Gemüse-Enchiladas aus Mozzarellateig (+mit Speck+)

Mozzarellateig ist eine ziemlich coole Sache. Ich hab mittlerweile schon auf vielen Low Carb-Blogs gesehen, was man alles daraus machen kann: Die Palette reicht von herzhaft bis süß!

Enchiladas, die ich für mein Leben gerne esse (auch Full-Mega-High-Superduper-Carb), hab ich schon mehrmals gemacht, allerdings bisher mit einem anderen Teig. Einmal Enchiladas mit Zucchini-Tomaten-Salsa und Hendl, einmal Enchiladas (casi) tradicional. Diesmal habe ich eine vegetarische Variante für mich probiert. Mein Mann hat noch einige Speckwürfelchen in seine beiden Enchiladas gegeben, daher gebe ich das Gericht auch zur Kategorie Veg+.

2 Portionen:

Für den Teig:

  • 125g Mozzarella (Vollfett-Stufe)
  • 50g Butter
  • 15g Flohsamenschalen
  • 30g Kichererbsenmehl
  • 30g Eiweißpulver, neutral
  • 1 Ei L
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Kreuzkümmelpulver
  • 1/2 TL Guakernmehl
  • 1 TL Weinstein-Backpulver

Für die Fülle:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 1 roter Paprika
  • 1 Handvoll Mais
  • 1 Handvoll Radieschenblätter, Spinat oder Mangold
  • 2 Tomaten
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmelpulver
  • fakulatativ: 1 kl. handvoll Speckwürferl
  • je 1 geh. EL Radieschenblätter-Pesto pro Enchilada (alternativ: Pesto Genovese)
  • 100g Gouda
  • Erdnussöl, Salz, Pfeffer

Außerdem:

  • 1 Avocado
  • etwas Zitronensaft
  • frischer Koriander

Mozzarella, Butter und Ei mit dem Pürierstab pürieren. Die daraus entstandene Masse mit allen weiteren Zutaten für den Teig mit der Küchenmaschine vermischen, zu einer Kugel formen, diese mit Frischhaltefolie umwickeln und 1-2 Stunden in den Kühlschrank geben.

Nach dieser Ruhezeit das Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Den Teig zwischen zwei Frischhaltefolien möglichst dünn ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Auf dem Blech in 4 Platten schneiden (geht am einfachsten mit dem Pizzaroller). 15min backen.

Für die Fülle in der Zwischenzeit die fein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Chili in Erdnussöl anbraten.

Den klein gehackten Paprika und den Mais dazu geben und einige Zeit dünsten lassen.

Das grob gehackte Grünzeug (Radieschenblätter, Spinat oder Mangold) zugeben, kräftig würzen und weiterdünsten.

Gegen Ende noch die klein gehackten Tomaten und die fein gehackten Stiele vom Koriandergrün zugeben.

Eine Form fetten.

Wenn die Backzeit der Enchilada-Fladen fertig ist, heißt es schnell sein: Jede Platte einzeln und flott flott vom Blech nehmen, sofort zu befüllbaren Formen zusammenklappen und mit der Öffnung nach oben in die Form stellen. Wenn man zu lange mit dem Biegen wartet, wird der Teig hart und bricht!

Nun hat man wieder Zeit: Je 1 EL Pesto in die Formen geben, mit dem angebratenen Gemüse auffüllen.Ggf. die Speckwürferl auf die Enchiladas verteilen.

Den Gouda drüberreiben und das Ganze nochmal für 20-25min  ins Backrohr geben.

Vor dem Servieren die Avocado fächerförmig aufschneiden, gleich mit Zitronensaft beträufeln (damit sie nicht braun wird) und zu den mit Korianderblättchen bestreuten Enchiladas servieren.

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Pesto-Stielmus mit Grilltomaten

Stielmus bzw. Rübstiel kenne ich noch nicht lange, das gibt es hier im Süden eigentlich nicht. Habe es aber vor zwei Jahren für mich entdeckt, als mein Mann mir im Sommer noch ein Hochbeet gebaut hat und ich es unbedingt noch bepflanzen wollte.

Eigentlich zieht man Rübstiel aus (zu) eng nebeneinander gesäten Rüben. Die Knolle ist unbrauchbar bzw. nicht vorhanden, das Grün isst man. Ich hatte damals aber sogar spezielles Rübstiel-Saatgut.

