Wirsingrouladen mit Linsenfülle

Mein Wirsing wurde heuer ziemlich heimgesucht von Raupen (nicht von den weithin sichtbaren, gelben Kohlweißlingsraupen, die konnte ich meist rechtzeitig absammeln, sondern von den fiesen grünen, die man nicht sieht). Macht aber nichts, es ist trotzdem mehr als genug für uns geblieben – und lebt noch immer fröhlich im Beet unter dem Schnee, mit Vlies geschützt. 🙂

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Ich habe mir übrigens angewöhnt, für solche Gerichte nicht gleich einen ganzen Kohlkopf zu ernten, sondern nur die äußeren Blätter abzuschneiden. So kann er immer nachwachsen und in Summe hat man mehr davon. Außerdem ist das, was man isst, immer richtig frisch!

2 Portionen:

  • 6-8 große Wirsingblätter
  • 1 große gelbe Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Steckrübe (alternativ: 1 mittelgroße Mairübe) mit ein wenig Blattgrün (alternartiv: Petersilie)
  • 60g Berglinsen oder Puy-Linsen
  • 40g Quinoa (oder nicht Low Carb: Couscous)
  • 1 EL Estragon-Senf
  • 1/2 Zitrone (Saft & Schale)
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Bio-Gemüsesuppenpulver
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl, Olivenöl

Für die Sauce:

  • 200g Tomaten (ich hatte fast nur eigene gelbe, die noch im Karton ausreiften; Dosentomaten gehen im Winter aber auch)
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 1 TL Erythrit
  • 1 EL Weißweinessig oder Balsamico Bianco
  • 200ml Sojamilch (alternativ normale Milch, Mandelmilch oder Hafermilch)
  • 1 geh. TL helles Mandelmus oder Cashewmus
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Berglinsen 25min in etwas mehr als der doppelten Menge Wasser (bzw. nach Packungsanweisung) mit Suppenpulver und dem Lorbeerblatt kochen. Nach 10min den Quinoa (bzw. nach 15min den Couscous) dazugeben und ggf. entsprechend Wasser nachgießen. Wenn das Wasser verkocht ist, Deckel draufgeben und nachquellen lassen.

Die untersten, dicken Enden der Blattrippen von den Wirsingblättern mit dem Messer herausschneiden (klein würfeln; die können dann zur Fülle). 20-30 Sekunden in Salzwasser blanchieren, rausnehmen und gut abtropfen lassen.

Zwiebel, Knoblauch und Rübe fein würfeln.

Zwiebel und Knoblauch in Erdnusöl anbraten; wenn die Zwiebeln glasig sind, die Rübenwürfelchen dazu geben. Anbraten, bis alles schön gebräunt ist. Dann Linsen, Quinoa (Couscous) und Gewürze zugeben.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Die Fülle in die Blätter geben und diese einrollen. Mit der ‚Naht‘ nach unten in eine mit etwas Olivenöl ausgepinselte Auflaufform geben. Zum Schluss mit noch ein wenig Olivenöl beträufeln und für 25min ab ins Rohr damit.

In der Zwischenzeit die Sauce zubereiten: Zwiebel, Knoblauch und Chili in Erdnussöl anbraten. Grob gestückelte Tomaten zugeben und etwas braten, bis sie Wasser lassen. Mit Milch ablöschen. Erythrit, Nussmus und Essig verrühren und dann in die Sauce einrühren.

Sauce köcheln lassen, bis die Rouladen fast fertig sind. Ganz gegen Ende noch mit dem Pürierstab cremig pürieren.

Rouladen mit Sauce servieren. Wir hatten dazu noch einen frischen Zuckerhut-Salat mit hellem Balsamico-Dressing.

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Gefüllte Zucchiniblüten auf weißen Bohnen

Hurra hurra, ich lebe noch! 🙂

Herrje… eigentlich wollte ich das Datum meines letzten Eintrages gar nicht ansehen, aber da mich sofort ein FRÜHSOMMERgemüse auf dem Foto angelacht hat, konnte ich nicht anders. Eine Schande, echt. Zweieinhalb Monate? Zeit, wo bist du hin?!

