Kokos“speck“

Himmel, die Welt war unfertig ohne diesen Snack, wirklich!

Ich hatte ihn schon mal bei Marlies von Homestead Notes entdeckt, mir dringend vorgenommen, ihn auszuprobieren… und natürlich vergessen. 😉

Dann hat mir meine Freundin L. zu Weihnachten wieder ein ganz tolles Kochbuch geschenkt, nämlich „My New Roots“ von Sarah Britton (übrigens eine Bloggerin), wo auch Kokosspeck gemacht wird.

Ich hab jetzt kurzerhand beide Rezepte zusammengemischt, den Ahornsirup durch Erythrit ersetzt, tief ins Gewürzregal gegriffen – und so eines herausbekommen, das mir so gut schmeckt, dass mir fast die Tränen kommen, ehrlich. Übrigens hat sich unsere KATZE beim Auskühlen über den Kokosspeck hergemacht. 😀

Und was macht man jetzt damit?

Also. Zunächst einmal: Snacken. Es gibt nichts Besseres. Dann bietet es sich natürlich an, den Kokosspeck über alles zu streuen, was den deftigen Räuchergeschmack verträgt. Marlies hat beispielsweise ihr Erdäpfelpüree und ihre Fisolen=Grünen Bohnen damit bestreut; wir hatten den Speck schon auf buttergeschwenkten Piroggen, zum herzhaften Frühstück, über Hummus, zu „Speck“datteln, im Käferbohnen-Salat… Sarah Britton serviert auch ein tolles Sandwich mit Tomaten, Vollkornbrot und Kokosspeck. Ihr seht: Alles schmeckt besser mit Kokosspeck! 😀

2 Schraubgläser voll:

  • 150g ungeröstete Kokoschips
  • 30ml Sojasauce oder Tamari
  • 1 TL flüssiges Raucharoma (Ich kaufe ausschließlich das, das wirklich nur aus destilliertem Eichenrauch, also aus Rauch und Wasser besteht! Diese ganzen grauslichen Zusatzstoffe müssen nicht sein!)
  • 1 EL Erdnussöl oder flüssiges Kokosöl
  • 2 EL Erythrit
  • 1 TL Kokosblütenzucker
  • 1 TL Apfelessig
  • 1 gepresste Knoblauchzehe
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Räucherpaprika (je nach Vorliebe scharf oder mild)
  • 1/2 TL Kurkuma

Backrohr auf 100°C Heißluft vorheizen.

Alle Zutaten vermischen und dann mit den Händen in die Kokoschips einmassieren (durch das Fett wird die Marinade sonst nicht gleich haften).

Ca. 40min backen, dabei alle 7min wenden. Die Chips sollen schön knusprig, aber nicht zu dunkel werden. Wenn man sie rausnimmt, knuspern sie noch ein bisschen nach.

Achtung! Ich hab die Chips auskühlen lassen (wurden noch knuspriger) und dann dummerweise stehen lassen (wodurch sie irgendwann wieder Feuchtigkeit anziehen!). Also: Sobald sie erkaltet sind, in luftdichte Schraubgläser füllen! (Allerdings ist es auch nicht weiter schlimm, wenn sie wieder etwas entknuspern, weil sie dann von der Konsistenz her sogar noch mehr an Speck erinnern.)

Indisches Kokos-Mandel-Gemüse (+Pangasius+)

Wieder ein Rezept aus der Kategorie Veg+: Veg+ bedeutet, dass es sich eigentlich um ein vegetarisches oder veganes Gericht handelt (diesmal vegan), das einfach um Fisch oder Fleisch ergänzt werden kann, wenn sich nicht alle im Haushalt fleischlos ernähren.

2-3 Portionen (ohne bzw. mit Fisch):

  • 1/2 Brokkoli inkl. Stiel
  • 2 Karotten
  • 1 großer Paprika (ich hatte 1/2 gelb und 1/2 rot)
  • 1 grüner Spitzpfefferoni=Spitzpeperoni
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 3 EL Kokosflocken
  • 3 geh. EL Mandelmus
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 EL Tamarindenpaste
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Asant (alternativ 1 gepresste Knoblauchzehe)
  • 3 geh. EL Mandeln
  • 3 geh. EL Kokoschips
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer

Als mögliche Ergänzung:

  • Pangasius-Filets (oder anderes Fischfilet)
  • Zitronensaft
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer, Garam Masala

Wenn Fisch gewünscht ist, diesen mit Zitronensaft beträufeln und zur Seite stellen.

