Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Vielleicht ist jemandem aufgefallen, dass ich den Untertitel meines Blogs geändert habe. Nun finden auch die „Gartenfreuden“ Beachtung, von denen ich ab und zu schreibe. Ich möchte nicht, dass ihr den Blog als Mogelpackung seht, wenn einmal kein Rezept, sondern ein Gartel-Tipp o.ä. online geht. 🙂

Um diesen Umstand zu „feiern“ fange ich jetzt mal mit ein paar Fotos aus unserem Nutzgarten an.

Hier unser Salatbeet, das ich am 19. November und am 8. April schon gezeigt habe. Wir haben seit letzem Frühjahr durchgehend Salat, da der Winter so mild war, die Sorte dafür taugt („Wunder der 4 Jahreszeiten“) und wir außerdem mit einem Vlies abgedeckt hatten. Wir brauchen auch so viel Salat, weil wir fast täglich unsere Grünen Smoothis trinken (auch dazu mal ein Beitrag). An der Rückseite ein Rankgitter (ursprüngl. der Deckel eines alten Hasenstalls…) für Zuckererbsen. Mittlerweile sind die schon viel mehr gewachsen. Im Hintergrund sieht man noch das Erdäpfelbeet, auf dem nach und nach eine Erdäpfelpyramide (hier bei Florian auf gartenleidenschaft zu sehen) angehäufelt werden soll. An der Längsseite im Norden des Erdäpfelbeetes steht mittlerweile ein schönes Fisolen-Spalier, das ich demnächst einmal poste:

Salat-Hochbeet

Als nächstes zwei Fotos unseres zweiten Hochbeets, das zur Zeit voller Radieschen ist. Außerdem sind da Rote Rüben, Gelbe Rüben und Chiogga Rüben, Mangold, Spitzkohl, Knollensellerie sowie Romanesco drin. Die Radieschen wachsen sehr schnell, weshalb die abgeerntet sein werden, wenn der Mangold und die Rüben groß genug sind und wirklich  Platz brauchen:

Radieschen-Rüben-Kohl_01Radieschen-Rüben-Kohl_02

Diese Flut an Radieschen kommt relativ einfach zustande: Ich lasse am Ende des Gartenjahres immer ein paar (so drei, vier) Stück auswachsen und sammel dann die trockenen Samenschoten ab:

Radieschensamen

Früher hab ich mir den Winter über die Arbeit angetan, die paar Samen (so 2-4 Stück) pro Schote umständlich auszupulen. Das ist aber absolute Zeitverschwendung; heute nehme ich einfach eine Handvoll und zerrubble die Samen überm Hochbeet. Das harke ich ein wenig unter und fertig ist die Sache. Wenn wo wirklich Pflanzen zu eng stehen, geht auszupfen viel leichter als einzelnes Einlegen der Körnchen. Aber obwohl die Pflanzen auf den Fotos sehr eng aussehen, ist das kaum einmal der Fall: Ich esse einfach immer zuerst jene (kleinen) Radieschen, die zu nah bei ihren Kollegen wachsen. Da nicht alle gleichzeitig aufgehen, obwohl alle gleichzeitg gesät werden (manche müssen sich erst durch die nicht perfekt zerbrösekten Schoten „durcharbeiten“), hat man über einen längeren Zeitraum eine gute Ernte.

Und nun noch zwei Ernte-Fotos:

Radieschen-Ernte-2016

20160517_155901

Einen solchen Berg Salat/Gemüse ernten wir eigentlich jeden Tag. Die Hälfte des Salates wird gleich gegessen, die andere kommt in den Morgen-Smoothie (halb Salat oder anderes Grünzeug, halb süßes Obst), den wir schon abends vorbereiten.

Auf dem Foto zu sehen sind noch eine Menge Kräuter (hier Estragon, Oregano, [Wild-]Schnittlauch, Petersilie). Die meisten wachsen auf unserer Kräuterspirale, die ich auch noch einmal herzeige.

Dies ist auch die perfekte Überleitung zum heutigen Rezept:

 

Herzhafter Champignons-Blattgemüse-Kuchen

Radieschen, Rüben, Radis usw. sind Pflanzen, die man im Ganzen essen kann. Am besten natürlich aus dem Garten oder vom Markt, wenn das Blattwerk noch knackig frisch ist wie bei extra dafür gezüchtetem Jungspinat oder Rübstiel/Stielmus. Ich verarbeite daher ziemlich oft Radieschenblätter, Kohlrabiblätter o.ä. in meinen Rezepten.

Der heutige herzhafte Kuchen hat eine ganze Menge davon zu bieten. Grundsätzlich gilt bei dieser Art von „Grünzeug“ aber: Man kann wild und nach Verfügbarkeit variieren! Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, (TK-)Spinat, Mangold, Brennnesseln,… alles geht. Am besten wegen der unterschiedlichen Nährstoffe in einem schönen Mischverhältnis!

