Süßkartoffel-Boot mit Ei und Brokkolisalat

Herrje, schon wieder ist es so lange her, dass ich etwas auf meinen Blog geschrieben habe. Ich koche viel, fotografiere viel und schreibe mir auch alles für euch auf – ehrlich. Nur: Das Onlinestellen ist momentan einfach kaum machbar, da ich im Beruf extrem ausgelastet bin und gleichzeitig meine verflixte wunderbare Diss. fertig mache. Im Oktober will ich nach so vielen Jahren endlich einreichen – jetzt ist Endspurt angesagt, und aus! Kein weiterer Kongress, an dem mich die Kollegen mit Kulleraugen anschauen und es nicht fassen können, dass meine Promotion immer noch aussteht!

Außerdem habe ich beschlossen, endgültitg mit diversen selbstproduzierten Wehwehchen wie computerbedingten chronischen Nacken- und Schulterproblemen aufzuräumen und mit „Sport“ begonnen. Nicht das Bisschen Yoga und Wandern, das ich sowieso immer gemacht hab, sondern endlich richtiger Ausdauersport. Das tut mir wirklich gut, braucht dann aber natürlich auch noch ganz schön was an Zeit, wenn man jeden Tag laufen gehen will.

Ich freu mich auch total, dass jetzt endlich wieder der Frühling einkehrt! Im Garten beginnt alles zu knospen, die Frühlingsblüher sind da, unsere Pergola ist nun endlich fertig, die Hochbeete wurden teilweise repariert (teilweise steht das noch aus) – und endlich gibt es auch wieder Frühlingsgemüse! Ihr kennt mich ja, ich ziehe das ganze Jahr über mein Gemüse (Kohlsprossen=Rosenkohl, Vogerlsalat=Feldsalat, Karotten, Rüben, Topinambur, Wirsing und Zuckerhut gab es den ganzen Winter lang). Trotzdem fühlt es sich anders, eben „neu“ an, wenn die kleinen Radieschen-Pflanzerl aus der Erde sprießen und das neue Gartenjahr willkommen heißen. 🙂

Süßkartoffel-Boot mit Ei und Brokkolisalat

Jetzt aber endlich mal wieder ein Rezept. Wir mögen Süßkartoffeln sehr gerne, sie sind auch wirklich gesund (wahre Vitamin A-Bomben, sehr viel Vitamin C, Vitamin E, Kalium, Magnesium, Kalzium). Low Carb sind sie nicht, allerdings habe ich meine Ernährungsweise ja dahingehend abgeändert, mich kohlenhydratbewusst und vollwertig pflanzenbasiert zu ernähren.

„Vollwertig pflanzenbasiert“ bedeutet für mich im Hinblick auf die LC-Angelegenheiten: Kohlenhydrate aus ganzen Pflanzen ja, jedoch in Maßen (Dinkelkörner, Süßkartoffeln, brauner Reis, roter Reis…), einkettige KH mit schlechtem glykämischen Index so gut wie nie (weißes Mehl, Zucker, weiße Pasta, weißer Reis…). Und im Idealfall dann noch ordentlich proteinhaltig (Hülsenfrüchte, Quinoa…).

Diese Süßkartoffel-Boote waren kürzlich unser Feel-good-Sonntagsbrunch; die Idee hatte ich von Will Cook For Friends (allerdings gibt es dort Speck; als Alternative ginge auch mein Kokos“speck“). Seit ich in einem tollen Wiener Frühstückspub eingelegten Kohlsalat als Beilage zu meinen Eggs Florentine bekommen habe, esse ich ja gänzlich ungeniert mariniertes, rohes Kreuzblütlergemüse auch zum Frühstück/Brunch. Probiert das mal. Klingt schräg, passt aber wunderbar für einen herzhaften Start in den Tag!

2 Portionen:

Für die Süßkartoffel-Boote:

  • 1 Süßkartoffel (eher eine bauchige nehmen)
  • 2 Eier
  • 2 TL Sesam
  • 1 TL Goldleinsamen
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • n.B. Sriracha-Sauce
  • n.B. etwas Käse zum Bestreuen

Für den marinierten Brokkoli:

  • 1/2 kl. Brokkoli
  • 1 kl. Karotte
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 1 EL Balsamico Bianco
  • 1 TL Erythrit
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Zuerst die Brokkoliröschen und den Stiel sowie die Karotte eher klein schneiden. Die restlichen Zutaten darüber geben und mit den Fingern fest einkneten (!), bis wirklich alle Röschen mariniert sind. Ziehen lassen lassen.

