Quinoa-Spinat-Pilaw (+mit Kokoshendlbrust+)

Ich wünsche allen Lesern einen guten Start ins neue Jahr! 🙂

Ja, es ist schon einige Zeit her, dass ich von mir hab hören lassen… unsere Weihnachtsfeiertage waren recht turbulent. Erst haben wir am Heiligen Abend zum Low Carb-Weihnachtsmenü eingeladen. Ich werde das alles so nach und nach posten. Es gab:

 Apéritif: Lebkuchen-Sauerkirsch-Prosecco

Erster Gang: Blattsalat mit gefüllten Speckdatteln, Pinienkernen und Granatapfelkernen

Zweiter Gang: Ostfriesische Krabbensuppe

Dritter Gang: Bœuf Bourguignon mit geschmorten Schalotten und Schoko-Butternut-Bratkürbis

Vierter Gang: Topfendalken mit selbstgemachtem Apfelmus

Hinterher: Low Carb-Kekse, Macadamianüsse zum Selberknacken, Käsewürfel

Danach waren ein paar Tage bei unseren Familien angesagt.

An Silvester waren wir in Paris. Ich bin wirklich sehr froh, dass wir wegen der Anschläge vom 13. November nicht storniert haben, das stand natürlich kurz mal im Raum, aber das wäre absolut unklug gewesen. Erstens war der Münchner Bahnhof, von dem wir fast abgereist wären, wenn wir wegen der immer noch schlechten Zugverbindung ab Salzburg nicht spontan doch mit dem Auto zum Flughafen gefahren wären, um ein Vielfaches gefährlicher gewesen als Paris. Und zweitens will ich es sowieso nicht so weit kommen lassen, mich wegen ein paar Verrückten in europäischen Städten nicht mehr sicher zu fühlen! Non, certainement pas!

Wir hatten so wunderschöne, romantische Tage! Waren viel spazieren, im Louvre, im tollen Centre Pompidou, in zahlreichen Bistros (mit noch viel zahlreicherem, fantastischem Wein) – und haben mit voller Absicht ein Vermögen für ein Silvestermenü in einem wunderschönen Pariser Nobellokal ausgegeben hihihi 😀

Paris-Silvester2015

Danach, als wäre das noch immer nicht genug, sind wir getrennte Wege gegangen: Mein Mann verbrachte direkt im Anschluss an Paris ein paar schöne Tage mit seiner Mutter in London (ein Geburtstagsgeschenk für sie), während ich nochmal Familienbesuche machte. Tja und dann? Dann hat der Alltag angefangen, ohne dass ich Zeit gefunden hätte, auf meinen Blog zu schauen.

Es gibt aber trotzdem noch etwas Neues:

Ich versuche mich wieder als Vegetarierin. Also… als Fake-Vegetarierin, die man eigentlich gar nicht so bezeichnen dürfte. 😉 Meine letzte rein vegetarische Phase ist schon ziemlich lange her… dauerte aber immerhin von meinem zwölften bis zum 18. Lebensjahr.

Diesmal mach ich es anders, viel entspannter. Und, wie gesagt, gar nicht ‚richtig‘ vegetarisch.

Bisher haben wir es so gehalten, dass es zuhause etwa 1x pro Woche Fleisch und 1x pro Woche Fisch gab. Plus 1x Fleisch in irgendeinem Lokal, meist wenn ich mit Kollegen mittagessen gegangen bin. Ich hab zuhause schon darauf geachtet, ausschließlich Bio-Fleisch oder vom örtlichen Metzger zu kaufen. Gerade Letzteres ist aber irgendwie auch mehr Schein als Sein, denn wir wohnen zwar am Land inmitten lauter Bauern, und das Fleisch vom Metzger stammt in der Tat von Höfen der Umgebung. Aber diese Tiere müssen trotz der wunderschönen grünen Wiesen ringsum häufig ihr ganzes Leben im Stall verbringen! Sie bekommen duftendes Gras vor die Schnauzen gekarrt (das darf sich dann „Heumilch“ schimpfen) und können in einer drei Meter großen Einfassung vor die Stalltür gehen, um traurig die Wiesen ringsum anzuschauen. Ich will das nicht mehr unterstützen, regional hin oder her. Ich weiß einfach nicht, was das hier für eine Unsitte unter den Bauern ist – auch früher hab ich ländlich gewohnt, aber dort wurden die Kühe rausgelassen und konnten ihre Mußestunden im Schatten von Apfelbäumen verbringen!

