Topi-Bovist-Masala

Topinambur ist ein ganz tolles Gemüse, zum Essen wie zum Anbauen. Man muss sich überhaupt nicht um die Knollen kümmern, außer die Pflanzen bei der allerallergrößten Hitze ab und zu zu gießen (hab ich heuer vielleicht 3x gemacht). In der Sonne und in satter, lockerer Erde werden die Knollen größer; meine wachsen aber im Halbschatten unter einer Eiche, im harten Lehmboden neben der Gartenhütte (ganz ohne Beet). Sie lockern sogar noch den Boden für mich, weil ich gerne mal ein Birnenspalier dorthin pflanzen möchte. Na gut, diese wenig umsorgten Topis sind nicht die allergrößten, aber was macht das schon? Immerhin schmecken sie super!

Die Blüten der Topinambur-Pflanzen sind wunderschön. Die Verwandtschaft zu Sonnenblumen sticht deutlich ins Auge, sowohl bei den sonnengelben Blumen als auch bei den Blättern:

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Ich mag Topinambur auch deshalb so gern, weil man beim Ernten immer das eine oder andere Mini-Knöllchen vergisst und daraus dann im nächsten Jahr ganz von allein wieder eine neue Blütenpracht heranwächst. Man kann für den ersten Anbau einfach im Frühling in der Bio-Gemüseabteilung eine Packung Topis kaufen und ein paar davon in Erde setzen. Im Herbst hat sich der Ertrag dann verzehnfacht und den Sommer über hat man sich an den sonnenblumenähnlichen Schönheiten erfreut. Übrigens sind die Knollen winterfest. Das bedeutet, dass man sie auch mitten im Winter unter der Schneedecke ausgraben kann, wenn der Boden frostfrei ist!

Topinambur ist aber nicht nur hübsch und pflegeleicht, sondern auch sehr gesund. Das liegt an einem ganz besonderen Stoff, dem Inulin (nicht Insulin!). Inulin ist ein nicht verdaubarer Ballaststoff, was bedeutet, dass er für unser Innenleben wie ein Besen wirkt. Er „putzt“ in unseren Körpern und wirkt ausgesprochen positiv auf die Verdauung. Allerdings sollte man nicht zu viel auf einmal essen, wenn man empfindlich oder keine Topis gewöhnt ist, da das Anregende auf die Verdauung möglicherweise ähnliche Auswirkungen hat wie Bohnen oder Kohlgemüse… Das bedeutet: Hat man den eigenen Körper schon zu lange durch Weißmehl, Einfachzucker und dergleichen mehr verkommen lassen, muss er erst mal wieder lernen, wie „echte“ Lebensmittel verdaut werden. Das ist sehr wichtig, denn das ganze „raffinierte“ (was für ein Name) Zeug lagert in unserem Darm permanent Rückstände ab, von denen wir krank werden können!

Topinambur enthält Vitamin A,Vitamin B1, Vitamin B, Niacin (letzteres senkt das LDL-Cholesterin und Triglycerid) und relativ viel der wertvollen Mineralstoffe Eisen, Kalium und Kalzium. Dabei hat er wenig Kalorien, wenig Kohlenhydrate, sättigt aber aufgrund des hohen Ballaststoff-Anteils ausgesprochen gut. Und außerdem können auch Diabetiker Topis essen, weil das Inulin (im Gegensatz z.B. zur Stärke in Erdäpfeln) insulinunabhängig (hier stimmt das ‚S‘) verwertet wird und somit keine nennenswerte Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel hat.

Topinambur

Zum Masala: Dieses Gericht geht genauso gut mit gekauften Champignons, allerdings bin ich ein großer Fan von Bovisten. Pilzinformationen zu dieser Einsteiger-Pilzsorte habe ich hier schon veröffentlicht. Boviste schmecken wahnsinnig köstlich, außerdem haben besonders Flaschenstäublinge einen wunderbar pilzigen Geruch. Ich sammle sie leidenschaftlich gerne.

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So, jetzt aber! Wie ihr seht, haben wir diesmal Reis dazu gemacht (roten und weißen Basmatireis), das ist dann selbstverständlich nicht mehr Low Carb. Aber ihr könnt das Gericht auch ganz wunderbar mit Karfiolreis=Blumenkohlreis zubereiten. Dazu einfach einen frischen Karfiol=Blumenkohl mit der Küchenmaschine raspeln, etwas salzen und in ganz wenig Wasser dünsten. Wie das genau geht, steht in diesem Rezept für Kichererbsen-Korma.

Hier eine kleine Erinnerung an unseren Indien-Urlaub, allerdings mit herbstlich-europäischer Note:

Topi-Bovist-Masala

2 Portionen:

Für die Masala-Sauce:

  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Tomaten
  • 8 Mandeln
  • 1 Chili
  • 1 Dattel
  • 1 1cm großes Stück Ingwer
  • 1/2 TL Asant (fakultativ)
  • 1 geh. EL Tamarindenpaste (wenn man die nicht hat, ist es auch nicht weiter schlimm)
  • 2 geh. TL Erythrit
  • 1 EL Zitronensaft

Außerdem:

  • 200g Boviste (alternativ weiße Champignons)
  • 100g Topinambur (mit Schale gewogen; ich schäle sie nicht)
  • 2 grüne Kardamom-Schoten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kl. Stück Zimtstange
  • 1 TL Garam Masala
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/4l Wasser
  • Salz, Pfeffer, Kokosöl

Boviste und Topis putzen. Beides in Scheiben schneiden (auf meinem Foto hab ich die Boviste aus Zeitgründen nur halbiert, aber Scheiben sind besser).

Topis in wenig Salzwasser (oder noch besser in einem Dampfeinsatz) 5min kochen, dann zur Seite stellen.

Alle Zutaten für die Masala-Sauce im Hochleistungsmixer pürieren.

