Schokolierte Früchtelebkuchen-Knöpfe

Dieses Rezept ist kein No Carb-Rezept, sondern einfach nur als low carb im Gegensatz zu ’normalen‘ Lebkuchen anzusehen. Ich habe die Grundidee von Bettis Happy Carb-Blog, habe jedoch ein wenig nach meinem Geschmack experimentiert und Trockenfrüchte, Haferkleie, Kokosblütenzucker sowie typische Lebkuchen-Backtriebmittel hinzugefügt; dafür anderes weggelassen. Dabei ist auch der KH-Anteil wieder gestiegen, jedoch finde ich das verschmerzbar, da die Früchtelebkuchen eine absolute Bereicherung der Adventzeit für uns sind. 🙂

Danke, liebe Betti, für die schöne Anregung!

26 kleine Lebkuchen-Knöpfe:

  • 50g weiche Butter
  • 1 Ei L
  • 50g Erythrit
  • 25g Kokosblütenzucker*
  • 1 Prise Salz
  • 50g entöltes Mandelmehl
  • 100g geriebene Mandeln
  • 50g gehackte Mandeln
  • 25g Kokosraspeln
  • 25g Haferkleie
  • 1 TL Guakernmehl
  • 10g Goji-Beeren
  • 10g Datteln (ohne Stein)
  • 10g Cranberries
  • 10g Trockenmarillen=Aprikosen oder Kletzen=Trockenbirnen
  • 1 kl. Apfel
  • 50ml Orangensaft
  • 50ml Zitronensaft
  • 4 TL Carobpulver (alternativ max. 2 TL stark entöltes Kakaopulver)
  • 1 Schuss Rum
  • 2 TL Bio-Orangenschale
  • 2 TL Bio-Zitronenschale
  • 1 TL Hirschhornsalz (Achtung, Teig mit Hirschhornsalz soll man nicht roh kosten, weil das Ammoniak erst beim Backen verfliegt)
  • 2 TL Pottasche
  • 2 TL Lebkuchengewürz

Zum Glasieren:

  • 50g gute dunkle Schokolade m. 85% Kakaoanteil
  • 50g Vollmilch-Schokolade m. Erythrit
  • 10g Kokosöl

Die Trockenfrüchte möglichst fein hacken. Orange und Zitrone abreiben und auspressen. Apfel (ohne Schale) fein reiben. Ggf. Mandeln grob hacken (ich hatte fertig gehackte).

Butter in kleine Stücke schneiden.

Erst die trockenen Zutaten vermischen und dann alle Zutaten für den Teig gut mit der Küchenmaschine verrühren. 10min quellen lassen.

Aus dem Teig nassen Händen zwei Rollen formen und diese in Frischhaltefolie einpacken. Mind. 2 Stunden ab damit in den Kühlschrank.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Mit einem nassen Messer Scheiben abschneiden und auf zwei Backbleche mit Backpapier drapieren. 18-20min backen. Abkühlen lassen.

Zum Schluss die Schokolade und das Kokosöl im Wasserbad schmelzen und damit die Knöpfe bepinseln.

Fruechtelebkuchen-Knoepfe_04

*Kokosblütenzucker ist eigentlich nicht Low Carb, jedoch wegen seines sehr geringen glykämischen Werts durchaus als Ergänzung geeignet. Er lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, was bedeutet, dass er keine Insulinspitzen zur Folge hat. Die Bauchspeicheldrüse, die mithilfe des Insulins die Glukose aufnimmt, wird durch den häufigen Verzehr hoch-glykämischer Nahrung (gewöhnlicher Zucker, weißes Mehl etc.) überlastet, was zu Diabetes (Typ II) und Hypoglykämie führen kann. Kokosblütenzucker hilft, diese “Zivilisationskrankheiten” vorzubeugen.

Parmesan-Spinatknödel mit Bärlauchpesto

Die beliebten Eiweiß-Knödel geistern auf vielfältigen Wegen durchs Internet, etwa bei Erdbeerblüte oder auf Lowcarb-Ketogen. Ich habe die festen Bestandteile etwas abgewandelt, um mein tägliches Plus an Haferkleie unterzubringen, und Spinatknödel mit Parmesan und Bärlauch draus gemacht. Ein gutes vegetarisches Gericht und eine herrliche Alternative zu den üblichen Spinatknödeln aus Semmelbrot, die man in Österreich so gerne isst (eines der ganz wenigen traditionellen vegetarischen Rezepte, die wir hier haben…).

 

2 Portionen:

  • 30g Eiweißpulver, neutral
  • 20g Flohsamenschalen
  • 20g Haferkleie
  • 10g Pfeilwurzelstärke
  • ½ TL Guakernmehl
  • 250g Magertopfen=Quark
  • 2 große Eier (oder 3 kleine)
  • 100g Parmesan oder Grana Padano
  • 2 TK-Spinat-Zwutschgerl, aufgetaut
  • 1 Schalotte
  • 1 geh. EL Bärlauchpesto (alternativ Pesto Genovese + 2 gepresste Knoblauchzehen)
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • Schnittlauch zum Bestreuen

Parmesan reiben. Aufgetauten TK-Blattspinat gut ausdrücken und fein hacken. Schalotte ebenfalls möglichst fein hacken.

Alle Zutaten bis auf die Butter im Mixer verrühren, gut abschmecken (kann ruhig übersalzen sein; das Salz geht beim Kochen z.T. wieder weg). 10min quellen lassen.

Mit feuchten Händen 8 kleine Knödel formen. Salzwasser aufkochen lassen und die Knödel darin ca. 20min leicht vor sich hin sieden lassen (nicht mehr richtig kochen).

Butter bräunen. Knödel frisch aus dem Wasser (gut abgetropft oder mit Küchenrolle abgetupft) mit gebräunter Butter, geriebenem Pfeffer und Schnittlauchröllchen servieren.

Bunter Salat passt gut dazu!

Salzburger Mühlenkraut mit Topfendalken à la Daniela

Daniela Pfeifer ist eine sehr erfolgreiche Foodbloggerin sowie Buchautorin und ernährungsmedizinischen Beraterin. Ihren Blog Low Carb Goodies verfolge ich immer wieder gerne, auch weil sie öfters traditionelle österreichische Rezepte „lowcarbisiert“.

