Gefüllte Amaranth-Mandel-Muffins

Ich ordne diese Muffins unter „More Carb“-Rezepte ein. Eigentlich wären sie aber auch unter „Low Carb“ nicht ganz verkehrt, und zwar deshalb, weil ich LC nicht als komplette Eliminierung von Kohlenhydraten (mit dem Ziel der Ketose wie bei Atkins, Dukan und Co.) betrachte, sondern als drastische Reduzierung unnötiger einfacher Kohlenhydrate im Unterschied zu den komplexen Kohlenhydraten, von denen ich zwar insgesamt ebenfalls weniger, jedoch absichtlich hin und wieder ganz bewusst esse.

Einfache KH (etwa in Zucker oder weißem Mehl) und komplexe bzw. langkettige KH unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau. Die enthaltenen Ballaststoffe in jenen Produkten, die komplexe KH enthalten, sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge.

Proteine sind bei Low Carb essenziell, allerdings holen die meisten LC-Ernährungsformen diese aus tierischen Produkten. Dabei ist pflanzliches Eiweiß viel gesünder, etwa für die Nieren oder für den Cholesterinspiegel. Proteinreiche pflanzliche Nahrungsmittel sind Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), außerdem AmaranthQuinoa, Buchweizen, Nüsse und Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh.

Solche Muffins sollten bei der bewussten LC-Ernährung nicht ständig auf dem Speiseplan stehen; zum direkten Abnehmen taugen sie auch nicht unbedingt. Wer aber aus allgemein gesundheitlichen Gründen kohlenhydratärmer leben, auf einfache KH verzichten oder einfach nur sein Gewicht halten möchte, findet vielleicht Geschmack an den leckeren, vollwertigen Minis:

 

10 Stück:

  • 50g Amaranthmehl
  • 30g Haferkleie
  • 30g Dinkelvollkornmehl
  • 30g Weizenvollkornmehl
  • 30g gehackte Mandeln
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1 Ei S
  • 50g Erythrit
  • 40g Kokosöl
  • 2 gestr. EL Mandelmus
  • 125g Joghurt

Für Fülle und Topping:

  • 50g Frischkäse
  • 1 geh. EL Mandelmus
  • 1 EL Ahornsirup

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen.

Die feuchten Zutaten für den Teig mit dem Erythrit in einen Mixer geben und gut verquirlen.

Die Masse für die Fülle verrühren.

Die trockenen Zutaten langsam unter die feuchten Rühren. Nur so lange Rühren, bis es ganz gut untergemischt ist, aber nicht unnötig viel Luft herausschlagen!

Ein Muffinblech mit Förmchen auskleiden (am besten Silikonförmchen). Die Hälfte der Förmchen mit Teigmasse füllen, dann je 1 geh. TL Fülle darauf und ann die restliche Teigmasse draufgeben.

20min backen (falls sie gegen Ende zu sehr bräunen, etwas abdecken).

Vor dem Servieren die restliche Masse für das Topping mit einem Löffelchen auf die Muffins streichen oder klecksen.

amaranth-mandel-muffins

 

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Kohl mit Knusperkernen und Tahin-Dressing

Dieses geniale Gericht ist nicht wirklich meiner eigenen Fantasie entsprungen, sondern ich habe ein Rezept aus dem tollen Kochbuch A Modern Way to Eat. Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag von Anna Jones variiert. Anna Jones nimmt Grünkohl, Brokkoli, grünen Spargel oder Fisolen=grüne Bohnen (je nach Jahreszeit), außerdem keine Cashews und Pinienkerne, sondern Pistazien. Ihr Dressing ist ebenfalls etwas anders. Ihr seht also: Diese Speise erlaubt zahlreiche Variationsmöglichkeiten, die ich auch alle entsprechend taggen werde. Hier meine Variante – es wird sie sicher noch oft geben, wir haben uns absolut in dieses Ruckzuck-Essen verliebt!!

2 Portionen:

  • 120g Wirsing (Alternativ: Grünkohl)
  • 120g Stängelkohl (Alternativ: Brokkoli)
  • 2 EL Kürbiskerne
  • 2 EL gehackte Cashewkerne
  • 2 EL Pinienkerne
  • 1 EL Ahornsirup
  • 2 gestr. EL Erythrit
  • Saft v. 1/2-3/4 Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Tahin
  • 1 EL Mandelmus (oder anderes Nussmus)
  • Flor de Sal, Pfeffer

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Kerne mit 1 EL Erythrit und einer ordentlichen Menge Salz und Pfeffer vermischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und 10min backen. Das Erythrit schmilzt und bindet somit die Gewürze an die Knusperkerne. Übrigens kann man gerne die doppelte Portion Kerne machen und ein paar Tage aufbewahren… so gut sind die!