1 EL Kokosöl im Wok erhitzen, ganzen Kardamom, Lorbeerblatt und Zimt darin erhitzen, bis es duftet. Dann die gemixte Sauce einrühren. Kurkuma und Garam Masala zugeben und umrühren, bis die Sauce andickt.

Bovist-Scheibchen unterrühren, salzen und 10min dünsten lassen. Sie sollten relativ viel Wasser lassen. Immer wieder umrühren.

1/4l Wasser sowie die Topi-Scheibchen unterrühren und die ganze Sache 15-20min köcheln lassen.

Wenn es nicht vegan sein muss, passt ein Klecks Joghurt vor dem Servieren gut dazu.

Indisches Kokos-Mandel-Gemüse (+Pangasius+)

Wieder ein Rezept aus der Kategorie Veg+: Veg+ bedeutet, dass es sich eigentlich um ein vegetarisches oder veganes Gericht handelt (diesmal vegan), das einfach um Fisch oder Fleisch ergänzt werden kann, wenn sich nicht alle im Haushalt fleischlos ernähren.

2-3 Portionen (ohne bzw. mit Fisch):

  • 1/2 Brokkoli inkl. Stiel
  • 2 Karotten
  • 1 großer Paprika (ich hatte 1/2 gelb und 1/2 rot)
  • 1 grüner Spitzpfefferoni=Spitzpeperoni
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 3 EL Kokosflocken
  • 3 geh. EL Mandelmus
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 EL Tamarindenpaste
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Asant (alternativ 1 gepresste Knoblauchzehe)
  • 3 geh. EL Mandeln
  • 3 geh. EL Kokoschips
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer

Als mögliche Ergänzung:

  • Pangasius-Filets (oder anderes Fischfilet)
  • Zitronensaft
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer, Garam Masala

Wenn Fisch gewünscht ist, diesen mit Zitronensaft beträufeln und zur Seite stellen.

Brokkolistiel und Karotten in Ringe schneiden. In sehr wenig Salzwasser (am besten in einem Dampf-Einsatz) 5min dünsten. Dann die Brokkoliröschen dazugeben und weitere 3min dünsten.

Frühlingszwiebel (mit dem Grün), Paprika und Pfefferoni in mundgerechte Stücke schneiden.

In einem ofenfesten Topf (ich hatte einen Schmortopf) Kokosöl zerlassen und Zwiebel, Paprika sowie Pfefferoni 5min anbraten. Gedünstetes Gemüse unterheben und Ofen ausschalten. 3 EL Kokosraspeln unterheben.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Mandelmus, Sojasauce, Tamarindenpaste, Garam Masala und Asant zu einer Paste verrühren und unter das Gemüse mischen.

Mandeln grob hacken und gemeinsam mit den Kokoschips auf das Gemüse streuen.

Für 20-25min ab ins Rohr.

Wer Fisch dazu isst, muss diesen nun noch 5min vor Ende der Garzeit würzen und in Kokosöl anbraten.

 

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Kichererbsen-Korma

Ich habe das schöne Kochbuch Cook Clever mit Jamie“ von Jamie Oliver. Das finde ich richtig gut, denn zumeist kocht er klassische ‚Ausgangs‘-Gerichte, die er dann tags darauf weiterverarbeitet. Dieses Prinzip mag ich sehr gern.

Darin findet sich auch das Rezept „Veggie-Korma mit Blumenkohlreis„, das allerdings zu einem großen Teil Süßkartoffeln verarbeitet. Süßkartoffeln UND Kichererbsen* sind mir für für ein Alltagsgericht dann doch zu viele Kohlenhydrate, deshalb habe ich die Süßkartoffeln durch Kürbis und Champignons ersetzt. Der Rest ist ganz à la Jamie Oliver – und sogar den Karfiolreis musste ich nicht extra ‚dazuschwindeln‘ sondern auch der war ganz getreu dem Originalrezept. 🙂

Ach ja, vielleicht sollte ich noch kurz anmerken, dass ‚Korma‘ eine Curryart aus Süd- und Zentralasien ist. Es bringt einiges an Sauce mit, die zumeist aus Joghurt oder Kokosmilch besteht. Das Wort leitet sich aus dem Hindi ab und bedeutet ’schmoren‘. Wir haben wahnsinnig gerne Korma in Indien gegessen. Am allerliebsten mit Paneer, dem indischen Frischkäse. Da ich den bei uns leider noch nie gesehen habe, ersetze ich ihn wie Jamie durch Feta.

2 Portionen:

  • 100g Kichererbsen* (Trockengewicht), über Nacht in Wasser mit 1 Msp. Natron eingeweicht
  • 150g Kürbisfleisch (ich nehme das immer gerne aus dem Tiefkühle)
  • 1 Handvoll Champignons
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 ca. 3cm großes Stück Ingwer
  • 1 Chili
  • 1 Bund Koriander
  • 2 gestr. EL Kormapaste (oder Currypaste + 1 TL Garam Masala)
  • 1 Zitrone, ausgepresst
  • etwas Feta
  • 2 EL Mandelblättchen
  • 4 geh. EL Joghurt oder Magerjoghurt
  • 300g geschredderter Karfiol=Blumenkohl
  • Salz, Cayennepfeffer, Erdnussöl

Die Einweichflüssigkeit der Kichererbsen abgießen und diese im Kelomat=Dampfdrucktopf 10+10min weich kochen (das ist stromsparend und heißt: 10min auf dem zweiten Ring kochen lassen, dann Herdplatte ausschalten und nochmals 10-15min warten, bis der Dampf von alleine weggegangen ist). Ich koche immer gleich mehr Kichererbsen und mache bald darauf ein anderes Kichererbsen-Gericht daraus.

Den Karfiol mit der Küchenmaschine schreddern. Ich verarbeite immer gleich den ganzen und friere den Rest portionsweise ein. Dann kann ich für ein schnelles Gericht aus Karfiolreis, z.B. Blumisotto oder als Beilage, einfach morgens den Karfiol rausnehmen und tagsüber auftauen lassen.

