Kürbislasagne mit Pilzen und Büffelmozzarella

Ursprünglich wollte ich die tolle vegane Lasagne von Marlies nachkochen – und das werde ich auch noch ganz bald machen. Allerdings hab ich dann gesehen, dass der Büffelmozzarella dringend verarbeitet werden wollte, und außerdem hab ich einen überraschenden Bovist-Fund (Stäublinge) bei uns im Waldgarten gemacht. So ist dann diese von Marlies inspirierte vegetarische Version entstanden.

Dieses Gericht kann übrigens als Fortsetzungs- oder vorhergehendes Rezept des Champignonragouts in der Kürbisschale angesehen werden, da man dabei genau den anderen Teil des Kürbisses sowie bei einer 500g-Schale Champignons die zweite Hälfte aufbrauchen kann. Und schmeckt trotzdem gaaanz anders!🙂

3-4 Portionen (schmeckt super am nächsten Tag; mit Salat sind es auf jeden Fall 4 Portionen):

  • 1 größerer Butternut-Kürbis, davon die untere Kugelhälfte abgeschnitten und für ein anderes Rezept im Kühlschrank aufbewahrt; wir brauchen nur den oberen, länglichen Teil vom Kürbis (den unteren, kugeligen Teil natürlich aufheben für ein anderes Gericht)
  • 250g Mischpilze (ich hatte Boviste, einige wenige Semmelstoppelpilze und gekaufte braune Champignons)
  • 250g Wirsing (oder anderes „Grünzeug“, z.B. Grünkohl oder Spinat, wobei man den Spinat nicht so lange blanchieren muss)
  • 500g frische Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Karotten, je nach Größe
  • 1-2 Selleriestangen, je nach Größe (oder die entsprechende Menge Selleriegrün vom frischen Knollensellerie)
  • 1 geh. TL Bärlauchpesto (alternativ 2-3 Knoblauchzehen)
  • Oregano, Rosmarin
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1/2 Becher (125g) Sauerrahm=Saure Sahne
  • 1 EL Kokosmehl
  • 1 Kugel Büffelmozzarella (s.u. die Ergänzung vom 04.10.)
  • ein Achterl (=125ml) trockener Weißwein
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zwiebel, Karotten und Sellerie fein hacken; in Olivenöl anbraten.

Tomaten grob würfeln und zugeben (wer sie unbedingt schälen will, kann das ja nach kurzem Blanchieren machen, ich spar mir die Arbeit immer). Salzen, pfeffern, Oregano hacken und zugeben sowie den Essig einrühren. Nun sanft köcheln lassen und mit den weiteren Schritten fortfahren.

Den oberen, länglichen Teil vom Butternut-Kürbis in 3mm dicke Scheiben schneiden/hobeln und 5min in Salzwasser kochen. Kürbis rausnehmen (Wasser aufbewahren).

Währenddessen das grüne Blattgemüse putzen und hacken. Wenn der Kürbis heraußen ist, im Wasser das Blattgemüse blanchieren. Spinat braucht nur wenige Sekunden, dicker Wirsing schon bis zu einer Minute.

Pilze putzen (insbesondere bei meinen Flaschenbovisten muss die körnige Außenhaut abgerieben werden, das geht schnell mit Küchenrolle oder unter fließendem Wasser, verhindert aber ein „graupenartiges“ Aussehen des Gerichts) und in Scheiben schneiden.

Boviste_02

Pilze in Öl anbraten, gehackten Rosmarin, Weißwein, Salz und Pfeffer zugeben und etwas einköcheln lassen. Das Bärlauchpesto unterrühren (oder die gepressten Knoblauchzehen).

3 EL Sauerrahm mit 1 EL Kokosmehl verrühren und unter die Pilzmasse rühren.

Wenn nun alle Schichten bzw. Saucen fertig sind, kann das Schichten beginnen (vorher Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen):

Ganz unten hin kommt ein Schöpfer Tomatensugo, dann folgen die Kürbisplatten. Diese etwas salzen und pfeffern. Dann Pilze, dann Blattgemüse, dann wieder Tomaten. So fortfahren bis alles verbraucht ist.