Diesmal hab ich ihre Rezept für Salzburger Mühlenkraut und für Topfendalken (sprich: „Doik’n“) ausprobiert und bin ganz begeistert. Die Dalken werde ich in den nächsten Tagen gleich nochmal kochen, diesmal mit selbstgemachtem Apfelmus.

Kleine Veränderungen hab ich gemacht. Statt der Schweineschnitzel und des Specks gab es schwarzgeräuchertes Geselchtes, das wir unlängst einem bayerischen Bauern abgekauft haben, der in unserer Gegend (nahe der bayerisch-österreichischen Grenze) mit seinem Lieferwagen Ab-Hof-Verkauf betrieben hat. Da haben wir ganz schön zugeschlagen… zum Glück können wir unseren 10kg-Sack Zwiebeln in der Gartenhütte lagern. 😉

Ach ja, außerdem hatte ich noch ein Eigelb übrig, das ich zu den Dalken gegeben hab. Daniela hält das Rezept eifrei; es ist also offenbar durchaus möglich, auf den Dotter zu verzichten. Das hab ich aber nicht ausprobiert.

Danke, liebe Daniela, für diese supertolle, deftig-winterliche Anregung! Ich kannte dieses Salzburger Mühlenkraut noch gar nicht, und das, obwohl ich jetzt schon seit 11 Jahren in Salzburg (Umgebung) lebe und meine Oma eigentlich aus dem Pongau stammt. 🙂

4 bzw. 2 Portionen (Hinweis: Da das Kraut sehr gut, ja fast noch besser, aufgewärmt am nächsten Tag schmeckt, habe ich hiervon gleich 4 Portionen gemacht. Die Dalken sollten allerdings nur frisch serviert werden, die sind aufgewärmt nicht so toll, deshalb gab es davon nur 2 Portionen.):

Für das Mühlenkraut (4 Portionen):

  • 250g schwarzgeräuchertes Geselchtes
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 600g Weißkraut=Weißkohl
  • 1/4l Rindssuppe
  • 100g Obers=Sahne
  • 1 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 Handvoll Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, Muskat
  • ggf. Butterschmalz (nur nötig, wenn das Geselchte nicht viel Fett hat)

Für die Topfendalken (2 Portionen):

  • 250g Topfen=Quark m. 20% Fett
  • 1 Dotter (kann auch weggelassen werden; im Originalrezept von Daniela nicht vorhanden)
  • 1 geh. EL Flohsamenschalen
  • 1 geh. EL Kokosmehl
  • 30g Pfeilwurzelstärke
  • 1/2 gestr. TL Guakernmehl
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Butterschmalz zum Ausbacken (nur mit Butterschmalz sind sie original, das ist essenziell für den Geschmack!)

Alle Zutaten für die Dalken mit der Küchenmaschine verrühren und 10min  stehen lassen.

Weißkraut feinnudelig schneiden, Zwiebel in feine Ringe schneiden, Knoblauch fein hacken, Schnittlauch in Röllchen schneiden.

Geselchtes grob würfeln. Fettrand abschneiden und fein würfeln.

Jetzt mal den Teig für die Dalken zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie packen. Ab in den Kühlschrank.

Speckfett in einer großen Pfanne (ich hatte einen Wok) auslassen. Wenn das Geselchte sehr trocken ist, ggf. noch mit etwas Butterschmalz nachhelfen. Zwiebel und Knoblauch darin anbraten.

Weißkraut zugeben und gut salzen. Erst mal vor sich hin braten lassen, bis es etwas bräunt.

Kraut mit den restlichen Gewürzen und der Rindssuppe abschmecken und bei geschlossenem Deckel mind. 15min dünsten lassen. Dann Deckel abnehmen und Wasser verdampfen lassen.

Den Topfenteig für die Dalken aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem nassen Messer Scheiben abschneiden.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen.

In der Zwischenzeit das Obers unters Kraut rühren.

Die Topfenscheiben ggf. mit nassen Händen noch etwas in Form modellieren und ins heiße Butterschmalz gleiten lassen. Von beiden Seiten goldbraun ausbacken lassen.

Dalken noch auf etwas Küchenrolle abtropfen lassen und sofort mit Schnittlauch bestreut servieren.

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Jägerlaibchen (fast wie bei Oma) mit Paprika-Mandel-Dip (nicht wie bei Oma)

Ehrlich gesagt war das purer Zufall… aber als ich die Kleckse in die Pfanne gegeben habe, hab ich erkannt, dass ich eine Low Carb-Variante von Omas Jägerlaibchen gebastelt hab. Oma hat die früher immer aus Erdäpfelpüree gezaubert. Die Konsistenz der Laibchen ist deshalb relativ weich – das soll so sein.

Als ich in jugendlichen Jahren Vegetarierin war, hab ich meine Oma, die meist für mich gekocht hat und eine Köchin der alten österreichischen Schule ist, wohl an den Rand der Verzweiflung gebracht. Man muss sich ja mal in diese Situation versetzen: Die 13-jährige Katharina besteht quasi über Nacht darauf, Vegetarierin zu werden. Aber bitte mit Vollpension, denn selber kochen kam nicht in Frage (mitkochen oder mal in Ausnahmefällen schon; aber nicht jeden Tag, das war Omas „Aufgabe“). Als ich dann älter wurde, so mit 18, hab ich langsam erkannt, dass ich das ja selbst in die Hand nehmen könnte und dass es irgendwie ziemlich unverschämt war, vegetarische Küche einzufordern. Aber sicher fünf Jahre lang hat Oma täglich darum gekämpft, dass ich nicht verhungern muss. 😉 So gab es, damit ich nicht immer nur Beilagen essen „musste“, eben ziemlich oft die vegetarischen Rezepte, die Oma in ihrem Repertoire hatte: Kasspatzen, Krautfleckerl, Gemüsesuppen gefolgt von div. Süßspeisen (Schwarzbeertatschen, Apfelradln, Schmarrn, Palatschinken, Marillenknödel…). Und eben auch Jägerlaibchen.

Während für mich die Laibchen vegetarisch waren, bekamen die anderen meist noch ein paar Stückchen Hartwurst in ihren Erdäpfelteig. Das wirkt auch gleich viel „jägeriger“ – und ich werde es das nächste Mal wohl auch so ausprobieren mit meiner Low Carb-Version; dann aber nicht mit Dip, sondern mit Sauerkraut!