Die Mandelblättchen in einem trockenen Wok rösten bis sie duften und bräunen. Zur Seite stellen.

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Chili und Korianderstiele fein hacken.

Erdnussöl im Wok erhitzen, alles darin anbraten.

Dann das gewürfelte Kürbisfleisch, die geviertelten Champignons und die Kormapaste zugeben. Etwas weiterbraten.

Die gekochten Kichererbsen sowie 1/4l Wasser zugeben und ca. 30min köcheln lassen. Ggf. Wasser nachgießen, wenn es das noch braucht. Gegen Ende ca. die Hälfte des Zitronensaftes unterrühren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.

Den geschredderten, gesalzenen Karfiol ca. 5-10min in einem Topf garen.

Das Joghurt kann entweder untergerührt werden (allerdings darf das Korma zu dem Zeitpunkt nicht mehr kochen, sonst flockt es aus) oder erst später beim Anrichten daraufgekleckst werden.

Zum Anrichten den Karfiol kreisförmig auf Tellern verteilen, in der Mitte das Korma daraufgeben. Mit dem restlichen Zitronensaft beträufeln. Wenn das Joghurt noch nicht eingerührt wurde, jetzt obenauf geben. Grob zerbröckelten Feta darüber und abschließend noch mit Mandelblättchen sowie den Korianderblättern bestreuen.

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Das Gericht eigenet sich übrigens auch gut zum Mitnehmen (hier in meiner schönen Donburi-Bentobox), wenn man die Möglichkeit hat, es wieder aufzuwärmen:

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*Kichererbsen enthalten zwar Kohlenhydrate (100g gekocht: 16,8g KH), doch gleichzeitig sind sie sehr eiweißreich und eignen sich deshalb ab und zu ganz gut für die Low Carb-Küche. Aufgrund ihres hohen Proteingehalts (20%) sättigen Kichererbsen sehr lange und die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge.

Kürbis-Kohlrabi-Auflauf mit Schafkäse

Für dieses Rezept habe ich ein Gewürz verwendet, das mir die Firma Spiceworld zur Verfügung gestellt hat. Eigentlich wäre es schon gedacht gewesen für das Kürbisgewinnspiel, bei dem ich mit meinem Spaghettikürbis mit Pisto Manchego mitgemacht habe. Zum spanischen Pisto hat es nicht gepasst und man durfte nur ein Rezept einreichen, deshalb hab ich mir mit dem Asant dann doch Zeit gelassen. Jetzt ist es aber wirklich schon viel zu lange her und ich möchte mich nochmals bei Spiceworld für das Gewürz bedanken! Hier der Link zum Shop, wo man es als Gewürzmischung mit Bockshornkleesamen kaufen kann (nein, ich bekomme keine Provision).

Asant, Asafoetida oder Teufelsdreck kenne ich seit meiner Indien-Reise. Das Gewürz wird in Afghanistan, Pakistan, im Iran und eben in Indien zur Zubereitung und Verfeinerung von Speisen benutzt. Offenbar kommt die hohe Akzeptanz in der indischen Küche von den Brahmanen (Angehörige der obersten Kaste, Lehrer, Gelehrte, auch heute noch fast immer in religiösen Bereichen aktiv). Die Brahmanen dürfen bzw. durften nämlich keine Zwiebeln und keinen Knoblauch essen, weil diesen Gemüsen aphrodisierende Wirkung zugeschreiben wird. Arme Brahmanen. Lustig (und ein bisschen sinnlos) ist diese Regel außerdem, weil gerade Asant heute in der Kräuterkunde als Aphrodisiakum eingesetzt wird und eigentlich schon seit dem Altertum als solches bekannt ist. 😉

Asanat ist jedenfalls geschmacklich durchaus mit Zwiebeln und Knoblauch zu vergleichen. Nur stinkt er noch ein bisschen mehr. 😉 Das liegt an dem schwefeligen Harz, einem der Hauptbestandteile der Gewürzzubereitung. Stinkig (im Rohzustand) oder nicht, Asant zaubert eine wahnsinnig tolle Geschmacksnote in viele Gerichte! In Indien wird fast alles damit gewürzt: Vegetarisch, Fleisch, Fisch, Brühe, Saucen. So, wie ich fast zu jedem Essen die obligatorische Zwiebel-Knoblauch-Mischung gebe, oder wie man in anderen Ländern auch bei fast jedem Essen gleich startet (z.B. beginnt nahezu jedes Gericht in Puerto Rico mit der Zubereitung von Sofrito, einer Würzsauce aus viel Olivenöl, Chili, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch; das habe ich im Buch Mofongo von Cecilia Samartin kennengelernt).

Asant ist übrigens Bestandteil der Worcestershiresauce. Gewusst? Ich auch nicht.

Hier nun aber genug der Infos. Und hubbidihupp los geht’s mit dem Rezept!

 

2 Portionen:

  • 350g Butternuss-Kürbis
  • 1 Kohlrabi inkl. Blätter
  • 1 kl. Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Pkg. Schafkäse oder Feta (gerne auch selbstgemachter Frischkäse als original indische Alternative)
  • 1 Ei
  • 1 guter Schuss Obers=Sahne (ca. 50ml)
  • Petersilie
  • 1 TL Asant
  • 1 Msp. geriebene Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Kürbis und Kohlrabi putzen und in grobe Stücke schneiden. Kohlrabigrün in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.

Zwiebel und Knoblauch in Erdnussöl anbraten. Dann Kürbis und Kohlrabi zugeben und bei guter Hitze von allen Seiten bräunen. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Asant würzen.

Den Schafkäse grob würfeln und gemeinsam mit den gehackten Kohlrabiblättern und der Petersilie unterrühren.

Backrohr auf 200°C Heißluft vorheizen.