Ganz oben kommt nun eine Mischung aus dem zerdrückten Büffelmozzarella und dem restlichen Sauerrahm. Zum Abschluss pfeffern und für mind. 45min ab ins Rohr (60min schaden dem Gericht auch nicht, dann aber ggf. die letzten 15min abdecken, damit der Käse nicht zu sehr bräunt).

Dazu passt frischer Salat; wir hatten Zuckerhut-Karotten-Salat mit Kürbiskernöl.

(Übrigens: Auf dem Foto sehen die gelben und orangen Tomaten halbroh aus; das ist richtig, ich hab obenauf noch ein paar rohe in die fertige Tomatensauce schnippeln müssen, weil ich zu wenig Sugo eingekocht hatte.)

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Ergänzung vom 04.10.2016:

Im Hinblick auf den von „der einsidler“ geposteten Kommentar, empfiehlt es sich tatsächlich, einen zweiten, kritischen Blick auf den verwendeten Mozzarella zu werfen: Kauft nicht jeden, kauft nur solche Produkte, die sich strengsten Bio-Standards unterwerden. D.h. u.a. mit der Verpflichtung der Hersteller zur Mutterkuhhaltung, zur Aufzucht von Stieren bis ins Schlachtalter, zur Weidealmhaltung an mindestens 200 Tagen/Jahr, zum Verzicht auf Hochzleistungskühe zugunsten von regionalen, alten Arten usw.

Ich habe bisher noch keinen Büffelmozzarella aus solcher lobenswerten Haltung finden können, deshalb werde ich ihn vorerst nicht mehr kaufen, sondern zukünftig durch den Bio-Mozzarella meines Vertrauens ersetzen werde (ich kaufe die „ZzU“-Marke vom H*fer, die Bio-Pionier Werner Lampert ins Leben gerufen hat). Wer ordentlichen Büffelmozzarella entdecken kann, etwa von Ab-Hof-Verkauf (Büffel werden bei uns ja immer beliebter!), wo man sich selbst vom Tierwohl überzeugen kann, der sollte m.E. aber nicht zögern, ihn zu kaufen.

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6 Gedanken zu “Kürbislasagne mit Pilzen und Büffelmozzarella

  1. marliesgierls schreibt:

    Ja jetzt geht die Kürbissaison los, die ersten habe ich auch schon geerntet, aber nur Hokaido, die sind zu für die Lasagne ja nicht geeignet, da muss ich noch ein Weilchen warten, aber der Winter ist dann ja lang genug. So eine Kürbis-Lasagne ist immer was Feines, und man kann ja nach Lust und Laune kombinieren.
    Lieben gruß Marlies

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Ach, verflixt… noch eine Leckerei für mich verloren. Ich bin ja keine Veganerin, kaufe aber zu 90% tierische Produkte (Milch und Eier) aus Bio-Haltung, und zwar wenn möglich nur mit solchen Bio-Zertifikaten, die nicht nur die Minimalstandards erfüllen, sondern eben genau sowas wie das von dir gepostete eklige Schicksal der Tiere verhindern wollen. Der Büffelmozzarella war – rate mal – nicht bei dieser 90%-Liste, sondern aus konventioneller Haltung, weil ich noch keinen österreichischen Bio-Büffelmozzarella aufgetan habe.