Jedenfalls.

‚Unecht‘ vegetarisch bin ich ab sofort insofern, als ich zwar zu 100% auf Restaurant-, Supermarkt- und Metzgerfleisch verzichte, aber ich weiterhin ab und zu (zertifizierten bzw. aus den umgebenden Seen stammenden) Fisch esse und außerdem alle paar Monate selbstgekochtes Fleisch, das tatsächlich leben durfte. Das heißt: Ich werde weiterhin, wenn auch selten, Wild essen, das mein Onkel geschossen hat, und das noch kurz zuvor im Wald war. Ich werde weiterhin Rind essen, das beim Bauern meines Vertrauens bis vor Kurzem noch auf der Alm war. Detto für Lamm. Wie und ob es für mich jemals wieder Schwein und Geflügel geben wird, weiß ich noch nicht – jedenfalls nur dann, wenn ich jemanden auftreibe, wo ich die Tiere mit eigenen Augen draußen herumrennen sehe. Oder sie selber halte (Hendlhaltung im eigenen Garten ist ja mein persönlicher Traum – mal sehen, ob sich das in ein paar Jahren auftut.)

Diese Fleischgerichte werden zukünftig äußerst selten sein, da ich auch gar nicht die Möglichkeit hab, regelmäßig solches Fleisch zu beziehen, das diesen Ansprüchen genügt. So einmal alle zwei Monate stelle ich mir das vor. Nein, vegetarisch kann man das wirklich nicht nennen. Aber hochgerechnet macht das schon einen Unterschied: Über 100 Fleischmahlzeiten in einem Jahr vs. 6 – das ist immerhin schon mal ein Anfang. 🙂

Meinen Mann ‚zwinge‘ ich aber nicht dazu, mitzumachen. Er wird es weiterhin so halten wie bisher – ‚Flexitarier‘ ist das Unwort, das unsere moderene Welt sich dafür ausgedacht hat. Das heißt: Biofleisch in Maßen für ihn. Um das unter einen Hut zu bringen, führe ich eine neue Kategorie von Rezepten ein:

Veg+

nennt sich das ab sofort.

Veg+ bedeutet, dass es sich bei diesen Rezepten um vegetarische oder vegane Gerichte handelt, die ohne großen Aufwand um Fleisch oder Fisch ergänzt werden können. Ich esse veg, mein Mann isst das +. 😉

Und jetzt aber genug gelabert, hier kommt nun endlich das erste Veg+-Rezept:

 

Quinoa-Spinat-Pilaw (+mit Kokoshendlbrust+)

2 Portionen (1x mit Fleisch, 1x vegan):

Für den Quinoa-Pilaw:

  • 100g Quinoa*
  • 200ml Gemüsesuppe
  • 2 Spinat-Zwutschgerl, aufgetaut
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 4 Datteln
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 50ml Kokosmilch
  • 1 EL Kokosöl
  • 1/2 TL Garam Masala
  • Salz, Cayennepfeffer
  • 1 Handvoll gehackte Mandeln oder Pinienkerne

Für das Kokoshendl:

  • 1 Bio-Hendlbrustfilet
  • 1 TL Kokosöl
  • 50ml Kokosmilch
  • 1/2 TL Garam Masala
  • Salz, Cayennepfeffer

Den Quinoa gut waschen und in ca. 200ml Gemüsesuppe und dem Zitronensaft 15-20min (je nach Sorte) weich kochen.

