Süßkartoffel-Boot mit Ei und Brokkolisalat

Herrje, schon wieder ist es so lange her, dass ich etwas auf meinen Blog geschrieben habe. Ich koche viel, fotografiere viel und schreibe mir auch alles für euch auf – ehrlich. Nur: Das Onlinestellen ist momentan einfach kaum machbar, da ich im Beruf extrem ausgelastet bin und gleichzeitig meine verflixte wunderbare Diss. fertig mache. Im Oktober will ich nach so vielen Jahren endlich einreichen – jetzt ist Endspurt angesagt, und aus! Kein weiterer Kongress, an dem mich die Kollegen mit Kulleraugen anschauen und es nicht fassen können, dass meine Promotion immer noch aussteht!

Außerdem habe ich beschlossen, endgültitg mit diversen selbstproduzierten Wehwehchen wie computerbedingten chronischen Nacken- und Schulterproblemen aufzuräumen und mit „Sport“ begonnen. Nicht das Bisschen Yoga und Wandern, das ich sowieso immer gemacht hab, sondern endlich richtiger Ausdauersport. Das tut mir wirklich gut, braucht dann aber natürlich auch noch ganz schön was an Zeit, wenn man jeden Tag laufen gehen will.

Ich freu mich auch total, dass jetzt endlich wieder der Frühling einkehrt! Im Garten beginnt alles zu knospen, die Frühlingsblüher sind da, unsere Pergola ist nun endlich fertig, die Hochbeete wurden teilweise repariert (teilweise steht das noch aus) – und endlich gibt es auch wieder Frühlingsgemüse! Ihr kennt mich ja, ich ziehe das ganze Jahr über mein Gemüse (Kohlsprossen=Rosenkohl, Vogerlsalat=Feldsalat, Karotten, Rüben, Topinambur, Wirsing und Zuckerhut gab es den ganzen Winter lang). Trotzdem fühlt es sich anders, eben „neu“ an, wenn die kleinen Radieschen-Pflanzerl aus der Erde sprießen und das neue Gartenjahr willkommen heißen. 🙂

Süßkartoffel-Boot mit Ei und Brokkolisalat

Jetzt aber endlich mal wieder ein Rezept. Wir mögen Süßkartoffeln sehr gerne, sie sind auch wirklich gesund (wahre Vitamin A-Bomben, sehr viel Vitamin C, Vitamin E, Kalium, Magnesium, Kalzium). Low Carb sind sie nicht, allerdings habe ich meine Ernährungsweise ja dahingehend abgeändert, mich kohlenhydratbewusst und vollwertig pflanzenbasiert zu ernähren.

„Vollwertig pflanzenbasiert“ bedeutet für mich im Hinblick auf die LC-Angelegenheiten: Kohlenhydrate aus ganzen Pflanzen ja, jedoch in Maßen (Dinkelkörner, Süßkartoffeln, brauner Reis, roter Reis…), einkettige KH mit schlechtem glykämischen Index so gut wie nie (weißes Mehl, Zucker, weiße Pasta, weißer Reis…). Und im Idealfall dann noch ordentlich proteinhaltig (Hülsenfrüchte, Quinoa…).

Diese Süßkartoffel-Boote waren kürzlich unser Feel-good-Sonntagsbrunch; die Idee hatte ich von Will Cook For Friends (allerdings gibt es dort Speck; als Alternative ginge auch mein Kokos“speck“). Seit ich in einem tollen Wiener Frühstückspub eingelegten Kohlsalat als Beilage zu meinen Eggs Florentine bekommen habe, esse ich ja gänzlich ungeniert mariniertes, rohes Kreuzblütlergemüse auch zum Frühstück/Brunch. Probiert das mal. Klingt schräg, passt aber wunderbar für einen herzhaften Start in den Tag!

2 Portionen:

Für die Süßkartoffel-Boote:

  • 1 Süßkartoffel (eher eine bauchige nehmen)
  • 2 Eier
  • 2 TL Sesam
  • 1 TL Goldleinsamen
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • n.B. Sriracha-Sauce
  • n.B. etwas Käse zum Bestreuen

Für den marinierten Brokkoli:

  • 1/2 kl. Brokkoli
  • 1 kl. Karotte
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 1 EL Balsamico Bianco
  • 1 TL Erythrit
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Zuerst die Brokkoliröschen und den Stiel sowie die Karotte eher klein schneiden. Die restlichen Zutaten darüber geben und mit den Fingern fest einkneten (!), bis wirklich alle Röschen mariniert sind. Ziehen lassen lassen.

Die Süßkartoffel waschen, abtrocknen und mit Olivenöl bepinseln. Ca. 60min in einer Auflaufform backen (ganz große Knollen 70min).

Nach dem Ende der Backzeit die Süßkartoffel aus dem Ofen nehmen und längs mit einem Messer aufgschneiden. Aushöhlen (mit Messer und Löffel – Achtung, nicht durchstechen!). Dann je ein Ei in eine Höhle schlagen und wieder in die Form setzen.

Mit Salz und Pfeffer würzen, Sesam und Leinsamen aufstreuen und nochmal für 20min ins Rohr (sehr große Eier brauchen 25min).

Das Innenleben der Süßkartoffel kann einfach nur mit Salz und Pfeffer gewürzt aufs Teller gelegt werden – oder aber, man streut ein wenig Käse darüber und bäckt das nebenbei auch noch mit (bei mir sieht das etwas seltsam aus – es war ein Reststück harter Ziegenkäse im Ganzen, auch sehr lecker).

Wer es auch gerne scharf hat, kann vor dem Servieren noch etwas Sriracha-Sauce (oder eine andere scharfe Sauce) darüber träufeln. Ich habe gerne selbstgemachte Sriracha; dazu muss ich auch mal was posten.