Brokkolistiel und Karotten in Ringe schneiden. In sehr wenig Salzwasser (am besten in einem Dampf-Einsatz) 5min dünsten. Dann die Brokkoliröschen dazugeben und weitere 3min dünsten.

Frühlingszwiebel (mit dem Grün), Paprika und Pfefferoni in mundgerechte Stücke schneiden.

In einem ofenfesten Topf (ich hatte einen Schmortopf) Kokosöl zerlassen und Zwiebel, Paprika sowie Pfefferoni 5min anbraten. Gedünstetes Gemüse unterheben und Ofen ausschalten. 3 EL Kokosraspeln unterheben.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Mandelmus, Sojasauce, Tamarindenpaste, Garam Masala und Asant zu einer Paste verrühren und unter das Gemüse mischen.

Mandeln grob hacken und gemeinsam mit den Kokoschips auf das Gemüse streuen.

Für 20-25min ab ins Rohr.

Wer Fisch dazu isst, muss diesen nun noch 5min vor Ende der Garzeit würzen und in Kokosöl anbraten.

 

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Frühlingsgruß-Törtchen

Die Farbkombination ist doch wirklich entzückend! Die erinnert mich an unsere Hochzeit im Mai 2012, wo wir alles in Maigrün-Rosa-Weiß gehalten haben. 😉 Die Candybar war richtig cool, find ich!

Ich wollte schon ewig mal was mit Matcha-Tee grün färben; dazu gibt es ja alle möglichen Anregungen im Internet. Das hat richtig gut geklappt! Ich seh schon: Demnächst gibt es einige grüne Gerichte hier auf Genussspecht.

Ach ja, ein Wort zum Mehl: Etwa ein Drittel des Mehles ist nicht Low Carb, sondern konventionelles Dinkelmehl. Da es mir aber darum geht, Kohlenhydrate allgemein zu reduzieren, sehe ich in diesem Törtchen immer noch eine gute, vergleichsweise gesunde Alternative zum herkömmlichen Naschzeug. Wer partout kein Dinkelmehl verwenden will, kann sich z.B. mit Mandelmehl und etwas Guakernmehl zum ‚Zusammenkleben‘ behelfen.

Zutaten f. einen kleinen Kuchen (18cm-Springform):

Für den Boden:

  • 50g Kokosmehl
  • 50g Dinkelmehl, glatt
  • 40g Eiweißpulver, Haselnuss oder Vanille
  • 70g Erythrit
  • 1 Msp. Stevia
  • 100g Kokosöl
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver

Für die Kokosmakronen-Fülle:

  • 3 Eiklar von Eiern der Größe M (Eidotter kann man gut einfrieren)
  • 1 TL Matcha-Pulver
  • 70g Erythrit, in der Kaffeemühle fein gemahlen (oder gekauften „Puderxucker“)
  • 1 Msp. Stevia
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Rum
  • 100g Kokosraspeln

Außerdem:

  • 100g TK-Himbeeren
  • 100g TK-Heidelbeeren
  • 1 kl. Handvoll gestiftelte Mandeln

Wer wie ich nur eine Rührschüssel (und keine Lust auf abwaschen) hat, sollte mit der Kokosfülle anfangen. Dazu Erythrit, Stevia und Matcha-Pulver zusammen in der Kaffeemühle fein mahlen. Die Eiklar damit und mit Salz und Rum sehr steif schlagen bis Spitzen stehen bleiben. Das kann länger dauern als man es gewohnt ist, gelingt aber mit der Küchenmaschine garantiert.

Dann die Kokosraspel vorsichtig mit einem Teigspachtel unterheben und die Masse kühl stellen. Wer eine zweite Rührschüssel hat, kann hingegen mit folgendem Schritt beginnen und die Eischnee-Masse erst später zubereiten:

Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen.

Kokosöl und Erythrit schmelzen. Die trockenen Zutaten vermischen und dann das Kokosöl unterrühren. Die Masse mit den Fingern in eine gefettete Springform drücken und einen Rand hochziehen.

10min backen. Dann rausnehmen und vollständig erkalten lassen.

Die meisten Beeren (können ruhig noch gefroren sein) auf dem Kuchenboden verteilen. Dann die grüne Kokosmasse aufstreichen und ein paar hübsche Beeren oben reindrücken. Schließlich noch die Mandel drüber streuen.