Es handelt sich dabei um ein typisches „Arme-Leute-Essen“, die oft so richtig lecker sind. Fotogen ist Stielmus ja nicht unbedingt; beruhigt hat mich nur, dass ich online eigentlich auch keine Bilder gesehen hab, die wesentlich „ästhetischer“ gewesen wären. 😉 Aber soo gut!! Deftig, wärmend, sättigend und gaaanz viel gutes Grün.

Üblicherweise wird Stielmus in Norddeutschland mit Erdäpfeln und Wurst (oder Speck) serviert. Ich hab diesmal eine mediterrane Art von (vegetarischem) Stielmus ausprobiert – CrissCross-Food nennt man das, glaub ich. 🙂

Ganz ehrlich braucht es auch nicht unbedingt Rübstiel bzw. Rübenblätter, sondern geht auch mit anderem Grünzeug, etwa Radieschenblättern oder Radiblättern. Einfach mal experimentieren!

2 Portionen:

Für das Stielmus:

  • 500g Rübstiel oder Radieschenblätter (evtl. auch gestreckt mit einigen Wildkräutern)
  • 150ml Milch oder Obers=Sahne
  • 150ml Gemüsesuppe
  • 50g Pesto Genovese
  • 2 geh. EL Butter
  • 2 geh. EL Kokosmehl (oder ein anderes LC-Mehl, etwa Mandelmehl; notfalls auch geriebene Mandeln)
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Für die Grilltomaten:

  • 4 Tomaten
  • Butter
  • Salz, Pfeffer

Außerdem:

  • 1/2 Pkg. Feta oder Schafkäse

 

Den riesengroßen Haufen Rübstiel (keine Sorge, das fällt enorm zusammen!) klein hacken und 10min in der Gemüsesuppe kochen. Dann abgießen (Kochflüssigkeit auffangen!).

Im Topf aus 2 EL Butter und 2 EL Kokosmehl eine Anbrenn=Mehlschwitze zubereiten. Die Milch sowie die Kochflüssigkeit nach und nach mit einem Schneebesen einrühren. Gut mit Salz, Pfeffer und ordentlich Muskat abschmecken.

Grünzeug und Pesto Genovese unterrühren und nochmal 5min köcheln.

In der Zwischenzeit die Tomaten halbieren, salzen, pfeffern und in der Butter anbraten bzw. grillen.

Feta drüberstreuen, nochmals pfeffern und servieren. Die lila Blüten auf unseren Tellern sind übrigens zerzupfte Schnittlauch-Blüten.

 

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Pesto-Stielmus-Grilltomaten_01Pesto-Stielmus-Grilltomaten_02

 

Spargel in Paprika-Lachs-Sauce

Gegen Ende der Spargel-Saison ganz tolles aus Bettis Blog Happy Carb, bei dem ich ein bisschen was verändert hab. Statt des Stremel-Lachses gab es Räucherlachs, zudem noch eine Menge Kräuter und ein paar Tomaten, Erbsen sowie etwas Chili extra. Damit hab ich auch nicht so viel Spargel gebraucht (da ich versuche, nur österreichischen Bio-Spargel zu kaufen, kostet das sonst ganz schön viel… ab nächstem Jahr probier ich es daher endlich mal mit dem Eigenanbau!).

Das war so gut!! Danke für die Anregung, Betti!

2 Portionen:

  • 500g weißer Spargel
  • etwas Zitronensaft oder Essig
  • 1 TL Erythrit
  • 1 roter Spitzpaprika
  • 1 hellgrüner Spitzpaprika
  • 1 Chili
  • 2 Frühlingszwiebel
  • 1 Handvoll TK-Erbsen
  • 1 Handvoll Cocktail-Tomaten
  • 50g Ajvar (Achtung bei strengem Low Carb: Es gibt Ajvar ohne Zucker, aber man muss ihn suchen)
  • 125g Räucherlachs (aus zertifizierter Haltung oder Bio-Sockey-Wildlachs)
  • 100g Kräuterfrischkäse
  • Basilikum und Estragon
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Den Spargel waschen, schälen und die Enden abschneiden. Dann in mundgerechte Stücke schneiden. Spargel-Schalen und -Enden kommen ins Kochwasser, das intensiviert den Spargelgeschmack (und das Kochwasser kann später als Basis für ein gutes Süppchen dienen). Außerdem noch ein Schuss Essig oder Zitronensaft sowie ein TL Erythrit dazugeben. Ich hatte sehr dicken weißen Spargel, der hat 15min gebraucht! Normalerweise sollte er aber in 10min gut durch werden. 1/2 Tasse Kochwasser auffangen.