Gemeinsam mit dem marinierten Brokkoli genießen.

suesskartoffelboot_02

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Mediterrane Brokkisagne

Brokkoli zählt (mit seinen Kreuzblütler-Kollegen wie Kohlsprossen=Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing usw.) zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt, weshalb ich versuche, zumindest mehrmals pro Woche ein Gemüse aus dieser Gruppe zu essen.

In diesem Zusammenhang habe ich jüngst ein Buch von Dr. Greger gelesen, das mich sehr begeistert hat (ok, es ist 512 Seiten dick und erst im September auf Deutsch erschienen – ich bin noch mitten drin): How Not To Die. Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen (Unimedica Verlag).

Dr. Greger ist ein international anerkannter Arzt, Ernährungswissenschaftler (könnt ihr euch vorstellen, dass nur 25% aller medizinischen Fakultäten in den USA Ernährung wenigstens IRGENDWIE am Lehrplan haben?!) und Gastprofessor an zahlreichen Universitäten. Er analysiert in seinem Buch die häufigsten Krankheiten, mit denen wir in unserer westlichen Welt konfrontiert sind und kommt aufgrund zahlreicher seriöser Studien u.a. zum Schluss, dass dies nicht an den „Genen“ liegt, die Schuld daran sind, sondern an unserer Ernährungsweise. Nur weil in der Verwandtschaft etwa schon mehrere Tumore aufgetreten sind, ist das noch lange kein Grund, sich auf die „genetische Veranlagung“ zu berufen – solche Krankheiten haben häufig ihre Ursache in gleichen (=gleich falschen) Ernährungsgewohnheiten innerhalb der Familie.

How Not To Die ist deshalb so wertvoll, weil es kein gurumäßiges Blabla ist, sondern auf Fakten basiert, die in unzähligen empirischen Studien gigantischen Ausmaßes von renommierten Institutionen (wie der Harvard Medical University, der British Heart Foundation, der Stanford University School of Medicine uvm.) erarbeitet wurden. Wir reden hier von Studien mit höchsten Qualitätskriterien, medizinischen Gold-Standards, etwa Langzeitstudien (Ärzte begleiten ihre Probanden über Jahrzehnte hinweg), Doppelblindstudien (weder die Probanden noch die Ärzte wissen, wer beispielsweise ein Placebo verabreicht bekam), randomisierte Studien (Zuordnung zu einer Behandlungsgruppe erfolgt nach dem Zufallsprinzip) und kontrollierte Studien (weil die Ergebnisse in der Studiengruppe mit denen der Kontrollgruppe ohne Intervention verglichen werden).

Übrigens gibt es keine „Greger-Super-Wunder-Gesundheitsprodukte“, mit denen er Kohle scheffelt, wie so viele andere so genannte Ärzte. Im Gegenteil, er erhält mit dem gesamten Reinerlös seines Buches sogar die non-profit Website Nutritionfacts.org und trägt dort offizielle, medizinisch-faktenbasierte Open Access-Informationen zur gesunden Ernährung zusammen, die für jedermann abrufbar sind. Und nein, ich erhalte auch kein Sponsoring für diesen Blog-Beitrag. 😉

Sein Buch trennt Dr. Greger in zwei Teile: Teil 1 beschäftigt sich mit Krankheiten und deren Ursachen sowie mit den pflanzlichen Lebensmitteln, die schon nach kürzester Zeit bewiesenermaßen heilende Wirkung zeigen. In Teil 2 gibt Dr. Greger Tipps, wie man diese Lebensmittel in sein Leben integrieren kann.

Hier also ein paar Informationen zum Brokkoli:

  • Brokkoli ist reich an Vitamin C, Vitamin K, beta-Carotin und zahlreichen B-Vitaminen (insbesondere der wertvollen Folsäure, Vitamin B9, die nach lat. folium, „Blatt“, benannt ist).
  • Brokkoli gehört zu den besten Quellen für Magnesium, Kalzium und Eisen.
  • Brokkoli enthält Antioxidantien, die im Körper den so genannten oxidativen Stress durch freie Radikale reduzieren.
  • Brokkoli enthält viele Ballaststoffe, die unter anderem für eine gut funktionierende Verdauung und eine gesunde Darmflora wichtig sind.
  • Brokkoli kann durch diese wertvollen Inhaltsstoffe beispielsweise den Cholesterinspiegel senken, den Blutdruck senken, die Verdauungsorgane schützen – und aufgrund dieser Eigenschaften die häufigsten „Zivilisationskrankheiten“ wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und diverse Krebsarten vorbeugen bzw. sogar maßgeblich bei deren Heilung helfen.

Natürlich ist es gut, Brokkoli (oder Grünkohl, Kohlsprossen…) roh oder nur kurz blanchiert zu essen. Studien haben aber gezeigt, dass dunkelgrünes Kreuzblütler-Gemüse es sogar verträgt, 30min gekocht zu werden, ohne etwas von seinen Inhaltsstoffen einzubüßen!