20min backen. Sollte das Törtchen zu dunkel werden, die restlichen 5min abdecken. Wenn die Masse innen noch leicht feucht und saftig ist, so ist das durchaus gewünscht. Wer das nicht möchte, sollte sie noch 5min länger im Rohr lassen.

Lecker ist auch eine Füllung mit Kirschen oder Weichseln (aus dem Glas oder frisch) anstelle der Beeren!

 

 

Kürbis-Kokos-Blumisotto

Ein Blumisotto ist ein ‚Risotto‘ aus Karfiol, bundesdeutsch Blumenkohl. Weil ‚Blumisotto‘ süßer klingt als ‚Karfisotto‘ hab ich den Namen beibehalten. 😉

Hier hab ich schon mal ein Garnelen-Blumisotto mit Bärlauch nachgekocht, das war auch super.

Das folgende Gericht ist sehr flott zubereitet, vor allem wenn man bereits geschredderten, tiefgefrorenen Karfiol vorrätig hat.

2 Portionen:

  • 300g geschredderter Karfiol=Blumenkohl (das ist ca. 1/3 Karfiol; meistens schreddere ich einen ganzen und friere die anderen zwei Drittel in Sackerln ein)
  • 300g Butternut-Kürbis
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas Zitronensaft
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • 1 TL Pilzpulver (selbst hergestellt aus getrockneten Herbsttrompeten und Parasolstielen)
  • Salz, Pfeffer, Kokosöl

Für die Kokoscreme:

Für das Nusstopping:

  • 1/4 Handvoll Cashewkerne
  • 1/4 Handvoll Walnüsse
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe oder Hefewürze

Karfiol in der Küchenmaschine mittelfein schreddern. Kürbis in 1cm-Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch hacken.

Den Kürbis in etwas Kokosöl scharf anbraten, mit Zitronensaft beträufeln und dann mit Deckel 10min dünsten. Wenn nötig, ein paar Tropfen Wasser zugeben.

In der Zwischenzeit die Kokoscreme zubereiten. Dafür die Raspel in 1 EL Kokosöl erhitzen. Vorsichtig, nicht zu heiß und immer gut umrühren, damit sie nicht verbrennen! Dann mit den Gewürzen und der Kokosmilch aufgießen und eindicken lassen.

Jetzt müsste noch Zeit für das Nusstopping sein: Dazu einfach die Nüsse bzw. Kerne und das Suppenpulver (oder die Hefewürze) mit der Küchenmaschine mittelgrob reiben.

Nach 10min den Karfiol zum Kürbis geben, mit Gewürzen abschmecken und 5-7min (je nach Dicke der Karfiolraspel) weiterdünsten lassen.

Zum Schluss die Kokoscreme unterziehen und nicht mehr allzu grob umrühren.

Blumisotto mit den geriebenen Nüssen bestreut servieren.


Schokolierte Früchtelebkuchen-Knöpfe

Dieses Rezept ist kein No Carb-Rezept, sondern einfach nur als low carb im Gegensatz zu ’normalen‘ Lebkuchen anzusehen. Ich habe die Grundidee von Bettis Happy Carb-Blog, habe jedoch ein wenig nach meinem Geschmack experimentiert und Trockenfrüchte, Haferkleie, Kokosblütenzucker sowie typische Lebkuchen-Backtriebmittel hinzugefügt; dafür anderes weggelassen. Dabei ist auch der KH-Anteil wieder gestiegen, jedoch finde ich das verschmerzbar, da die Früchtelebkuchen eine absolute Bereicherung der Adventzeit für uns sind. 🙂

Danke, liebe Betti, für die schöne Anregung!

26 kleine Lebkuchen-Knöpfe:

  • 50g weiche Butter
  • 1 Ei L
  • 50g Erythrit
  • 25g Kokosblütenzucker*
  • 1 Prise Salz
  • 50g entöltes Mandelmehl
  • 100g geriebene Mandeln
  • 50g gehackte Mandeln
  • 25g Kokosraspeln
  • 25g Haferkleie
  • 1 TL Guakernmehl
  • 10g Goji-Beeren
  • 10g Datteln (ohne Stein)
  • 10g Cranberries
  • 10g Trockenmarillen=Aprikosen oder Kletzen=Trockenbirnen
  • 1 kl. Apfel
  • 50ml Orangensaft
  • 50ml Zitronensaft
  • 4 TL Carobpulver (alternativ max. 2 TL stark entöltes Kakaopulver)
  • 1 Schuss Rum
  • 2 TL Bio-Orangenschale
  • 2 TL Bio-Zitronenschale
  • 1 TL Hirschhornsalz (Achtung, Teig mit Hirschhornsalz soll man nicht roh kosten, weil das Ammoniak erst beim Backen verfliegt)
  • 2 TL Pottasche
  • 2 TL Lebkuchengewürz