Alles in eine gefettete Auflaufform füllen und mit einer Mischung aus Ei und Obers begießen.

35-40min ab ins Backrohr.

Dazu passt frischer Salat.

Kürbis-Hendlcurry mit Erbsen

Und wieder bereue ich, dass ich zur Zeit keine ordentliche Kamera besitze… das Curry sieht eigentlich sooo lecker und farbenprächtig aus, aber mit den Tablet-Fotos kann man die Ästhetik nicht mal annähernd wiedergeben.

Ich muss mich ja kurz aufregen: Der Reparaturservice des Kamera-Herstellers wollte für den Austausch des Objektivs 195€ exkl. Versand haben. Derselbe Fotoapparat kostet neu bei Amazon 185€ inkl. Versand. Habe sie also nicht reparieren lassen. Aber das wirklich Ärgerliche: Das Hinschicken war gratis – man konnte dann auswählen, ob man den Kostenvoranschlag annimmt oder nicht. Das Retournieren des defekten Geräts kostete allerdings 30€ Bearbeitungsgebühr und 15€ Versand. Hätte ich das gleich gelesen, hätte ich die Kamera nie hingeschickt. Aber es stand wohl nur irgendwo winzig im Kleingedruckten der AGB, sodass ich es übersehen habe. Übrigens ausschließlich auf Englisch, obwohl der Hersteller sehr wohl österreichische und deutsche Vertriebe hat (der österreichische Sitz ist übrigens in Traiskirchen). Nur die Rechnung kam auf Deutsch. 😉 Jetzt hab ich 45€ für eine dreieinhalb Jahre alte Kamera bezahlt, die nicht mehr geht, nachdem sie mit der Luftfeuchtigkeit in Indien in Berührung gekommen ist. Grrr.

Aber mit dem neuen Gehalt Mitte Oktober gibt es dann auch ein neues Gerät. Und sicher NICHT mehr von dem Hersteller N****! Wahrscheinlich von der Konkurrenz mit C****. Z’Fleiß, wie das österreichische Herz sagt.

Gut. Ruhig Blut und durchschaufen. Aber nicht zu tief, ich hab nämlich eine fiese bakterielle Bronchitis erwischt (oder besser: sie mich). Nichts geht bei Erkältungskrankheiten über ein duftendes, heilendes Curry! 🙂

2 Portionen:

  • 1-2 kl. Hendlfilets
  • 300g Kürbis
  • 100g TK-Erbsen
  • 200ml Kokosmilch
  • 1 EL Fischsauce
  • ein 3cm langes Stück Ingwer
  • 3 Stängel Zitronengras
  • 1 Chili
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bio-Zitrone, Saft und Schale davon
  • 1 Handvoll Koriander (plus Koriander zum Bestreuen)
  • 2 geh. EL Kokosöl

Den Ingwer schälen (geht am besten mit einem Teelöffel) und in Scheiben schneiden; Knoblauchzehen schälen; Zitronengras putzen, den weißen Teil in Ringe schneiden; Schale der Zitrone abreiben; Koriander grob hacken.

Kürbis grob würfeln. Hendelfilet in gulaschgroße Stücke schneiden.

Ingwer, Zitronenschale, Koriander, Knoblauch, Zitronengras sowie die ganze Chili in einen Schredder-Mixer geben und ganz klein schreddern (alternativ sehr fein und aufwändig mit dem Messer klein hacken). Übrigens kann man diese Paste gleich in größerer Menge zubereiten und gut einfrieren fürs nächste Mal!

Kokosöl im Wok erhitzen und die Würzpaste reingeben. Unter Rühren ca. 4min anschwitzen, bis die Mischung zu duften beginnt. Dann das Hendlfleisch hinzugeben und von jeder Seite ca. 1min gut anbraten. Danach die Kürbiswürfel hinzugeben und nochmal 3min braten.

Mit Zitronensaft und Fischsauce übergießen und kurz einköcheln lassen.

Alles mit Kokosmilch aufgießen, Deckel draufsetzen, 5min schwach köcheln lassen. Dann die TK-Erbsen zugeben, Hitze aufdrehen, Deckel weg und nochmal 10min ordentlich einköcheln lassen, bis die Konsistenz der Sauce schön dick und sämig ist.

Mit gehacktem Koriander bestreuen.

Geht wirklich schnell, besonders wenn man die Würzpaste aus dem Tiefkühler holen kann. 😉 Damit ist das Essen wunderbar geeignet für den Feierabend nach einem anstrengenden Arbeitstag. Die Gewürze, der Duft in der Küche, die feine Konsistenz der Sauce – das alles fühlt sich besonders in den Herbst- und Wintermonaten so richtig kuschelig-geborgen an.

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Estragon-Pesto alias Chutney

Ok, den Titel muss ich erklären. 🙂

In Indien war ich erstmal verwirrt: Das, das ich als „Pesto“ bezeichne, nennen die Inder „Chutney“ (es besteht üblicherweise aus Koriander, Minze, Chili, Limette und Öl). Das, das ich „Chutney“ nenne, ist in Indien „Pickles“. Obwohl „Pickels“ für mich wieder ganz was Anderes ist (nämlich so eingelegte Essiggürkchen und Karotten und Maiskölbchen und so).

Zusammenfassend: Gebt mal „Indian Green Chutney“ in Google ein – diese grüne, cremige Paste – DAS ist Chutney. Man isst es gerne zu Pakoras, Samosas oder im Sandwich.

Da wir sowas aber eher als „Pesto“ bezeichnen, ich außerdem wegen der böööösen Schnecken schon wieder keinen Koriander mehr hatte aber stattdessen kiloweise Estragon, präsentiere ich euch meine österreichisch-indische Pesto-Chutney-Mischung. 😀 (Hihi, wie soll ich das nur richtig taggen…?)