Die Süßkartoffel waschen, abtrocknen und mit Olivenöl bepinseln. Ca. 60min in einer Auflaufform backen (ganz große Knollen 70min).

Nach dem Ende der Backzeit die Süßkartoffel aus dem Ofen nehmen und längs mit einem Messer aufgschneiden. Aushöhlen (mit Messer und Löffel – Achtung, nicht durchstechen!). Dann je ein Ei in eine Höhle schlagen und wieder in die Form setzen.

Mit Salz und Pfeffer würzen, Sesam und Leinsamen aufstreuen und nochmal für 20min ins Rohr (sehr große Eier brauchen 25min).

Das Innenleben der Süßkartoffel kann einfach nur mit Salz und Pfeffer gewürzt aufs Teller gelegt werden – oder aber, man streut ein wenig Käse darüber und bäckt das nebenbei auch noch mit (bei mir sieht das etwas seltsam aus – es war ein Reststück harter Ziegenkäse im Ganzen, auch sehr lecker).

Wer es auch gerne scharf hat, kann vor dem Servieren noch etwas Sriracha-Sauce (oder eine andere scharfe Sauce) darüber träufeln. Ich habe gerne selbstgemachte Sriracha; dazu muss ich auch mal was posten.

Gemeinsam mit dem marinierten Brokkoli genießen.

suesskartoffelboot_02

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Gefüllte Amaranth-Mandel-Muffins

Ich ordne diese Muffins unter „More Carb“-Rezepte ein. Eigentlich wären sie aber auch unter „Low Carb“ nicht ganz verkehrt, und zwar deshalb, weil ich LC nicht als komplette Eliminierung von Kohlenhydraten (mit dem Ziel der Ketose wie bei Atkins, Dukan und Co.) betrachte, sondern als drastische Reduzierung unnötiger einfacher Kohlenhydrate im Unterschied zu den komplexen Kohlenhydraten, von denen ich zwar insgesamt ebenfalls weniger, jedoch absichtlich hin und wieder ganz bewusst esse.

Einfache KH (etwa in Zucker oder weißem Mehl) und komplexe bzw. langkettige KH unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau. Die enthaltenen Ballaststoffe in jenen Produkten, die komplexe KH enthalten, sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge.

Proteine sind bei Low Carb essenziell, allerdings holen die meisten LC-Ernährungsformen diese aus tierischen Produkten. Dabei ist pflanzliches Eiweiß viel gesünder, etwa für die Nieren oder für den Cholesterinspiegel. Proteinreiche pflanzliche Nahrungsmittel sind Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), außerdem AmaranthQuinoa, Buchweizen, Nüsse und Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh.

Solche Muffins sollten bei der bewussten LC-Ernährung nicht ständig auf dem Speiseplan stehen; zum direkten Abnehmen taugen sie auch nicht unbedingt. Wer aber aus allgemein gesundheitlichen Gründen kohlenhydratärmer leben, auf einfache KH verzichten oder einfach nur sein Gewicht halten möchte, findet vielleicht Geschmack an den leckeren, vollwertigen Minis:

 

10 Stück:

  • 50g Amaranthmehl
  • 30g Haferkleie
  • 30g Dinkelvollkornmehl
  • 30g Weizenvollkornmehl
  • 30g gehackte Mandeln
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1 Ei S
  • 50g Erythrit
  • 40g Kokosöl
  • 2 gestr. EL Mandelmus
  • 125g Joghurt

Für Fülle und Topping:

  • 50g Frischkäse
  • 1 geh. EL Mandelmus
  • 1 EL Ahornsirup

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen.

Die feuchten Zutaten für den Teig mit dem Erythrit in einen Mixer geben und gut verquirlen.

Die Masse für die Fülle verrühren.