Zum Glasieren:

  • 50g gute dunkle Schokolade m. 85% Kakaoanteil
  • 50g Vollmilch-Schokolade m. Erythrit
  • 10g Kokosöl

Die Trockenfrüchte möglichst fein hacken. Orange und Zitrone abreiben und auspressen. Apfel (ohne Schale) fein reiben. Ggf. Mandeln grob hacken (ich hatte fertig gehackte).

Butter in kleine Stücke schneiden.

Erst die trockenen Zutaten vermischen und dann alle Zutaten für den Teig gut mit der Küchenmaschine verrühren. 10min quellen lassen.

Aus dem Teig nassen Händen zwei Rollen formen und diese in Frischhaltefolie einpacken. Mind. 2 Stunden ab damit in den Kühlschrank.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Mit einem nassen Messer Scheiben abschneiden und auf zwei Backbleche mit Backpapier drapieren. 18-20min backen. Abkühlen lassen.

Zum Schluss die Schokolade und das Kokosöl im Wasserbad schmelzen und damit die Knöpfe bepinseln.

Fruechtelebkuchen-Knoepfe_04

*Kokosblütenzucker ist eigentlich nicht Low Carb, jedoch wegen seines sehr geringen glykämischen Werts durchaus als Ergänzung geeignet. Er lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, was bedeutet, dass er keine Insulinspitzen zur Folge hat. Die Bauchspeicheldrüse, die mithilfe des Insulins die Glukose aufnimmt, wird durch den häufigen Verzehr hoch-glykämischer Nahrung (gewöhnlicher Zucker, weißes Mehl etc.) überlastet, was zu Diabetes (Typ II) und Hypoglykämie führen kann. Kokosblütenzucker hilft, diese “Zivilisationskrankheiten” vorzubeugen.

Kokosbusserl

Jajajaja ich weiß, es ist noch nicht mal der 1. Advent undsoweiterundsofort. Aber Betti hat doch für ihren Plätzchen-Adventkalender auf Happy Carb schon sooo viele leckere Kekse veröffentlicht, da konnte ich nicht anders. Ich habe mich ganz genau an ihr Rezept für Low Carb-Kokosmakronen gehalten, nur hab ich Vollmilch-Xukkolade genommen, weil ich die daheim hatte. Ach ja und ich hatte keinen Frischkäse mehr – ging auch mit Griechischem Joghurt!

Da ich von meinen Butterbroten noch 3 Eiklar übrig hatte, hab ich mich gleich ans Backen gemacht. 🙂 Die sind sooooo supergut, danke für das Rezept, liebe Betti!!

Für 2 Blech:

  • 3 (kalte) Eiweiß
  • 65g Erythrit
  • 1 Msp. Stevia
  • 75g Griechisches Joghurt 10% Fett oder Frischkäse
  • 1 Schuss Rum
  • 125g Kokosraspeln
  • 15g Eiweißpulver Haselnuss oder Vanille
  • 50g grob gehackte Schokolade (ich hatte Vollmilch-Xukkolade; sehr dunkle Schokolade geht genauso)
  • 1 Prise Salz

Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen.

Erythrit mit Stevia in der Kaffeemühle zu Staub“x“ucker vermahlen oder im Mörser zerstoßen. Es gibt auch Puder-Erythrit zu kaufen, aber das ist mir zu teuer.

Alle Zutaten bis auf den Eischnee mit der Küchenmaschine vermengen. Löffelweise immer etwas Eischnee zugeben, damit sich die Sache rühren lässt. Den größten Teil vom Schnee aber erst zum Schluss vorsichtig unterheben.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und mit einem Teelöffel kleine Häufchen aufs Backblech setzen. 15min backen, dann Rohr ausschalten und 15min trocknen lassen.

In einer Keksdose aufbewahren.

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Pilzinfos & Rezept: Parmesan-Kokos-Parasol auf gelbem Tomatenspiegel

Die im Folgenden präsentierten Infos sind lediglich als meine private Meinung und nicht als Pilzberatung zu verstehen. Pilzbestimmung übers Internet ist trotz der vielen Vorzüge, die gute Pilzseiten (z.B. 123pilze.de) ggü. Printmedien aufweisen, keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Ich übernehme keine Haftung.

