Zucchini-Bosna

Guten Morgen zusammen!

Ich beginne diesen Beitrag heute ganz untypisch mit einem hübschen Herbstbild, das sich mir vorhin geboten hat, da er ein adaptiertes Salzburger Rezept behandeln wird: Festung Hohensalzburg im Herbst. 🙂

Salzburger-Festung-Herbst_01

Zum Rezept muss ich sagen, dass ich mich mal wieder mit Lorbeeren schmücke, die nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind (hm, klingt seltsam, wenn man diese beiden Sprichwörter kombiniert). Es war Bettis tolle Idee, auf ihrem Blog Happy Carb ein witziges Rezept für einen Zucchini-Hot Dog vorzustellen. Schon seit ich davon gelesen habe, will ich es unbedingt nachkochen, und gestern war es mit den letzten kleinen Zucchinis, die der Garten hergab, endlich soweit (ich lagere aber noch zwei kürbisartige Monsterkeulen in der Speisekammer, also wird es noch weitere Zucchini-Rezepte geben).

Die Deutschen sind ja m.E. wesentlich kreativer im Zubereiten von Sauerkraut als wir konservative Österreicher. Während es „da oben“ alles gibt von Sauerkraut-Auflauf bis zur Sauerkraut-Lasagne essen „wir hier unten“ Sauerkraut primär als unkreative Beilage zu Würsteln, Kaspressknödel (eine Salzburger Spezialität, mjamjam), herzhaften Bauernkrapfen (eine allgemein österreichische Spezialität, doppelt mjamjam), Holzknechtnocken (eine Salzkammergutler/Bad Ischler Spezialität, dreifach mjamjam) & Co. Maximal angereichert mit Speckwürfeln oder, wenn es denn unbedingt originell sein muss, mit Apfel oder Apfelsaft. Na gut, es gibt dann noch Krautspatzerl oder Schupfnudeln mit Kraut. Aber trotzdem.

Ich habe also die kreative Sauerkraut-Komposition von Betti 1:1 umgesetzt – und wir waren ganz begeistert.

Aus dem Zucchini-Hot Dog haben wir kurzerhand einen Zucchini-Bosna gebastelt (da fällt mir ein, ich muss jetzt auch mal ein Rezept für Bosna im Low Carb-Brötchen posten).

Was ist nun ein Bosna?

Bosna ist der Name einer hot dog-ähnlichen Salzburger Spezialität, die 1949 vom Bulgaren Zanko Todoroff im Müllnerbräu erfunden wurde. Dieser Snack, den Todoroff ursprünglich Nadinizer nannte, verkaufte sich so gut, dass er sich einen kleinen Imbisstand kaufen konnte, den Balkan Grill, vor dem heute zu jeder Tageszeit lange Menschenschlangen stehen. Allerdings konnten sich die Leute den Namen nicht merken, weshalb er sein Gericht in Bosa (боза) umbenannte (bulgar. für ein Jausengetränk bzw. offenbar metonymisch für die ganze Jause=Brotzeit=Snack) und seinen Imbiss von einem Schriftenmaler gestalten ließ. Dieser meinte, eine Verbindung zum Balkan herstellen zu müssen und schrieb Bosna (wg. Bosnien).

Quelle: Salzburger Nachrichten: Es geht um die (Bosna-)Wurst von Othmar Behr, 12. Dezember 2008

Und was ist jetzt so ein Bosna? Der traditionelle Bosna besteht im Unterschied zum Hot Dog aus einer Bratwurst (im Hot Dog finden sich eigentlich meistens Frankfurter=Wiener Würstchen) in einer Langsemmel (kein weiches Hot Dog-Brötchen). Gewürzt wird er immer mit Senf, Currypulver, Paprikapulver, frischer Zwiebel und Petersilie (KEIN Ketchup!).