Ich war zunächst eine Woche im Ausland auf einer Tagung. Irgendwann zwischendurch war ich eine weitere Woche auf Tagung. Eine Woche war ich auf Urlaub, gut. Und sonst? Hamsterrad. Ich bin arbeitstechnisch zur Zeit bis über beide Ohren hinaus ausgelastet. Ein Antrag hier, ein Projekt da… Kurz: Ich hatte wirklich viel zu tun.

Das Kochen hat nicht unbedingt darunter gelitten, denn diesen Moment des Nachhausekommens und In-die-Küche-Stellens brauche unbedingt, um wenigstens ein wenig abzuschalten. Mit der Gartenarbeit geht es mir genauso. Ich genieße es so, geschäftig nach der Arbeit mit den Gießkannen, Baumscheren und tausend anderen Utensilien bewaffnet durch den Garten zu pflügen. Da kommt man mal in die Luft und kann sich auf was Schönes, Wachsendes, Heilsames konzentrieren. 🙂

Aber da etwa 90% meiner Arbeit auf digitalen Medien verrichtet werden (ich würde mal grob schätzen: 500-600 verrückte Bildschirm-Minuten pro Tag), reicht es mir dann irgendwann mal mit dem Computer. Der Blog kam in dieser Zeit definitiv zu kurz. Das Resultat: Hier stapeln sich kiloweise Rezepte, die veröffentlicht werden wollen. Aber wann? Soll ich euch jetzt im Herbst mit noch ausstehenden Frühjahrs-Rezepten quälen? Also abheften, ordnen, sortieren, aufheben.

Ein Rezept geht sich aber gerade noch aus – mit den letzten Zucchiniblüten, die der Garten hergibt. Vielleicht auch als Möglichkeit, die letzten Blüten einzusetzen, aus denen ohnehin keine Zucchinis mehr werden, wer weiß?

Zucchiniblüten sind in vielen Ländern eine Delikatesse. In Italien und Südfrankreich kann man sie auf fast allen Märkten kaufen. Ich mag sie total gerne, weil sie so einen sanften, süßen Geschmack haben. Außerdem habe ich dabei immer das Gefühl, etwas absolut Exquisites zu essen, weil ich in Österreich noch nie Zucchiniblüten zum Verkauf gesehen habe. Übrigens: Ich nehme immer nur die männlichen Blüten, die keine Frucht tragen.

 

Gefüllte Zucchiniblüten auf weißen Bohnen

2 Portionen:

  • 10-12 Zucchiniblüten, je nach Größe
  • 50g geriebener Parmesan oder Grana Padano
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Bohnen:

  • 100g getrocknete weiße Bohnen, über Nacht in Wasser mit 1 Msp. Natron und 1 Lorbeerblatt eingeweicht (ich mache gleich immer die doppelte Menge; damals für Baked Beans zum Frühstück)
  • 200g Tomaten aus der Dose (=1/2 Dose; den Rest habe ich tags darauf für die Baked Beans verwendet) oder, wenn verfügbar, frische
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • frischer Oregano
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 TL Erythrit

Für die Fülle:

  • 1 kl. Zucchini
  • 1 Selleriestange (oder Selleriegrün vom Knollensellerie)
  • 1 Handvoll „Grünzeug“ (=was der Garten oder notfalls der Kühlschrank hergibt: Blattgrün von Radieschenblättern, Krautblätter, Wildkräuter, Kohlrabiblätter, Spinat, Mangold…)
  • 1 kl. gelbe Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 30g Pesto Rosso
  • 2 EL geriebene Nüsse
  • 50g geriebener Parmesan oder Grana Padano

 

Variation: 1 Handvoll gekochte Linsen (Low Carb) oder Dinkelkörner (nicht Low Carb) in die Fülle geben; dafür einfach eine kleinere Zucchini nehmen. Ich hab solche Extrazutaten gerne in gekochter Form im Gefrierschrank.

~

Die eingeweichten Bohnen gar kochen. Ich verwende gern den Kelomat=Dampfkochtopf und habe für meine großen, weißen Riesenbohnen 20min gebraucht.