Wirsing und Stängelkohl putzen und in sehr grobe Stücke teilen.

Ein cremiges Dressing anrühren aus dem Zitronensaft, Olivenöl, Tahin, Nussmus, Salz, Pfeffer, Ahornsirup und 1 EL Erythrit.

Eine Servierplatte zum Anwärmen ins heiße Backrohr geben.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und das Kohlgemüse darin kurz blanchieren. 40 Sekunden sollten eigentlich schon ausreichen!

Kohlgemüse gut abtropfen lassen, auf die Platte geben, mit dem Dressing beträufeln, mit noch etwas Flor de Sal und den Kernen bestreuen.

Knusperkerne


Rote Rüben-Lasagne mit dreierlei Käse

Die Rote Rübe=Rote Bete ist auf den ersten Blick nicht unbedingt das ideale Low Carb-Gemüse (10g KH auf 100g). Allerdings empfiehlt es trotzdem, sie ab und zu essen, wenn man sie mag, denn auch bei Low Carb macht es erstens die Menge, sollte man zweitens überhaupt kein Gemüse verteufeln wegen irgendwelcher ernährungspsychologischen Dogmen – und drittens sind sie einfach unschlagbar gesund!

Interessant ist zunächst einmal ihre Herkunft: Die Roten Rüben kommen ursprünglich aus Nordafrika und wurden von den Römern wohl wegen ihrer Ähnlichkeit mit anderen einheimischen Rüben nach Mitteleuropa importiert. 

Sie weisen unheimlich viele wertvolle Inhaltsstoffe auf: Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen sowie den Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und Folsäure. Rote Rüben sind gut für Herz, Galle, Leber, den Blutdruck und die Blutgefäße. Sie sorgen für eine gute Verdauung, beugen Schlaganfälle und Krebs (v.a. Leukämie und Darmkrebs) vor und man vermutet sogar, dass ihre Inhaltsstoffe vor Alzheimer und Parkinson schützen! Toll, oder?

Übrigens: Ich kenne einige, die Rote Rüben nicht so mögen, unter anderem meinen Mann. 🙂 Das folgende Rezept und auch dieses Rezept für Rote Rüben mit Schafkäse, Lachs und Avocado hat aber auch ihn überzeugt! Also einfach mal ausprobieren.

 

2 Portionen:

  • 2-3 gekochte Rote Rüben=Rote Bete (je nach Größe)
  • 1 Kugel Mozzarella
  • Kürbiskernöl
  • etwas Ahornsirup oder Honig (nicht LC, aber was macht das schon bei der Winzmenge)

Für die Tomatensauce:

  • 400g frische Tomaten oder 1 Tomatendose
  • 1 kl. rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 geh. TL Erythrit
  • 2 EL dunkler Balsamicoessig
  • Thymian, Salz, Pfeffer
  • Erdnussöl

Für die Käsesauce:

  • 50g Frischkäse (alternativ: Ziegenfrischkäse)
  • 150g Gorgonzola (alternativ: Ziegenkäse)
  • evtl. ein Schuss Milch oder Obers (falls zu fest)
  • evtl. eine Prise Guakernmehl (falls zu flüssig)

 

Rote Rüben kochen (ich mache das am liebsten im Kelomat=Schnellkochtopf: 15min auf dem zweiten Ring, dann Herdplatte ausschalten und so lange stehen lassen, bis der Dampf von alleine abgekühlt ist und man den Topf ohne Zischen öffnen kann, also etwa 10min). Abkühlen lassen und in dünne Scheiben hobeln. Salzen und pfeffern.

Zwiebel und Knoblauch hacken. In etwas Olivenöl anbraten und dann die gestückelten frischen Tomaten oder die Tomatendose einrühren. Frische Tomaten 10-15min, die aus der Dose 5min kochen lassen. Wenn gewünscht, pürieren. Gut würzen.

Für die Käsesauce alle Zutaten schmelzen (wenn die Sauce zu dick ist, etwas Milch oder Obers einrühren), zu einer homogenen Masse verrühren und abschmecken.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Erst einen Klecks Tomatensauce in eine Auflaufform geben. Dann immer schichten: Rote Rüben-Scheiben, Tomatensauce, Käsesauce, Rote Rüben, Tomaten, Käse… abschließen mit Käsesauce. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und auflegen.

25-30min im Ofen backen. Ggf. die letzten 10min übergrillen für eine schöne Farbe.

Vor dem Servieren mit Kürbiskernöl und evtl. etwas Honig oder Ahornsirup beträufeln.

Dazu passt grüner Salat, dann isst man so richtig farbenfroh. 🙂