mind. 1 Stunde ab in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit kann man ein wenig Bärlauch sammeln (und dabei, wie ich, so richtig schön im Matsch einsinken. Nach dem Schuheputzen ist die Stunde Wartezeit auch um).

Ein zweites Blatt Frischhaltefolie abschneiden und mit ein paar geriebenen Nüssen bestreuen. Teig da draufsetzen, dann noch mehr geriebene Nüsse auf die Teigkugel streuen, die zweite Frischhaltefolie darauflegen und so den Teig zwischen zwei Folien mit dem Nudelwalker=Teigroller möglichst rechtreckig ausrollen.

Teig in 8 Rechtecke teilen (am besten mit dem Pizzaroller; sonst geht natürlich auch ein angefeuchtetes Messer) und diese noch ein wenig salzen und pfeffern.

Bärlauch und Walnüsse grob hacken.

Auf jedes Teig-Rechteck einen schwachen TL Frischkäse, einen halben TL Bärlauchpesto (oder die Bärlauch-Olivenöl-Alternative) sowie ein paar gehackte Bärlauchblättchen streuen. Teigtaschen verschließen und mit einer angefeuchteten Gabel die Ränder zusammendrücken. Dabei entsteht die typische Rillenform. Die fertigen Schlutzkrapfen auf ein mit den restlichen geriebenen Nüssen bemehltes Brett legen.

Achtung: Beim Befüllen der Schlutzkrapfen zügig arbeiten, damit der Teig nicht allzu warm (d.h. klebrig) wird. Wer sich Zeit lassen will, kann evtl. einen Teil der noch nicht verarbeiteten Teigstücke in den Kühlschrank stellen oder die Frischhaltefolie mit dem Teig auf ein zuvor eingefrorenes (also ziemlich kühles) Backblech legen.

Wenn alle Schlutzkrapfen fertig sind, gesalzenes Wasser zum Sieden (nicht blubbernd  Kochen!) bringen. Währenddessen Backrohr auf 50°C vorheizen, um Teller und Schlutzkrapfen warmzuhalten.

Die Schlutzkrapfen nach und nach im Tranchen ins Wasser geben und sanft sieden lassen, bis sie von alleine nach oben steigen. Noch etwa 30 Sekunden extra drin lassen, wenn sie schon oben schwimmen, dann rausnehmen. Das macht ca. 3min Siedezeit für die einzelnen Krapfen. Mit Küchenrolle abtupfen und ins Rohr auf die warmen Teller legen.

In der Zwischenzeit die Butter zerlassen, grob gehackte Walnüsse und den restlichen grob gehackten Bärlauch einrühren.

Schlutzkrapfen auf Tellern anrichten, Bärlauch-Wallnüsse darüber geben und abschließend noch ein paar Parmesanhobel (am besten mit dem Gurkenhobel=Sparschäler) darüber verteilen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen.

Dazu passt Blattsalat mit Walnussöl oder Walnussessig (oder beidem).

Fetastäbchen auf Bärlauch-Blattgemüse

Ich bin ja ein ganz großer Fan von türkischen Olivenöl-Gerichten, die warm oder kalt gegessen werden können. Ihr ganz eigener Reiz entsteht durch die Kombination von Unmengen bestem Olivenöl (wer hier spart, kann das natürlich machen, isst dann aber keine authentisch türkische Speise mehr) und Zitrone.