Die trockenen Zutaten langsam unter die feuchten Rühren. Nur so lange Rühren, bis es ganz gut untergemischt ist, aber nicht unnötig viel Luft herausschlagen!

Ein Muffinblech mit Förmchen auskleiden (am besten Silikonförmchen). Die Hälfte der Förmchen mit Teigmasse füllen, dann je 1 geh. TL Fülle darauf und ann die restliche Teigmasse draufgeben.

20min backen (falls sie gegen Ende zu sehr bräunen, etwas abdecken).

Vor dem Servieren die restliche Masse für das Topping mit einem Löffelchen auf die Muffins streichen oder klecksen.

amaranth-mandel-muffins

 

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Gefüllte Snack-Tascherl aus Mozzarellateig

Das Rezept ist schnell erklärt: Ich hatte zu viel Mozzarellateig für die Gemüse-Enchiladas gemacht und deshalb zwei Teigplatten umfunktioniert zu Snack-Tascherl.

Das Ergebnis ist sowas wie Low Carb-Mürbteig-Täschchen und lässt sich mit allem füllen, solange die Fülle nicht zu feucht ist. Von frischen Tomaten würde ich daher eher abraten, es sei denn, man brät sie vorher an.

4 Tascherl:

Für den Teig:

  • 125g Mozzarella (Vollfett-Stufe)
  • 50g Butter
  • 15g Flohsamenschalen
  • 30g Kichererbsenmehl
  • 30g Eiweißpulver, neutral
  • 1 Ei L
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Guakernmehl
  • 1 TL Weinstein-Backpulver

Für die Fülle Nr. 1:

  • 2 EL Ajvar oder Pesto Rosso
  • 1/2 roter Paprika, klein gewürfelt
  • 2 EL geriebene Nüsse
  • 1 Handvoll Basilikum-Blättchen, grob gehackt
  • etwas Reibkäse und Schwarzkümmel zum Bestreuen

Für die Fülle Nr. 2:

  • 1 TK-Spinatzwutschgerl, gut ausgedrückt und gehackt (oder angedünsteter und frischer Blattspinat)
  • 1 Handvoll Feta oder Schafkäse, zerbröckelt
  • 2 EL geriebene Nüsse
  • Thymian-Blättchen
  • etwas Reibkäse und Schwarzkümmel zum Bestreuen

Mozzarella, Butter und Ei mit dem Pürierstab pürieren. Die daraus entstandene Masse mit allen weiteren Zutaten für den Teig mit der Küchenmaschine vermischen, zu einer Kugel formen, diese mit Frischhaltefolie umwickeln und 1-2 Stunden in den Kühlschrank geben.

Nach dieser Ruhezeit das Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Den Teig zwischen zwei Frischhaltefolien möglichst dünn ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Auf dem Blech in 4 Platten schneiden (geht am einfachsten mit dem Pizzaroller).

Auf die Platten mittig die oben beschriebenen Füll-Vorschläge (oder etwas ganz anderes, hauptsache nicht allzu feucht) setzen und wie Topfengolatschen zusammenfalten.

40-45min backen, je nach Bräunung. Nach 30min mit Käse und Schwarzkümmel bestreuen.

Wer sie am nächsten Tag als Jause mitnehmen will, kann sie jetzt auch im Rohr abkühlen lassen, dann dunkeln die Täschchen noch nach und sind besser transportierbar. Man kann sie aber auch gleich aus der Hand snacken. 🙂

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Erdbeer-Rhabarber-Marmelade und -Kompott

Sehr schnell und einfach, und zudem eine super Low Carb-Alternative zu konventioneller Marmelade.

Wichtig: Diese Marmelade ist nicht lange haltbar! Nach dem Öffnen des Vakuums hält sie nur so ca. 1 Woche im Kühlschrank, weil der konservierende Zucker fehlt (solange das Vakuum noch hält, geht es auch mal ein paar Wöchlein länger im Kühlschrank). Man kann sie also nur für den unmittelbaren Bedarf zubereiten. Das dürfte kein Problem sein, immerhin ist sie innerhalb von Minuten gemacht!

Schön ist auch, dass man erst ein gutes Kompott als Dessert hat (hier habe ich mal ein Rezept für Rhabarber-Kompott gepostet, das ist ähnlich). Was übrig bleibt macht man zu Marmelade bzw. Chialade.