2 Portionen:

Für die Jägerlaibchen:

  • 350g Zucchini- oder Kürbisfleisch, grob geraspelt
  • 2 Karotten (ca. 150g), grob geraspelt
  • 2 Zwiebeln (ca. 150g), grob geraspelt oder fein gewürfelt
  • 2 Eier
  • 1 Handvoll TK-Erbsen
  • 1 Handvoll Petersilie, gehackt
  • 1 Handvoll Schnittlauch, gehackt
  • 2 geh. EL Flohsamenschalen
  • 2 geh. EL Haferkleie (evtl. 3)
  • Salz, Peffer, Paprikapulver
  • Erdnussöl, Butter oder Butterschmalz

Für den Dip:

  • 3 geh. EL griechisches Joghurt
  • 3 geh. EL weißes Mandelmus
  • 1 roter Paprika
  • 1 Chili
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Tomatenmark aus der Tube
  • Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprikapulver
  • Erdnussöl

Das Gemüse grob raspeln. Wenn junge, frische Zucchini verwendet wird, diese nach dem Raspeln salzen, 15min stehen lassen und gut ausdrücken. Große Superzucchini oder Kürbis müssen nicht auf diese Weise vorbereitet werden, sondern können nach dem Raspeln gleich verwendet werden.

Alle Zutaten bis auf die Erbsen in der Küchenmaschine miteinander verrühren und 15min quellen lassen. Sollte die Masse noch zu flüssig sein (das kommt drauf an, wie gut die Zucchini ausgedrückt oder wie feucht die Kürbissorte ist), ggf. noch 1 EL Haferkleie ergänzen.

In der Zwischenzeit den Paprika und die Chili für den Dip würfeln und in etwas Erdnussöl anbraten, bis er Farbe annimmt. Etwas abkühlen lassen und alle Dip-Zutaten mit einem Pürierstab zusammenpürieren. Kühl stellen.

Die Erbsen unter die Teigmasse heben (können ruhig gefroren sein, das macht nichts).

Backrohr auf 50°C Heißluft (zum Warmhalten) vorheizen.

Hitzestabiles Fett (ich nehme am liebsten Erdnussöl und Butter oder Butterschmalz gemischt) in der Pfanne, in der zuvor der Paprika angebraten wurde, erhitzen. Die Teigmasse hineinklecksen und von beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Da man wahrscheinlich zwei Tranchen braucht, können die ersten Laibchen auf Küchenrolle im Backrohr aufbewahrt werden. Auch die zweite Tranche vor dem Servieren auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Tipp: Anstelle des Paprika-Mandel-Dips passt auch gut Sauerkraut dazu. Für diese Variante schmeckt es auch lecker, wenn man ein bisschen Hartwurst klein würfelt und unter den Teig hebt.

Wir hatten noch grünen Salat mit Karotten dazu.

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Hallimasch-Schwammerlgulasch mit Knödeln

2 Portionen:

Für das Schwammerlgulasch:

  • 250g Hallimasch (oder andere gemischte Pilze aus dem Supermarkt; da entfällt das Abkochen am Anfang natürlich)
  • 1 gr. Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 2 EL Paprikapulver
  • 2 EL Worcestersauce
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 EL Estragon-Senf
  • 150g Crème fraîche oder Sauerrahm (oder gemischt)
  • Petersilie, Estragon oder Estragon-Pesto
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Für die Low Carb-Knödel (4 Stück):

  • 125g Topfen=Quark
  • 2 Eier M
  • 30g Eiweißpulver, neutral
  • 30g Flohsamenschalen
  • 1 TL Guakernmehl
  • 1 Stamperl (=4cl) Weißwein oder Gemüsesuppe
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Mit den Knödeln anfangen. Dafür alle Zutaten vermischen und mind. 15min quellen lassen.

Hallimasch putzen, klein schneiden und die Kappen 5min in kochendes Salzwasser geben (Achtung, das schäumt stark wie Nudelwasser). Dann das Wasser wegschütten (es enthält hitzelösliche Giftstoffe) und die Hallimasch im Sieb so lange waschen, bis der Schaum weg ist.

Zwiebel fein hacken und in Butter anbraten. Hallimasch zugeben, salzen und pfeffern und 20min bei mittlerer Hitze anbraten. (Bei anderen Pilzen reichen auch 15min.)

Salzwasser zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit mit nassen Händen aus der Knödelmasse Knödel formen.

Das kochende Salzwasser ausschalten und die Knödel reingeben. Im ausgeschalteten Topf bei geschlossenem Deckel 20-25min ziehen lassen.

Nach Ablauf der Kochzeit die Pilzpfanne mit allen Zutaten würzen und zum Schluss bei ausgeschalteter Herdplatte den Sauerrahm/die Crème fraîche unterrühren. Nicht mehr kochen lassen!

Knödel auf dem Gulasch servieren und mit Kräutern garnieren. Das bunte „Dekozeug“ auf unserem Essen sind übrigens gehackte Kapuzinerkressen-Blüten. 🙂

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Hallimasch-Pilzgulasch-Knödel_01 Hallimasch-Pilzgulasch-Knödel_02

Gebratene Forelle mit Petersil-Wurzelgemüse und Zitronenbutter

Forellen sind etwas ganz Feines. Frisch gefangen aus den Seen in der Nähe sind sie mir (natürlich) am liebsten, aber es gibt auch ganz gute Forellen aus heimischer Zucht mit asc-Siegel im Supermarkt (asc ist das Zuchtfisch-Pendant zum msc-Meeresfisch-Siegel; es steht für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung beim Fischkauf).

Üblicherweise isst man die gebratene Forelle mit Petersilerdäpfeln=Kartoffeln und Zitronenbutter. Ist halt durch die Erdäpfel nicht mehr kohlenhydratarm. Deshalb hatten wir sie mit köstlichen Pastinaken und Topinambur. Die haben einen tollen Eigengeschmack und schmecken uns besser als Erdäpfel. Man kann natürlich auch entweder nur Pastinaken oder nur Topinambur nehmen – wir hatten zufällig beides daheim und fanden die Mischung super.

2 Portionen:

  • 2 Forellen (à ca. 250g)
  • 200g Topinambur
  • 200g Pastinaken (Alternativ: Petersilwurzeln)
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 EL Kokosmehl
  • 80g Butter
  • 2 Handvoll Petersilie
  • 1 Frühlings- od. Lauchzwiebel
  • Salz, Pfeffer

Forellen waschen und mit Küchenrolle abtupfen. Fische innen und außen mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Dann mit Kokosmehl bestreuen (man kann sie auch klassisch darin wenden, aber da verschwendet man so viel Kokosmehl).