Aus diesem Grund schrecke ich auch nicht davor zurück, ab und zu nicht nur zart gedämpfte Brokkoli-Röschen zu servieren, sondern sie eben auch mal zu zerhäckseln, zu zerstampfen und zu backen. Hauptsache, Brokkoli. 🙂

Mediterrane Brokkisagne

3-4 Portionen (mit Salat 4):

Für die Lasagneplatten:

  • 1 kl. Brokkoli (=ca. 500g mit Stiel), geschreddert
  • 3 EL Ziegenfrischkäse (oder normaler, falls man Ziege nicht mag)
  • 1 Ei M
  • 1 EL Flohsamenschlalen
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Tomatensauce:

  • 400g frische Tomaten (oder 1 Dose)
  • 1 Pkg. Ziegenfrischkäse (150g minus die 3 EL, die für die Platten benötigt werden)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • frische mediterrane Kräuter (ich hatte Oregano, Thymian, Basilikum, Olivenkraut)
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 gestr. EL Erythrit
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Schichten:

  • 1 Glas Pestato für Oliven-Bruschetta (alternativ ein Glas Pestato oder Pesto nach Geschmack)
  • 1 Pkg. Feta
  • 4 EL Pinienkerne

Brokkoli inkl. Stiel mit der Küchenmaschine raspeln. Wer einen größeren hat kann die Raspel gut einfrieren und später einmal für Aufläufe etc. wiederverwenden.

Zwiebel und Knoblauch möglichst fein hacken und in einer großen Pfanne in Erdnussöl anbraten.

Brokkoliraspel hinzufügen, kräftig würzen und etwas dünsten lassen. Dann den mit Guakernmehl verrührten Ziegenfrischkäse (3 EL) sowie die Flohsamenschalen zufügen und etwas überkühlen lassen.

Backrohr auf 185°C Heißluft vorheizen.

Das Ei verquirlen und in die abgekühlte Brokkolimasse einrühren. Ggf. nochmals abschmecken.

Masse möglichst dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (am besten geht das mit angefeuchteten Händen). Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für 25min ab ins Rohr.

Zwiebel und Knoblauch für die Tomatensauce hacken und anbraten.

Die Tomaten würfeln und zugeben (ich verzichte auf das für mich unnötige Häuten von Tomaten). Mit Kräutern und Gewürzen abschmecken und köcheln lassen, bis die Brokkisagne-Platten fast fertig sind. Ganz zum Schluss noch den Frischkäse unterrühren.

Den fertigen Brokkoli in Platten schneiden, die in die Auflaufform passen.

Den Boden einer Form mit Tomatensauce bedecken, dann Brokkisagne-Platte auflegen, dann Pestato für Oliven-Bruschetta, dann Tomatensauce, dann Brokkisagne-Platte, dann die Hälfte des Fetas, dann Tomatensauce usw. Abschließen mit Tomatensauce, zweite zerbröckelte Feta-Hälfte und Pinienkerne.

Nochmal für 25min ins Backrohr geben.

Dazu passt Rucola-Salat mit Balsamico-Dressing.

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Buddha Bowl mit grünem Gemüse, Karotten und Tofusticks

Buddha Bowls sind einfach super! Man wirft zusammen, was man an Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Kernen zuhause hat und bekommt eine Farb- und Geschmacksexplosion heraus, die absolut individuell, köstlich und gesund ist.

2 Portionen:

  • 4-6 Karotten (je nach Größe)
  • 2 Handvoll TK-Brokkoli
  • 2 Handvoll TK-Fisolen=Grüne Bohnen
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Pkg. Tofu (ich hatte Mandel-Nuss-Tofu)
  • 4 Paprika-Ringe (gerne bunte)
  • 4 Salatblätter
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 2 EL Erdnussöl
  • 1 EL Erythrit
  • etwas Zitronensaft
  • etwas Sesam oder Gomashio
  • einige frische Kräuter (ich hatte Basilikum)
  • Salz, Pfeffer

Tofu-Marinade:

  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Erdnussöl
  • 1 EL Erythrit
  • 1 TL Sambal Oelek (oder je 1/2 TL Chilipulver, Öl und Salz)
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Pfeffer

Tofu am Vortag in Sticks schneiden und mit den Zutaten für die Marinade einlegen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am Tag der Zubereitung Karotten in Scheiben schneiden, Schalotte und eine Knoblauchzehe hacken.

Backrohr auf 50°C zum Warmhalten vorheizen.

Schalotten und Knoblauch in 1 EL Erdnussöl anbraten, dann die Karottenscheiben dazugeben, mit Balsamico, 1 EL Erythrit und einigen Spritzern Zitronensaft ablöschen, salzen, pfeffern und mit Deckel weich dünsten.

Wenn die Karotten fertig sind, diese rausnehmen und ins Rohr stellen.

Das grüne Gemüse und die zweite Knoblauchzehe (gepresst) in derselben Pfanne anbraten. Mit etwas Tofu-Marinade, Salz und Pfeffer abschmecken, knackig dünsten. Warm halten.

Den Tofu resch anbraten, bis er rundherum knusprig ist (dauert etwa 4min je Seite).

In der Zwischenzeit die rohen Zutaten (Salat, Paprika, Kräuter) schneiden und in die Form drapieren.

Nun alles in die Buddha Bowl schichten, mit Sesam/Gomashio bestreuen und servieren.

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Grünes Gemüse mit Eierschwammerln

Eierschwammerl=Pfifferlinge gehören ja zu den seltenen Waldpilz-Klassikern, die man nicht nur selber sammeln, sondern auch zur Saison in fast jedem Supermarkt kaufen kann. Man sollte aber trotzdem darauf achten, heimische Ware zu kaufen. Hier hab ich mal einen ganzen Roman zum Eierschwammerl geschrieben, sowohl zur Herkunftsfrage als auch zur Pilzerkennung.

Im August war ich auf einer Tagung in der Steiermark; wunderschön untergebracht in der Abtei Seckau (na gut, ich musste im spartanischen Mädchentrakt, sorry, Schwesternhaus schlafen, während die männlichen Kollegen die volle Pracht bewundern durften). War ein toller Tagungsort!