1 Gläschen nebst etwas Kompott für 4 Portionen:

  • 250g Erdbeeren
  • 2-3 Stangen Rhabarber (je nach Größe)
  • 4-6 geh. EL Erythrit (je nach persönlichem Geschmack)
  • 1 Msp. Stevia
  • 4 geh. EL Chia-Samen*

Die Erdbeeren putzen und halbieren; den Rhabarber von den gröbsten äußersten Fäden befreien (dazu einfach mit den Fingern packen und –zzzippp– abziehen).

Erdbeeren, Rhabarber und Süßmittel im Topf aufkochen und zudecken. Ohne Wasser (das ausgetretene Wasser reicht) so lange köcheln lassen, bis es schön verkocht. Das Kompott ist schon mal fertig und kann rausgenommen werden.

Für die Marmelade/Chialade die Hälfte der Chia-Samen in ein heiß ausgewaschenes Schraubglas mit ebenfalls sauber ausgekochtem Deckel geben. Das heiße Kompott auffüllen (wer fein passierte Marmelade bevorzugt, kann das zuvor noch machen) und die restlichen Samen draufgeben. Nun gut vermengen.

Deckel aufsetzen und auskühlen lassen. Die Chia-Samen verhelfen der Chialade zu ihrer Konsistenz ganz ohne Gelierzucker. Und gesund sind sie auch! 🙂

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade_03

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade_01

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade_02

*Chia-Samen gelten besonders wegen ihrer Omega-3 Fettsäuren und Ballaststoffe als “Superfood”. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist enorm (z.B. 7x so viel Vitamin C wie Orangen, 15x so viel Magnesium wie Brokkoli, 5x so viel Folsäure wie Spinat), ebenso die Verfügbarkeit von Antioxidantien und Aminosäuren.

Rhabarber-Chiapudding

2 Portionen:

  • 4 EL Chia-Samen*
  • 150ml Kokosmilch
  • 3-4 Stangen Rhabarber
  • 1 Apfel
  • 1+4 geh. EL Erythrit
  • ein paar Melisse- oder Minze-Blättchen zum Dekorieren

Am Vorabend die Chiasamen auf zwei Gläser aufteilen, 1 EL Erythrit (auf zwei Gläser aufgeteilt) einrühren und mit Kokosmilch verrühren. Abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Morgen (oder später) den Rhabarber von den gröbsten Fasern befreien (einfach mit den Fingern nehmen und -zzzipp- abziehen) und in grobe Stücke schneiden.

Den Apfel schälen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden.

Apfel und Rhabarber mit 4 EL Erythrit in einen Topf geben und erhitzen. Deckel drauf und so lange köcheln lassen, bis die Stücke zerfallen und zu Mus eingekocht sind. Man kann auch mit einem Erdäpfelstampfer nachhelfen.

Das warme Mus auf dem kalten Kokos-Chiapudding verteilen, mit Kräutern verzieren und sofort genießen.

 

*Chia-Samen gelten besonders wegen ihrer Omega-3 Fettsäuren und Ballaststoffe als “Superfood”. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist enorm (z.B. 7x so viel Vitamin C wie Orangen, 15x so viel Magnesium wie Brokkoli, 5x so viel Folsäure wie Spinat), ebenso die Verfügbarkeit von Antioxidantien und Aminosäuren.

 

Und hier noch zwei aktuelle Fotos von unserer frühlingshaften Blumenwiese:

Muhammara mit Joghurt und pochiertem Ei

Müsste ich mich jetzt entscheiden, was ich ab sofort bis an mein Lebensende jeden Tag essen möchte, dann würde ich wahrscheinlich „Muhammara“ sagen.

Ich kannte diese Delikatesse bis vor Kurzem nicht – bis ich über das fantastische Kochbuch A Modern Way to Eat. Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag von Anna Jones, das mir meine Freundin L. zu Weihnachten geschenkt hat (DANKE!!) darauf aufmerksam wurde. Ich bin ja nicht so die Werbung-auf-dem-Blog-Freundin, aber dieses Kochbuch ist mit das beste, das ich je hatte (und ich habe sooo viele). Es ist unheimlich dick, 200 Rezepte sind wirklich ein starkes Stück, und bei nahezu JEDEM Rezept darin knurrt mein Magen und ich will es unbedingt ausprobieren. So etwas ist mir noch nie bei einem Kochbuch passiert!