Zucchini, Sellerie, gelbe Zwiebel, Knoblauch hacken und in Erdnussöl anbraten. Das Pesto, die Nüsse und 20g Käse unterziehen. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

Rote Zwiebel, Knoblauch und Chili hacken. In Erdnussöl anbraten, dann die Tomaten zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Oregano, Essig und Erythrit abschmecken. Die Bohnen unterheben und noch etwas eindicken lassen (etwa 5-10min köcheln lassen).

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Die Zucchiniblüten putzen, etwas auseinander drücken und die Fülle hinein geben.

Eine Auflaufform mit den tomatigen Bohnen befüllen, dann die gefüllten Blüten darauf schichten und mit dem restlichen Käse bestreuen. Für 25-30min ins Rohr.

Dazu hatten wir noch einen frischen Sommersalat.

 

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Buddha Bowl mit Apfel-Linsen-Gemüse, glasierten Zwiebeln und Kräuterseitlingen

… und noch ganz viel mehr (aber das passt nicht in die Überschrift). 😀

Buddha Bowls sind einfach toll, weil man in ihnen eine rieeesen Portion Gesundes verarbeiten kann. Frisch, eingelegt, gebraten, mariniert, roh – diese bunte Mischung an Farben, Geschmäckern und Konsistenzen macht die Vielfalt der Schüsseln aus.

Die Kräuterseitlinge sind ausnahmsweise mal nicht selbst gesammelt, sondern von einem Bio-Anbieter vom Marchfeld gekauft, der seine Produkte auch bei den Rewe-Betrieben im Regal liegen hat. Ich find es ja toll, dass es langsam auch außergewöhnliche Schwammerl den Weg in die Supermärkte finden, und dann auch noch in Bio-Qualität! Wo, wenn nicht bei Pilzen, die ja wirklich JEDEN Müll tief in ihren Zellen speichern, wäre Bio notwendiger (außer bei Lebensmitteln tierischen Ursprungs, versteht sich)?

Das Apfelgemüse (mal mit, mal ohne Linsen) mache ich ganz gerne als Beilage. Rosmarin passt übrigens auch gut dazu. Wir haben von meinen Schwiegereltern einen riesigen Korb Lageräpfel bekommen, die dringend weg mussten. Melde gehohrsam: Auftrag erfüllt, habe alle Äpfel in Smoothies, Snacks, Süßem und Herzhaftem verwertet und nur zwei sind faulig geworden (über die haben sich dann aber die Vögel gefreut)! Bitte gerne im Juli wieder dasselbe Spiel mit den Klaräpfeln, ich freu mich schon sehr! 🙂

2 Portionen:

  • 2-4 große Kräuterseitlinge
  • 1 kl. Zucchini
  • 2 Handvoll Cocktail-Tomaten
  • 2 Handvoll Salatblätter
  • Sesam
  • Basilikum-Blättchen
  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Erdnussöl

Für die glasierten Zwiebeln:

  • 1 rote Zwiebel
  • 1 geh. EL Erythrit
  • 4 EL Balsamico-Essig oder Rotwein-Essig
  • 1 TL Thymian-Blättchen
  • 1 EL Butter (bei veganer Variante Kokosöl oder rotes Palmöl; jedenfalls etwas mit „Körper“)

Für das Apfel-Linsen-Gemüse:

  • 50g gelbe Linsen
  • 2 große, säuerliche Äpfel
  • 1 gelbe Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL heller Essig
  • 1 guter Schuss Obers oder Crème fraîche oder Sauerrahm (muss aber nicht unbedingt sein für die vegane Variante)
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Erdnussöl

Die gelben Linsen waschen und in etwa 12min weich kochen.

Das Backrohr auf 50°C aufheizen und da drin anschließend die jeweiligen Bestandteile der Buddha Bowl warm halten.

Die rote Zwiebel in Ringe schneiden und in Butter anbraten. Mit Erythrit bestäuben und mit Essig ablöschen. Würzen. Eindicken lassen. Warm stellen.

Die Tomaten kurz scharf anbraten. Salzen und pfeffern. Warm stellen.