Jeeedenfalls war die Tagung am Freitag zu Ende und mein Mann ist nachgekommen, sodass wir ein Wochenende in der Steiermark anhängen konnten. Ergebnis zweier Wanderungen war ein Kofferraum voller Eierschwammerl und Steinpilze. Wir wollten WIRKLICH keine Schwammerl suchen, aber wenn sie einem beim Wandern regelrecht ins Gesicht springen… da kann man doch nicht anders, hehe.

Besonders zeigenswert finde ich aber, wie wir die Eierschwammerl aufbewahrt haben: auf überzähligen Handouts meines Vortrags. 😉

Eierschwammerl-Pfifferlinge

Eierschwammerl lassen sich ganz gut ein paar Tage aufbewahren. Herrenpilze=Steinpilze haben wir auch gefunden, dünn aufgeschnitten und in der Pension zum Trocknen ausgelegt. Das geht auch; alle anderen (besonders die saftigen Lamellenpilze) haben wir schweren Herzens stehen lassen. Dabei gab es so Köstlichkeiten wie Semmelstoppelpilze und Edelreizger in MASSEN – und das mitten am gut besuchten, offiziellen Wanderweg!

Hier also eine der Speisen, die dann die kommende Woche zubereitet wurden – einfach und fast kein „echtes“ Rezept, aber sehr lecker:

Grünes Gemüse mit Eierschwammerln

2 Portionen:

  • 250g Eierschwammerl=Pfifferlinge
  • 125g Stängelkohl (alternativ: Brokkoli)
  • 125g Fisolen=Grüne Bohnen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 TL Gemüsesuppenpulver
  • 100-200ml Kochwasser vom Gemüse
  • 100-150ml Obers=Sahne
  • 4 EL Weißwein
  • 2 EL Zitronensaft
  • Muskat, Paprikapulver
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Kohl und Fisolen putzen und zusammen weich kochen; ich nehme dafür gerne den Kelomat=Dampfkochtopf. Das geht extrem fix, also aufpassen!

Zwiebel und Knoblauch hacken, in Öl anbraten (idealerweise im Wok wegen des Platzes).

Geputzte, evtl. zerkleinerte Eierschwammerl zugeben und etwas dünsten.

Gekochtes Gemüse zugeben und mit den Flüssigkeiten ablöschen; kräftig würzen.

Flüssigkeit noch etwas reduzieren – schon fertig!

 

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Kohl mit Knusperkernen und Tahin-Dressing

Dieses geniale Gericht ist nicht wirklich meiner eigenen Fantasie entsprungen, sondern ich habe ein Rezept aus dem tollen Kochbuch A Modern Way to Eat. Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag von Anna Jones variiert. Anna Jones nimmt Grünkohl, Brokkoli, grünen Spargel oder Fisolen=grüne Bohnen (je nach Jahreszeit), außerdem keine Cashews und Pinienkerne, sondern Pistazien. Ihr Dressing ist ebenfalls etwas anders. Ihr seht also: Diese Speise erlaubt zahlreiche Variationsmöglichkeiten, die ich auch alle entsprechend taggen werde. Hier meine Variante – es wird sie sicher noch oft geben, wir haben uns absolut in dieses Ruckzuck-Essen verliebt!!

2 Portionen:

  • 120g Wirsing (Alternativ: Grünkohl)
  • 120g Stängelkohl (Alternativ: Brokkoli)
  • 2 EL Kürbiskerne
  • 2 EL gehackte Cashewkerne
  • 2 EL Pinienkerne
  • 1 EL Ahornsirup
  • 2 gestr. EL Erythrit
  • Saft v. 1/2-3/4 Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Tahin
  • 1 EL Mandelmus (oder anderes Nussmus)
  • Flor de Sal, Pfeffer

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Kerne mit 1 EL Erythrit und einer ordentlichen Menge Salz und Pfeffer vermischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und 10min backen. Das Erythrit schmilzt und bindet somit die Gewürze an die Knusperkerne. Übrigens kann man gerne die doppelte Portion Kerne machen und ein paar Tage aufbewahren… so gut sind die!

Wirsing und Stängelkohl putzen und in sehr grobe Stücke teilen.

Ein cremiges Dressing anrühren aus dem Zitronensaft, Olivenöl, Tahin, Nussmus, Salz, Pfeffer, Ahornsirup und 1 EL Erythrit.

Eine Servierplatte zum Anwärmen ins heiße Backrohr geben.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und das Kohlgemüse darin kurz blanchieren. 40 Sekunden sollten eigentlich schon ausreichen!

Kohlgemüse gut abtropfen lassen, auf die Platte geben, mit dem Dressing beträufeln, mit noch etwas Flor de Sal und den Kernen bestreuen.

Knusperkerne


Indisches Kokos-Mandel-Gemüse (+Pangasius+)

Wieder ein Rezept aus der Kategorie Veg+: Veg+ bedeutet, dass es sich eigentlich um ein vegetarisches oder veganes Gericht handelt (diesmal vegan), das einfach um Fisch oder Fleisch ergänzt werden kann, wenn sich nicht alle im Haushalt fleischlos ernähren.

2-3 Portionen (ohne bzw. mit Fisch):

  • 1/2 Brokkoli inkl. Stiel
  • 2 Karotten
  • 1 großer Paprika (ich hatte 1/2 gelb und 1/2 rot)
  • 1 grüner Spitzpfefferoni=Spitzpeperoni
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 3 EL Kokosflocken
  • 3 geh. EL Mandelmus
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 EL Tamarindenpaste
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Asant (alternativ 1 gepresste Knoblauchzehe)
  • 3 geh. EL Mandeln
  • 3 geh. EL Kokoschips
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer

Als mögliche Ergänzung:

  • Pangasius-Filets (oder anderes Fischfilet)
  • Zitronensaft
  • Kokosöl, Salz, Pfeffer, Garam Masala

Wenn Fisch gewünscht ist, diesen mit Zitronensaft beträufeln und zur Seite stellen.