1 kl. Glas:

  • 2 Handvoll Estragon
  • 1/2 Handvoll Minze
  • 1/2 Handvoll Melisse
  • 1 Handvoll Ysop
  • 1 Handvoll Cashew-Kerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chilischote
  • 1 geh. TL Garam Masala (indische Gewürzmischung z.B. aus Kardamom, Zimt, Gewürznelken, Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel)
  • 1 TL Salz
  • 1 Schuss hellen Essig
  • 1 Schuss Wasser
  • 100ml gutes Olivenöl (hier nicht an der Menge sparen!)

Kräuter mit dem Kräutermesser klein wiegen. Cashews, Chili und Knoblauch grob hacken.

Alles zusammen mit dem Zauberstab pürieren, bis die Masse wirklich sämig ist. Wichtig ist, dass man die Flüssigkeit erst nach und nach zugibt.

Wenn man es in ein heiß ausgespültes Marmeladegläschen gibt und mit Öl bedeckt, hält es sich wochenlang im Kühlschrank.

Ich steh total auf dieses Pesto alias Chutney. Wir haben es schon auf den Salat gegeben, zum Fisch gegessen und zum Masala Omelett (einem Omelett mit Garam Masala und Gemüse; isst man in ganz Indien gerne zum Frühstück).

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Kokos-Gemüse-Topf auf indische Art

Oje oje, wo fange ich denn nur an? Wir haben natürlich schon wieder oft gekocht, seit wir daheim sind, doch war einfach keine Zeit zum Posten. Am besten ich beginne mit einem einfachen, indisch inspiriertem Gericht, das es am Tag nach unserer Ankunft gab. Und zwar gab es das deshalb, weil der Kühlschrank völlig leer, der Gemüsegarten dafür aber paradiesisch voll war. Danke an unsere lieben Garten-Gieß-Helferchen, ohne die es nach dieser Hitzeperiode ganz anders ausgesehen hätte!!

Fisolen mit Kokos sind in Südindien (insbesondere Goa) ein beliebtes Gericht. Die fröhlichen Tomaten konnte ich nicht einfach stehen lassen, also sind sie mit in den Topf gekommen. Low Carb-tauglich ist diese Kombination außerdem!

2 Portionen:

  • 350g Fisolen=Grüne Bohnen
  • 350g Tomaten (ich hatte verschiedene bunte)
  • 350g Zucchini
  • 2 Schalotten
  • 50g Kokosraspeln
  • 1 Schuss Kokosmilch (gemeinsam mit Wasser gestreckt brauchen wir ca. 150-200ml, je nach Trockenheitsgrad der Kokosraspeln)
  • 2 Chilischoten
  • 1 EL gelbe Senfkörner
  • 1 EL Garam Masala (indische Gewürzmischung z.B. aus Kardamom, Zimt, Gewürznelken, Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl
  • wenn vorhanden: je 1 geh. TL Lime Pickles (eine Art indisches, sehr salziges Limetten-Chutney; ich werde es demnächst mal nachkochen); alternativ etwas Zitrone

Fisolen in 2cm große Stücke, Zucchini in grobe Würfel schneiden. Chilis und Schalotten fein hacken. Tomaten halbieren. Alles getrennt aufbewahren, nicht mischen.

2 EL Erdnussöl im Wok erhitzen und die Senfsamen darauf geben. Deckel drauf – wenn die Samen wie Popcorn zu springen anfangen (dauert ca. 1-2min), Garam Masala, Chili und Schalottenwürferl einrühren, kurz weiterrösten. Aufpassen, dass nichts verbrennt!

Recht bald die Fisolenstücke einrühren und mit ca. 150ml Flüssigkeit (Mischung aus Kokosmilch und Wasser) aufgießen. Salzen, pfeffern und ca. 5min mit Deckel köcheln lassen.

Wenn die 5min vorüber sind, die Zucchini-Stücke unterrühren. Deckel für weitere 5min drauf (evtl. nochmal leicht salzen).

Nach den nun insgesamt 10min die Kokosflocken und die halbierten Tomaten einrühren. 2min ziehen lassen.

Mit einem Klecks Lime Pickles oder einigen Zitronenstücken (zum Beträufeln am Teller) servieren.

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Indien

Liebe alle,

ich bin wieder da! 🙂

Indien war ganz einfach fantastisch. Es ist wahr, man kann sich nicht darauf vorbereiten, man muss sich einfach mitten hineinwerfen in diesen bunten Strudel. Und genau das haben wir auch getan!

Eine Bemerkung im Vorfeld: Es war ja Nebensaison, ausklingender Monsun. Ich finde, das war absolut perfekt! Keine Leute, ab und zu ein kühlender Regenguss frisch gewaschene Straßen, grünendes und blühendes Indien. In Goa waren die sonst übervollen Stränge leer gefegt, obwohl es täglich immer wieder zu vielen Sonnenstunden kam. Es war wie im Paradies! Für Leute, die sich nur vom Hotel zum Strand und wieder zurückbewegen wollen, ist die Nebensaison natürlich nichts.

Angefangen hat unsere Reise mehr als turbulent: Am Abend vor unserer Abfahrt hatte mein Mann noch einen Gig auf einer Hochzeit. Ich bin früh ins Bett gegangen (weil: aufstehen um 4.30 Uhr morgens) und habe damit gerechnet, dass er so um 2.30 Uhr in der Nacht heimkommen wird. Da läutet um 3 Uhr Früh das Telefon: Er steckt in der Park-Garage fest, weil die Park-Karte in zwei Hälften zerbrochen ist, als er sich versehentlich beim Einsteigen draufgesetzt hat! Nach vielen Anrufen bei Kollegen und ehemaligen Kollegen mitten in der Nacht, in der Hoffnung, jemanden mit Park-Karte aufzutreiben, hat dann ein ganz großartiger Ex-Kollege eine Rettungsaktion gestartet. Er selbst hatte zwar keine Karte, ist jedoch um mittlerweile 3.30 Uhr morgens quer durch Salzburg gefahren, um einen wieder anderen Mitarbeiter aus dem Bett zu läuten, sich dessen Karte zu borgen und meinen Mann aus seinem unfreiwilligen Gefängnis zu befreien. Ich bin immer noch sprachlos über so viel Hilfsbereitschaft!!