Hier nun also das Rezept von Betti, ganz geringfügig als Bosna adaptiert:

2 Portionen:

  • 1 Pkg. Sauerkraut  (500g)
  • 3 geh. EL Tomatenmark aus d. Tube
  • 50g Kräuterfrischkäse
  • 4 Essiggurkerl
  • 1 kl. Rote Zwiebel
  • 1 kl. Gelbe Zwiebel
  • 3 kl. Zucchini
  • 3 dünne Bratwürste
  • 50g Gouda
  • Petersilie, Estragon
  • Salz, Pfeffer, Estragonsenf, Currypulver, Paprikapulver, Erdnussöl, Butter f. d. Form

Die Bratwürste im 2cm-Abstand einschneiden (nur die Haut einritzen, damit sie sich nicht rollen) und in etwas Öl anbraten. Aus der Pfanne nehmen.

Die ganze rote Zwiebel und die halbe gelbe Zwiebel in Ringe schneiden und in der bereits benutzten Pfanne anbraten. Das ausgedrückte Sauerkraut zugeben und anschwitzen. Mit Tomatenmark, 1 EL Senf, Frischkäse, klein gehacktem Estragon und Pfeffer abschmecken. Die klein gewürfelten Essiggurkerl zugeben und noch etwas weicher dünsten lassen.

In der Zwischenzeit die Zucchini mit einem Löffel aushöhlen. Das Fruchtfleisch klein hacken und zum Kraut geben.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Zucchinihälften mit Senf bestreichen und mit den Bratwürsten belegen. Diese kräftig mit Currypulver und Paprikapulver würzen.

Die halbe gelbe Zwiebel klein würfeln, die Petersilie hacken und je einen Teil davon auf die Bratwürste geben. Die obere Zucchinihälfte aufsetzen.

Eine gebutterte Auflaufform mit dem Sauerkraut befüllen. Die Zucchini-Bosna aufs Kraut setzen und mit geriebenem Gouda bestreuen.

20min mit Deckel und 10min ohne Deckel bei 175°C Heißluft ins Rohr geben.

Vor dem Servieren mit den restlichen frischen Zwiebeln und der Petersilie bestreuen.

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Zucchini-Nudeln mit Fleischbällchen, Erbsen und Tomaten

Huiii das könnte mein neues Lieblings-Low Carb-Essen werden, diese Kombination schmeckt einfach phänomenal! Ein ganz herzliches Dankeschön an die liebe Betti, deren Blog Happy Carb mir dieses schöne Rezept beschert hat. Und es passt wunderbar in mein Zucchini-Projekt! Hab allerdings Gouda verwendet, weil ich den daheim hatte, und zusätzlich ein paar Erbsen aus dem Garten. 🙂

2 Portionen:

  • 1 größtere Zucchini (ca. 500-550g)
  • 2 kleine rohe Bratwürste/1 große (bei einer frischen Bratwurst vom Metzger kann man das Brät super rausdrücken – alternativ eine Supermarkt-Bratwurst ausquetschen und das Brät mit der Gabel zerdrücken)
  • 1 Handvoll Erbsen
  • 1 Dose geschälte Tomaten (400g)
  • 2 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Rotweinessig
  • 1 TL Erythrit
  • 100g Gouda
  • 1 Chilischote
  • frischen Estragon und Oregano
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl, Butter

Die Zucchini mit einem Gemüsespitzer in Spaghetti-Form schneiden (ich hab mit so einem Spitzer auch schon mal Karotten-Spaghetti und Zucchini-Tagliatelle gemacht). Wer keinen Spiralschneider hat, kann auch den Gurkenschäler nehmen und Tagliatelle machen.

Das Brät aus der Bratwurst drücken und etwas klein gehackten Oregano und Estragon unterheben. Eine Knoblauchzehe auspressen und zugeben. Bällchen von etwa 3-4cm Durchmesser formen.

Die Zwiebel, die zweite Knoblauchzehe und die Chilischote fein hacken und in wenig Fett glasig dünsten.