Ich poste hier ein vegetarisches Rezept. Da ich aber weiß, dass ich einige vegane Leser habe, möchte ich hier auf einen veganen Zwiebelkuchen hinweisen. Diesen Teig kann man auch beim Blattgemüse-Kuchen sehr gut verwenden. Das Ei in der Fülle braucht es nicht unbedingt; ein paar gequollene Leinsamen und/oder etwas Guakernmehl stabilisieren genauso. Statt des Fetas braucht es dann aber einen anderen Geschmackskick; am besten ein wenig mit Gemüsesuppenpulver oder Hefeflocken verriebene Nüsse als „veganer Parmesan“.

Zutaten f. einen kleinen Kuchen (18cm-Springform):

Für den Teig:

  • 125g Magertopfen=Quark
  • 35g geriebene Mandeln
  • 15g Magermilchpulver oder neutrales Eiweißpulver
  • 4 geh. EL Haferkleie
  • 2 geh. EL Flohsamenschalen
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Thymianblättchen
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • ca. 50g Zucchinifleisch oder Kürbisfleisch, geraspelt (ich friere sowas gern ein)
  • 1 Ei M
  • 1 geh. EL Kokosöl

Für die Füllung:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Jungzwiebel
  • 250g braune Champignons
  • 6-8 Handvoll frisches „Grünzeug“/Blattgemüse/Wildkräuter (ich hatte Spinat, Radieschenblätter, Kohlrabiblätter, Brennnesseln, Taubnesseln, Spitzwegerich, Brombeerblätter)
  • 1 Ei M
  • 2 EL Estragon-Senf
  • 1 EL Estragon-Pesto
  • 1 Pkg. Feta
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Muskat, Zitronensaft, Kokosöl

Erst alle Teig-Zutaten mit der Küchenmaschine verrühren. Wer es besonders fein machen möchte, kann das Zucchini-/Kürbisfleisch vorher noch leicht andünsten und pürieren; grob einrühren geht aber auch. 10min quellen lassen.

In der Zwischenzeit mal Zwiebeln, Knoblauch und Champignons möglichst klein; Blattgemüse grob hacken.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine kleine 18cm-Springform fetten und den Teig hineingeben. Mit den Händen verteilen und einen Rand hochziehen.

Den Teig 15min vorbacken.

Nun die Zwiebeln und den Knoblauch in einer Pfanne anbraten. Champignons und Blattgemüse dazugeben und weiterdünsten, bis alles schön zusammengefallen ist. Dann mit den Gewürzen abschmecken und 1/2 Pkg. Feta unterbröseln.

Den Herd ausschalten und das Ei unterziehen. Die Fülle in den fertig vorgebackenen Teig gießen und die andere Hälfte des Fetas daraufbröckeln.

Für 35-40min nochmal ab ins Backrohr.

Dazu passt ein kräftig-bunter Salat. Wir hatten Rote Rüben-Salat, je nach Saison könnte ich mir aber auch Karotten- oder Tomatensalat gut dazu vorstellen!

10 Gedanken zu “Champignons-Blattgemüse-Kuchen

  1. marliesgierls schreibt:

    Schön Dein Küchengarten, ich bin neidisch auf Deine Radieschen, dieses Jahr habe ich zum ersten mal Pech damit, alle faulen, wachsen kaum, nun haben heute alles die Hühner bekommen, ich werde eine andere Sorte aussäen. Das mit den Samen merke ich mir und werde es Dir nachmachen, das einzelne Aussäen nervt mich sowieso. Ich kann zur Zeit nur über ein schönes Rucola-Beet verfügen, das sich auch immer von alleine aussät, jetzt wo er so zart ist, schmeckt er am Besten, bei meinen Salatköpfen gehen immer wieder welche ein, die Wurzeln werden abgefressen, Gärtnerpech, Verlust ist immer dabei, aber es macht ja trotzdem Spaß und was man erntet schmeckt immer super.
    Lieben Gruß Marlies

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Marlies!