Warum wir dann trotzdem den Bus nach Prag verpasst haben, will ich gar nicht erzählen. 😉 Nach einem aufreibendem Trainspotting, einer überteuerten Zugfahrt und einem müden Mann an meiner Seite, der die Nacht zuvor wegen dieses blöden Missgeschicks durchmachen musste, kamen wir dann aber trotzdem fröhlich in Prag an. 🙂 Unser Hotel Green Lobster war hübsch, gut gelegen unterhalb des Hradschin, und ein leckeres Abendessen mit gutem, dunklen Prager Bier haben wir uns auch noch in der Nähe gegönnt. Am nächsten Tag ging es dann mit Turkish Airlines (bei der aus irgendeinem Grund der Online-Check in am Vorabend angezeigt hat, dass das Flugzeug voll sei und wir keinen Platz bekämen, was dann gar nicht stimmte, aber für weitere Aufregung sorgte) ab nach Mumbai.

Mumbai

Das Prepaid-Taxi hat uns sicher zu unserem Hotel Kumkum gebracht. Ich würde es jedem empfehlen: Günstig, sauber, sehr hilfsbereite Mitarbeiter. Die Lage muss man mögen, die Lamington Road war nicht gerade touristisch überlaufen (ich glaube, in 4 Tagen haben wir keinen einzigen weiteren Westler in dieser Gegend gesichtet), allerdings ist man mit dem Taxi um wenig Geld und in kürzester Zeit überall dort, wo man sein will. Zu Fuß ist man in 20min beim Chowpatty Beach, nur mitten in der Nacht ist die Route nicht mehr empfehlenswert, weil man bei sehr vielen armen Menschen vorbei muss, die bereits überall auf den Gehsteigen schlafen (wir sind einmal in der Nacht herumgewandert, zwar haben wir uns nicht wirklich gefürchtet, aber etwas mulmig war uns doch dabei zumute).

Von Mumbai habe ich eher wenige Fotos gemacht, da musste ich mich noch akklimatisieren bzw. daran gewöhnen, permanent von tausenden (durchaus freundlichen) dunklen Augenpaaren angestarrt  zu werden. 😉 Als Frau sollte man die Blicke natürlich nicht erwidern, sondern züchtig und freilich wohlbedeckt auf den Boden schauen. Mein Mann hatte es da leichter, dem hat es richtig Spaß gemacht, die vielen Kontaktversuche der Inder zu beantworten. Er wurde wohl an die hundert Mal fotografiert von netten Leuten, die gerne mal ein Foto von sich und einem Westler haben wollten. Meine Fotos in Mumbai haben sich eher an den ruhigeren Orten bzw. Kolonialbauten orientiert. Das vermittelt natürlich kein vollwertiges Bild von dieser quirligen, dramatischen Stadt. Am dritten Tag sind wir mit dem Vorortzug (ein Erlebnis für sich) zum Sanjay Gandhi National Park in Borivali gefahren, wo wir eine tolle Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Berge hatten. Wir haben uns die Kanheri Caves angesehen, die fast nur von Indern besuchten beeindruckenden buddhistischen Höhlenklöster. Dort hat uns ein Nationalpark-Guide, der natürlich nur ganz wenig Englisch konnte (er stammte aus Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens), einiges über die über 100 Höhlen erzählt. Ein absolutes Highlight war für uns, als er uns fragte, ob wir hören möchten, wie die alten buddhistischen Gebete klangen – und dann wunderschön und zutiefst berührend zu singen begann. Das Echo in einer der größten Gebetshöhlen hat seine Klänge, die uns irgendwie an gregorianische Choräle in anderer Tonart erinnerten, mystisch verfremdet.

Bei der Rückfahrt von den Caves mit dem winzigen Sammeltaxi bis zum Eingang des Nationalparks haben wir viel gelacht: Der Fahrer hat uns angewiesen, gemeinsam auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, damit hinten noch 6 Personen nebst Gepäck Platz finden (in Europa wären 4 Personen ohne Gepäck schon das Maximum gewesen, das das Mini-Taxi aufnehmen hätte können). Wir saßen dicht an dicht auf einem Sessel, allerdings ging die Tür trotzdem nicht zu. Der Fahrer hat schließlich das rechte Bein meines Mannes geschnappt und auf die andere Seite des Schaltknüppels geschwungen (der Fahrer sitzt ja rechts). Ihr könnt euch vorstellen, wie das ausgesehen hat, oder? Das rechte Bein meines Mannes hätte ohne Probleme kuppeln und bremsen können… er war ganz eng an den Fahrer gekuschelt… und zwischen seinen Beinen ragte der Schaltknüppel raus (der natürlich eifrig betätigt wurde). 😀 Bei einer Geschwindigkeit von 80km/h sind wir so an den Verkehrstafel, die eine Maximalgeschwindigkeit von 20km/h einforderten, über Stock und Stein und zahlreiche Speed Bumps drüber gesaust. Als wir schließlich lachend ausstiegen, grinste uns der Fahrer an und meinte „Indian Style“. 🙂

Hier also ein paar Bilder von Mumbai, das bis 1996 offiziell Bombay hieß und 12,5-18,5 Mio. Einwohner, je nachdem, welche Randbezirke man noch dazu zählt, aufweist:

Indien_01 Indien_02 Indien_03 Indien_05

Indien_04  Indien_06 Indien_07

Goa

Goa war ganz einfach paradiesisch. Im Vergleich zu Mumbai natürlich absolut ruhig; sogar durch die nicht mehr ganz so kleine Stadt Margao (80.000 Einwohner) haben wir uns getraut, mit dem Roller zu fahren, das spricht schon für sich. 😉