Die gelbe Zwiebel würfeln, die Knoblauchzehen hacken, die Äpfel in Würfel schneiden. Alles zusammen in der Tomaten-Pfanne anbraten, gekochte Linsen zugeben, mit dem Obers ablöschen und vom Herd nehmen. Warm stellen.

Die Seitlinge halbieren, die Zucchini in Scheiben schneiden. Beides salzen, pfeffern, mit Zitronensaft beträufeln und scharf in einer (Grill-)Pfanne in Erdnussöl anbraten, bis sie schöne Streifen haben.

Nun alle Zutaten, auch die rohen (Salat, Kräuter), schön in Schüsseln schichten und zum Schluss mit Sesam bestreuen.

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Meine vegetarische Blumisagne

Blumisagne, also Lasagne mit Lasagneblättern aus Karfiol=Blumenkohl, ist in der Low Carb-Küche sehr beliebt. Es gibt viele verschiedene Rezepte; hier kommt meines. 🙂

2-3 Portionen (mit einem Salat reicht’s locker für 3):

Für die Lasagneplatten:

  • 1 kleiner Karfiol=Blumenkohl (=ca. 500g; sooo genau ist das aber nicht)
  • 2 Eier L (oder 3 Eier S)
  • 50g Käse, gerieben (für diese Lasagne passen Gouda oder Butterkäse gut)
  • 1 kl. gelbe Zwiebel
  • Erdnussöl, Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Für das Sugo:

  • 1 Pkg. Suppengrün (=Karotten, Gelbe Rüben, Sellerie, Lauch, Petersilie…)
  • die schönsten Karfiol-Blätter
  • 1 rote Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen oder 2 geh. TL Bärlauchpesto
  • 1 Chili
  • 2 geh. EL rote Linsen
  • 2 geh. EL Sonnenblumenkerne
  • 2 geh. EL geriebene Nüsse
  • 4 geh. EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 Schuss Rotwein, wenn vorhanden
  • 1 EL Erythrit
  • 1 Dose Tomaten (400g)
  • 100ml Gemüsesuppe
  • Oregano, Basilikum, Thymian (getrocknet)
  • Erdnussöl, Salz, Pfeffer

Außerdem:

  • 50g Käse, gerieben
  • 1 Pkg. Sauerrahm oder Frischkäse (oder beides gemischt)

 

Den Karfiol mit der Küchenmaschine raspeln. Die Zwiebel fein hacken. Beides zusammen on etwas Öl in einer Pfanne anbraten, salzen und Deckel drauf, bis die Gemüseraspeln so etwa halbgar sind. Dann überkühlen lassen.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eier und Käse unter den Karfiol kneten und kräftig abschmecken.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Karfiolmasse darauf glattstreichen.

Für 25-30min in den Ofen geben, bis die Masse stockt und goldfarben wird.

In der Zwischenzeit sämtliches anderes Gemüse möglichst fein hacken (ich hatte nicht so viel Zeit, daher sieht man bei mir die groben Stücke).

Erst die Zwiebel, dann das restliche Gemüse ca. 5min in Öl anbraten. Mit der Tomatendose und der Suppe ablöschen, großzügig abschmecken.

Die Linsen und die Sonnenblumenkerne mit der Nussreibe oder der Kaffeemühle grob mahlen und gemeinsam mit den geriebenen Nüssen unterrühren. Weitere 10min einköcheln lassen; ggf. nochmal etwas Wasser nachgießen und abschmecken.

Den fertigen Karfiolteig aus dem Ofen nehmen und in Stücke in Größe der gewünschten Auflaufform schneiden (das geht am einfachsten mit dem Pizzaroller). Eine Auflaufform fetten und zuerst ein wenig Sugo einschichten. Dann vorsichtig eine Karfiolplatte darauf legen. Wieder Sauce, dann ein wenig Sauerrahm, Platte, Sauce, Sauerrahm… abschließen mit Sauce, Sauerrahm und geriebenem Käse.

Die geschichtete Lasagne für 25-30min zurück ins Rohr geben.

