Phänomenaler veganer Krautkuchen mit Röstzwiebeln

Ganz ehrlich, ich weiß, man soll sich nicht selbst loben – aber gestern hab ich das während des Essens andauernd getan. 😀

Weil wir in letzter Zeit für unsere Verhältnisse relativ viel Fleisch und Wurst gegessen haben (das Bœuf bourguignon mit Schoko-Gewürzkürbis, den Gratinierten Gorgonzola-Chicoree im Schinkenmäntelchen und die Woche davor das Salzburger Mühlenkraut mit Topfendalken), wollte ich endlich mal wieder was Veganes machen. Gleichzeitig hatten wir aber noch Weißkraut übrig, und ich hatte so große Lust auf einen Herzhaften Krautkuchen. Die Eier, der Topfen=Quark und das Schlagobers=die Sahne, die ich normalerweise für solche Kuchen verwende, passen ja jetzt erst mal nicht zu den tierfreien Plänen. Googlen kann man zwar nach veganen Krautkuchen (bzw. noch häufiger nach veganem Zwiebelkuchen), aber erstens sind die nie Low Carb und zweitens besteht der Guss zu 99% aus Seidentofu (hab ich nicht, mag ich nicht) und (igittigitt) Ei-Ersatz aus dem Chemiebaukasten. Danke, nein.

Also hab ich halt auf gut Glück herumexperimentiert. Und das Ergebnis ist so fantastisch, dass sowohl mein Mann als auch ich ehrlich zugeben mussten: Das war der mit großem Abstand beste Krautkuchen, den wir je gegessen haben!

Ein veganer Low Carb-Krautkuchen. Experiment abgeschlossen!

2 Portionen (=1 kl. Springform mit 18cm):

Für den Teig:

  • 250g püriertes Kürbisfleisch (Tipp: Beim Putzen von Kürbis entfernt man ja die innenliegenden Kerne, aus denen ich meist Geröstete Kürbiskerne mache, und das fasrige Fleisch. Dieses Fleisch friere ich immer ein; ich sammle es von Kürbis zu Kürbis in einem Gefriersackerl im Tiefkühler. Für dieses Rezept eignet es sich optimal!)
  • 5 geh. EL Haferkleie*
  • 4 geh. EL gerieben Mandeln*
  • 3 geh. geschrotete Goldleinsamen*
  • 3 geh. EL Flohsamenschalen*
  • 2 geh. EL Kichererbsenmehl*
  • 2 geh. EL Pfeilwurzelstärke*
  • 6 EL Hafer- oder Dinkel- oder Sojamilch
  • 1/2 TL Guakernmehl*
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 TL Trockengerm=Hefe
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Erdnussöl
  • etwas Pfeffer, etwas Bio-Gemüsesuppenpulver

Für den Belag:

  • 450g Weißkraut
  • 2 geh. EL frisch gekeimte Sprossen (ich hatte eine Mischung aus Radieschen, Bockshornklee und Alfaalfa; alternativ gehen auch einfach frische Kräuter)
  • 1 EL ganze Kümmelsamen
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Paprikapulver, Bio-Gemüsesuppenpulver
  • 1 EL Erdnussöl

Für den Guss:

  • 125ml Hafer- oder Dinkel- oder Sojamilch
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 geh. EL Estragonsenf
  • 2 geh. EL (helles) Mandelmus oder Cashewmus
  • 1 geh. EL Kichererbsenmehl*
  • 1 geh. EL Pfeilwurzelstärke*
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Paprikapulver, Bio-Gemüsesuppenpulver

Für die Röstzwiebel:

  • 1 kl. Zwiebel
  • 1 EL Kichererbsenmehl*
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1 EL Erdnussöl zum Ausbacken

* Zur Frage: Brauche ich das alles oder kann ich auch was ersetzen?