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Hach ja, Parasol, die sind doch wirklich was Feines! Hier hab ich mal ein More Carb-Rezept für Gebackene Parasol im Pankomantel gebloggt.

Parasol kennen viele von uns als gute Speisepilze, insbesondere, wenn man die großen, tellerförmigen Pilzhüte wie Schnitzel parniert. Ihre Stiele eigenen sich zum Trocknen und zur Herstellung von Pilzwürzpulver oder Pilzsalz.

Parmesan-Kokos-Parasol_01 Parmesan-Kokos-Parasol_03

Es ist schon lustig: Freunde und Familie werden immer ganz nervös, wenn mein Mann und ich uns ins Pilzsammel-Vergnügen stürzen, sind jedoch völlig beruhigt, wenn wir „nur“ Parasol mit nachhause bringen – weil man die eben kennt, immer schon gegessen hat.

Ich frage mich, ob das so richtig ist. Der Parasol (Macrolepiota procera), auch Riesenschirmling genannt, zeichnet sich durch einige markanteste Merkmale aus: seine Größe (bis zu 30cm im Durchmesser), seinen weißer Hut mit braunen, dachziegelartigen Schuppen und braun-buckeligem Scheitel, seinen braun-weiß genatterter Stiel sowie seinen stets verschiebbaren, doppelt ausgebildeten, fransig-wattigen Ring (den man übrigens roh snacken kann). Unverkennbar. Glaubt man.

Jetzt ist es aber so, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass die allermeisten Parasol-Experten da draußen gar nicht wissen, dass sie höchstwahrscheinlich regelmäßig seinen Doppelgänger verzehren, nämlich den Rötenden- oder Safranschirmling (Macrolepiota rachodes). Der Unterschied besteht darin, dass das Fleisch von Hut und Stiel sowie seine Lamellen bei Verletzung röten (=werden safranrot oder gelbrot). Der Stiel ist nicht genattert. Dramatisch ist die Verwechslung mit dem Safranschirmling nicht, denn er ist ebenso essbar.

Das Problem ist ein anderes: Es gibt dann noch eine Art, die nennt sich Garten-Safranschirmling oder Garten-Riesenschirmling (Macrolepiota rachodes var. hortensis). Und die ist giftig („nur“ magen-darm-giftig, man bekommt also kurzfristige Verdauungsprobleme). Die sieht im Grunde genauso aus wie der Safranschirmling und rötet auch, wächst allerdings an anderen Orten: Wie der Name schon sagt im Garten, in Parks, aber auch auf dem Kompost oder im Gewächshaus. Und dann gibt es noch den Gift-Riesenschirmling (Macrolepiota venenata), der ebenso rötet, der ebenso kurzfristige Magen-Darm-Störungen verursacht.

Ich sage das alles nur deshalb mit solchem Nachdruck, weil der Parasol bei pilzsammelnden Laien als „einfacher“ Pilz gilt (ebenso wie das Eierschwammerl=Pfifferling oder der Steinpilz=Herrenpilz; und auch das stimmt ganz und gar nicht, mehr dazu ein anderes Mal). Es gibt keine einfachen Pilze, wenn „einfach“ bedeuten soll, dass man sie ohne eingängige Prüfung verputzen will!

Aber simpel sind die Regeln doch, die es für die Parasolsuche einzuhalten gilt:

  1. Ausschließlich Riesenschirmlinge sammeln, die im Wald (Misch-, Laub-, Nadelwald) wachsen. Nichts aus dem Garten, vom Kompost o.ä. sammeln.
  2. Wer sich Sorgen macht, kann einfach auf rötende Arten komplett verzichten.
  3. Der Stiel muss braun-weiß genattert sein und einen doppelt abgesetzen, wattig-fransigen Ring aufweisen.
  4. Die Schuppen an der Hut-Oberfläche müssen dachziegelartig voneinander abgesetzt sein (sind sie es nicht, kann es sich um den weniger schmackhaften, jedoch essbaren Sternschuppigen Riesenschirmling handeln).
  5. Wurde der Pilz sicher als Parasol erkannt, muss er beim Kochen komplett durchgegart werden. Darin unterscheidet sich das „Schnitzelschwammerl“ von der Zubereitung gewöhnlicher Minutenschnitzel. Fleisch verträgt es, wenn man es nur kurz anbrutzelt. (Fast alle) Pilze wollen hingegen ordentlich durcherhitzt werden, sonst können empfindlichere Personen ebenfalls Bauchzwicken bekommen.