Die Zwiebeln halbieren und in (halbe) Ringe schneiden. Knoblauch in Scheiben schneiden, Chili hacken. Alles in 1 EL Kokosöl anbraten.

Zwiebel aus der Pfanne nehmen und den etwas klein gehackten Spinat kurz in der Pfanne anbraten. Rausnehmen.

Hendlbrust im Ganzen salzen, pfeffern und mit Garam Masala einreiben.

Nochmal 1 TL Kokosöl in die Pfanne geben und die Hendlbrust scharf anbraten. Hitze etwas zurück, Deckel drauf und 10min schmoren lassen.

Die Datteln hacken und gemeinsam mit 50ml Kokosmilch und dem angedünsteten Gemüse unter den Qunioa rühren. Quinoa ggf. nochmal abschmecken und warm halten.

Nüsse oder Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Zur Seite stellen.

Nach 10min die letzten 50ml Kokosmilch zum Hendl geben. Weitere 5min mit Deckel dünsten lassen.

Vor dem Servieren die Hendlbrust rausnehmen und in Scheiben schneiden. Zum Quinoa servieren. Abschließend alles mit Pinienkernen bestreuen.

Wir hatten dazu noch Vogerlsalat=Feldsalat aus dem Garten und ein paar unserer letzten (im Haus ausgereiften) Tomaten.

 

*Quinoa enthält zwar Kohlenhydrate (59g KH auf 100g ungekochte Quinoakörner; 17g auf 100g gekochte), weist jedoch auch einen besonders hohen Proteinanteil und essentielle Aminosäuren auf.  Auch der Eisen-, Mangan- und Magnesiumanteil sind sehr hoch (und Kohlenhydrate werden übrigens in Anwesenheit von Mangan effizienter abgebaut). Die enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge. Alles in allem ist Quinoa demnach ab und zu eine gute Ergänzung für die Low Carb-Ernährung, wenn er in Maßen gegessen wird. Er wird auch von div. Low Carb-Ernährungsformen als einziges ‚Getreide‘ (ist ja eigentlich ein Pseudogetreide, weil die Pflanze nicht zur Familie der Süßgräser gehört) empfohlen.

 

 

8 Gedanken zu “Quinoa-Spinat-Pilaw (+mit Kokoshendlbrust+)

  1. Yelliorange schreibt:

    Ich finde deinrn Veg+ einen guten Plan. Du als kreative Köchin eirst bestimmt auch vegetarisch oder dogar vegan leckere Gerichte, die toll aussehen zaubern und überrascht sein, wie wenig Dir Fleisch & Fisch fehlen werden. Bin gespannt auf deine Erfahrungen. LG, Andrea

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Hallo liebe Andrea!

      Danke für deine unterstützenden Worte. 🙂

      Ja. Also, wie soll ich sagen… ich esse ja unheimlich gerne vegetarisch und manchmal auch vegan. Tu ich ja auch an den meisten Tagen, einfach weil es mir super schmeckt so. ABER ich freu mich dann eigentlich schon auch immer auf ein gutes Stück Fleisch, so alle paar Tage eben. Das soll es ab jetzt nicht mehr geben und ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, dass ich es auch nicht mehr vermisse. 🙂

      Ich hab die Entscheidung auch deshalb „offiziell“ über diesen Blog verkündet, weil mich das selbst ein bissl zwingt, mich an diesen Plan zu halten.