Brokkolistiel und Karotten in Ringe schneiden. In sehr wenig Salzwasser (am besten in einem Dampf-Einsatz) 5min dünsten. Dann die Brokkoliröschen dazugeben und weitere 3min dünsten.

Frühlingszwiebel (mit dem Grün), Paprika und Pfefferoni in mundgerechte Stücke schneiden.

In einem ofenfesten Topf (ich hatte einen Schmortopf) Kokosöl zerlassen und Zwiebel, Paprika sowie Pfefferoni 5min anbraten. Gedünstetes Gemüse unterheben und Ofen ausschalten. 3 EL Kokosraspeln unterheben.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Mandelmus, Sojasauce, Tamarindenpaste, Garam Masala und Asant zu einer Paste verrühren und unter das Gemüse mischen.

Mandeln grob hacken und gemeinsam mit den Kokoschips auf das Gemüse streuen.

Für 20-25min ab ins Rohr.

Wer Fisch dazu isst, muss diesen nun noch 5min vor Ende der Garzeit würzen und in Kokosöl anbraten.

 

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Meine erste Buddha Bowl!

Buddha Bowls oder Buddha-Schüsseln habe ich nun schon einige Male auf diversen Blogs wahrgenommen, aber so richtig Lust auf eigene hab ich erst aufgrund der Kunstwerke von bentolily (EinfachBento) bekommen.

Es handelt sich dabei um Schüsseln/Schalen, die knallvoll mit gesunden Leckereien gefüllt sind. Die Schüsseln sollen ganz eng mit ‚Zutaten-Grüppchen‘ geschichten werden, ähnlich wie man es auch bei den Bentos macht. Weil sie optisch den Bentos ähneln, füge ich diese Kategorie auch dort im Menü hinzu. Die (über-)vollen Schüsseln erinnern an den Dickbauch Buddhas, daher der Name. Herzig, oder? 🙂

Toll ist, dass man einfach nehmen kann, was man so hat. Ein bisschen Hülsenfrüchte oder Quinoa (bzw. für jene, die sich nicht nach Low Carb ernähren, geht auch anderes vollwertiges Getreide gut), größtenteils frisches oder tiefgefrorenes Gemüse, irgendein Topping (z.B. Pesto, Joghurt, Sesam, Sprossen, Sonnenblumenkerne…). Und fertig! Ach ja, Tofu oder Tempeh machen sich auch ausgesprochen gut. Aber wie bentolily hier zeigt kann man natürlich auch mal etwas Fleisch (oder Fisch) in die Buddha Bowls geben. Es sei denn, dann kommt die vegetarische Buddha-Polizei und schimpft. 😉

Ich bin ein großer Fan dieser Bowls geworden und habe seit ich sie für mich entdeckt habe auch schon einige gemacht.

Dabei war meine erste Buddha Bowl gar keine Absicht! Ich habe mir die Ideen aus dem Kochbuch A Modern Way to Eat. Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag von Anna Jones abgeschaut, das ich nun schon öfters erwähnt habe. Sie hat ein Rezept für „Asianudeln mit knackigem Rotkohl und knusprigem Tofu“. Dabei liegen Brokkoli und Koriander. Hab ich, check. Statt der Sobanudeln hab ich low carb-tauglichen Quinoa* genommen. Statt des Rotkrauts hatte ich einen kleinen, süßen Radicchio. Check. Ein bisschen andere Gewürze nehmen. Check. Et voilà, fertig! Und erst über bentolily hab ich dann gelernt, dass es sich dabei um eine Buddha Bowl handelte. 🙂

Also dann, Vorhang auf für den ersten Versuch! (Ich muss allerdings zugeben, dass meine Spaghettiteller nicht unbedingt ideal sind. Ich will mir schon ewig richtige Suppenschüssel kaufen, und diese Buddha Bowls sind jetzt endlich ein Anlass dafür.)

2 Portionen:

  • 200g TK-Brokkoli
  • 1 sehr kleiner Raddichio
  • 1 kl. Tasse Quinoa* (ca. 100g)
  • 200g Mandel-Nuss-Räuchertofu (mehrere Stunden mariniert)
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1 Bio-Orange
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 kl. Bund Koriandergrün
  • 2+2 EL dunkler Balsamico-Essig
  • 2 EL Sojasauce
  • ca. 2+1+1 EL Erdnussöl
  • 1+1 TL Erythrit
  • 1 TL Sambal Oelek (alternativ Chilipulver)
  • 1 TL Tamarindenpaste
  • 1 Handvoll Sesamsamen
  • Salz, Pfeffer, Garam Masala

Mindestens zwei Stunden vor Zubereitung den Tofu marinieren (noch besser über Nacht). Dazu Tofu in Streifchen schneiden und in einer Schüssel eine Marinade aus dem Saft und der Sachale einer viertel Zitrone, einer halben Orange, 2 EL Balsamico, 2 EL Sojasauce, 2 EL Erdnussöl, 1 TL Erythrit, 1 TL Sambal, 1 TL Tamarindenpaste und 1 gepresster Knoblauchzehe verrühren. Gemeinsam mit der (mit dem Grün) gehackten Frühlingszwiebel über den Tofu gießen, zudecken und ziehen lassen.

Wenn es dann ans richtige Kochen geht, den Quinoa waschen und in der doppelten Menge Wasser zusammen mit dem Saft einer halben Zitrone, etwas Salz, Pfeffer und Garam Masala weich kochen. Das dauert etwa 15min. Ich habe übrigens beim Rezept Ofengemüse auf Quinoa mit Romesco-Sauce gleich die doppelte Menge gemacht und am nächsten Tag mit den Resten fix die Buddha Bowl zubereitet.