So. Ich wiederhole: Das alles ist nicht schwer, man muss sich nur konzentrieren. Die lapidare Einstellung „Den kenne ich eh sowieso, das ist ein Parasol“ hat schon manchem ungutes Bauchweh beschert.

Wer die fünf von mir genannten Punkte beachtet, wird keine Probleme haben (lediglich meine Meinung – keine absolute Garantie – keine Essensfreigabe von mir).

Ganz im Gegenteil: Wer wirklich Parasol sammelt, wird ein Geschmackserlebnis sondergleichen erleben. Ich liebe Parasol, die sind sooo lecker!

Toll ist, dass in dem Wald, der ein paar Meter hinter unserem Haus anfängt, ein Parasol-Paradies ist. Wenn wir es wirklich eilig haben, gehen wir 5min mit den Katzen, die uns immer begleiten, in den Wald hinein, kommen mit wunderschönen Exemplaren zurück und können in kürzester Zeit schlemmen. 🙂

Hier also ein vorgestern von uns erprobtes Low Carb-Rezept für parnierten Parasol. Ist das nicht großartig, dass diese Leckerei auch kohlenhydratarm möglich ist?

Parmesan-Kokos-Parasol auf gelbem Tomatenspiegel

2 Portionen:

  • mind. 6 große Stück Parasol
  • 50g Kokosmehl
  • 50g Kokosraspel
  • 50g Parmesan oder Grana Padano, gerieben
  • 2 Eier
  • 2 gute Schuss Milch oder Schlagobers=Sahne
  • Salz, Pfeffer
  • Butter, Erdnussöl

Für die Tomatensauce:

  • 400g Tomaten (ich hatte gelbe, deshalb die Farbe)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Balsamico-Essig
  • 2 TL Erythrit
  • 1 Handvoll Oregano oder, für die exotische Variante, Koriandergrün
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Tomatensauce die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken und in einem Topf in Öl anbraten. Gewürfelte Tomaten zugeben und mit Deckel aufkochen lassen.

Die Schirme vom Parasol abmachen (Stiele lassen sich ganz leicht herausdrehen) und mit der angefeuchteten Küchenrolle putzen. Nur, wenn die Pilze richtig erdig sind, waschen (besser wär’s, sie blieben eher trocken).

Tipp: Die Stiele nicht wegwerfen, sondern kleinschneiden und ein paar Tage in der Sonne trocknen lassen, bis sie rascheln. Dann z.B. in der Kaffeemühle oder mit der Nussreibe zu feinem Pulver mahlen. Dieses Pilzpulver lässt sich ganz wunderbar für Saucen verwenden!

Parasolschirme etwas flach drücken, salzen und pfeffern.

Auf einem Teller Kokosmehl verteilen, auf dem zweiten eine verquirlte Eier-Obers/Milch-Mischung, auf dem dritten eine Kokosraspel-Parmesan-Mischung.

Pilzhüte erst in Kokosmehl, dann in Eiern und zum Schluss in Kokos-Parmesan-Raspeln wenden.

Zwischendurch nach der Tomatensauce sehen: Diese müsste inzwischen fast fertig sein. Mit Balsamico-Essig und Erythrit abschmecken, dann mit dem Zauberstab pürieren. Zum Schluss die gehackten Kräuter unterheben und auf leiser Stufe weiterköcheln lassen.

Die parnierten Parasolschirme und können nun frisch in der Pfanne ausgebacken werden. Ich nehme am liebsten eine Mischung aus Erdnussöl und Butter. Darauf achten, dass sie komplett durchgegart werden (jeden mind. 5min in der Pfanne lassen, Hitze am Ende ggf. zurückschalten, damit nichts verbrennt). Weil nicht alle in die Pfanne passen werden, im auf 50°C vorgeheizten Backrohr auf Küchenrolle abtropfen lassen und warmhalten.

Die fertig parnierten Parasolschirme mit Tomatensauce servieren.