Hier habe ich schon einmal Fisolen=Grüne Bohnen als ein solches Gericht zubereitet: Loubieh b zeyt – Fisolen mit Tomaten in Öl. (Achtung, damals war gerade meine Kamera defekt und ich musste die gaaanz miese vom Tablet nehmen. Im Sommer, wenn es frische Fisolen gibt, korrigiere ich das mit der Digitalen Spiegelreflexkamera, die ich mir bis dahin hoffentlich endlich gönnen kann. 🙂 )

Noch ein Wort zum Blattgemüse: Ich habe Kohlrabiblätter verwendet, die ich direkt nach der Kohlrabi-Ernte gerne kleinschneide und frisch in einem Sammelsackerl einfriere. Sie haben ein großartiges Aroma und sind VIEL zu schade für den Kompost! Sie sind übrigens auch eine wertvolle Zutat für schnell gemachte Grüne Smoothies. Natürlich, wenn man nur Lager-Kohlrabi mit welken Blättern im Supermarkt bekommt, hält sich der Genuss in Grenzen, aber vielleicht findet ihr ja mal wo ganz knackig-frische Ware, z.B. am Wochenmarkt. Alternativ könnt ihr selbstverständlich auch gekauftes Blattgrün wie Mangold, Wirsing, Grünkohl, Schwarzkohl oder Spinat verwenden.

2 Portionen:

  • ca. 6 Handvoll kleingehacktes Blattgrün nach Wahl (Kohlrabiblätter, Wirsing, Mangold, Spinat, Grünkohl, Schwarzkohl etc.)
  • 3 TL Bärlauchpesto (oder 1 Handvoll frischer Bärlauch + 1 EL Olivenöl extra)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Chili
  • 4 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 1 roter Spitzpaprika
  • Saft v. 1/2 gr. Zitrone
  • 1 Pkg. Feta oder Schafkäse
  • 1 Ei
  • 4 EL Magermilchpulver (ersatzweise Eiweißpulver)
  • 3 EL Flohsamenschalen
  • 3 EL Haferkleie
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Erst die Fetastäbchen panieren. Dazu Sticks in der Form von Fischstäbchen schneiden, diese pfeffern, durch Magermilchpulver, dann durch das verquirlte Ei und schließlich durch eine Mischung aus Flohsamenschalen und Haferkleie ziehen.

Zwiebel halbieren und die Hälften in Ringe schneiden. Chili fein schneiden. Paprika halbieren; die eine Hälfte in Würferl, die andere in grobe Stücke schneiden.

Zwiebelringe und Chili in ordentlich Olivenöl (6 EL oder mehr) andünsten, dann das Blattgrün und die Paprikawürferl zugeben. Mit Zitronensaft ablöschen, Bärlauchpesto und Tomatenmark unterrühren und Deckel aufsetzen. Sanft dünsten lassen (festes, dunkelgrünes Blattgrün braucht länger als zarter Spinat).

Fetasticks von allen Seiten in Fett (nicht zu sehr sparen, damit sie gleichmäßig braun werden) anbraten. Die groben Paprikastücke auch in der Pfanne anbraten und als Farbtupfer servieren.

 

Übrigens: Die Reste der Panade kann man mit einem weiteren Ei verquirlen und einen netten Fladen als Beilage daraus machen:

Reste-Fladen

 

 

Und hier hab ich noch einen kleinen Kerl für euch, den ich heute Morgen vom Badezimmerfenster aus fotografiert hab, und den ich euch nicht vorenthalten wollte. Ist der nicht schick? Schönes Wochenende euch allen!

Fasan_02

 

 

Brokkisagne (+mit Schinken+)

Dies ist wieder ein Gericht aus der Kategorie Veg+, also zur Hälfte vegetarisch und zur Hälfte ergänzt um Fleisch bzw. in dem Fall Bio-Karreeschinken.

Das Rezept stammt von Bettis Happy Carb-Blog. Ich habe nur für die vegetarische Seite Tomatenpesto verwendet. Außerdem Karreeschinken, Goudascheiben und eine ordentliche Portion Knoblauch (sowie Bärlauch). 🙂 Ganz toll, liebe Betti, vielen Dank für die gute Idee, auch mal Brokkoli kleinzuschreddern und nicht immer nur Karfiol=Blumenkohl!