Eine weitere Marinade für den halbierten Radicchio anrühren. Dazu 1 TL Erythrit, 2 EL Balsamico, den restlichen Zitronensaft und etwas abgeriebene Zitronenschale sowie den Orangensaft und etwas Orangenschale verrühren und die beiden Raddichio-Hälften darin einlegen.

Backrohr auf 50°C Heißluft anheizen (zum Warmhalten) und die Schüsseln reinstellen.

1 EL Erdnssöl in einer Pfanne erhitzen. Darin die Tofustücke anbraten, bis sie rundherum knusprig sind. Zum Schluss Sesamsamen darüberstreuen, bis der Tofu damit überzogen ist. Tofu im Ofen warm stellen.

In der Zwischenzeit TK-Brokkoli in wenigen Minuten in ganz wenig Salzwasser weich dünsten.

In der heißen Pfanne mit den Bratenrückständen den letzten EL Erdnussöl erhitzten und die Radicchio-Hälften darin scharf anbraten. Zum Schluss die Radicchio-Marinade darüberschütten und etwas eindicken lassen.

Nun die Buddha Bowls mit Quinoa, Brokkoli, Tofustücken und Radicchio-Hälften anrichten. Noch etwas Sesam sowie den gehackten Koriander darüber streuen.

 

*Quinoa enthält zwar Kohlenhydrate (59g KH auf 100g ungekochte Quinoakörner; 17g auf 100g gekochte), weist jedoch auch einen besonders hohen Proteinanteil und essentielle Aminosäuren auf.  Auch der Eisen-, Mangan- und Magnesiumanteil sind sehr hoch (und Kohlenhydrate werden übrigens in Anwesenheit von Mangan effizienter abgebaut). Die enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge. Alles in allem ist Quinoa demnach ab und zu eine gute Ergänzung für die Low Carb-Ernährung, wenn er in Maßen gegessen wird. Er wird auch von div. Low Carb-Ernährungsformen als einziges “Getreide” (ist ja eigentlich ein Pseudogetreide, weil die Pflanze nicht zur Familie der Süßgräser gehört) empfohlen.

Brokkisagne (+mit Schinken+)

Dies ist wieder ein Gericht aus der Kategorie Veg+, also zur Hälfte vegetarisch und zur Hälfte ergänzt um Fleisch bzw. in dem Fall Bio-Karreeschinken.

Das Rezept stammt von Bettis Happy Carb-Blog. Ich habe nur für die vegetarische Seite Tomatenpesto verwendet. Außerdem Karreeschinken, Goudascheiben und eine ordentliche Portion Knoblauch (sowie Bärlauch). 🙂 Ganz toll, liebe Betti, vielen Dank für die gute Idee, auch mal Brokkoli kleinzuschreddern und nicht immer nur Karfiol=Blumenkohl!

2 Portionen:

  • 1 kl. Brokkoli (=ca. 500g mit Stiel), geschreddert
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen (oder 4, wenn kein Bärlauchpesto vorhanden ist)
  • 1 Ei L
  • 3 geh. EL Cottage Cheese=Hüttenkäse (im Originalrezept wird Frischkäse verwendet; geht auch)
  • 1 geh. TL Bärlauchpesto
  • 2 TL Bio-Instant-Suppenpulver
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Majoran
  • 1 gestr. EL Flohsamenschalen
  • 1 Msp Guakernmehl
  • 150g Gouda in Scheiben
  • evtl. noch ein wenig Reibekäse für die oberste Schicht
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die vegetarische Seite:

  • 3 geh. EL Tomatenpesto m. wenig Wasser verrührt (alternativ: Tomatenmark aus der Tube mit etwas Olivenöl, Wasser und Gewürzen)

Für die Schinkenseite:

  • 50g Karreeschinken

 

(Übrigens: Ich hatte an dem Abend keinen großen Hunger und habe deshalb mehr als die Hälfte mit Schinken belegt, sodass mein Mann sich noch ein letztes Stück am nächsten Tag in die Arbeit mitnehmen konnte. Für das Tomaten-Schinken-Verhältnis, das man unten sieht, braucht man 60g Schinken und 2 EL Pesto.)

 

Brokkoli inkl. Stiel mit der Küchenmaschine raspeln. Wer einen größeren hat kann die Raspel gut einfrieren und später einmal für Aufläufe etc. wiederverwenden.

Zwiebel und Knoblauch möglichst fein hacken und in einer großen Pfanne in Erdnussöl anbraten.

Brokkoliraspel hinzufügen, kräftig würzen und etwas dünsten lassen. Dann den mit Guakernmehl verrührten Cottage Cheese sowie die Flohsamenschalen zufügen und etwas überkühlen lassen.

Backrohr auf 185°C Heißluft vorheizen.

Das Ei verquirlen und in die abgekühlte Brokkolimasse einrühren. Ggf. nochmals abschmecken.

Masse möglichst dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (am besten geht das mit angefeuchteten Händen). Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für 25min ab ins Rohr.

Den fertigen Brokkoli in Platten schneiden, die in die Auflaufform passen.

Auflaufform mit Goudascheiben auslegen, dann die erste Platte drauf.

Nun für Veg+ die Hälfte mit Schinken auslegen, die andere Hälfte mit Tomatenpesto bestreichen. Gouda drauf, Brokkoliplatte drauf, und immer so weiter schichten. Mit Tomaten/Schinken und Käse abschließen. Evtl. mit noch ein wenig Reibekäse bestreuen, wenn man es gerne besonders deftig hat.

Nochmals für 25min in den Ofen zurück.

Dazu passt gut grüner Salat mit Kürbiskernöl.