 Parmesan-Kokos-Parasol_02 Parmesan-Kokos-Parasol_04 Parmesan-Kokos-Parasol_05 Parmesan-Kokos-Parasol_06

Parmesan-Kokos-Parasol_07

Zweierlei Pralinen

Jetzt, wo es kühler wird, hab ich wieder mehr Lust auf Süßes. Die Pralinchen sind eine gute Idee, um die Naschwut nicht ausufern zu lassen. 🙂 Sie halten einige Zeit in gut schließenden Tupperdosen im Kühlschrank – das Haltbarkeitsdatum haben wir allerdings noch nie ausgereizt, weil sie stets relativ schnell auf mysteriöse Weise verschwanden…

Marzipankartoffeln:  
  • 50g Mandelmehl, teilentölt
  • 50g geriebene Mandeln
  • 3 geh. EL Erythrit, fein gemörsert
  • ½ Msp. Stevia
  • 2 geh. EL Mandelmus
  • ½ TL Rosenwasser (gibt’s in der Apotheke), alternativ (brauner) Rum
  • Wasser
  • ½ gestr. TL Kakaopulver, stark entölt
  • ½ TL Kokosblütenzucker

Erythrit mit dem Mörser zu „Staubxucker“ mörsern.

Die Süßungsmittel (bis auf den Kokosblütenzucker) mit 1 TL Wasser mischen, damit sie sich etwas auflösen.

Mandelmehl, Mandeln, Mandelmus und Rosenwasser dazugeben und alles gut miteinander verkneten (geht am besten mit den Händen). Ggf. vorsichtig noch etwas Wasser hinzufügen, damit eine formbare Masse entsteht.

Kakaopulver und Kokosblütenzucker vermischen.

Aus der Masse mit nassen Händen kleine Kugerl formen. Diese in einen flachen Behälter mit Deckel legen, die Kakaomischung darüber stäuben, Deckel auflegen und die Marzipankartoffeln darin schütteln, bis sie fein überzogen sind. Kakao nicht zu dick auftragen, damit es nicht bitter wird. Die Kugerl sollen nach dem Schütteln ruhig unförmig aussehen – es sind ja Kartoffeln. 🙂

Für mind. 1 Stunde kalt stellen, besser über Nacht durchziehen lassen.

Die Marzipankartoffeln sind vegan und damit logischerweise auch laktosefrei.

Marzipankartoffeln_01

Kokospralinen à la Raffaello:
  • 50g Magertopfen=Quark
  • 50g Frischkäse
  • 2 EL Kokosöl
  • 1 geh. EL Kokosmehl
  • 30g+20g Kokosraspeln
  • 1 geh. EL geriebene Mandeln
  • Mark v. 1 Vanilleschote
  • 1 Schuss (weißer) Rum
  • 3 geh. EL Erythrit, fein gemörsert
  • ½ Msp. Stevia
  • ½ TL Kokosblütenzucker
  • ganze Mandeln (je 1 Mandel pro Praline, also ca. 15-20 Stück)

Die Mandeln 1min in kochendem Wasser blanchieren und kalt abschrecken. Dann ganz einfach aus ihren braunen Häuten flutschen lassen. Danach in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis das Wasser verdampft und sie angenehm duften. Das ganze Prozedere kann man sich natürlich sparen, wenn man blanchierte weiße Mandeln kauft – aber die sind mir persönlich zu teuer, und das Häuten geht wirklich verblüffend schnell.

Die Süßungsmittel mit 1 TL Wasser mischen, damit sie sich etwas auflösen. Topfen, Frischkäse, Kokosöl, Kokosmehl, Vanillemark, Rum, geriebene Mandeln und 30g Kokosraspel in zugeben und gut verrühren. Es kommt hier v.a. auf die Beschaffenheit der Kokosraspeln und der geriebenen Mandeln an (ob sie besonders frisch oder trocken sind). Wenn die Konsistenz noch nicht passt, einfach mit Wasser oder mehr Raspeln nachhelfen.

Aus der Masse mit nassen Händen kleine Kugeln formen und in jede Kugel eine Mandel stecken. Die Kugeln in den restlichen Kokosraspeln wälzen und für mind. 1 Stunde, besser über Nacht, kalt stellen.

Kokospralinen_02 Kokospralinen_01

Kokospralinen_03 Kokospralinen_Marzipankartoffeln

Thunfischsteak auf Kokos-Weißkraut

Ich liebe gutes Thunfischsteak. Wichtig ist dabei, dass man auf traditionellen Handleinenfang, MSC-Gütesiegel und Fangregion achtet. Das WWF-Siegel schadet auch nicht. Auch die TK-Filets einer gewissen schwarz-silbernen Premiummarke sind wirklich empfehlenswert.