Paprika ebenfalls in mundgerechte Stücke, Frühlingszwiebel (mit dem Grün) in Ringe schneiden und Chili fein hacken. Alles zusammen in einer tiefen Pfanne (ich hatte den Wok) scharf in Erdnussöl anbraten.

Mit Kochwasser ablöschen und Frischkäse sowie Ajvar einrühren. Erbsen (können ruhig noch gefroren sein) zugeben und ein wenig köcheln lassen.

Dann den Räucherlachs fein würfeln und unterrühren. Die Kräuter hacken und ebenfalls zugeben (ein paar für die Deko aufbewahren).

Erst gegen Ende die gekochten Spargelstücke unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren noch ein paar Cocktailtomaten halbieren und gemeinsam mit den restlichen Kräutern anrichten.

Dazu hatten wir noch grünen Salat mit Weinessig und kräftigem Olivenöl.

Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Vielleicht ist jemandem aufgefallen, dass ich den Untertitel meines Blogs geändert habe. Nun finden auch die „Gartenfreuden“ Beachtung, von denen ich ab und zu schreibe. Ich möchte nicht, dass ihr den Blog als Mogelpackung seht, wenn einmal kein Rezept, sondern ein Gartel-Tipp o.ä. online geht. 🙂

Um diesen Umstand zu „feiern“ fange ich jetzt mal mit ein paar Fotos aus unserem Nutzgarten an.

Hier unser Salatbeet, das ich am 19. November und am 8. April schon gezeigt habe. Wir haben seit letzem Frühjahr durchgehend Salat, da der Winter so mild war, die Sorte dafür taugt („Wunder der 4 Jahreszeiten“) und wir außerdem mit einem Vlies abgedeckt hatten. Wir brauchen auch so viel Salat, weil wir fast täglich unsere Grünen Smoothis trinken (auch dazu mal ein Beitrag). An der Rückseite ein Rankgitter (ursprüngl. der Deckel eines alten Hasenstalls…) für Zuckererbsen. Mittlerweile sind die schon viel mehr gewachsen. Im Hintergrund sieht man noch das Erdäpfelbeet, auf dem nach und nach eine Erdäpfelpyramide (hier bei Florian auf gartenleidenschaft zu sehen) angehäufelt werden soll. An der Längsseite im Norden des Erdäpfelbeetes steht mittlerweile ein schönes Fisolen-Spalier, das ich demnächst einmal poste:

Salat-Hochbeet

Als nächstes zwei Fotos unseres zweiten Hochbeets, das zur Zeit voller Radieschen ist. Außerdem sind da Rote Rüben, Gelbe Rüben und Chiogga Rüben, Mangold, Spitzkohl, Knollensellerie sowie Romanesco drin. Die Radieschen wachsen sehr schnell, weshalb die abgeerntet sein werden, wenn der Mangold und die Rüben groß genug sind und wirklich  Platz brauchen:

Radieschen-Rüben-Kohl_01Radieschen-Rüben-Kohl_02

Diese Flut an Radieschen kommt relativ einfach zustande: Ich lasse am Ende des Gartenjahres immer ein paar (so drei, vier) Stück auswachsen und sammel dann die trockenen Samenschoten ab:

Radieschensamen

Früher hab ich mir den Winter über die Arbeit angetan, die paar Samen (so 2-4 Stück) pro Schote umständlich auszupulen. Das ist aber absolute Zeitverschwendung; heute nehme ich einfach eine Handvoll und zerrubble die Samen überm Hochbeet. Das harke ich ein wenig unter und fertig ist die Sache. Wenn wo wirklich Pflanzen zu eng stehen, geht auszupfen viel leichter als einzelnes Einlegen der Körnchen. Aber obwohl die Pflanzen auf den Fotos sehr eng aussehen, ist das kaum einmal der Fall: Ich esse einfach immer zuerst jene (kleinen) Radieschen, die zu nah bei ihren Kollegen wachsen. Da nicht alle gleichzeitig aufgehen, obwohl alle gleichzeitg gesät werden (manche müssen sich erst durch die nicht perfekt zerbrösekten Schoten „durcharbeiten“), hat man über einen längeren Zeitraum eine gute Ernte.