Oregano und Estragon hacken und gemeinsam mit alle weiteren Zutaten für die Tomatensauce (bis auf den Gouda) sowie den ausgelösten Erbsen zufügen. 15-20min einköcheln lassen.

Den Backofen auf 175°C Heißluft vorheizen.

Gouda reiben.

Die Tomatensauce in eine Auflaufform geben und die rohen Meatballs in die Soße legen. Mit geriebenem Gouda bestreuen und 25min backen.

Kurz bevor die Fleischbällchen fertig sind, die rohen Zucchinistreifen in etwa 1 EL Butter anbraten, salzen, mit Bio-Instant-Gemüsebrühe würzen und ca. 2min bissfest garen. Gemeinsam mit der Tomatensauce und den Fleischbällchen anrichten (Tipp: Ich hab dummerweise das im Topf zurückgebliebene Zucchini-Wasser mit aufs Teller gekippt – besser mit einem Spaghettischöpfer die Zucchini-Nudeln rausheben, dann schwimmt auf dem Teller nichts.)

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Bratwurstschnecken à la Betti

Heute mal wieder eine (fast) 1:1-Abkupferung aus Bettis tollem Happy Carb-Blog. Doppelt hält besser, sag ich mal. 😀 Nein, ernsthaft, diese leckere Idee muss man auf jeden Fall mit der Welt teilen. Ich habe erst mal genau Bettis Rezept nachgekocht, also Bratwurstbrät in die Schnecken gegeben und sie deftig gemacht. Die nächsten Varianten versuche ich mit griechisch-inspirierter (Feta, Spinat, Kapern), italienisch-pizzalastiger (Tomaten, Oliven, Käse) oder süß-gemüsiger Füllung (Kürbis, Mais). Pestoschnecken gingen auch!

Vorab gilt zu sagen: Seht euch mal meine Fotos an und dann die von Betti. Ich denke, der eindeutige Unterschied in der Konsistenz des Teiges liegt an den Kartoffelfasern, die ich nicht hatte (ich hab Kokosmehl verwendet). Außerdem hatte Betti blanchierte geriebene Mandeln (deshalb das Braune in meinem Teig). Bettis Teig ist wohl besser zu verarbeiten, zumindest hat sie eine richtige Rouladen-Schneckenform hinbekommen, während bei mir die Fülle nur von Teig ummantelt ist, ohne echte Schneckenform. Trotzdem: Auch, wenn die Sache in rohem Zustand ein wenig klebrig ist, mit Kokosmehl (für mich leichter zu beziehen als Erdäpfelfasern) schmeckt das Gericht ausgesprochen großartig!! Ich musste die letzten beiden Schnecken vor meinem Mann verstecken, damit wir für den nächsten Tag noch eine Jause übrig hatten. 😉

2 Portionen (evtl. 3 mit viel Salat):

  • 125g Mozzarella
  • 50g Butter
  • 50g geriebene Mandeln (im Idealfall blanchiert)
  • 30g Kokosmehl (wer welche hat, kann Erdäpfelfasern verwendet, scheint noch besser zu funktionieren)
  • 1 Ei
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Natron (oder Backpulver)
  • 1 Msp. Guarkernmehl
  • 2 EL Sesam und/oder Leinsamen
  • 200-250g grobes, rohes Wurstbrät (am besten aus einer ganz frischen Bratwurst vom Metzger; behelfsmäßig kann auch das festere Brät einer Supermarkt-Bratwurst mit der Gabel zerdrückt werden)
  • 2 EL Topfen=Quark
  • 1 kl. Zwiebel
  • viel Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Bio-Instant-Suppenpulver

Die trockenen Zutaten für den Teig (bis auf Sesam/Leinsamen) in einer Schüssel vermischen.

Die Butter auf dem Herd schmelzen und zur Seite stellen. (Diesen Schritt unbedingt VOR dem nächsten erledigen und NICHT zusammen schmelzen!)