      Werde berichten!
      Herzliche Grüße
      Katharina

      Gefällt 1 Person

      • Yelliorange schreibt:

        Liebe Katharina,
        ich fänd auch eine weitere Reduzierung des Konsums tierischer Produkte ok. Das hilft der Sache und ist die richtige Richtung.
        Ich habe für mich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es einfacher ist, konsequent zu sein, wenn ich eine klare Entscheidung getroffen habe. Dann muss ich mich nicht immer fragen, ob ich jetzt gerade doch Fleisch essen möchte oder nicht. Ich hatte nach der einmal getroffenen Entscheidung,j kein Problem mit dem Wunsch nach Fleisch. Ich habe die Entscheidung in erster Linie wegen des Tierleids getroffen. Wenn man sich das vor Augen hält, ist es nicht so schwer, bestimmte Dinge durch andere zu ersetzen. Denn ein Verzicht ist es meines Erachtens nicht.
        Wie auch immer du entscheidest, dein Konsumverhalten ist deutlich besser als das der meisten unserer Mitmenschen.
        Liebe Grüße,
        Andrea

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        • Genussspecht.net schreibt:

          Liebe Andrea!
          Ich kann das nachvollziehen, glaube aber, dass ich da ein bisschen anders funktioniere. Wenn ich mir gar zu viel vornehme, überrollt mich das und mich mache irgendwann einen Rückzieher. Glaub ich. Also mal langsam anfangen und schauen, ob ich das (wieder) durchhalte. 🙂 Und dann langsam steigern, wenn es klappt.
          Schwierigkeiten sehe ich auf Dienstreisen (davon mache ich viele), denn da gibt es, wenn man Glück hat, vegetarisch (mit Bratensauce oder so…) oder Fisch (was in vielen Ländern als ‚vegetarisch‘ durchgeht). Und, ganz schlimm, bei Familienbesuchen. Bin schon gespannt, wie das wird. Ich will ja auch nicht, dass extra für mich gekocht wird, aber rundherum werden sich alle weigern, mich nur Beilagen essen zu lassen… naja, das steht ja noch an. :o)
          Herzliche Grüße und nochmals danke für die netten Worte
          K.

          Gefällt 1 Person

  2. Christina schreibt:

    Liebe Katharina,
    es freut mich sehr, dass es auf deinem Blog wieder Neuigkeiten inkl. Rezepte gibt. Ich freue mich auch sehr auf deine angekündigten Rezepte der Kategorie Veg+. 😉 Ich esse eigentlich hauptsächlich auch vegetarisch, da es mir ebenfalls erschwert ist an Fleisch, welches meinem Anspruch genügt, und ich lege es ohnehin schon nicht so ganz arg streng aus wie du, heran zu kommen. Vegan muss es für mich aber nicht unbedingt sein, ich mag auch gerne (viel) Gemüse kombiniert mit proteinreichen Produkten vom Tier (Joghurt-, Quark- und Käseprodukte, Eier …).

    LG

    *Christina*

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    • Christina schreibt:

      Das obige Gericht gab es am Feiertag am Donnerstag und es läutete die vier freien Tage kulinarisch ein. 😉 Es hat (allen) ausgesprochen gut geschmeckt. Ein Pilaw hatte ich noch nie zubereitet, da ich kein Freund von Datteln bin habe ich einfach Rosinen genommen. Und frischen Blattspinat statt TK-Ware. Unter der Woche war ein großer Sack frischer Blätter geliefert worden, den galt und gilt es zu verarbeiten. Es waren gut vier bis fünf Hände voll. Ein geschmackliches Erlebnis war auch das Hähnchenfleisch gewürzt mit Garam Masala. Uups, beim erneuten Lesen des Rezeptes fällt mir gerade auf, dass ich vergessen habe, dass noch einmal Kokosmilch an das Hendl gegeben werden sollte! Peinlich peinlich, hat aber auch so lecker geschmeckt. 🙂

      LG

      *Christina*

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      • Genussspecht.net schreibt:

        Freut mich, dass es geschmeckt hat!
        Die Kokosmilch ist völlig egal, wenn du ein saftiges Hendl hast. Die wär nur da, um es nicht auszutrocknen.
        Einen großen Sack frischen Blattspinat hätt ich jetzt auch unheimlich gern…
        Ach ja und Rosinen sind im Pilaw genauso authentisch wie Datteln! 🙂

        Viele liebe Grüße
        Katharina

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