Und nun noch zwei Ernte-Fotos:

Radieschen-Ernte-2016

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Einen solchen Berg Salat/Gemüse ernten wir eigentlich jeden Tag. Die Hälfte des Salates wird gleich gegessen, die andere kommt in den Morgen-Smoothie (halb Salat oder anderes Grünzeug, halb süßes Obst), den wir schon abends vorbereiten.

Auf dem Foto zu sehen sind noch eine Menge Kräuter (hier Estragon, Oregano, [Wild-]Schnittlauch, Petersilie). Die meisten wachsen auf unserer Kräuterspirale, die ich auch noch einmal herzeige.

Dies ist auch die perfekte Überleitung zum heutigen Rezept:

 

Herzhafter Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Radieschen, Rüben, Radis usw. sind Pflanzen, die man im Ganzen essen kann. Am besten natürlich aus dem Garten oder vom Markt, wenn das Blattwerk noch knackig frisch ist wie bei extra dafür gezüchtetem Jungspinat oder Rübstiel/Stielmus. Ich verarbeite daher ziemlich oft Radieschenblätter, Kohlrabiblätter o.ä. in meinen Rezepten.

Der heutige herzhafte Kuchen hat eine ganze Menge davon zu bieten. Grundsätzlich gilt bei dieser Art von „Grünzeug“ aber: Man kann wild und nach Verfügbarkeit variieren! Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, (TK-)Spinat, Mangold, Brennnesseln,… alles geht. Am besten wegen der unterschiedlichen Nährstoffe in einem schönen Mischverhältnis!

Ich poste hier ein vegetarisches Rezept. Da ich aber weiß, dass ich einige vegane Leser habe, möchte ich hier auf einen veganen Zwiebelkuchen hinweisen. Diesen Teig kann man auch beim Blattgemüse-Kuchen sehr gut verwenden. Das Ei in der Fülle braucht es nicht unbedingt; ein paar gequollene Leinsamen und/oder etwas Guakernmehl stabilisieren genauso. Statt des Fetas braucht es dann aber einen anderen Geschmackskick; am besten ein wenig mit Gemüsesuppenpulver oder Hefeflocken verriebene Nüsse als „veganer Parmesan“.

Zutaten f. einen kleinen Kuchen (18cm-Springform):

Für den Teig:

  • 125g Magertopfen=Quark
  • 35g geriebene Mandeln
  • 15g Magermilchpulver oder neutrales Eiweißpulver
  • 4 geh. EL Haferkleie
  • 2 geh. EL Flohsamenschalen
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Thymianblättchen
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • ca. 50g Zucchinifleisch oder Kürbisfleisch, geraspelt (ich friere sowas gern ein)
  • 1 Ei M
  • 1 geh. EL Kokosöl

Für die Füllung:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Jungzwiebel
  • 250g braune Champignons
  • 6-8 Handvoll frisches „Grünzeug“/Blattgemüse/Wildkräuter (ich hatte Spinat, Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, Brennnesseln, Taubnesseln, Spitzwegerich, Brombeerblätter)
  • 1 Ei M
  • 2 EL Estragon-Senf
  • 1 EL Estragon-Pesto
  • 1 Pkg. Feta
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Muskat, Zitronensaft, Kokosöl

Erst alle Teig-Zutaten mit der Küchenmaschine verrühren. Wer es besonders fein machen möchte, kann das Zucchini-/Kürbisfleisch vorher noch leicht andünsten und pürieren; grob einrühren geht aber auch. 10min quellen lassen.

In der Zwischenzeit mal Zwiebeln, Knoblauch und Champignons möglichst klein; Blattgemüse grob hacken.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine kleine 18cm-Springform fetten und den Teig hineingeben. Mit den Händen verteilen und einen Rand hochziehen.

Den Teig 15min vorbacken.

Nun die Zwiebeln und den Knoblauch in einer Pfanne anbraten. Champignons und Blattgemüse dazugeben und weiterdünsten, bis alles schön zusammengefallen ist. Dann mit den Gewürzen abschmecken und 1/2 Pkg. Feta unterbröseln.

Den Herd ausschalten und das Ei unterziehen. Die Fülle in den fertig vorgebackenen Teig gießen und die andere Hälfte des Fetas daraufbröckeln.

Für 35-40min nochmal ab ins Backrohr.

Dazu passt ein kräftig-bunter Salat. Wir hatten Rote Rüben-Salat, je nach Saison könnte ich mir aber auch Karotten- oder Tomatensalat gut dazu vorstellen!