Den Mozzarella klein würfeln und in einem kleinen Stielpfännchen oder Töpfchen mit Deckel auf dem Herd bei geringer Hitze (Stufe 2-3 auf meinem Herd) schmelzen lassen. Der Käse bekommt eine gummi-artige Konsistenz und trennt sich von seiner Flüssigkeit. Das soll so sein! Ab und zu mit dem Kochlöffel umrühren.

Die warme, flüssige Butter in eine Rührschüssel geben. Dann sofort (!) den weichen Mozzarella mit seiner ausgetretenen Flüssigkeit zur Butter geben und mit der Küchenmaschine gut vermischen. Drei Bemerkungen: 1. Man nehme KEINEN Knethaken, sondern einen normalen Rühreinsatz. 2. Man nehme unbedingt den Spritzschutz und halte noch zusätzlich die Hand über die Öffnung. 3. Man glaubt, das wird NIE was. Doch: Erst langsam rühren und dann das Tempo steigern, so verbinden sich irgendwann Butter und Mozzarella-Gummi zu einem eher gleichmäßigen Brei. 🙂

In die warme Mischung nun esslöffelweise die trockenen Zutaten einrieseln lassen und jedes Mal mit hoher Geschwindigkeit weiterrühren. Zum Schluss das Ei mit einem letzten Esslöffel der trockenen Zutaten zugeben. Auf hoher Geschwindigkeit so lange rühren, bis sich alles zu einem klebrigen Teig verbunden hat.

Den Backofen auf 175°C Heißluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier vorbereiten.

Den Teig 5-10min quellen lassen.

Die Sesam-Leinsamen-Mischung auf Backpapier streuen. Da drauf nun mit befeuchteten Händen den Teig legen und ihn mit den Fingern in rechteckige Form bringen. (Betti konnte ihren Teig ausrollen – ich wiederhole: Erdäpfelfasern! Mit den Fingern flachdrücken geht aber auch ganz gut.)

Das Wurstbrät mit der Gabel zerdrücken, die Zwiebel fein hacken, den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Alles zusammen mit dem Topfen vermischen und herzhaft abschmecken.

Diese Masse auf den Teig geben. Vorsichtig mithilfe des Backpapiers aufrollen (das sollte ganz einfach gehen, auch wenn man vorher beim Teig den Eindruck gewonnen hat, dass man den nie wieder ablösen kann — hihi) und die Rolle mit einem nassen Messer in 2cm dicke Scheiben schneiden. Diese auf Backpapier aufs Backblech geben.

30min lang backen, bis die Schneckchen eine schöne Farbe angenommen haben.

Dazu hatten wir grünen Salat mit Radieschen und viel Kürbiskernöl.

Schmeckt übrigens auch am nächsten Tag kalt sehr gut!

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Bratwurst auf Senf-Weißkraut

2 Portionen:

  • 1 große Bratwurst (auf dem Foto sieht man eine ganze, wir haben sie uns aber geteilt, weil es eh so viel Kraut zum Sattessen gab)
  • 1/2 Weißkrautkopf=Weißkohl
  • 1 große Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 EL Estragonsenf
  • 4 EL süßer Hausmachersenf (ich mache ihn selbst und verwende Stevia und Orangensaft statt Zucker)
  • 50g Crème fraîche oder (Ziegen-)Frischkäse
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken, das Weißkraut feinnudelig schneiden, die Karotte grob reiben. Alles in ein wenig Erdnussöl anbraten. Salzen, Deckel drauf, schmoren bis das Kraut angenehm weich ist.

In der Zwischenzeit dir Bratwurst ohne Fett anbraten (ihr eigenes Fett reicht). Wir haben jeder eine halbe Bratwurst gegessen, da die Salzburger Würste sehr groß sind. Ggf. kann man auch Scheiben schneiden und diese anbraten.

Senf und Crème frâiche verrühren, pfeffern. Unterheben und noch kurz schmelzen lassen. Sehr lecker und schnell gemacht.

Bratwurst_Weißkraut