      Ja, man lernt immer mehr dazu. Ich kaufe zwar ab und zu noch (neue) Radieschen-Sorten, aber nur, um auch für diese zukünftig dauerhaft Samen zur Verfügung zu haben. Die Sorte auf dem Foto wächst sehr schnell, ist robust und schmeckt ausgezeichnet; sie heißt „French Breakfast 2“.
      Salat war für mich auch schwieriger, bis ich angefangen habe, auch den in kleinen Mengen auswachsen zu lassen und dann mit den Stängeln, an denen die Salatsamen hängen, zu mulchen. Seitdem ist er absolut robust, nichts fault, alles wächst schnell und in riesengroßen Mengen.
      Rucola muss ich auch mal wieder ansäen; vielleicht in einem extra Blumenkasten oder so. Seit mir vor ein paar Jahren mal HUNDERTE grüne Raupen den gesamten Rucola vernichtet haben, hab ich mich noch nicht wieder drangetraut.
      Beim Knollensellerie schummle ich heuer; der wird aus Saatgut bei mir einfach nichts. Ich hab es mehrere Jahre lang probiert. Dieses Jahr hab ich mal kleine Pflänzchen gekauft… ist nicht besonders wirtschaftlich, aber ich LIEBE Sellerie! 🙂
      Toll finde ich auch Erdäpfel und Topinambur. Da muss ich seit Jahren nichts mehr aussäen; das wächst aus den Resten der letztjährigen Ernte heran, die ich im Bogen übersehen hab.

      Ich finde auch, dass diese Produkte einfach ganz besonders schmecken; immerhin hat man sie selbst mit viel Liebe zur Reife gebracht.

      Herzlich
      Katharina

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      • marliesgierls schreibt:

        Stimmt, mein Topinambur kommt auch immer wieder. Dies Jahr habe ich allerdings ein paar Knollen dazu gekauft, da ich ihn woanders haben wollte, nun werde ich wohl eine gute Ernte haben. Knollensellerie habe ich auch noch nicht erfolgreich gesät, manches ist wirklich heikel, trotzdem immer wieder spannend was neues auszuprobieren.
        Lieben Gruß Marlies

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  2. Landidylle schreibt:

    Knollensellerie hat eine recht lange Keimzeit, ich habe schon oft gedacht, dass er nichts wird aber dann kommt er doch mit aller Gewalt. Die Radieschen sehen toll aus, ich bin fast versucht mal wieder welche anzubauen, wir haben im Frühjahr stattdessen einen roten Rettich der nicht viel grösser wird. Rettich/Radieschenschoten schmecken übrigens auch toll!
    Und das Gericht würde ich am liebsten direkt nachkochen!
    LG Oli

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Hm, vielleicht trau ich mich nächstes Jahr doch nochmal…
      ich hab auch mal gelesen, man soll ein Teelöffelchen Salz ins Pflanzloch geben, wegen der Nährstoffe. Muss ich mal ausprobieren.
      Säst du die direkt ins Freiland oder ziehst du vor?

      Die Schoten schmecken gut, ja? Das ist aber eine super Info! Also du meinst eh die grünen Schoten, in denen dann später die Kerne heranwachsen (oben ein Bild von den getrockneten)?

      Liebe Grüße
      Katharina

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      • Landidylle schreibt:

        Genau, ich meine die frischen knackigen Schoten, ich hatte hier mal darüber geschrieben: https://landidylle.com/2015/09/28/endlich-mal-getestet-rettichschoten/
        süßlich, erbsig, leicht scharf.
        Den Sellerie ziehe ich im Haus vor, sodass er Mitte Mai mit den anderen Frostköteln raus kann. Er wird bei mir etwa faustgroß, ich dünge aber nicht nach sondern setze ihn in 50/50-Komposterde. Bislang habe ich noch nie Salz zugegeben, aber vielleicht teste ich dieses Jahr mal einen Guß mit leichtem Salzwasser.
        Liebe Grüße, Oli

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        • Genussspecht.net schreibt:

          Richtig super, danke für den Beitrag! Muss ich unbedingt testen!!

          Sellerie… na gut, überredet, ich versuch es nochmal. 🙂 Vielleicht gelingt es mir durchs Vorziehen im Haus. Die Info, dass der sich ewig bitten lässt, hilft mir ja schon mal.
          Karotten sind mir deshalb auch immer noch etwas suspekt. Ich habe im Prinzip das Gefühl, es ist Zufall, ob die ordentlich aufgehen oder nicht… und meist ist dann auch schon wieder Unkraut an der Stelle, wo ich sie angesät hab, sodass ich Angst hab, beim Jäten die feinen Samen auszureißen. 😦

          Liebe Grüße
          K.

          Gefällt 1 Person

    • Genussspecht.net schreibt:

      Hallo Florian!

      Da das eine Hochbeet auch im Winter mit Salat voll war (der, den man oben sieht sowie Vogerlsalat) und das andere noch relativ lang (bis Dezember) Radieschen und Winterradi hergegeben hat, hatte ich letztes Jahr kaum etwas Anders.
      Dieses Jahr plane ich aber zusätzlich zum Winterradi: Mangold (so lange er es aushält), Pastinaken, Wirsing, Kohlsprossen und Sibirischen Kohl (letzteren vielleicht in einem extra Beet).

      Wie hältst du’s mit dem Wintergemüse?

      Liebe Grüße
      Katharina

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