Ich muss Anna Jones einfach zitieren, denn ich habe selten eine so passende Beschreibung eines Gerichts gelesen:

Falls Sie jemanden kennen, der vegetarische Küche für langweilig hält, drücken Sie der Person eine Schüssel hiervon in die Hand, zusammen mit einem Stück gegrilltem Fladenbrot zum Dippen, und geben Sie ihr fünf Minuten.

Also. Was ist jetzt Muhammara – abgesehen von einem Aromafeuerwerk, von einem Mundorgasmus, von einem sphärisch-sinnlichen Paradies? Es ist, kurz gesagt, eine Paste aus gegrilltem Paprika, Walnüssen und Granatapfelsirup. Das klingt nicht einmal annähernd so phänomenal wie es schmeckt. Muhammara (arab. محمرة‎ ) heißt ‚rötlich‘. Das Gericht kommt angeblich ursprünglich aus Syrien und wird auch häufig in der Türkei gegessen.

Ich hatte nicht mehr genug Walnüsse, daher hab ich die Hälfte durch Haselnüsse ersetzt.

Konventionelles Fladenbrot hatte bzw. wollte ich auch nicht (ich muss endlich mal ein Low Carb-Rezept dafür ausprobieren), daher hab ich ein Sesam-Herzerl in Scheiben geschnitten und in der trockenen Pfanne angeröstet. Der Sesam harmoniert ganz wunderbar – er kommt ja auch viel in der ‚Muhammara-Gegend‘ zum Einsatz.

Und dann noch diese hinreißende Idee mit dem pochierten Ei. Ich LIEBE ja pochierte Eier, nur kann ich das nicht so gut. Es ist jedes Mal ein Vabanquespiel, ob ich es versaue oder nicht. Deshalb hol ich mir gerne meinen Mann zur Hilfe, der kriegt das Pochieren meist besser hin. Anna Jones kredenzt ein ursprüngliches Muhammara mit Fladenbrot, ergänzt dann aber gleich noch ein paar Tipps, die da wären:

  • auf Toast streichen und ein pochiertes Ei darauf setzen (daher meine Variante)
  • zum Verfeinern von Ofengemüse einsetzten, evtl. mit etwas Öl verdünnt als Dressing
  • als Marinade für Tofu oder Gemüse zum Grillen verwenden
  • zu einem Linsengericht mit einem Klecks Joghurt anbieten (daher meine Idee mit dem Joghurt)

Muhammara ist natürlich vegan. Ei und Joghurt sind Goodies, die man nicht zwingend braucht (aber ICH finde sie köstlich!).

Meine Muhammara-Kreation ist ein bisschen ‚low carbiger‘, also mit Flohsamenschalen statt Brotstücken usw. Auf den Granatapfel-Sirup wollte ich aber keinesfalls verzichten, da der so ein wunderbares Aroma gibt. Wer partout keinen Sirup will kann es mit umständlich selbst eingekochten Granatapfelkernen und Erythrit probieren und anschließend die eigentlichen Kerne durch ein Sieb abstreichen. Ich finde, das steht sich nicht dafür. Die 1,5 EL Sirup pro Portion sollten nicht verteufelt, sondern gezielt genossen werden.

Glaubt mir. Probiert das aus. Gerne auch zum herzhaften Frühstück bzw. Brunch (original wird Muhammara auch morgens gegessen, wobei es ein wenig an Shakshuka erinnert). Wenn eure Geschmacksnerven auch nur annähernd so gepolt sind wie meine, dann werdet ihr dahinschmelzen!! 😀

2 Portionen:

  • 75g Walnüsse (oder Haselnüsse oder halb-halb)
  • 1 kl. Glas gegrillte Paprika in Öl (meines hatte mit Öl 280g, aber ein bisschen mehr oder weniger schadet auch nicht)
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 EL Flohsamenschalen
  • 3 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 3 EL Granatapfel-Sirup
  • 1 EL Pul Biber (alternativ Paprikapulver und Chilipulver)
  • Saft v. 1/2-1 Zitrone (ich mag es gerne sauer, daher eine ganze für mich)
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Eier
  • 2 geh. EL Joghurt
  • 200ml einfachster Essig zum Pochieren des Eis
  • Low Carb-Brot nach Wahl

Nüsse in einer trockenen Pfanne anrösten.