Gefüllte Paprika mit Käferbohnen-Champignons-Fülle

Ich liebe gefülltes Gemüse einfach! Dicke, kugelrunde Paprika sind natürlich optimal geeignet, aber ich fülle auch gerne Zucchini, Gurken oder Zwiebeln. Am liebsten mag ich die roten Paprika, die sind nach dem Garen auch ein wenig süß, aber man kann auch gut grüne oder gelbe nehmen. Die roten passen so wunderbar zur leicht süßlichen Bohnen-Apfel-Fülle!

Käferbohnen nennt man in Österreich (insbes. in der Steiermark) übrigens die Bohnenkerne der Feuerbohnen. Hier hab ich schon mal über die Ernte der bunten Schätze geschrieben.

Wir waren grade ein paar Tage in der Steiermark urlauben und ich hab jeden Tag zu irgendeiner Mahlzeit (Jause, Hauptspeise, Beilage…) Käferbohnensalat mit Kernöl gegessen. Das ist vielleicht ein bisschen wahnsinnig, aber ich liebe die Steirischen Käferbohnen sooo! Und so groß und dick wie dort werden sie in unserem Klima einfach nicht. Die Südsteirer sind ja wirklich Kinder der Sonne, da können wir hier im Salzburger Land nicht mithalten. Egal, so gibt es auch immer wieder einen Grund, in die Südsteirische Weinstraße zu fahren (muss ich erwähnen, dass wir unseren Kofferraum voll mit köstlichen Weinen beladen haben?)! 🙂

 

2 Portionen:

  • 3 sehr große oder 4 normalgroße rote Paprika
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebel oder Lauchzwiebel
  • 1 Chili
  • 1 kl. säuerlicher Apfel
  • 200g Champignons
  • 1 Dose Käferbohnen (400g) (alternativ, wenn keine Käferbohnen verfügbar, Kidneybohnen)
  • 50g gemischte Nüsse & Kerne (ich hatte Walnüsse, Sonnenblumenkerne und Mandeln)
  • 4 geh. EL (Kräuter-)Frischkäse oder Crème frâiche oder Sauerrahm
  • 4 geh. EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 EL Balsamico-Essig oder Balsamico-Essigsenf
  • 50g Gouda, gerieben oder grob gehackt
  • frischer Estragon
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe, Erdnussöl

Paprika längs halbieren und die Kerne entfernen. Innen etwas salzen.

Zwiebel, Knoblauch und Chili fein hacken und in Öl anbraten.

Frühlingszwiebel (mit Grün) in Ringe schneiden, Apfel (mit Schale) sowie Champignons in möglichst kleine Würferl. Zugeben und dünsten lassen.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Nüsse und Kerne mit der Nussreibe eher grob reiben. Unterrühren.

Frischkäse, Tomatenmark und Essig gemeinsam mit der Dose Bohnen unterrühren und noch kurz weiterdünsten lassen. Mit gehacktem Estragon, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Fülle in die Paprikaschiffchen geben und mit etwas Gouda bestreuen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech oder in eine Auflaufform geben und für 25-30min ab in den Ofen.

Dazu passt hervorragend grüner Salat mit Kernöl (wir hatten außerdem noch Radieschen und Estragon drin).

Gefüllte rote Zwiebeln auf Sauerkraut

Schon vor Jahren, nämlich 2008, habe ich begonnen, Rezepte von Gerichten aufzuschreiben, die mein Mann (damals noch Freund) und ich in unserer kleinen Studentenwohnung gekocht und gerne gegessen haben. Schade fand ich jedoch immer, dass man in diesen handgeschriebenen Büchern keine Möglichkeit hat, die Speisen abzubilden und sich außerdem recht schwer tut mit dem Suchen. Ich habe zwar grob im Kopf, in welchem Kochbuch an welcher Stelle (vorne, mittig, hinten) die Rezepte aufgeschrieben wurden, die ich wieder kochen möchte, aber am Ende blättere ich dann doch immer ewig herum.

ales-Kochbuch

Da ist so ein Blog schon vieeel praktischer. Ich freue mich ja wirklich sehr, mittlerweile schon fast 100 dauerhafte Follower und hunderte spontane Klick-mal-drauf-Leser zu haben, aber ich nutze diesen Blog auch gerne nur für mich: zum Verwahren, Speichern, Suchen und Wiederfinden der Rezepte, die ich selbst unbedingt wieder kochen möchte. Da wir beim Essen sehr saisonal und flexibel sind, und gerne kochen, was der Kühlschrank bzw. der Garten gerade hergeben, variiert unser Speiseplan stark. Umso wichtiger, sich Dinge dauerhaft aufzuschreiben. Ich hoffe ja nur, dass WordPress auch irgendwann eine Möglichkeit zum Dauerhaften Sichern von Blogs auf einer lokalen Festplatte anbietet… denn sollte es diesen Anbieter auf einmal nicht mehr geben und er seinen Kunden auch keine Chance geben, die Blogs abzuspeichern, bin ich erledigt. 😉

Jetzt malen wir aber nicht den Teufel an die Wand, sondern schauen uns ein altes Rezept von 2008 an!