 

Pilzinfos & Rezept: Blaukrautpfanne mit Violetten Rötelritterlingen an Nuss-Romanesco

Die im Folgenden präsentierten Infos sind lediglich als meine private Meinung und nicht als Pilzberatung zu verstehen. Pilzbestimmung übers Internet ist trotz der vielen Vorzüge, die gute Pilzseiten (z.B. 123pilze.de) ggü. Printmedien aufweisen, keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Ich übernehme keine Haftung.

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Uff, dieser Rezepttitel hat es ja wirklich in sich. Ich fange mal mit der Pilzbeschreibung dieses mir sehr lieben Schwammerls an. 🙂

Der Violette Rötelritterling (den ich immer, weil ich zu blöd bin mir seinen Namen zu merken, Violetten Ritterrötling nenne) ist ein ganz vorzüglicher Speisepilz.

Durch seine violette oder fliederfarbene Farbe (manche Mykologen unterscheiden den Violetten RötelritterlingLEPISTA NUDA, und den Lavendelfarbenen RötelritterlingLEPISTA NUDA VAR. GLAUCOCANA) fällt er erst einmal auf, wenn man ihn am Waldboden entdeckt.

Allerdings gibt es ein paar Pilze, mit denen er bei Unkenntnis verwechselbar wäre. Diese sind:

  • der Schmutzige Rötelritterling (LEPISTA SORDIDA); essbar aber nicht ganz so lecker wie der Violette bzw. der Lavendelfarbene
  • der Blaue Lacktrichterling (LACCARLA AMETHYSTEA); sehr guter Speisepilz; viel kleiner und zarter als der Violette Rötelritterling
  • der Violette Schleierling syn. Haarschleierling (CORTINARIUS VIOLACEUS); essbar, aber eher grauslich muffig; dasselbe gilt für den Dunkelvioletten Nadelwald-Schleierling (CORTINARIUS HERCYNICUS)
  • der Bocksdickfuß (CORTINARIUS CAMPHORATUS); magendarmgiftig; stinkt furchtbar – man muss schon mit Anosmie (=“Geruchsblindheit“) gesegnet sein, wenn man den freiwillig isst
  • mit viel Fantasie und ein wenig Blindheit noch der hässliche Lila Dickfuß (CORTINARIUS TRAGANUS); stärker magendarmgiftig

Also, woran erkennt man nun den leckeren Violetten Rötelritterling?

Größe (Hutdurchmesser): 4-12cm
Hut: manchmal kräftig violett; manchmal auch violett-braun oder flieder-braun (etwa so in der Farbe wie Schalotten), in der Mitte ein wenig buckelig und dort auch gelblicher
Fleisch: hell fliederfarben
Lamellen: violett bis fliederfarben
Sporenfarbe: blassrosa bis fliederfarben
Geruch: pilzig und ein bisschen „parfümiert fruchtig“
Stiel: violett-flieder-weiß gefastert, innen hellflieder, manchmal hat der Stiel beim Auseinanderschneiden an der äußeren Innenseite einen dunkelvioletten Rand
Ort: Mischwald, Laubwald, Nadelwald

Meine Exemplare sind ein wenig ausgeblichen. Meist sind sie violetter (s. die Links oben). Aber auch diese Farbe ist noch normal. Im Wald waren sie noch violetter; die Farbe verliert sich beim Transport ein bisschen.

Violetter-Roetelritterling_01 Violetter-Roetelritterling_02

Violetter-Roetelritterling_03

Violette Rötelritterlinge schmecken wunderbar süßlich-fruchtig. Sie sind roh, wie fast alle Waldpilze, unverträglich und müssen gut durcherhitzt werden. Dafür sind sie nicht einfach nur köstliche Speisepilze, sondern sogar gesundheitlich wertvoll: Sie senken nachweislich den Blutdruck!

Merke: Nicht essen, wenn eines der folgenden Merkmale zutrifft, denn dann ist es kein Violetter Rötelritterling:

Keine Sorge, so viele lila Pilze gibt es nicht. Wer auf die drei rot markierten Punkte achtet, wird kein Problem haben (dies ist NICHT als Garantie von mir zu verstehen!). Der Violette Rötelritterling gilt allgemein als gut erkenntbarer Pilz. Und mal ehrlich, wer würde ihn schon freiwillig mit dem nach nassem Ziegenbock stinkenden Bocksdickfuß oder dem unheimlich hässlichen Lila Dickfuß verwechseln? Da vergeht einem ja der Appetit. 😉 Und die essbaren (aber nicht leckeren) Haarschleierlinge sind auch ganz klar am Sporenpulver zu erkennen.

Fazit: Vor lila Pilzen muss man gar keine Angst haben, im Gegenteil. Die sind mit recht klaren Merkmalen ausgestattet!

Tadaaa und jetzt das versprochene Rezept mit dem langen Namen. Ach, eine Bemerkung vorher noch: Im Gegensatz zu den allermeisten meiner Waldpilz-Rezepte kann man die Pilze bei diesem hier nicht mit anderen aus dem Supermarkt ersetzen, weil Violette Rötelritterlinge einen ganz typischen, leicht süßlichen Geschmack haben. Wer keine hat, kann sie aber einfach weglassen und etwas mehr Blaukraut nehmen!

Noch ein Wort zum Romanesco, diesem unglaublich hübschen, uralten, mediterranen Gemüse: Im Gegensatz zum Karfiol=Blumekohl hat der Romanesco übrigens 80% mehr Provitamin A, deutlich mehr Vitamin C und Karotin. Hauptgrund dafür ist der hohe Chlorophyll-Anteil darin. Denn während man beim Karfiolanbau die äußeren Deckblätter zusammenbindet, damit die Sonne die weiße Farbe nicht zerstört, soll der Romanesco viel Sonne abbekommen. Dadurch ist er auch grün und nicht weiß.