Paprika abtropfen lassen (es sei denn, die sind schon in gutem Olivenöl eingelegt, dann kann man dieses Öl gleich mitverwenden).

Alle Zutaten für die Paste in einen Hochleistungsmixer geben und so lange pürieren, bis die Sache cremig wird. Wer nur einen einfachen Küchenmixer hat, muss die Nüsse vorher über Nacht einweichen.

Auf Teller klecksen und eine Mulde machen.

Low Carb-Brot in Scheiben schneiden und in der trockenen Pfanne anrösten.

Einen hohen Topf mit Wasser und Essig erhitzen. Das Wasser darf noch nicht blubbern, nur sanft sieden! Die Eier in je eine Tasse aufschlagen. Mit einem Kochlöffel einen Strudel im Essigwasser machen und ein Ei hineingleiten lassen. Sofort zwei Esslöffel zur Hand nehmen und das Eiweiß rundherum modellieren. 3min sieden lassen. Am Ende mit einem Sieblöffel oder -schöpfer herausheben und auf etwas Küchenrolle abtropfen lassen. Mit dem zweiten Ei genauso verfahren.

Joghurt in die Mulde des Muhammara geben und je ein pochiertes Ei darauf setzen. Aufschneiden, sodass der Dotter ausläuft.

Genießen. Mmmmhm!! (Es gibt einfach nicht genug Muhammara auf der Welt, ich schwör’s!)

Ach ja, eins noch: Verschlossen in einem Glas hält sich das Muhammara einige Tage. Wenn man es auch noch mit einer Schicht Olivenöl bedeckt, hält es sicher auch zwei Wochen. Aber WER isst so etwas denn nicht SOFORT ratzeputz auf??


Porridge

Ich liebe Porridge, besonders im Winter!

Da wir oft um halb 6 am Morgen aufstehen müssen, womit ich immer noch heftige Probleme habe (und wenn mir nochmal jemand mit „man gewöhnt sich daran“ kommt, fang ich an zu schreien – nach 5 Jahren immer noch keine Gewöhnungsphase!!), ist das Frühstück gerade im Winter, wo es noch stockdunkel ist, ein gewisses Problem. Zwar brauche ich morgens was zu essen, weil mein Kreislauf sonst nicht mitmacht, aber viel Zeit ist definitiv nicht drin. Porridge war früher ideal; besonders der original englische. Der ist von der Körnung her irgendwie anders als unsere üblichen Haferflocken – in nur 2min ist der köstliche Brei fertig.

Was aber, wenn man die Kohlenhydrate reduzieren und nicht täglich eine ordentliche Haferflocken-Portion zu sich nehmen will?

Die Lösung lautet: Low Carb-Porridge bzw. Eier-Porridge!

Jetzt, wo es am Morgen wieder kalt und dunkel ist, sind wir die allergrößten Fans davon. 🙂

2 Portionen:

  • 2 Eier M oder L
  • 130ml Vollmilch
  • 70ml Wasser
  • 3 gestr. EL Haferkleie
  • 2 gestr. EL Erythrit
  • 1 Prise Salz
  • etwas Zimt zum Bestreuen

Alle Zutaten in einem Topf mit dem Schneebesen verrühren.

Erhitzen und dabei stehen bleiben, sodass nichts anbrennt. Immer wieder umrühren.

In ca. 2-3min dickt die Masse dank der Eier an (man kann sich das erst gar nicht vorstellen bei der suppenartigen Konsistenz – ist aber so).

In Schüsselchen füllen und mit etwas Zimt bestreuen.

Ein schnelles, schönes, warmes Frühstück, das lange satt hält. 🙂

Low-Carb-Porridge_01

Waffeln mit Nektarinen

Vorübergehend mal kein Zucchini-Rezept. 😀 Sind Low Carb-Waffeln nicht einfach grandios? Niemand würde hier traditionelles Mehl vermissen!