Gekocht haben wir es damals wie heute im Römertopf – das muss aber nicht sein, ein anderer dickwandiger, ofenfester Schmotopf mit Deckel tut’s auch!

2 Portionen:

  • 4 sehr große oder 6 mittelgroße rote Zwiebeln
  • 1 kl. Apfel
  • 1/2 kl. Sellerieknolle (oder mengenmäßig etwa gleichviel Pastinaken, Selleriewurzeln oder Petersilwurzeln)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 getrocknete Tomaten
  • 2 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 Pkg. Sauerkraut (500g)
  • 2 geh. EL Kümmel
  • 1 geh. EL Wacholderbeeren
  • Salz, Pfeffer, Bio-Gemüsesuppenpulver, Erdnussöl
  • nicht vegan: Butter (sonst alternativ ein wenig Kokosöl oder rotes Palmöl aus unbedenklicher Herkunft)

Falls die getrockneten Tomaten nicht in Öl eingelegt sind, diese zu Beginn des Kochprozesses in etwas Wasser einweichen.

Wenn ein Römertopf verwendet wird, diesen nun wässern.

Die Zwiebeln schälen, ein Käppchen abschneiden und die inneren Schichten der Zwiebeln so herausnehmen, dass noch ein stabiler Rand stehen bleibt.

Das Innere der Zwiebeln, den Apfel, den Sellerie und die Knoblauchzehen möglichst fein hacken und in Erdnussöl anbraten, bis alles schön zusammengefallen ist. Mit Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Suppenpulver und Essig abschmecken.

Die Zwiebeln mit der Masse füllen. Sollte es zu viel sein, kann der Rest mit dem Sauerkraut vermengt werden.

Das Sauerkraut gut ausdrücken (den Saft fange ich gerne auf und trinke ihn; wir finden das sehr lecker und gesund ist es auch). Dann mit Kümmel, Wacholderbeeren, den klein gehackten getrockneten Tomaten und ggf. dem Rest der Fülle vermengen und in den Schmortopf legen.

Mit Butterflöckchen oder Flöckchen vom Kokosöl/Palmöl belegen und den Deckel auf den Schmortopf setzen.

Wichtig: Wenn ein tönerner Römertopf und kein gusseisener, dichter Schmortopf verwendet wird, noch etwa 100ml Gemüsesuppe angießen. Der Römertopf lässt mehr Wasser verdampfen!

Der Römertopf kommt nun für 60min bei 175°C Heißluft in den nicht vorgeheizten Ofen! (Sonst springt er!)

Ein gusseisener Schmotopf kann bei 175°C Heißluft (vorgeheizt) schon nach 45min rausgenommen werden.

Panierter Kabeljau auf Ofengemüse mit Sauce Tartare

Ich liebe Ofengemüse einfach. Vom Ofengemüse mit fruchtiger Avocado-Creme hatte ich noch kleingeschnittenes und gewürztes Gemüse eingefroren, und schon seit Bettina auf Happy Carb ihre Fish and Chips präsentiert hat, will ich eine Panade aus Flohsamenschalen ausprobieren. Und siehe da: Klappt perfekt!

2 Portionen:

  • 2 Filet (=ca. 250g) Kabeljau (oder anderen weißen Fisch – Ich hatte MSC-zertifizierten Kabeljau aus der Barentssee, die sich nördlich von Norwegen befindet und über stabile Fischbestände verfügt. Ein Blick auf die Nachhaltigkeit ist m.E. absolut unerlässlich beim Fischkonsum!)
  • 2 Eier
  • 4 EL Flohsamenschalen
  • 1 Schuss Milch oder Obers=Sahne
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

1 Blech voll in Wedges-Form geschnittenes Gemüse. Da jedes Gemüse ein anderes Gewicht vorzuweisen hat, gebe ich hier keine Gewichtszahlen an. Das Auge kann ohnehin am besten einschätzen, wieviel man zu zweit verdrücken möchte. Genommen habe ich jedenfalls:

  • Butternut-Kürbis
  • Pastinaken
  • Kohlrabi
  • Selleriewurzeln

Gewürze für das Ofengemüse:

Für die Sauce Tartare:

  • 100g Magertopfen=Quark
  • 2 geh. EL Sauerrahm oder Crème fraîche
  • 2 EL Leinöl
  • 2 EL Senf
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 hartgekochtes Ei
  • 1 Schalotte oder Perlzwieberl
  • 3 EL Kapernbeeren (oder 2 EL kleine Kapern)
  • 2 EL Kapern-Flüssigkeit
  • 4 Essiggurkerl (für strenges Low Carb darauf achten, dass im Gurkenwasser kein Zucker ist)
  • etwas kleingehackter Schnittlauch und Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe, Paprikapulver

 

Zuerst das Gemüse in Wedges-Form schneiden und mind. 1 Std. einwässern. Dieses Prozedere entzieht dem Gemüse (v.a. dem Kürbis) Stärke, die sonst dazu führt, dass er weich wird. Wer weiches Ofengemüse bevorzugt, kann sich diesen Schritt sparen.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Das Gemüse gemeinsam mit den Gewürzen in eine Schüssel mit Deckel geben und ordentlich schütteln.

Ein Ei trennen und das Eiweiß steif schlagen. Unter das Gemüse heben. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und 45min backen (nach der Halbzeit einmal wenden).

Für die Sauce Tartarte alle flüssigen Zutaten gut verrühren. Das Ei, die Schalotte, die Kapern, die Essiggurkerl und die Kräuter möglichst fein hacken und unterheben. Kräftig abschmecken und bis zum Servieren durchziehen lassen.

Das Ei mit dem übrigen Dotter und einem Schuss Milch oder Obers verquirlen. Kräftig salzen und pfeffern. Den Fisch durch das Ei und schließlich durch die Flohsamenschalen ziehen.

Kurz vor Ende der Garzeit für das Gemüse die Fischstücke in Erdnussöl rundherum anbraten.

Aus dem restlichen Ei und evtl. übriggebliebenen Flohsamenschalen kann man noch kleine Mini-Omelettes als Beilage fabrizieren.

Dazu passen frisch-säuerlicher Salat und britischer Malzessig für Fisch und Gemüse.

 

Und weil es draußen gar so fies und kalt ist, ende ich mit der Erinnerung an einen sommerlichen Tag im März, an dem die Kronen-Anemonen in unserer Wildblumenwiese zu blühen begonnen haben:

Kronen-Anemone

Cremiger Zwiebeltopf mit Ajvar

2 Portionen:

  • 600g (gelbe) Zwiebeln
  • 150g Ziegenfrischkäse (wer das nicht mag: normaler FK, Vollfett)
  • 6 geh. EL Ajvar, pikant
  • 250g frische Erbsen, mit Schale gewogen (ergibt ca. 125g Erbsen ohne Schale)
  • 1 Handvoll Cocktail-Tomaten
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 geh. TL Erythrit
  • 2 EL heller Balsamicoessig oder Weißweinessig
  • ca. 200ml Gemüsesuppe
  • 1 großer Bund Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Die Zwiebeln schälen und achteln. Ca. 5min in Butterschmalz in einem dickwandigen Schmortopf goldbraun anbraten. Mit Erythrit bestäuben und leicht karamellisieren lassen.

Mit Gemüsesuppe ablöschen und ca. 20min zugedeckt köcheln lassen.

Frischkäse mit Ajvar und Essig verrühren und unterrühren. Die ausgepulten Erbsen ebenfalls unterheben. Nochmal ca. 5min köcheln lassen.

Die Tomaten halbieren oder vierteln. Den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Beides unterrühren und nochmals 5min köcheln lassen.

Mit noch ein wenig Schnittlauch bestreut servieren.

 

Herzhafter Adzukibohnen-Kuchen

Es ist noch einmal kühl geworden – da passt der deftig-wärmende Bohnenkuchen doch noch einmal.