Topinambur und Pastinaken gut abbürsten (Schale darf dran bleiben), in mundgerechte Stücke schneiden und in wenig Salzwasser oder im Dampfeinsatz in ca. 20min weich kochen.

2 EL Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Die Forellen darin bei mittlerer Hitze von beiden Seiten knusprig braten – dauert ca. 7min pro Seite. Gegen Ende das Backrohr auf 80°C Heißluft vorheizen. Wenn die Forellen fertig sind, die Pfanne ins Rohr stellen zum Warmhalten.

In der Zwischenzeit etwas Zitronenschale abreiben und die Petersilie sowie die Lauchzwiebel fein hacken.

Wurzelgemüse abgießen. In demselben Topf die restliche Butter erhitzen, Gemüsestücke darin schwenken, salzen und pfeffern. 2 EL Zitronensaft, Zitronenschale, Petersilie und Lauchzwiebel dazu geben. Schön umrühren und ein wenig durchziehen lassen.

Den Fisch ggf. am Tisch noch mit Zitronensaft nachwürzen, je nach Wunsch.

Dazu hatten wir noch Vogerlsalat=Feldsalat aus dem Garten (der ist super für die kalte Jahreszeit; Kälte ist ihm völlig egal und solange kein Schnee drauf liegt, kann man ihn ernten).

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Zucchini-Bosna

Guten Morgen zusammen!

Ich beginne diesen Beitrag heute ganz untypisch mit einem hübschen Herbstbild, das sich mir vorhin geboten hat, da er ein adaptiertes Salzburger Rezept behandeln wird: Festung Hohensalzburg im Herbst. 🙂

Salzburger-Festung-Herbst_01

Zum Rezept muss ich sagen, dass ich mich mal wieder mit Lorbeeren schmücke, die nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind (hm, klingt seltsam, wenn man diese beiden Sprichwörter kombiniert). Es war Bettis tolle Idee, auf ihrem Blog Happy Carb ein witziges Rezept für einen Zucchini-Hot Dog vorzustellen. Schon seit ich davon gelesen habe, will ich es unbedingt nachkochen, und gestern war es mit den letzten kleinen Zucchinis, die der Garten hergab, endlich soweit (ich lagere aber noch zwei kürbisartige Monsterkeulen in der Speisekammer, also wird es noch weitere Zucchini-Rezepte geben).

Die Deutschen sind ja m.E. wesentlich kreativer im Zubereiten von Sauerkraut als wir konservative Österreicher. Während es „da oben“ alles gibt von Sauerkraut-Auflauf bis zur Sauerkraut-Lasagne essen „wir hier unten“ Sauerkraut primär als unkreative Beilage zu Würsteln, Kaspressknödel (eine Salzburger Spezialität, mjamjam), herzhaften Bauernkrapfen (eine allgemein österreichische Spezialität, doppelt mjamjam), Holzknechtnocken (eine Salzkammergutler/Bad Ischler Spezialität, dreifach mjamjam) & Co. Maximal angereichert mit Speckwürfeln oder, wenn es denn unbedingt originell sein muss, mit Apfel oder Apfelsaft. Na gut, es gibt dann noch Krautspatzerl oder Schupfnudeln mit Kraut. Aber trotzdem.

Ich habe also die kreative Sauerkraut-Komposition von Betti 1:1 umgesetzt – und wir waren ganz begeistert.

Aus dem Zucchini-Hot Dog haben wir kurzerhand einen Zucchini-Bosna gebastelt (da fällt mir ein, ich muss jetzt auch mal ein Rezept für Bosna im Low Carb-Brötchen posten).

Was ist nun ein Bosna?

Bosna ist der Name einer hot dog-ähnlichen Salzburger Spezialität, die 1949 vom Bulgaren Zanko Todoroff im Müllnerbräu erfunden wurde. Dieser Snack, den Todoroff ursprünglich Nadinizer nannte, verkaufte sich so gut, dass er sich einen kleinen Imbisstand kaufen konnte, den Balkan Grill, vor dem heute zu jeder Tageszeit lange Menschenschlangen stehen. Allerdings konnten sich die Leute den Namen nicht merken, weshalb er sein Gericht in Bosa (боза) umbenannte (bulgar. für ein Jausengetränk bzw. offenbar metonymisch für die ganze Jause=Brotzeit=Snack) und seinen Imbiss von einem Schriftenmaler gestalten ließ. Dieser meinte, eine Verbindung zum Balkan herstellen zu müssen und schrieb Bosna (wg. Bosnien).

Quelle: Salzburger Nachrichten: Es geht um die (Bosna-)Wurst von Othmar Behr, 12. Dezember 2008

Und was ist jetzt so ein Bosna? Der traditionelle Bosna besteht im Unterschied zum Hot Dog aus einer Bratwurst (im Hot Dog finden sich eigentlich meistens Frankfurter=Wiener Würstchen) in einer Langsemmel (kein weiches Hot Dog-Brötchen). Gewürzt wird er immer mit Senf, Currypulver, Paprikapulver, frischer Zwiebel und Petersilie (KEIN Ketchup!).

Hier nun also das Rezept von Betti, ganz geringfügig als Bosna adaptiert:

2 Portionen:

  • 1 Pkg. Sauerkraut  (500g)
  • 3 geh. EL Tomatenmark aus d. Tube
  • 50g Kräuterfrischkäse
  • 4 Essiggurkerl
  • 1 kl. Rote Zwiebel
  • 1 kl. Gelbe Zwiebel
  • 3 kl. Zucchini
  • 3 dünne Bratwürste
  • 50g Gouda
  • Petersilie, Estragon
  • Salz, Pfeffer, Estragonsenf, Currypulver, Paprikapulver, Erdnussöl, Butter f. d. Form

Die Bratwürste im 2cm-Abstand einschneiden (nur die Haut einritzen, damit sie sich nicht rollen) und in etwas Öl anbraten. Aus der Pfanne nehmen.