3 Waffeln:

  • 2 Eier
  • 3 geh. EL Haferkleie
  • 3 geh. EL Eiweißpulver, neutral
  • 1 geh. EL Kokosmehl
  • 1 EL Erdnussöl
  • 1 Prise Salz
  • 2 sehr reife Nektarinen (Pfirsiche oder Marillen – sehr reif – gehen auch)
  • ggf. 1-2 TL Erythrit

Nektarinen ganz klein schneiden. Saft auffangen und zum Teig geben.

Alle Zutaten flott mit der Küchenmaschine verrühren. Die sehr reifen, weichen Nektarinenstückchen werden fast zu Marmelade passiert – das soll so sein, sie fügen sich optimal in den Teig ein. Die Schale darf ruhig drauf bleiben, die gibt eine schöne Farbe.

10-15min quellen lassen.

Ein Waffeleisen leicht fetten und drei Waffeln ausbacken.

Wir essen die Waffeln lieber neutral und mit Käse (ich steh auf die Kombination von Käse und Frucht, diesmal z.B. Cheddar und Nektarinen+Marillen). Wer sie süß will und z.B. mit Chialade bestreicht, könnte noch ein wenig mit Erythrit süßen.

Nektarinen-Waffeln_01 Nektarinen-Waffeln_02

Zucchini-Käse-Waffeln

Ich präsentiere feierlich: Das Zucchini-Projekt! Jawoll!

Das hat auch üüüberhaupt nichts damit zu tun, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes kiloweise Zucchini ernten und kaum noch etwas Anderes essen, sondern entstammt einer ganz und gar zufällig meiner unglaublichen Kreativität geschuldeten Eingebung. 😉

Ich starte das Projekt mit einer Idee, die wir heute für unseren Sonntagsbrunch umgesetzt haben: Zucchini-Waffeln mit Banane und Käse. Immerhin gibt es Zucchinikuchen, warum dann nicht auch in Waffelform? Die Banane gibt gerade so viel Süße, dass ein sanft süß-herzhaftes Gesamtergebnis entsteht.

2 Portionen (ca. 5 Waffeln):

  • 1 kl. Zucchini (ca. 300-350g)
  • 1/2 sehr reife Banane (od. 1 kleine)
  • 4 EL Haferkleie
  • 2 EL geriebene Nüsse
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Pkg. Topfen=Quark (bei Magertopfen noch 1 EL Öl mehr nehmen und gut fetten!)
  • 2 Eier
  • 70g+30g Gouda
  • 1+1 TL Salz
  • 1 TL Weinstein-Backpulver

Zucchini reiben und in einer Schale mit 1 TL Salz bestreuen. Stehen lassen.

Banane zerquetschen, Gouda reiben.

Banane, Haferkleie, Nüsse, Öl, Topfen, Eier, 70g Gouda, 1 TL Salz und Backpulver mit der Küchenmaschine verrühren. 10min quellen lassen.

Zucchini gut ausdrücken (ich trinke das salzige Wasser gern…) und in die Masse rühren.

Im Waffeleisen ausbacken. Achtung, gut fetten, auch wenn es ein beschichtetes Waffeleisen ist. Am besten schmecken die Waffeln, wenn sie schon ziemlich braun und knusprig sind – dafür ggf. das voreingestellte Waffel-Programm 2x ablaufen lassen.

Die fertigen Waffeln am Teller mit dem restlichen Käse bestreuen.

Zucchini-Kaese-Waffeln_01

Zucchini-Kaese-Waffeln_02

Kokosschnitten à la Schwiegermama H.

Natürlich bäckt meine Schwiegermama ihren Kuchen traditionell, d.h. mit Zucker und Weizenmehl und köstlicher, hausgemachter Ribisel-Marmelade. Dieses Rezept lässt sich aber ganz einfach „verlowcarbisieren“. Und es schmeckt mir genauso gut wie bei ihr, ich freu mich so! 🙂 (ICH bin ja eigentlich kein Kriterium, fällt mir gerade ein… aber meinem Ehemann schmeckt es ebenso, und der hat die Kokosschnitten immerhin seine ganze Kindheit lang genossen!) Danke, liebe H.!