Dazu passen Rucola-Tomaten-Salat mit Balsamico-Dressing und ein schönes Glas Rotwein. 🙂

Linsen-Schlutzkrapfen mit Bärlauch und Walnussbutter

Frage 1: Was macht man, wenn man am Sonntag unbedingt Bettis Linsennudeln mit Röstpaprikacreme nachkochen will, jedoch weder Paprika noch Ajvar zuhause hat?

Antwort: Man entscheidet sich für ein anderes Sugo, nämlich der Jahreszeit entsprechend eines mit Bärlauch.

Frage 2: Was macht man, wenn man während des Teig-Anrührens draufkommt, dass das Eiweißpulver knapp nicht mehr reicht?

Antwort: Man ersetzt das bisschen EWP, das noch fehlt, durch Milchpulver und ein wenig Pfeilwurzelstärke.

Frage 3: Was macht man, wenn man in geistiger Umnachtung 3 Eier in die laufende Küchenmaschine schlägt, obwohl das Originalrezept für 2 Portionen eigentlich nur 2 Eier bräuchte?

Antwort: Man gibt noch mehr von den trockenen Zutaten dazu. Allerdings fehlt nun das Eiweißpulver für Portion Nr. 3 gänzlich, also her mit dem Magermilchpulver.

Frage 4: Was macht man, wenn der Teig (sicherlich aufgrund des Ersetzens von Eiweißpulver mit Magermilchpulver) ziemlich klebrig ist und sich nicht zu den gewünschten Nudeln verarbeiten lässt?

Antwort: Man kriegt einen Wutanfall und ist nahe dran, den ganzen blöden Mistteig aus dem Fenster zu schmeißen. Zum Glück gibt es meinen cleveren, nicht aus der Ruhe zu bringenden Ehemann, der kurzerhand beschließt, den Teig zu Schlutzkrapfen mit Bärlauchfülle umzufunktionieren – und plötzlich ist alles wieder gut. 😀 ❤

 

2 Portionen:

  • 75g rote Linsen, mit der Kaffeemühle zu Mehl gemahlen (oder einfach gekauftes Linsenmehl)
  • 30g Eiweißpulver, natur
  • 30g Magermilchpulver (ersatzweise müssten auch 60g Eiweißpulver funktionieren)
  • 1 TL Pfeilwurzelstärke
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • 15g Flohsamenschalen
  • 3 Eier M
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Bärlauchpesto oder 1 (zusätzliche) kl. Handvoll Bärlauch, fein gehackt, gesalzen und mit 1 EL Olivenöl vermengt (oder Pesto Genovese)
  • 1 kl. Handvoll Bärlauch
  • 8 TL Frischkäse oder Sauerrahm oder Crème fraîche (ich hatte Ziegenfrischkäse)
  • 1 großes Stück Butter
  • 1 kl. Handvoll Walnüsse
  • 1 kl. Handvoll geriebene Nüsse
  • etwas Parmesan oder Grana Padano oder Pecorino zum Drüberhobeln
  • Salz, Pfeffer

Erst die Linsen in der Kaffeemühle fein mahlen. Mit dem Eiweißpulver, dem Milchpulver, der Stärke, dem Guakernmehl, den Flohsamenschalen und dem Salz vermengen.

Eier und Olivenöl schaumig schlagen, dann esslöffelweise die trockenen Zutaten unterrühren.

Den klebrigen Teig in einem großen Blatt Frischhaltefolie wickeln und für mind. 1 Stunde ab in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit kann man ein wenig Bärlauch sammeln (und dabei, wie ich, so richtig schön im Matsch einsinken. Nach dem Schuheputzen ist die Stunde Wartezeit auch um).

Ein zweites Blatt Frischhaltefolie abschneiden und mit ein paar geriebenen Nüssen bestreuen. Teig da draufsetzen, dann noch mehr geriebene Nüsse auf die Teigkugel streuen, die zweite Frischhaltefolie darauflegen und so den Teig zwischen zwei Folien mit dem Nudelwalker=Teigroller möglichst rechtreckig ausrollen.

Teig in 8 Rechtecke teilen (am besten mit dem Pizzaroller; sonst geht natürlich auch ein angefeuchtetes Messer) und diese noch ein wenig salzen und pfeffern.

Bärlauch und Walnüsse grob hacken.