2 Portionen:

  • 2 Thunfischsteaks (TK aufgetaut)
  • 300g Weißkraut=Weißkohl
  • 150ml Kokosmilch
  • 1 kl. rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 Prise Muskat
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl
  • 2 geh. TL Estragon-Pesto
  • evtl. Cocktailtomaten zum Dekorieren (ich hatte gelbe Mini-Cocktailtomaten; die Sorte heißt „Buschtomate Gelbe Johannisbeere“)

Weißkraut und Zwiebel feinnudelig schneiden. Knoblauchzehen fein hacken.

Alles in etwas Erdnussöl anbraten, bis das Weißkraut sanft bräunt. Dann mit Garam Masala, Muskat, Salz, Pfeffer würzen und mit Kokosmilch ablöschen (erst weniger, dann immer nachgießen).

7-10min bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen, bis das Kraut weich ist.

Währendessen Thunfischsteaks salzen, pfeffern und ins heiße Erdnussöl in die Pfanne geben. Bei dicken Steaks sieht man am Rand schön, wie es von außen durch wird. Nur 2min auf jeder Seite braten lassen; am besten ist der Fisch, wenn er ganz innen noch rosa ist.

Steaks aufs Weißkraut setzen, mit je einem guten Klecks Estragon-Pesto versehen und mit Tomaten dekorieren.

Thunfisch-auf-Weißkraut_01

Kokos-Gemüse-Topf auf indische Art

Oje oje, wo fange ich denn nur an? Wir haben natürlich schon wieder oft gekocht, seit wir daheim sind, doch war einfach keine Zeit zum Posten. Am besten ich beginne mit einem einfachen, indisch inspiriertem Gericht, das es am Tag nach unserer Ankunft gab. Und zwar gab es das deshalb, weil der Kühlschrank völlig leer, der Gemüsegarten dafür aber paradiesisch voll war. Danke an unsere lieben Garten-Gieß-Helferchen, ohne die es nach dieser Hitzeperiode ganz anders ausgesehen hätte!!

Fisolen mit Kokos sind in Südindien (insbesondere Goa) ein beliebtes Gericht. Die fröhlichen Tomaten konnte ich nicht einfach stehen lassen, also sind sie mit in den Topf gekommen. Low Carb-tauglich ist diese Kombination außerdem!

2 Portionen:

  • 350g Fisolen=Grüne Bohnen
  • 350g Tomaten (ich hatte verschiedene bunte)
  • 350g Zucchini
  • 2 Schalotten
  • 50g Kokosraspeln
  • 1 Schuss Kokosmilch (gemeinsam mit Wasser gestreckt brauchen wir ca. 150-200ml, je nach Trockenheitsgrad der Kokosraspeln)
  • 2 Chilischoten
  • 1 EL gelbe Senfkörner
  • 1 EL Garam Masala (indische Gewürzmischung z.B. aus Kardamom, Zimt, Gewürznelken, Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl
  • wenn vorhanden: je 1 geh. TL Lime Pickles (eine Art indisches, sehr salziges Limetten-Chutney; ich werde es demnächst mal nachkochen); alternativ etwas Zitrone

Fisolen in 2cm große Stücke, Zucchini in grobe Würfel schneiden. Chilis und Schalotten fein hacken. Tomaten halbieren. Alles getrennt aufbewahren, nicht mischen.

2 EL Erdnussöl im Wok erhitzen und die Senfsamen darauf geben. Deckel drauf – wenn die Samen wie Popcorn zu springen anfangen (dauert ca. 1-2min), Garam Masala, Chili und Schalottenwürferl einrühren, kurz weiterrösten. Aufpassen, dass nichts verbrennt!

Recht bald die Fisolenstücke einrühren und mit ca. 150ml Flüssigkeit (Mischung aus Kokosmilch und Wasser) aufgießen. Salzen, pfeffern und ca. 5min mit Deckel köcheln lassen.

Wenn die 5min vorüber sind, die Zucchini-Stücke unterrühren. Deckel für weitere 5min drauf (evtl. nochmal leicht salzen).

Nach den nun insgesamt 10min die Kokosflocken und die halbierten Tomaten einrühren. 2min ziehen lassen.

Mit einem Klecks Lime Pickles oder einigen Zitronenstücken (zum Beträufeln am Teller) servieren.

Kokos-Gemüse-Topf_01

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