Die ganze rote Zwiebel und die halbe gelbe Zwiebel in Ringe schneiden und in der bereits benutzten Pfanne anbraten. Das ausgedrückte Sauerkraut zugeben und anschwitzen. Mit Tomatenmark, 1 EL Senf, Frischkäse, klein gehacktem Estragon und Pfeffer abschmecken. Die klein gewürfelten Essiggurkerl zugeben und noch etwas weicher dünsten lassen.

In der Zwischenzeit die Zucchini mit einem Löffel aushöhlen. Das Fruchtfleisch klein hacken und zum Kraut geben.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Zucchinihälften mit Senf bestreichen und mit den Bratwürsten belegen. Diese kräftig mit Currypulver und Paprikapulver würzen.

Die halbe gelbe Zwiebel klein würfeln, die Petersilie hacken und je einen Teil davon auf die Bratwürste geben. Die obere Zucchinihälfte aufsetzen.

Eine gebutterte Auflaufform mit dem Sauerkraut befüllen. Die Zucchini-Bosna aufs Kraut setzen und mit geriebenem Gouda bestreuen.

20min mit Deckel und 10min ohne Deckel bei 175°C Heißluft ins Rohr geben.

Vor dem Servieren mit den restlichen frischen Zwiebeln und der Petersilie bestreuen.

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Pilzinfos & Rezept: Parmesan-Kokos-Parasol auf gelbem Tomatenspiegel

Die im Folgenden präsentierten Infos sind lediglich als meine private Meinung und nicht als Pilzberatung zu verstehen. Pilzbestimmung übers Internet ist trotz der vielen Vorzüge, die gute Pilzseiten (z.B. 123pilze.de) ggü. Printmedien aufweisen, keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Ich übernehme keine Haftung.

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Hach ja, Parasol, die sind doch wirklich was Feines! Hier hab ich mal ein More Carb-Rezept für Gebackene Parasol im Pankomantel gebloggt.

Parasol kennen viele von uns als gute Speisepilze, insbesondere, wenn man die großen, tellerförmigen Pilzhüte wie Schnitzel parniert. Ihre Stiele eigenen sich zum Trocknen und zur Herstellung von Pilzwürzpulver oder Pilzsalz.

Parmesan-Kokos-Parasol_01 Parmesan-Kokos-Parasol_03

Es ist schon lustig: Freunde und Familie werden immer ganz nervös, wenn mein Mann und ich uns ins Pilzsammel-Vergnügen stürzen, sind jedoch völlig beruhigt, wenn wir „nur“ Parasol mit nachhause bringen – weil man die eben kennt, immer schon gegessen hat.

Ich frage mich, ob das so richtig ist. Der Parasol (Macrolepiota procera), auch Riesenschirmling genannt, zeichnet sich durch einige markanteste Merkmale aus: seine Größe (bis zu 30cm im Durchmesser), seinen weißer Hut mit braunen, dachziegelartigen Schuppen und braun-buckeligem Scheitel, seinen braun-weiß genatterter Stiel sowie seinen stets verschiebbaren, doppelt ausgebildeten, fransig-wattigen Ring (den man übrigens roh snacken kann). Unverkennbar. Glaubt man.

Jetzt ist es aber so, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass die allermeisten Parasol-Experten da draußen gar nicht wissen, dass sie höchstwahrscheinlich regelmäßig seinen Doppelgänger verzehren, nämlich den Rötenden- oder Safranschirmling (Macrolepiota rachodes). Der Unterschied besteht darin, dass das Fleisch von Hut und Stiel sowie seine Lamellen bei Verletzung röten (=werden safranrot oder gelbrot). Der Stiel ist nicht genattert. Dramatisch ist die Verwechslung mit dem Safranschirmling nicht, denn er ist ebenso essbar.

Das Problem ist ein anderes: Es gibt dann noch eine Art, die nennt sich Garten-Safranschirmling oder Garten-Riesenschirmling (Macrolepiota rachodes var. hortensis). Und die ist giftig („nur“ magen-darm-giftig, man bekommt also kurzfristige Verdauungsprobleme). Die sieht im Grunde genauso aus wie der Safranschirmling und rötet auch, wächst allerdings an anderen Orten: Wie der Name schon sagt im Garten, in Parks, aber auch auf dem Kompost oder im Gewächshaus. Und dann gibt es noch den Gift-Riesenschirmling (Macrolepiota venenata), der ebenso rötet, der ebenso kurzfristige Magen-Darm-Störungen verursacht.

Ich sage das alles nur deshalb mit solchem Nachdruck, weil der Parasol bei pilzsammelnden Laien als „einfacher“ Pilz gilt (ebenso wie das Eierschwammerl=Pfifferling oder der Steinpilz=Herrenpilz; und auch das stimmt ganz und gar nicht, mehr dazu ein anderes Mal). Es gibt keine einfachen Pilze, wenn „einfach“ bedeuten soll, dass man sie ohne eingängige Prüfung verputzen will!

Aber simpel sind die Regeln doch, die es für die Parasolsuche einzuhalten gilt:

  1. Ausschließlich Riesenschirmlinge sammeln, die im Wald (Misch-, Laub-, Nadelwald) wachsen. Nichts aus dem Garten, vom Kompost o.ä. sammeln.
  2. Wer sich Sorgen macht, kann einfach auf rötende Arten komplett verzichten.
  3. Der Stiel muss braun-weiß genattert sein und einen doppelt abgesetzen, wattig-fransigen Ring aufweisen.
  4. Die Schuppen an der Hut-Oberfläche müssen dachziegelartig voneinander abgesetzt sein (sind sie es nicht, kann es sich um den weniger schmackhaften, jedoch essbaren Sternschuppigen Riesenschirmling handeln).
  5. Wurde der Pilz sicher als Parasol erkannt, muss er beim Kochen komplett durchgegart werden. Darin unterscheidet sich das „Schnitzelschwammerl“ von der Zubereitung gewöhnlicher Minutenschnitzel. Fleisch verträgt es, wenn man es nur kurz anbrutzelt. (Fast alle) Pilze wollen hingegen ordentlich durcherhitzt werden, sonst können empfindlichere Personen ebenfalls Bauchzwicken bekommen.

So. Ich wiederhole: Das alles ist nicht schwer, man muss sich nur konzentrieren. Die lapidare Einstellung „Den kenne ich eh sowieso, das ist ein Parasol“ hat schon manchem ungutes Bauchweh beschert.