Wir haben vor allem den Süden Goas mit dem Roller erkundet, ausgehend von der großartigen kleinen Pension Veeniola Holiday Home. Super Lage, gemütlich, idyllisch, sauber. Anand, der Besitzer, war ein Schatz, und ein großartiger Koch obendrein (in der Nebensaison musste man seine Speisewünsche am Vortag bekannt geben oder essen, was eben da war, verständlicherweise, da Anand erst einkaufen musste). Gemeinsam mit sechs weiteren jungen Leuten aus Deutschland, England, Wales und Tschechien haben wir lustige Abende erlebt. Tagsüber (und auch manchmal nachts) haben wir uns viel angesehen und waren ganz gerührt darüber, dass wir wieder fast allein und nur von ein paar Indern umgeben waren, obwohl zur Hochsaison die Traumstrände von Goa schon fast aussehen wie die Tourismus-Hochburgen in Bibione&Co. Richtig verliebt war ich in die vielen Strandhunde, die zu kleinen Knödelchen zusammengerollt am Strand schliefen und uns häufig ein paar Schritte begleitet haben. Sie waren immer friedlich und einfach nur harmlos neugierig, wer sich denn da auf ihren Strand verirrte. Besonders unsere deutschen Miturlauber hatten richtig Angst vor ihnen, was ich beim besten Willen nicht verstehen konnte, denn die sanften und lieben Hunde haben mir meinen Strandaufenthalt noch mehr versüßt. 😉

Schwimmen konnte man übrigens trotz Nebensaison, allerdings nur dort, wo Bademeister aufgepasst haben, dass man sich nicht zu tief ins Wasser begibt und von den Monsun-Strudeln hinausgezogen wird. Das war kein Problem, denn an jedem Traumstrand gab es immer irgendwo ein paar geschäftige junge Bademeister, die sich in ihrem Job profilieren wollten (erst vor vier Jahren wurden diese Jobs eingeführt, vorher sind offenbar scharenweise Leute ertrunken…). Das Wasser war superwarm und die Wellen haben großen Spaß gemacht. Wenn es mal wieder einen starken Regenguss gegeben hat, war der in 5-10min vorbei, als wäre nichts geschehen. Es war lustig, wenn wir uns gemeinsam mit den Einheimischen in irgendwelche Unterstände gedrängt haben und dann wieder weiter gerollert sind.

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Delhi

Delhi hat mir persönlich noch besser gefallen als Mumbai (obwohl ich Mumbai auch mochte). Zum Abschluss haben wir uns ein tolles Hotel gegönnt, das The Estate im Süden von Delhi. Es war wirklich großartig, eine kleine ruhige Oase mit Garten inmitten des Gewühls, außerdem richtig luxuriös und mit feiner Regendusche. Ganz anders als unsere bescheidenen Unterkünfte vorher. Ein wenig weit weg vom Schuss, allerdings war die U-Bahn nur 8min entfernt und wir sind täglich mit der U-Bahn ins Zentrum gefahren. Das war kein Problem und besonders in der Stoßzeit extrem spannend. So dicht gedrängt bin ich wirklich noch nie gereist. 😉

Besonders gefallen hat uns die Rikscha-Fahrt durch Old Delhi. Wir sind durch den Gewürzbazar, den Hochzeitsbazar, den Kleiderbazar gefahren. Vorher zu Fuß durch einen Teil, der lauter Elektro- und Installateurteile verkauft  hat. 🙂

Wir waren zufällig am Unabhängigkeitstag in Delhi, was von den Indern neben einer Ansprache von Premierminister Narendra Modi vorm Roten Fort, besonders mit dem Steigenlassen von tausenden Drachen gefeiert wurde. Das war richtig toll! Aus diesem Grund sind wir dann nicht, wie ursprünglich geplant, nach Agra zum Taj Mahal gefahren, das sparen wir uns für eine künftige Reise.

Sehr schön war der Komplex um Qutb Minar und der Quwwat-ul-Islam-Moschee („Macht-des-Islam-Moschee“). Dort findet man einen Sieges- und Wachturm aus dem späten 12. Jahrhundert (erbaut nach dem Sieg der Moslems über die Hindus) sowie eine der frühesten (erhaltenen) Moscheen Indiens.

Beeindruckt hat uns weiters der wunderschöne, neue Hindutempel-Komplex Akshardham, erbaut 2005. Er gilt als (flächen-)größter Hindutempel der Welt und ist, da er ja erst zehn Jahre alt ist, prächtig und glanzvoll.

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Zuhause

Alles in allem hat mich Indien wahrlich vom Hocker gerissen. Es war so schön, so turbulent, immer wieder sind wir ganz wo anders als gedacht gelandet und haben dort dann noch viel Schöneres erlebt. Pläne machen darf man dort nicht, man muss sich auf Land und Leute einlassen. Wir haben geschlemmt, getanzt, gestaunt – und ich will ganz, ganz bald wieder hin. Dann stehen auf jeden Fall Agra, Jaipur, Varanasi und Rajasthan auf dem Programm! Die Rückkehr nach Europa war luxuriöser als erwartet, da wir auf der Strecke Istanbul-Prag wegen Flugüberbuchung in die Businessclass upgegradet wurden (was für ein Traum!!) und dann auch noch in Prag im Green Lobster ohne Aufpreis ein Deluxe-Zimmer bekommen haben. 😀 In Österreich anzukommen war hingegen richtig hart. Ich hatte so gar keine Lust auf das organisierte Leben, auf das wenig tiefgründige Gerede und die kleinen Problemchen der Leute hier. So schwer ist mir heimkommen noch nie gefallen… wir hatten es einfach zu schön in Indien. Natürlich ist mir bewusst, dass wir absolut privilegiert sind. Wir müssen uns keine echten Gedanken darüber machen, ob das Taxi nun 10, 20 oder 50 Rupien (=15, 30 oder 70 Cent) kostet, ob der köstliche Masala Chai mit 10 Rupien überbezahlt ist. Wir haben genug zu essen, brauchen uns nicht über eine Schlafstatt für die Nacht sorgen und haben einen Bildungsstand, der für die meisten Inder unerreichbar ist. Ich weiß, dass ich aus meiner rosaroten Ecke heraus schreibe. Trotzdem: Indien ist für mich, die ich mich glücklicherweise nicht mit Armut und Hunger auseinanderzusetzen brauche (außer auf der Seite der Geber), ein absolutes „Heimwehland“. So spontan, so offen, so herzlich, so freundlich – und das inmitten all dieser Armut. Selbst die kastenlosen Unberührbaren pflegen sich, dekorieren ihre Häuser mit Ketten aus Tagetes (da Orange und Gelb die heiligen Farben der Hindus sind) und versuchen, Gutes aus ihrem Leben zu machen.