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Blaukrautpfanne mit Violetten Rötelritterlingen an Nuss-Romanesco

Für die Blaukrautpfanne:

  • 150g Blaukraut=Rotkraut=Blaukohl=Rotkohl (=ca. 1/4 Kopf)
  • 100g Violette Rötelritterlinge (alternativ: mehr Blaukraut)
  • 1 Karotte
  • 1 Petersilwurzel oder Pastinake
  • 1 Schalotte
  • 50g frische Käferbohnenkerne (alternativ: 1 Handvoll trockene, rote Linsen oder 1 Handvoll bereits gekochte Hülsenfrüchte, z.B. aus dem Tiefkühl-Vorrat)
  • 1 sehr kleiner oder 1/2 normalgroßer, säuerlicher Apfel
  • 1 Orange, ausgepresst (2 EL aufheben f. Nuss-Sauce)
  • 2 EL dunkler Balsamico-Essig
  • Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Erdnussöl

Für den Nuss-Romanesco:

  • 1 kl. Romanesco (=die Röschen gewogen ca. 400g) (alternativ: Karfiol=Blumenkohl oder Brokkoli)
  • 2 geh. EL Mandelmus
  • 2 EL Orangensaft (abnehmen von der Orange für die Blaukrautpfanne)
  • 1 EL Harissa-Paste
  • 1 EL Sojasauce
  • 2 EL Kochwasser vom Romanesco
  • 1 geh. EL gehobelte Mandeln

Erst alles Gemüse putzen und klein schneiden: Blaukraut fein nudelig schneiden; Pilze in Streifen schneiden; Karotte und Petersilwurzel in feine Würfel hacken; Schalotte in Ringe schneiden; Apfel in feine Scheibchen schneiden; Orange auspressen; Romanesco in Röschen teilen.

Alles Gemüse für die Blaukrautpfanne in ein wenig Erdnussöl anbraten. Mit Orangensaft und Essig ablöschen, würzen. 20min mit Deckel köcheln lassen.

Den Romanesco in ganz wenig Salzwasser in ca. 5-7min weich kochen.

In der Zwischenzeit aus den restlichen Zutaten (bis auf die Mandelhobel) die Nusssauce anrühren. Die Mandelhobel in einer Pfanne ohne Fett hellbraun rösten.

Romanesco abgießen, etwas salzen.

Dekorativ auf Tellern anrichten. Zum Schluss mit den Mandeln bestreuen.

Nuss-Romanesco_01 Blaukrautpfanne_Violette-Roetelritterlinge_01

Blaukrautpfanne_Violette-Roetelritterlinge_02 Blaukrautpfanne_Violette-Roetelritterlinge_03

Karottenspaghetti in Orangen-Erdnusssauce

Karotten und Mais – wahrlich nicht gerade die Zutaten, die auf der ersten Seite eines Low Carb-Kochbuches stehen. Die vegane Gesamtkomposition ist aber insgesamt trotzdem recht kohlenhydratarm, v.a. wenn man sie mit den konventionellen Spaghetti inkl. dicker Saucen (oder mit vielen anderen veganen Gerichten) vergleicht. (100g rohe Karotten haben 5g KH; 100g gekochte Karotten 4g KH; 100g Zuckermais aus der Dose 12,6g KH; 100g gekochte Spaghetti 31g KH; 100g rohe Makkaroni 75g KH)

2 Portionen:

  • 6 große Karotten
  • 200g TK-Brokkoli
  • 2 Handvoll Maiskörner aus der Dose
  • 1 kl. Stück Ingwer (einen harmonischen Geschmack bringt ein Stück von der Größe eines Fingerglieds)
  • 4 TL Erdnussmus mit Salz (ich kaufe Bio-Crunchy-Erdnussmus; gewöhnliche Erdnussbutter geht natürlich auch, aber aufpassen mit Zucker, ggf. mehr salzen)
  • 1 TL Sambal Oelek (ich kaufe im Asiashop; alternativ geht auch Chilipaste oder -pulver)
  • 1 geh. TL Bio-Instantgemüsebrühe
  • 1 kräftiger Schuss Orangensaft
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Karotten putzen und mit dem Gurkenschäler zu Streifen verarbeiten. Wer einen Spiralschneider (gibt es in jeder Ausführung im Haushaltsgeschäft oder beim großen Internethändler; einen tollen kleinen „Gemüsespitzer“ hat mir meine Mama kürzlich vom Einkaufen mitgebracht) hat, erzielt bessere und schnellere Ergebnisse.

Ingwer fein hacken.

Die Brokkoliröschen (können auch noch tiefgekühlt sein) in wenig Erdnussöl anbraten, salzen, pfeffern und durchgaren. Zur Seite Stellen. Später ein wenig zerkleinern, falls es große Röschen waren.

Sambal Oelek und Ingwer in 1 TL Erdnussöl ganz kurz anbraten, anschließend die Karottenstreifen nach und nach zugeben und rundherum anbraten. Mit einem guten Schuss Orangensaft ablöschen und das Erdnussmus hinzugeben. Salzen, pfeffern, die Instant-Gemüsebrühe zugeben und aufkochen lassen. Anschließend alles abgedeckt auf kleiner Flamme bei geschlossenem Deckel ca. 10min garen. Nicht zu oft umrühren.

Am Schluss die Maiskörner und den Brokkoli unterheben. Alles zusammen noch einmal kurz heißt werden lassen.

Wir hatten dazu einen grünen Salat mit noch ein paar Maiskörnern.

Karottenspaghetti_01 Karottenspaghetti_01

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