Auf jedes Teig-Rechteck einen schwachen TL Frischkäse, einen halben TL Bärlauchpesto (oder die Bärlauch-Olivenöl-Alternative) sowie ein paar gehackte Bärlauchblättchen streuen. Teigtaschen verschließen und mit einer angefeuchteten Gabel die Ränder zusammendrücken. Dabei entsteht die typische Rillenform. Die fertigen Schlutzkrapfen auf ein mit den restlichen geriebenen Nüssen bemehltes Brett legen.

Achtung: Beim Befüllen der Schlutzkrapfen zügig arbeiten, damit der Teig nicht allzu warm (d.h. klebrig) wird. Wer sich Zeit lassen will, kann evtl. einen Teil der noch nicht verarbeiteten Teigstücke in den Kühlschrank stellen oder die Frischhaltefolie mit dem Teig auf ein zuvor eingefrorenes (also ziemlich kühles) Backblech legen.

Wenn alle Schlutzkrapfen fertig sind, gesalzenes Wasser zum Sieden (nicht blubbernd  Kochen!) bringen. Währenddessen Backrohr auf 50°C vorheizen, um Teller und Schlutzkrapfen warmzuhalten.

Die Schlutzkrapfen nach und nach im Tranchen ins Wasser geben und sanft sieden lassen, bis sie von alleine nach oben steigen. Noch etwa 30 Sekunden extra drin lassen, wenn sie schon oben schwimmen, dann rausnehmen. Das macht ca. 3min Siedezeit für die einzelnen Krapfen. Mit Küchenrolle abtupfen und ins Rohr auf die warmen Teller legen.

In der Zwischenzeit die Butter zerlassen, grob gehackte Walnüsse und den restlichen grob gehackten Bärlauch einrühren.

Schlutzkrapfen auf Tellern anrichten, Bärlauch-Wallnüsse darüber geben und abschließend noch ein paar Parmesanhobel (am besten mit dem Gurkenhobel=Sparschäler) darüber verteilen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen.

Dazu passt Blattsalat mit Walnussöl oder Walnussessig (oder beidem).

Karottenspaghetti mit Mango-Ajvar-Sauce

Ein Gericht, das im Sommer auch gut mit Zucchininudeln schmeckt!

2 Portionen:

  • 5-6 Karotten, je nach Größe (schön sieht auch eine Mischung aus Karotten, gelben Rüben, lila Urkarotten und evtl. Selleriewurzeln aus)
  • 150g Ajvar (am besten einen ohne Zusatzstoffe und Zucker)
  • 1 roter Spitzpaprika
  • 1 rote Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Chili (es sei denn, man verwendet scharfen Ajvar)
  • 1/2 Mango
  • 4 EL rote Linsen, grob gemahlen
  • 4 EL Sonnenblumenkerne, grob gemahlen
  • evtl. ein paar Pinienkerne und Kräuter für die Deko
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe, Erdnussöl, evtl. Olivenöl

Die Karotten mit einem Spiralschneider oder Gemüsespitzer zu dünnen Spaghettispiralen drehen. Wer so etwas nicht hat kann auch den Sparschäler benützen und breitere Tagliatelle machen (evtl. einmal mit einem scharfen Messer halbieren).

Paprika und Mango grob, Zwiebel, Knoblauch und Chili fein würfeln.

Linsen und Sonnenblumenkerne mit einer Reibe grob mahlen, sodass sie aussehen wie geriebene Nüsse.

Zwiebel, Knoblauch und Chili in etwas Erdnussöl anbraten.

In einer weiteren großen Pfanne mit Deckel etwas Erdnussöl warm machen und darin die Karottenspaghetti schwenken. Diese mit Salz, Pfeffer und Gemüsesuppenpulver würzen, dann den Deckel aufsetzen und dünsten lassen. Zwischendurch ab und zu mal umrühren.

Paprika und geriebene Linsen+Sonnenblumen zu den Zwiebeln geben und scharf weiterbraten, bis die Paprikawürfel eine schöne Farbe annehmen. Dann mit ein paar EL Wasser ablöschen und 3min dünsten lassen, bis die Linsen mehr oder weniger gar sind.