2 Portionen:

  • 1 kl. Brokkoli (=ca. 500g mit Stiel), geschreddert
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen (oder 4, wenn kein Bärlauchpesto vorhanden ist)
  • 1 Ei L
  • 3 geh. EL Cottage Cheese=Hüttenkäse (im Originalrezept wird Frischkäse verwendet; geht auch)
  • 1 geh. TL Bärlauchpesto
  • 2 TL Bio-Instant-Suppenpulver
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Majoran
  • 1 gestr. EL Flohsamenschalen
  • 1 Msp Guakernmehl
  • 150g Gouda in Scheiben
  • evtl. noch ein wenig Reibekäse für die oberste Schicht
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die vegetarische Seite:

  • 3 geh. EL Tomatenpesto m. wenig Wasser verrührt (alternativ: Tomatenmark aus der Tube mit etwas Olivenöl, Wasser und Gewürzen)

Für die Schinkenseite:

  • 50g Karreeschinken

 

(Übrigens: Ich hatte an dem Abend keinen großen Hunger und habe deshalb mehr als die Hälfte mit Schinken belegt, sodass mein Mann sich noch ein letztes Stück am nächsten Tag in die Arbeit mitnehmen konnte. Für das Tomaten-Schinken-Verhältnis, das man unten sieht, braucht man 60g Schinken und 2 EL Pesto.)

 

Brokkoli inkl. Stiel mit der Küchenmaschine raspeln. Wer einen größeren hat kann die Raspel gut einfrieren und später einmal für Aufläufe etc. wiederverwenden.

Zwiebel und Knoblauch möglichst fein hacken und in einer großen Pfanne in Erdnussöl anbraten.

Brokkoliraspel hinzufügen, kräftig würzen und etwas dünsten lassen. Dann den mit Guakernmehl verrührten Cottage Cheese sowie die Flohsamenschalen zufügen und etwas überkühlen lassen.

Backrohr auf 185°C Heißluft vorheizen.

Das Ei verquirlen und in die abgekühlte Brokkolimasse einrühren. Ggf. nochmals abschmecken.

Masse möglichst dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (am besten geht das mit angefeuchteten Händen). Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für 25min ab ins Rohr.

Den fertigen Brokkoli in Platten schneiden, die in die Auflaufform passen.

Auflaufform mit Goudascheiben auslegen, dann die erste Platte drauf.

Nun für Veg+ die Hälfte mit Schinken auslegen, die andere Hälfte mit Tomatenpesto bestreichen. Gouda drauf, Brokkoliplatte drauf, und immer so weiter schichten. Mit Tomaten/Schinken und Käse abschließen. Evtl. mit noch ein wenig Reibekäse bestreuen, wenn man es gerne besonders deftig hat.

Nochmals für 25min in den Ofen zurück.

Dazu passt gut grüner Salat mit Kürbiskernöl.

 

Parmesan-Spinatknödel mit Bärlauchpesto

Die beliebten Eiweiß-Knödel geistern auf vielfältigen Wegen durchs Internet, etwa bei Erdbeerblüte oder auf Lowcarb-Ketogen. Ich habe die festen Bestandteile etwas abgewandelt, um mein tägliches Plus an Haferkleie unterzubringen, und Spinatknödel mit Parmesan und Bärlauch draus gemacht. Ein gutes vegetarisches Gericht und eine herrliche Alternative zu den üblichen Spinatknödeln aus Semmelbrot, die man in Österreich so gerne isst (eines der ganz wenigen traditionellen vegetarischen Rezepte, die wir hier haben…).

 

2 Portionen:

  • 30g Eiweißpulver, neutral
  • 20g Flohsamenschalen
  • 20g Haferkleie
  • 10g Pfeilwurzelstärke
  • ½ TL Guakernmehl
  • 250g Magertopfen=Quark
  • 2 große Eier (oder 3 kleine)
  • 100g Parmesan oder Grana Padano
  • 2 TK-Spinat-Zwutschgerl, aufgetaut
  • 1 Schalotte
  • 1 geh. EL Bärlauchpesto (alternativ Pesto Genovese + 2 gepresste Knoblauchzehen)
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • Schnittlauch zum Bestreuen

Parmesan reiben. Aufgetauten TK-Blattspinat gut ausdrücken und fein hacken. Schalotte ebenfalls möglichst fein hacken.