Einen kleinen Elefantengott Ganesha werde ich von nun an in meinem Herzen tragen und hoffentlich bald in dieses wunderbare Land zurückkehren. 🙂

Disclaimer: Es handelt sich hier um einen rein privaten Reisebericht. Die von mir erwähnten Destinationen, Hotels und Restaurants habe ich auf meiner privaten Urlaubsreise besucht und kann sie weiterempfehlen – ich stehe in keinerlei gewerblichem Verhältnis zu den Anbietern.

Zucchini-Fischcurry

Zucchini sind sooo vielfältig einsetzbar, ich liebe sie! Daher hier eine Fortsetzung meines Zucchini-Projekts. Wir fliegen demnächst nach Indien, und beim Lesen der Reiseführer und indischer Literatur bekomme ich regelmäßig Heißhunger auf Curry, Samosas und Lassi. Das Fischcurry ist eben ein Produkt dieser Gelüste – eigentlich hätte es mit Feta, Oliven und getrockneten Tomaten gefüllte (was wohl?) Zucchini geben sollen. Die gibt’s morgen! 🙂

4 Portionen:

  • 2 weiße (TK-)Fischfilets (ich hatte Scholle, noch besser wäre Fischfilet mit Haut zum Anknuspern)
  • 125g (TK-)Garnelen
  • 1 Riesenzucchini (800g)
  • 3 kl. Karotten
  • 1 Handvoll Erbsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2-3 Chilis
  • 1 TL+3 EL Currypaste (ich hatte gelbe)
  • 1 Zitrone
  • 200ml Kokosmilch
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl, evtl. etwas Sojasauce zum Abschmecken
  • Koriander zum Bestreuen (meiner ist leider den Schnecken anheimgefallen 😦 )

TK-Fische und -Garnelen auftauen lassen. Dazu die Zitrone auspressen und mit der Hälfte des Saftes sowie dem einen TL Currypaste einreiben/beträufeln. (Wer Frischware verwendet, sollte den Fisch aber auch 30min oder länger marinieren.)

Zucchini in eher kleine Stücke schneiden, Karotten reiben, Erbsen auspulen, Zwiebel grob, Knoblauch und Chili fein hacken.

Etwas Erdnussöl im Wok erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Chili und etwas später auch die 3 EL Currypaste anbraten lassen. Dann die Zucchini und die Karotten einrühren und etwas garen lassen.

Erbsen einrühren und mit Kokosmilch aufgießen. Salzen, pfeffern, ggf. mit Soja abschmecken. 15min köcheln lassen, bis die Kokosmilch schön dick und gelb ist.

Fisch in Stücke schneiden und gemeinsam mit den Garnelen in etwas Erdnussöl anbraten. Die Abtropf-Flüssigkeit zum Curry geben.

Wer Fisch mit Knusperhaut hat, serviert das Curry in Schalen und gibt den Fisch drauf. Wer wie ich nur Scholle o.ä. hat, kann Fischstücke und Garnelen auch einfach unterheben.

Tipp 1: Wenn irgendwie möglich, mit frischem Koriander bestreuen. Ich krieg noch die Krise, weil die Schnecken meinen Koriander heiß und innig lieben und ich auch nirgendwo welchen kaufen kann… der Nachteil vom Landleben (und quer durch Salzburg gurke ich bei der Hitze auch nicht wegen ein bissl Koriander… grml). Die Kräuterflankerl in meinem Curry sind übrigens getrockneter Koriander von Sonnentor. Ich mag Sonnentor ja wirklich sehr gern, aber das war eine enorme Geldverschwendung. Der getrocknete Koriander schmeckt wie Gras – also nach nix!

Tipp 2: Auch lecker ist, wenn man das Curry vor dem Servieren mit Joghurt bekleckst.

Tipp 3: Bis auf den Fisch ist das Curry vegan. Da der separat angebraten wird, kann er auch gut weggelassen werden.

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Masala-Kakao

Manchmal sind die einfachsten Dinge die besten.

Heute scheint die Sonne endlich mal wieder (und es ist mäßig warm), aber die letzten eisigen Tage bei 10-12°C und Regen haben Kakao ja regelrecht herausgefordert! 🙂

Hier meine Masala-Version für Low Carb-Kakao:

1 Tasse:

  • 2/3 Tasse Vollmilch
  • 1/3 Tasse Wasser
  • 1 geh. TL Kakaopulver, stark entölt
  • 1-2 geh. EL Erythrit
  • 1/2 Msp. Stevia
  • 1 TL Garam Masala (mische ich selbst; alternativ einfach je etwas Kardamompulver, Zimtpulver, Ingwerpulver, Nelkenpulver, Muskatpulver, Pfeffer od. Cayennepfeffer, evtl. auch etwas Anis od. Sternanis)

Alles zusammen im Topf aufkochen und mit dem Schneebesen schaumig rühren.

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