Wer die fünf von mir genannten Punkte beachtet, wird keine Probleme haben (lediglich meine Meinung – keine absolute Garantie – keine Essensfreigabe von mir).

Ganz im Gegenteil: Wer wirklich Parasol sammelt, wird ein Geschmackserlebnis sondergleichen erleben. Ich liebe Parasol, die sind sooo lecker!

Toll ist, dass in dem Wald, der ein paar Meter hinter unserem Haus anfängt, ein Parasol-Paradies ist. Wenn wir es wirklich eilig haben, gehen wir 5min mit den Katzen, die uns immer begleiten, in den Wald hinein, kommen mit wunderschönen Exemplaren zurück und können in kürzester Zeit schlemmen. 🙂

Hier also ein vorgestern von uns erprobtes Low Carb-Rezept für parnierten Parasol. Ist das nicht großartig, dass diese Leckerei auch kohlenhydratarm möglich ist?

Parmesan-Kokos-Parasol auf gelbem Tomatenspiegel

2 Portionen:

  • mind. 6 große Stück Parasol
  • 50g Kokosmehl
  • 50g Kokosraspel
  • 50g Parmesan oder Grana Padano, gerieben
  • 2 Eier
  • 2 gute Schuss Milch oder Schlagobers=Sahne
  • Salz, Pfeffer
  • Butter, Erdnussöl

Für die Tomatensauce:

  • 400g Tomaten (ich hatte gelbe, deshalb die Farbe)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Balsamico-Essig
  • 2 TL Erythrit
  • 1 Handvoll Oregano oder, für die exotische Variante, Koriandergrün
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Tomatensauce die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken und in einem Topf in Öl anbraten. Gewürfelte Tomaten zugeben und mit Deckel aufkochen lassen.

Die Schirme vom Parasol abmachen (Stiele lassen sich ganz leicht herausdrehen) und mit der angefeuchteten Küchenrolle putzen. Nur, wenn die Pilze richtig erdig sind, waschen (besser wär’s, sie blieben eher trocken).

Tipp: Die Stiele nicht wegwerfen, sondern kleinschneiden und ein paar Tage in der Sonne trocknen lassen, bis sie rascheln. Dann z.B. in der Kaffeemühle oder mit der Nussreibe zu feinem Pulver mahlen. Dieses Pilzpulver lässt sich ganz wunderbar für Saucen verwenden!

Parasolschirme etwas flach drücken, salzen und pfeffern.

Auf einem Teller Kokosmehl verteilen, auf dem zweiten eine verquirlte Eier-Obers/Milch-Mischung, auf dem dritten eine Kokosraspel-Parmesan-Mischung.

Pilzhüte erst in Kokosmehl, dann in Eiern und zum Schluss in Kokos-Parmesan-Raspeln wenden.

Zwischendurch nach der Tomatensauce sehen: Diese müsste inzwischen fast fertig sein. Mit Balsamico-Essig und Erythrit abschmecken, dann mit dem Zauberstab pürieren. Zum Schluss die gehackten Kräuter unterheben und auf leiser Stufe weiterköcheln lassen.

Die parnierten Parasolschirme und können nun frisch in der Pfanne ausgebacken werden. Ich nehme am liebsten eine Mischung aus Erdnussöl und Butter. Darauf achten, dass sie komplett durchgegart werden (jeden mind. 5min in der Pfanne lassen, Hitze am Ende ggf. zurückschalten, damit nichts verbrennt). Weil nicht alle in die Pfanne passen werden, im auf 50°C vorgeheizten Backrohr auf Küchenrolle abtropfen lassen und warmhalten.

Die fertig parnierten Parasolschirme mit Tomatensauce servieren.

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Pilzinfos & Rezept: Waldpilz-Kürbis-Ragout

Die im Folgenden präsentierten Infos sind lediglich als meine private Meinung und nicht als Pilzberatung zu verstehen. Pilzbestimmung übers Internet ist trotz der vielen Vorzüge, die gute Pilzseiten (z.B. 123pilze.de) ggü. Printmedien aufweisen, keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Ich übernehme keine Haftung.

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Juhuuuu endlich endlich ENDLICH!! Es gibt wieder Waldpilze!! Die haben sich ja heuer ungemein bitten lassen, das war nicht mehr witzig. Wie oft mein Mann und ich mit unseren Körbchen ausgestattet in den Wald, der an unser Haus angrenzt, marschiert sind — nur um dann ohne pilzige Funde (dafür meist mit Kräutern oder Blumensamen oder irgendwas Dekorativem) zurückzukehren.

Seit über einem Jahr warte ich jetzt schon, da wir heuer auch keinen einzigen Winterpilz (Austernseitlinge, Judasohren etc.) finden konnten. Zur Morchelzeit hatten wir keine freie Sekunde übrig – naja, und dann dieser heiße Sommer. Der war ja schön, aber den Schwammerln hat er nicht gefallen.

Jedenfalls habe ich vor, eine eigene Waldpilz-Rubrik in meinem Blog einzurichten. Diese darf nicht als Pilzbestimmungspage missverstanden werden, sondern soll lediglich kundigen Sammlern als Ideenlieferant für Rezepte dienen. Diejenigen, die nicht so einfach an Waldpilze herankommen, können die Rezepte immer umwandeln in kaufbare Ware (Steinpilze, Eierschwammerl=Pfifferlinge, div. Seitlingsarten usw.).

Rote Heringstäublinge

Die Natur hat uns heuer (wieder) ein fantastisches Geschenk gemacht: In unserem Mini-Waldstückchen, das an unseren Garten angrenzt, sind überraschend die leckeren roten Heringstäublinge aus dem Boden geschossen. Das ist toll, wenn man direkt neben der Gartenhütte solch super Speisepilze findet! 😀

Rote-Heringstaeublinge_01

Täublinge sind mir ja recht sympathisch – eigentlich (fast) die einzigen sympathischen Lamellenpilze, da ich mich über die wirklich drübertraue. Bei Lamellenpilzen muss man nämlich höllisch aufpassen!! Die Gattung der Täublinge an sich ist nicht schwer zu erkennen. Hier ist eine sehr gute Foren-Infoseite dazu.

Zunächst die Form: Junge Täublinge sind kugelig, während sie im Alter abflachen oder in der Mitte vertieft sind.

Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist allerdings die Konsistenz des Fleisches und der Lamellen: Täublinge sind (bis auf wenige Ausnahmen, die lasse ICH auf jeden Fall aus) sehr spröde. Wenn man mit dem Fingernagel über die Lamellen streicht, splittern sie gleich ab. Wenn man den Stiel (oder den Hut) abbricht, bricht er styroporartig ab und splittert nicht – in dem verlinkten Forum vergleicht man die Bruchstelle mit der eines Apfels, das trifft es super. Stiele, die splittern, elastisch sind oder Fasern aufweisen, gehören niemals zu einem Täubling. Täublinge haben auch niemals Ringe, Manschetten, Knollen (!!), Milch oder sonstige Merkmale – ausschließlich Stiel, Hut und Lamellen. Niemals einen Pilz mit Knolle an der Stielbasis probieren!!!

Die Farbe ist kein ordentliches Erkennungsmerkmal für Täublinge. In der Mykologie=Pilzkunde (hihi ich hab mal kurz Mykenologie=Altertumswissenschaft mit Spezialisierung auf Mykene studiert und vertippe mich da immer noch) ist man sich gar nicht sicher, wieviele Arten man nun unterscheidet. Ich gebe mal die grobe Anzahl von 200 an (manche sprechen aber von 120, andere von 250). Das liegt an den vielen Farben der Hüte. Für ausnahmslos alle Täublinge aber gilt, und das ist es, was sie mir so sympathisch macht:

Alle Täublinge, die bei Geschmacksprobe scharf oder sonstwie grauslich schmecken, sind ungenießbar bis giftig (es gibt keine stark giftigen Täublinge, aber man kann vorübergehende Verdauungsprobleme bekommen).

Alle Täublinge, die bei Geschmacksprobe mild schmecken, sind essbar (ob die gut schmecken, ist eine andere Sache).

Zur Geschmacksprobe: Natürlich erst dann probieren, wenn 100%ig eindeutig klar ist, dass es sich um einen Täubling handelt. Die darf man zu Bestimmungszwecken bedenkenlos kosten, im Unterschied zu anderen Arten (beim Knollenblätterpilz wäre schon das fatal!). Also: Nicht einfach wahllos rohe Waldpilze probieren!! Nachdem man sich absolut sicher ist, einen Täubling vor sich zu haben, kann man ein Stück Hut mit Lamellen auf die Zunge nehmen und ein paar Sekunden einwirken lassen (bei manchen braucht der widerliche Geschmack nämlich etwas Zeit, bis er sich entwickelt). Ob gut, mild oder ekelhaft: Geschmacksprobe immer ausspucken, nie runterschlucken (die meisten Waldpilze müssen erst erhitzt werden, bevor sie genießbar sind).

Und jetzt noch die Info, warum ich so begeistert bin von den roten Heringstäublingen: Abgesehen von den typischen Täublingsmerkmalen (s.o.) und ihrer kaminroten Hutfarbe weisen sie noch ein weiteres untrügerisches Merkmal auf: ihren Geruch! Sie riechen nämlich eindeutig nach Fisch! Das vergeht beim Kochen komplett, ist aber ein super Identifikationsmerkmal. Man kann sie somit maximal mit anderen (ebenso leckeren, essbaren) Heringstäublingen „verwechseln“. Die Anführungszeichen deshalb, weil viele Mykologen diese Arten gar nicht erst voneinander trennen, weil sie so nahe zusammengehören.

Boviste

Boviste=Stäublinge kennen die meisten von uns – so ziemlich jeder hat sie als Kind schon zertreten und zum Stäuben gebracht. Doch fast niemand in meinem Umfeld weiß, dass sie absolut köstliche Speisepilze sein können, wenn man es richtig macht:

  1. Ich sammle ausschließlich innen wie außen weiße Boviste, von denen immer alle essbar sind. Zwar gibt es auch braune Arten, die essbar sind, aber die Unterscheidung ist mir zu heikel.
  2. Boviste nur sammeln, solange sie jung sind und noch keine Sporen (=das „Staubige“) ausgebildet haben, sonst sind sie nicht mehr gut. Exemplare, die größer als ein (Männer-)Daumennagel sind, lasse ich stehen.
  3. Boviste wachsen „im Rudel“. Keine einzeln oder in Kleinstgruppen herumstehenden kugeligen weißen Pilze sammeln – Knollenblätterpilze können, wenn sie noch ganz jung sind, kugelig sein!
  4. Es gibt ein ganz einfaches und idiotensicheres Erkennungsmerkmal: Vor dem Kochen schneide ich alle Boviste, auch wenn sie noch so klein sind, in der Mitte einmal durch. Da dürfen absolut keine Lamellen sein. Das Fleisch ist kompakt wie feines Styropor. Die Konsistenz ist fest. Keine Lamellen – NIEMALS Lamellen!

Warum Boviste, die doch irgendwie überall wachsen, nicht bekanntere Speisepilze sind, kann ich mir nur dadurch erklären, dass man allein mit ihnen kaum ein Hauptgericht zubereiten kann, denn wenn man sie im Baby-Stadium sammelt (was man muss wg. der Sporenanlagen), sind sie halt wirklich winzig. Sie eigenen sich somit eigentlich nur für Mischgerichte, auch wenn sie noch so lecker sind.

Zusammenfassend:  Wenn die innere Fruchtschicht weiß ist und keine Lamellenansätze zeigt, sind Boviste immer essbar!

Die Sorte, die hier bei mir am häufigsten vorkommt, ist der Flaschenbovist. Ich hab aber auch schon junge Birnenstäublinge gesammelt, die sind, solange sie ganz klein sind, ebenfalls weiß und gut (wenn sie braun und alt werden, werden sie grauslich).

Boviste_01 Boviste_02

Tja, so far… klingt alles kompliziert, ist es aber nicht, wenn man sich konzentriert. Beim Pilzsammeln muss man einfach immer den ganzen Pilz bestimmen (d.h.: wie sieht es mit der Konsistenz des Fleisches aus, wie riecht er, gibt es weitere Merkmale wie Ring oder Milch, wie sieht der Stielansatz aus…) und nicht nur nach der Farbe der Hüte gehen. Das trifft im Übrigen genauso auf Wildkräuter wie z.B. Bärlauch zu. Es ist mir nach wie vor schleierhaft, wie die Leute Bärlauch mit Maiglöckchenblättern verwechseln können… trotzdem tun sie es. Man muss sich informieren, sonst riskiert man seine Gesundheit oder gar sein Leben. Aber ich fahre ja auch nicht mit dem Auto, ohne mir den Führerschein mit Konzentration und Muße angelernt zu haben, oder?