Leider habe ich nur ein Foto von den Schnitten, weil meine SD-Karte heute Morgen den Geist aufgegeben hat. 😦 Zum Glück hat dieses Foto überlebt! (Die Fotos für die Chialade im Gläschen und auch für die mit Spinat und Feta gefüllten Zucchini vom gestrigen Abendessen sind leider verloren… Klumpert!!)

1 kleines Backblech:

Beeren-Chialade (mind. 3 Std. vorher zubereiten!):

  • 200g TK-Beerenmischung oder TK-Ribisel
  • 1 EL Rum
  • 2 geh. EL Erythrit
  • 1 Msp. Stevia
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • 3 geh. TL Chia-Samen*

Teig:

  • 130g Erythrit
  • 1 Msp. Stevia
  • 150g weiche Butter
  • 150g Kokosmehl
  • 50g Eiweißpulver, neutral oder Vanille
  • 2 ganze Eier
  • 3 Dotter
  • 3 geh. EL Sauerrahm
  • 1 geh. EL Kakaopulver, stark entölt
  • 2 EL Rum 
  • 2 geh. TL Weinstein-Backpulver

Belag:

  • 200g Erythrit 
  • 1 Msp. Stevia
  • 200g Kokosraspeln
  • 3 Eiweiß
  • 1 Prise Salz

Schokoladeglasur:

  • 30g Schokolade mit sehr hohem Kakaoanteil (gibt es z.B. m. 85%)
  • 20g Kokosöl
  • 1 geh. EL Erythrit

Chialade:

Chialade am besten am Vortrag bereiten:

Die gefrorenen Beeren mit dem Rum auf dem Herd zum Kochen bringen; die zuvor vermischten trockenen Zutaten einrühren und abkühlen lassen. Im Kühlschrank 2-3 Stunden stehen lassen (oder über Nacht); am besten immer wieder mal durchrühren.

Chialade ist auch ein guter Brotaufstrich (als Marmeladeersatz) oder macht sich im Joghurt besonders lecker. Sie hält sich im zuvor heiß ausgespülten Schraubglas einige Tage im Kühlschrank, jedoch nicht so lange wie konventionelle Marmelade.

Kokosschnitten:

Alle Zutaten für den Teig mit der Küchenmaschine vermischen. Teig kneten, ausrollen, mit den Fingern Kuhlen eindrücken (damit mehr Chialade Platz hat und der Kuchen saftiger wird), auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech heben und dick mit Chialade bestreichen.

Die Eiklar mit einer Prise Salz zu Schnee schalgen. Die restlichen Zutaten für den Belag unterheben und auf den Teig geben.

Bei 175°C Heißluft (vorgeheizt) ca. 30min auf die unterste Schiene ins Backrohr geben. Sollte der Belag zu dunkel werden, die letzten 10min mit Folie abdecken.

In der Zwischenzeit die Glasur aus Kokosöl, Schokolade, Erythrit und Butter bereiten. (Am besten geht das im Wasserbad, ich bin dafür immer zu faul und schmelze die Zutaten bei geringer Hitze auf dem Herd.)

Nach dem Backen die Schnitten mit Glasur verzieren; dafür schwungvoll längliche Streifern auftragen.

Tipp meiner Schwiegermama:

Wenn der Kuchen und die Schokoladeglasur ausgekühlt sind schneidet Schwiegermama H. den Kuchen in große Teile, dreht ihn um und bestreicht ihn auf der Rückseite mit einem Pinsel mit einem Rum-Wasser-Zucker-Gemisch (es soll nicht zu rumig sein, sonst schmeckt es bitter) und deckt ihn mit Alufolie ab, damit er saftig bleibt.

Kokosschnitten

*Chia-Samen gelten besonders wegen ihrer Omega-3 Fettsäuren und Ballaststoffe als “Superfood”. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist enorm (z.B. 7x so viel Vitamin C wie Orangen, 15x so viel Magnesium wie Brokkoli, 5x so viel Folsäure wie Spinat), ebenso die Verfügbarkeit von Antioxidantien und Aminosäuren.