      Jede Art der Milchprodukte zu verteufeln, ist aber m.E. auch nicht zielführend. Strengste Bio-Standards (d.h. z.B. mit der Verpflichtung der Hersteller zur Mutterkuhhaltung, zur Aufzucht von Stieren bis ins Schlachtalter, zur Weidealmhaltung an mindestens 200 Tagen/Jahr usw.) tragen auch zur Artenvielfalt bei.
      Die Kühe, die rings um mein Haus grasen (nicht meine), sind täglich draußen, die Kälber werden weder entsorgt (männlich) noch von der Mutter separiert (alle), es sind keine Hochleistungskühe, sondern alte Arten aus der Region. So etwas ginge auch verloren, würden alle Menschen täglich komplett auf Milchprodukte verzichten. (Fast) keiner hält eine Kuhherde, nur weil sie so lieb ist.

      Weniger Milchprodukte insgesamt und wenn, dann mit mehr Sensibilität für Tierethik und Tierschutz. Das ist zumindest meine Devise.

      Danke für die Aufklärung und liebe Grüße
      Katharina

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      • der einsiedler schreibt:

        unsere massentierhaltung ist für mehr als die hälfte aller globalen co2 emissionen verantwortlich, somit ist unser fleischkonsum hauptverursacher des durch den menschen verursachten klimawandels. die industrielle tierhaltung schadet der erde mehr als jede andere industrie. erstaunlich, dass viele umweltschutzorganisationen diese tatsache in ihren kampagnen völlig ausser acht lassen.

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        • Genussspecht.net schreibt:

          Hallo nochmal!

          Ich unterschreibe völlig. Massentierhaltung ist nicht gut (unterstütze ich nicht, sondern nur bäuerliche Kleinhaltung). Fleischkonsum ist nicht gut (mach ich nicht).

          Trotzdem sind hier viele Totschlagargumente dabei, die m.E. problematisch sind, da sie genauso mit Scheuklappen behaftet sind. Meine Antworten dazu:

          1. Kühe fressen Gras.
          2. Kühe leben in kleinen Familienverbänden.
          3. Gibt man ihnen etwas anderes als Gras (Mais, Soja, TOTE TIERE usw.), dann ist das wider die Natur und dient nur einer gesteigerten Produktion. So etwas ist nicht zu unterstützen, kann aber durch sorgfältiges Auswählen der Produkte verhindert werden.
          4. Gras fressende Kühe in bäuerlicher Kleinhaltung verursachen keinen Klimawandel, keine Abholzung von Regenwald und auch keine relevanten CO2-Emissionen.
          5. Dies alles kann aber nicht erreicht werden, wenn alle täglich Fleisch und Milchprodukte essen wollen, denn so viele Kleinhöfe haben nirgendwo Platz. Und Mutterkuhhaltung ergibt natürlich insgesamt auch weniger Milch – muss aber trotzdem fürs Tierwohl sein.

          Dasselbe kann auch für andere Tiere gelten, die zur Milchgewinnung gehalten werden: Schafe, Ziegen. Und genauso gilt das für Hühner: Hühner fressen Insekten und Pflanzen, die sie selbst ausscharren und finden. Naturnahe Hühnerrassen muss man nicht mal im Winter zufüttern (außer ggf. mit Bioabfällen wie Kohlblättern usw.). Hühner brauchen auch kein Soja und erst recht keine keine Massentierhaltung.

          Ein Beispiel: Die Schafe meines Vaters haben den ganzen Tag draußen gespielt. Sie haben ausschließlich Gras bzw. im Winter Heu von der eigenen Weide gefressen. Sie waren nur in ganz geringem Maße in ihrer Bewegung eingeschränkt, da der Grund groß und der Hirtehund tolerant war. 😉 Sie hatten ihre Lämmer bei sich. Die männlichen Schafe wurden aufgezogen. Die verstoßenen Zwillingslämmer mitunter sogar von uns mit dem Fläschchen. Ohne diese Schafe wäre die Welt ein Stück ärmer.

          „Milch ist Mord“ ist ein wenig schwierig und zu generell gehalten.
          „Milch aus konventioneller Massentierhaltung“ – ja, unbedingt, da gebe ich dir 100%ig recht.

          Liebe Grüße
          Katharina

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