Alle Zutaten bis auf die Butter im Mixer verrühren, gut abschmecken (kann ruhig übersalzen sein; das Salz geht beim Kochen z.T. wieder weg). 10min quellen lassen.

Mit feuchten Händen 8 kleine Knödel formen. Salzwasser aufkochen lassen und die Knödel darin ca. 20min leicht vor sich hin sieden lassen (nicht mehr richtig kochen).

Butter bräunen. Knödel frisch aus dem Wasser (gut abgetropft oder mit Küchenrolle abgetupft) mit gebräunter Butter, geriebenem Pfeffer und Schnittlauchröllchen servieren.

Bunter Salat passt gut dazu!

Zatziki Deluxe

Ein bisschen großspurig, dieser Name, gell? Macht nix, sie schmeckt einfach zu köstlich! 😀

  • 1/2 Gurke
  • 1 Bund Radieschen (alternativ: 1 ganze Gurke; auch sehr lecker ist Zucchini)
  • 200g griechisches Joghurt (vergesst für Zatziki alle fettärmeren Varianten unter 10%, das wäre sparen am falschen Fleck)
  • 2-3 geh. EL Bärlauchpesto (alternativ: 4-6 fein gehackte Knoblauchzehen, 2 EL Olivenöl, etwas Schnittlauch und Petersilie)
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • ca. 6 Minzblätter
  • Salz, Pfefffer

Gurke und Radieschen (oder Zucchini) fein reiben. Salzen, 15min stehen lassen.

Wasser ausdrücken (ich trinke das immer, ist gut und gesund).

Pesto, fein gehackte Minze, Zitrone und Joghurt in einer Schüssel verrühren, gut abschmecken. Gemüseraspel unterheben.

Zatziki-Deluxe-01 Zatziki-Deluxe-02

Feta-Pizza mit Wildkräuter-Pesto

Für den Teig

2 Personen:

  • 2 Eier
  • 1/2 Pkg. Magertopfen=Quark
  • 1 Pkg. Feta (die dünnere mit 200g; die mit 250g wird wahrscheinlich etwas zu viel)
  • 25g Eiweißpulver, neutral
  • 25g geriebene Mandeln
  • 25g Haferkleie
  • 25g Flohsamenschalen
  • 1 EL Weizenkleie
  • 2 EL Öl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Natron

Alle Zutaten mit der Küchenmaschine verrühren, ca. 10min quellen lassen.

Den recht klebrigen Teig am besten mit nassen (!) Händen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und in Form drücken. Hände immer wieder mal nass machen, dann geht es ganz leicht.

20min ins auf 180°C Heißluft vorgeheizte Rohr geben und vorbacken.

Feta-Pizza_01 Feta-Pizza_02

Für das Pesto

  • 2 Handvoll gemischte Küchenkräuter und Wildkräuter (ich hatte Basilikum, Oregano, Johannisbeersalbei, Radieschenblätter, Himbeerblätter, Spitzwegerich, Löwenzahn, Brennnessel, Taubnessel, Lungenkraut)
  • 25g geriebenen Käse (am besten Parmesan oder Grana Padano, aber anderer Reibkäse geht auch)
  • 25g geriebene Nüsse (ich hatte Haselnüsse)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3-4 EL bestes Olivenöl
  • reichlich Salz und Pfeffer

Die Kräuter waschen und klein hacken, dann alle Zutaten zusammen mit dem Stabmixer pürieren.

Das Pesto auf dem Foto ist übrigens deshalb so hell, weil ich diesmal noch eine gekochte Zwiebel vom Vortag mitpüriert habe. Das geht natürlich auch, war aber prinzipiell nur Resteverwertung.