Zutaten f. einen kleinen Kuchen (18cm-Springform):

  • 100g getrocknete Aduzukibohnen (über Nacht mit 1 Msp. Natron in viel Wasser eingeweicht)
  • 1 gr. Karotte
  • 2-3 gr. Blatt Chinakohl, Pak Choi oder Mangold
  • 1 kl. roter Spitzpaprika
  • 1 kl. Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 2 Eier M
  • 100g (Ziegen-)Frischkäse (pur oder mit Kräutern)
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Tahin
  • 1 EL Flohsamenschalen
  • 1/2 TL Guakernmehl
  • 3 EL Sesam
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl, Butter für die Form

Das Einweichwasser der (Adzuki-)Bohnen abgießen und die Bohnen weich kochen. Adzukibohnen brauchen bei mir 8min im Kelomat=Dampfdrucktopf.

Ich koche übrigens immer gleich eine doppelte Bohnenportion und friere die gekochten Bohnen ein oder mache demnächst einmal ein weiteres Gericht.

Das Gemüse hacken und in Erdnussöl anbraten. Etwas dünsten lassen, dann mit sämtlichen weiteren Zutaten bis auf den Sesam abschmecken bzw. binden. Bohnen unterrühren.

Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen.

Eine kleine Springform buttern und mit den Sesamsamen ausstreuen. (Wer Zeit und Lust hat kann die Sesamsamen vorher noch in einem trockenen Pfännchen anrösten. Muss aber nicht unbedingt sein.)

Das Bohnen-Gemüse in die Form geben und für 40min in den Ofen stellen.

Dazu passen ein Klecks Sauerrahm und frischer grüner Salat mit vielen Kräutern.

Lachs-Krautroulade mit glasierten Walnüssen

Dieses Rezept hab ich (in von mir etwas abgewandelter Version) von Chefkoch.de, genauer gesagt vom Autor baumbart66. Der Serviervorschlag war eine Kombination mit Rosmarinkartoffeln, was ich in dem Fall auch gemacht habe, weil wir noch so schöne bunte Erdäpfel aus eigener Ernte hatten (sind die kleinen lavendel- und lilafarbenen nicht einfach putzig?).

Für Low Carb kann man aber ganz wunderbar Topinambur-, Pastinaken-, Petersil- oder Sellerie“erdäpfel“ machen, wie in diesem Rezept für Gebratene Forelle mit Petersil-Wurzelgemüse. Daniela zeigt auf LowCarbGoodies auch ein Rezept für Rosmarin“kartoffeln“ aus Radi (Weißem Rettich). Das klingt lecker, hab ich aber noch nicht ausprobiert. Alles in allem also keine Kunst, in diesem Rezept auf die Erdäpfel zu verzichten.

Ich schildere daher in der Rezeptbeschreibung auch nur die Zubereitung der Lachs-Krautroulade:

2 Portionen:

  • 2 (TK-)Lachsfilets (aufgetaut)
  • 1/2 kl. Weißkrautkopf oder Kopf Braunschweigerkraut=Jaromakohl=Urkohl
  • 1-2 Karotten (je nach Größe)
  • 2 Stangen Sellerie
  • 80g Walnüsse
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kl. Chili
  • mind. ein Achterl=125ml trockener Weißwein
  • 1 geh. TL Erythrit
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Als Beilage:

  • gekochtes Wurzelgemüse, Butter zum Braten und Rosmarin

Die größeren äußeren Blätter des Krautkopfs vorsichtig abziehen. Das restliche Kraut feinnudelig schneiden. Die Karotte, den Sellerie, die Knoblauchzehen und die Chilischote hacken.

Den (aufgetauten) Lachs mit etwas Zitronensaft säuern.

Die großen Krautblätter in Salzwasser ca. 3min blanchieren und etwas überkühlen lassen.

Das zerkleinerte Gemüse in Erdnussöl anbraten, salzen und pfeffern. Ca. 5min braten (es soll ruhig noch Biss haben).

Eine Auflaufform fetten und das Gemüse hineingeben.

Den Lachs scharf in derselben Pfanne scharf von allen Seiten in etwas Erdnussöl anbraten. Dann mit dem Weißwein ablöschen, salzen, pfeffern und etwas ziehen lassen. Herausnehmen und in die blanchierten Krautblätter einrollen (evtl. nochmals etwas würzen). Auf dem Gemüsebett in der Auflaufform drapieren.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die Walnüsse und das Erythrit im Weißwein-Sud einkochen, bis er etwas eindickt. Dann über die Fischrouladen geben und 10-15min (je nach Größe der Fischfilets) garen.

In der Zwischenzeit das Rosmarin-Wurzelgemüse (oder die Rosmarinkartoffeln) zubereiten.

Dazu passen ein Klecks Sauerrahm und ein frischer grüner Salat.