Jetzt die Mangowürfel unterrühren und weitere 2min dünsten lassen.

Zuletzt den Ajvar über die Masse geben und Hitze fast ganz ausschalten.

Wenn die Karottennudeln trocken aussehen, ein bisschen Olivenöl darüberträufeln. Sie sollten jetzt auch fertig sein.

Wer noch Pinienkerne rösten will, kann das jetzt in einem trockenen Pfännchen machen.

Gemüsenudeln mit Mango-Ajvar-Sauce servieren und ggf. Pinienkerne und frische Kräuter darüber geben. Dazu passt frischer grüner Salat mit Balsamicodressing.

Übrigens, hier habe ich schon einmal vegane Karottenspaghetti in Orangen-Erdnusssauce gemacht.

Und abschließend noch ein kleiner Frühlingsgruß (ein paar blühende Palmkatzerl=Weiden und blühende Zweige vom Kriecherl=Kriechen-Pflaume):

Gefüllte Kohlrabi auf Salat – Vegan & indisch inspiriert

2 Portionen:

Für die Kohlrabi:

  • 1 sehr großer Kohlrabi (meiner hatte fast 700g!) oder 2 kleine
  • 3 Frühlingszwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Tomate
  • 2 Handvoll frischer Blattspinat (od. 1 TK-Zwutschgerl)
  • Saft v. 1/2 Limette
  • 50g Cashew-Kerne, am Vortag in Wasser eingeweicht
  • 2-3 EL rote Linsen
  • 2+2 geh. TL Tahin-Paste
  • 2 geh. TL Harissa-Paste
  • 1 geh. TL Currypulver od. Paste (ggf. auch nur Kurkumapulver)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Kohlrabi schälen, einen großen Kohlrabi halbieren, kleine Kohlrabis ganz lassen. In Salzwasser 15-20min (je nach Größe) kochen lassen. In den letzten 5min die roten Linsen einfach ins Kochwasser schmeißen.

Eingeweichte Cashews mit dem Pürierstab musig pürieren.

Frühlingszwiebel mit dem Grün in feine Ringe schneiden, Knoblauchzehen fein hacken. Spinat fein hacken. Tomate klein würfeln.

Erdnussöl im Wok erhitzen und das Gemüse anbraten.

Kohlrabi (und Linsen) in ein Sieb abgießen.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Kohlrabi mit einem spitzen Löffel aushöhlen, sodass nur das äußere Fruchtfleisch stehen bleibt. Das Innere fein hacken und gemeinsam mit den gekochten Linsen zum Gemüse in den Wok geben. Pürierte Cashews zugeben und ordentlich mit Salz, Pfeffer, 3 TL Tahin, Harissa, Zitronensaft und Currypulver würzen.

Kohlrabi füllen (es wird ein richtiger „Berg“ an Fülle, aber der hält zusammen) und zum Schluss je nochmal 1 TL Tahin draufklecksen. In eine gefettete ofenfeste Form stellen und 20min im Rohr lassen.

Für den Salat:

  • 1/2 (kleiner) Kopf Eisbergsalat
  • 1/2 Tomate
  • 1 Nektarine
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 2 geh. TL Mandelmus
  • 1 TL Harissa
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL weißen Balsamico-Essig
  • 2 EL Limettensaft
  • 2 EL Olivenöl oder Rapsöl
  • 1 TL Kurkuma

Das Gemüse klein schneiden. Marinade anrühren und kurz vor dem Servieren über den Salat gießen.

Ich habe den Salat auf Tellern verteilt und die Kohlrabi dann darauf gesetzt.

Gefüllte-Kohlrabi-Indischer-Salat_01 Gefüllte-Kohlrabi-Indischer-Salat_02

Pastinaken-Avocado-Püree mit Linsen-Gemüse

Avocado und Olivenöl sorgen für Cremigkeit ganz ohne Milchprodukte.