Feta-Pizza_03 Feta-Pizza_04

Wenn der Boden fertig vorgebacken ist, mit dem Pesto bestreichen und mit Zutaten nach Wahl belegen. Wir hatten diesmal: Salami, Champignons, Spinat, Cocktail-Tomaten, Zwiebelringe, noch mehr Feta, Basilikum. Für 10-15min ins Rohr geben.

Grundsätzlich gilt aber die Empfehlung: Je weniger Belag, destro knuspriger bleibt der Boden. Der Spinat hat den Boden in der Mitte wieder ein wenig aufgeweicht – wer auf Knusperboden steht, sollte auf allzu nasse Zutaten verzichten.

Feta-Pizza_05 Feta-Pizza_06

i

Karfiol-Calzoni mit Spinat, Gorgonzola und Birnen

Mmmhm, das könnte mein neues Lieblings-LC-Gericht werden! 😀 😀

Die Anregung dafür hab ich von Ina is(s)t. Sie hat mich auf die Idee gebracht, Karfiolpizza (eine recht beliebte Pizzateig-Variante bei Low Carb) in Calzoneform zuzubereiten. Ich hab schon mal vor einiger Zeit eine Karfiolpizza gemacht und war nicht 100%ig überzeugt. Die Variante mit Mozzarella im Teig ist hingegen absolut großartig und von traumhafter Konsistenz (ich hab den Karfiol geschreddert und nicht klein geschnitten wie Ina). Außerdem harmonieren Birne und Gorgonzola ganz wunderbar mit dem Gemüse.

4 Mini-Calzoni:

  • 1/2 Karfiol=Blumenkohl
  • 1 Mozzarella (am besten 200g im Maxi-Format; Normalgröße geht auch)
  • 1 Ei
  • 1 EL Haferkleie
  • 2 EL Magertopfen=Quark
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Suppenpulver, Oregano

Belag:

  • 4 TL Tomatenmark aus der Tube
  • 4 TL Bärlauchpesto
  • 1 Spinat-Zwutschgerl (TK, aufgetaut)
  • Gorgonzola, ein Stück etwa in der Größe von 2 EL
  • 1/2 Birne (notfalls geht auch eine Kompottbirne)
  • Salz, Pfeffer
  • frische Kräuter

Karfiol mit der Küchenmaschine schreddern. Ich mache das immer gleich mit dem ganzen Karfiol und friere den Rest ein, z.B. für Blumisotto oder Karfiolreis. Salzen und in einem Topf mit ganz wenig Wasser weichkochen (nur so viel Wasser, dass der Boden benetzt ist und nichts anbrennt).

Den gekochten Karfiol evtl. ein wenig abkühlen lassen, dann in ein Geschirrtuch geben und so richtig fest auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr rauskommt. Dieser Schritt ist sehr wichtig!

Mozzarella in kleine Stückchen schneiden und ebenfalls mit den Händen auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr austritt.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Karfiolstückchen (erinnern jetzt an Fasern) mit Mozzarella, Ei, Haferkleie, Topfen und Gewürzen verkneten. Mit den Händen vier Fladen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Für 15min ins Rohr damit.

Die vorgebackenen Fladen (jetzt sanft golden) auf einer Hälfte mit Tomatenmark bestreichen, salzen. Dann das in vier Teile zerpflückte Spinat-Zwutschgerl darauf verteilen, in Scheibe geschnittene Birne drauf legen, Gorgonzola-Stückchen, Bärlauchpesto und Pfeffer darauf geben. Die Fladen nur zur Hälfte belegen! Anschließend die zweite Hälfte drüber klappen und die Calzoni nochmal für 12-15min ins Rohr geben.

Mit frischen Kräutern bestreuen und servieren.

Karfiol_Calzoni_01 Karfiol_Calzoni_02 Karfiol_Calzoni_03

Karfiol_Calzoni_04 Karfiol_Calzoni_05