Da wir kein Ei verwenden, sind die Quellstoffe in Leinsamen und Flohsamenschalen essenziell sowie die Bindestoffe in der Pfeilwurzelstärke und im Guakernmehl. Leinsamen und/oder Flohsamenschalen braucht es. Wer nicht beides hat, kann eins durchs andere ersetzen. Statt Pfeilwurzelstärke kann man normale Stärke nehmen, statt Guakernmehl Johanniskernmehl.

Haferkleie quillt ebenfalls, diese ist nicht zu ersetzen. Es braucht sie auch für den guten Geschmack.

Kichererbsenmehl kann durch Leinsamenmehl ersetzt werden. Evtl. auch durch noch mehr Haferkleie, das müsste man ausprobieren.

Geriebene Mandeln eher nur durch andere geriebene Nüsse ersetzen. Wichtig für Konsistenz und Geschmack.

Zunächst das Kürbisfleisch in ganz wenig Wasser weich kochen. Salzen, pfeffern, mit Muskat würzen und pürieren.

Alle Zutaten für den Teig (auch den noch warmen Kürbis; dann geht die Germ=Hefe besser) gut mit der Küchenmaschine verrühren. Ich habe den Teig jetzt für 15-20min in den noch vom Kochen des Kürbisses warmen Topf gegeben (mit Deckel), weil da drin die Germ besser arbeitet.

In der Zwischenzeit können schon einmal alle Zutaten für den Guss verrührt und püriert werden. Stehen und quellen lassen.

Das Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen.

Eine 18cm-Springform mit Erdnussöl auspinseln. Den Teig (am besten mit befeuchteten Fingern) hineingeben und bis ganz nach oben einen Rand hochziehen. Mehrmals mit einer Gabel einstechen.

Den Boden für 25min vorbacken.

Das Weißkraut feinnudelig schneiden. In etwas Erdnussöl in einer Pfanne anbraten, gut würzen und 15-20min bei mittlerer bis geringer Hitze braten. Der riesengroße Krauthaufen soll ordentlich Wasser lassen und zusammenfallen. 🙂

Wenn das Kraut gut gebräunt aussieht und zusammengefallen ist, Hitze ausstellen und die Sprossen unterrühren.

Kraut in den vorgebackenen Teig füllen. Den Guss darübergeben und für 35min ab in den Ofen.

10min vor Ende der Backzeit die Zwiebel in möglichst feine Ringe schneiden. In einem Teller Kichererbsenmehl und Paprikapulver verrühren und die Zwiebelringe darin wenden. In einer guten Portion Erdnussöl ausbacken und die fertigen Ringe auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Vor dem Servieren des Kuchens die Zwiebelringe obenauf legen.

Dazu passt grüner Salat mit Kürbiskernöl.

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7 Gedanken zu “Phänomenaler veganer Krautkuchen mit Röstzwiebeln

    • Genussspecht.net schreibt:

      Jaaa! 🙂 Ich war mir ja erst nicht sicher, ob der Teig auch wirklich hält und so… also ganz ohne Weizenkleber, Ei etc.
      Ich freu mich so!
      Ist zwar ein wenig aufwändiger (obwohl, es liest sich viel komplizierter als es ist!), aber es lohnt sich!

      Liebe Grüße
      Katharina

      Gefällt 1 Person

    • Genussspecht.net schreibt:

      Das freut mich, liebe Namensvetterin!
      Und Silvester – tolle Idee. Erstens eine enorme Ehre für mich und zweitens passt das richtig toll für Silvester, finde ich. Silvester war früher in meiner Familie der klassische „Französische Ziebelsuppentag“.
      Guten Appetit und berichte dann bitte! 🙂
      Herzliche Grüße
      K.

      Gefällt mir

      • Katharina schreibt:

        Interessante Tradition 🙂 Das einzige was wir immer gemacht haben war Dinner For One schauen und ich habe KIndersekt bekommen 😉 Ja, ich werde mich auf jeden Fall melden und allerlei Zutaten improvisieren (Pfeilwurzmehl mag ich nicht extra dafür kaufen ^^) !

        Liebe Grüße an Katharina von Katharina 😉

        Gefällt 1 Person

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