2 Portionen:

  • 300g Pastinaken (Knollensellerie geht auch, den aber schälen)
  • 1 Avocado
  • 1 Zitrone, ausgepresst
  • 150g Champignons
  • 1 roter Spitzpaprika
  • 50g rote Linsen
  • ein paar frisch gekeimte Sprossen  (ich hatte Alfa-Alfa)
  • 1 TL Tahin (Sesammus; gibt es z.B. im Reformhaus oder beim Türken)
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsebrühe, Olivenöl

Pastinaken putzen (schälen muss nicht sein) und in wenig Salzwasser oder im Dampfeinsatz weich kochen. Kochwasser auffangen! Mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Linsen waschen und in wenig Gemüsebrühe in ca. 5-7min weich kochen.

Champignons und Paprika klein würfeln, in Olivenöl anschwitzen. Linsen zugeben, mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Instant-Gemüsebrühe abschmecken.

Die Avocado halbieren. Hälften gleich mit Zitrone beträufeln, damit sie nicht braun werden. Eine Hälfte zu den weichgekochten Pastinaken geben. Gemeinsam mit etwas Kochwasser, Zitronensaft, Tahin, Salz und einem guten Schuss Olivenöl mit dem Zauberstab pürieren. Wieder in den Topf geben und warm halten.

Die andere Avocadohälfte würfeln, mit Zitronensaft beträufeln und vorsichtig unter das Linsengemüse heben. Nicht mehr kochen!

Mit frisch gekeimten Sprossen garniert servieren.

Pastinaken_Avocado_Püree_01 Pastinaken_Avocado_Püree_02

Kohlrouladen mit roten Linsen

2-3 Portionen:

  • 7 schöne Kohlblätter
  • 100g rote Linsen
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel, rot
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Handvoll Walnüsse
  • 1/2 Zitrone, ausgepresst
  • 3 EL Magertopfen
  • 2 EL Goji-Beeren* oder Cranberries
  • Parmesan oder Grana Padano, frisch gerieben
  • Bio-Instantgemüsebrühe
  • Sojasauce
  • Oregano und Salbei, getrocknet
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl, Butter zum Fetten der Form
  • Darf’s a bissl mehr sein? Nicht-Vegetarier können 3 EL Hartwurst-Würferl für die Fülle verwenden, Vegetarier 3 EL Räuchertofu, kleingehackt.

6 Kohlblätter putzen und das unterste, dickste Ende der Blattrippe rausschneiden. Aufheben! Die Blätter 20-30sek in Salzwasser blanchieren. Wasser nicht wegschütten!

Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, in wenig Erdnussöl anbraten. Die Karotte, die herausgeschnittenen Blattrippen und das siebte Kohlblatt ebenfalls würfeln, zugeben. Die Walnüsse grob hacken und die Hälfte davon unterrühren.

Die roten Linsen dazugeben, kurz anbraten und anschließend mit 2 kl. Tassen Kohl-Kochwasser und dem Zitronensaft aufgießen. Gut abschmecken mit Gewürzen und Sojasauce; ca. 10min köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Danach den Topfen unterziehen.

Die Fülle in die 6 Kohlblätter einwickeln, aufrollen und mit der „Naht“ nach unten in eine gebutterte Auflaufform setzen. Mit 1/2 Tasse Kochwasser aufgießen.

Die restlichen Walnüsse gemeinsam mit Goji-Beeren (oder Cranberries) sowie dem geriebenen Parmesan über die Kohlrouladen geben. Ca. 15min im vorgeheizten Backrohr bei 175°C Heißluft gratinieren.

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*Goji-Beeren oder Wolfsbeeren sind die Früchte des (eigentlich gar nicht so) Gemeinen Bocksdorns. Sie haben eine sehr hohe Nährstoff- und Vitalstoffdichte: Enthalten sind u.a. enorm viel Vitamin A, Vitamin B1 und B2, Vitamin C, sogar Vitamin E (das in Früchten so gut wie nicht vorkommt), 11mg Eisen auf 100g getrocknete Beeren (zum Vergleich: 3,4mg in frischem Spinat), weitere essenzielle Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Zink sowie lebenswichtige Aminosäuren. Und noch etwas: Goji-Beeren enthalten angeblich 4.000% (!) mehr zellschützende Antioxidantien als Orangen, die eigentlich dafür berühmt sind.