Abschließen möchte ich diesen Eintrag aber doch noch mit einem Rezept aus der Low Carb-Küche:

Waldpilz-Kürbis-Ragout

2 Portionen:

  • 150g gemischte, geputzte Waldpilze (ich hatte Heringstäublinge und Boviste; funktioniert freilich auch mit gekauften Mischpilzen)
  • 1/2 Blue Ballet-Kürbis (ca. 450g-500g ungeputzt und mit Kernen; geht aber auch z.B. m. Hokkaido)
  • 1 kl. rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Essiggurkerl
  • 100g Pfefferonisalami (oder normale Salami und eine Chilischote)
  • 2 Eier
  • 50g Grana Padano oder Parmesan
  • 4 EL Obers=Sahne
  • je 1/2 Handvoll Estragon und Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Bio-Gemüsesuppenpulver, Paprikapulver
  • Butter
  • Kürbiskerne zum Bestreuen

Pilze putzen und vorbereiten (d.h. z.B. Boviste, auch wenn sie noch so klein sind, halbieren). In kleine Stücke schneiden.

Zwiebel, Knoblauch und Essiggurkerl fein hacken. Salami eher klein würfeln. Kürbis putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Kräuter fein hacken.

Zwiebel und Knoblauch in Butter anbraten. Kürbis, Salami und Gurkerl zugeben. 3min auf hoher Flamme anbraten, dann salzen, pfeffern und mit einem Schuss Wasser ablöschen, Deckel draufgeben und noch weitere 5min dünsten.

Schwammerl und Kräuter zugeben und weitere 4min dünsten.

In der Zwischenzeit die Eier, das Obers und den geriebenen Käse verrühren. Abschmecken.

Gemüse vom Herd nehmen und 1min neben der Platte stehen lassen – es soll nicht mehr glühend heiß sein. Dann die Eier-Käse-Mischung unterrühren. Wie bei der Carbonara-Sauce soll das Ei nicht mehr kochen, sondern nur noch wegen der Wärme anstocken.

Mit Kürbiskernen bestreuen und mit Petersilie dekorieren. Pilzragouts sind fürs Auge ja immer mäßig, das geb ich zu… aber der Geschmack war TRAUMHAFT!!

Wir hatten dazu noch einen grünen Zuckerhut-Salat mit Kürbiskernöl.

Rote-Heringstaeublinge_Boviste_01 Blue-Ballet-Kuerbis_01 Waldpilz-Kuerbis-Ragout_01

Waldpilz-Kuerbis-Ragout_02

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Lauwarmer Maya-Salat

Ich mag die (kulinarische wie gärtnerische) Kombination von Stangenbohnen (wobei ich am liebsten Feuerbohnen kultiviere) und Mais. Die Bohnen ranken sich am Mais hoch und blühen schöner als die schönsten Zierpflanzen – wir haben sie als Sichtschutz direkt neben unserer Terrasse aufgestellt. Erbsen ergänzen das Trio, auch sie haben wunderschöne Blüten, wie weiße Schmetterlinge, auch sie wickeln sich gekonnt um Spalier und Mais. Der Mais liebt seine beiden Klettermaxe, denn die Hülsenfrüchte lagern Stickstoff im Boden ein, der den Mais zu immer stärkerem Wachstum anspornt. Man könnte am Boden auch noch Kürbis oder Zucchini pflanzen – so haben es schon die Inkas, Mayas und Azteken gemacht. Das nennt man dann „Milpa-Beet“ oder auch (wundervoll poetisch) „Die drei Schwestern“. Wir hatten Radieschen und kleine Radis unter den Bohnen gepflanzt, aber die sind mittlerweile alle geerntet und verschnabuliert.

Fisolen

Interessiert sich bei diesem gesunden, natürlichen, farbenprächtigen Salat irgendjemand dafür, dass Mais die (imaginäre, nur im Kopf existierende) Low Carb-Grenze ein wenig überschreitet? Genau!

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An dieser Stelle möchte ich mich auch für die nächsten zweieinhalb Wochen verabschieden. Morgen reisen wir via Prag (von dort gab es günstige Flüge mit einer guten Airline – und zur Info, von Salzburg aus reist man mit dem privaten Busunternehmen um nur 33€ nach Prag) nach Indien! Es wird eine individuelle Rundreise: 1 Nacht Prag, 3 Nächte Mumbai, 7 Nächte Goa, 3 Nächte Delhi, dann retour nach Mumbai, retour nach Prag. Wir freuen uns schon sehr auf die bunten, turbulenten Eindrücke, die wir zweifellos erleben werden. Auf zu den wuselnden Rikschas, verkehrlahmlegenden Kühen und post-monsun-gewaschenen Landschaften! Unsere lieben Eltern halten derweil die Stellung und machen Blumengieß-Katzenfütter-Urlaub bei uns 🙂 (Ich ergänze diese Info, weil man immer wieder von den Medien gewarnt wird, sein Fortbleiben nicht im Internet publik zu machen, um keine Diebe anzulocken…) Bis bald, meine Lieben!

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2 Portionen:

  • 150g frische Erbsen (mit Schote gewogen)
  • 300g frische Fisolen=Grüne Bohnen (sowieso mit Schote)
  • 2 Maiskolben
  • 1 Schalotte od. kl. rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 EL Leinöl
  • 4 EL Apfelessig
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • frisches Bohnenkraut und Schnittlauch

Erbsen auspulen, Maiskörner mit einem Messer von den Kolben trennen, Fisolen in 3cm lange Stücke schneiden.

Zwiebel fein hacken, Knoblauch pressen, Kräuter fein hacken. Mit Öl und Essig sowie Salz, Pfeffer, Gemüsesuppenpulver vermischen und ziehen lassen.

Gemüse in den Kelomat=Schnellkochtopf geben und einmal bis zum zweiten Ring aufkochen lassen. Das dauert keine 5min – aufpassen, damit nichts zerkocht! Danach sofort Dampf ablassen (hehe) und Gemüse abgießen.

Noch warm mit der Marinade vermengen und servieren.

Maya-Salat_01 Maya-Salat_02

Maya-Salat_03 Maya-Salat_04