Pilzzucht I & Rezept: Kohlsprossen mit Seitlingscarbonara

Ich hab leider noch nie Austernseitlinge oder Lungenseitlinge im Wald gefunden, dabei wären sie so toll, weil man Austernseitlinge sogar im Winter sammeln kann (Saison üblicherweise ab Mitte November… also gut, nicht in DIESEM November, wo wir immer noch 23°C haben!). Deshalb kaufe ich mir Seitlinge vollkommen überteuert als Bio-Pilze im Supermarkt. Sie sind einfach zu lecker…

Dieses Jahr haben wir allerdings einen Versuch mit einer eigenen Pilzzucht gestartet. Ich werde in den nächsten Tagen ein paar Fotos und Infos dazu posten, die ersten davon sind noch auf meinem Tablet, weil sie aus der Phase stammen, in der meine Kamera defekt war. Nur soviel: Man kann bei diversen Online-Anbietern Pilzbrut (d.h. Myzel) kaufen und selbst geeignetes Substrat im Garten „beimpfen“.

Gekauft haben wir Brut für Austernseitlinge (Winterpilze), Lungenseitlinge (Sommerpilze) und Braunkappen=Riesenträuschlinge. Während die Seitlinge auf Holz angebaut werden (wir haben dazu Stämme auf spezielle Art behandelt, mehr dazu demnächst), können Braunkappen in Erde kultiviert werden. Gesagt, getan.

Zum Schluss hatten wir noch ein bisschen Braunkappen-Substrat übrig… dachte ich… offenbar ist das Etikett abgefallen oder ich war geistig umnachtet oder beides, denn: Ich hab versehentlich den letzten Rest des Lungenseitling-Myzels in eine Box mit Kompost gegeben, in der Meinung, das würden Braunkappen werden. 🙂

Geklappt hat es deshalb, weil unser Kompost nicht fein gesiebt ist, sondern immer auch einiges an Aststücken enthält (z.B. von der Tomatenbefestigung und so). Wir hächseln die nicht, weil wir der Meinung sind, dass einiges an langsam verrotendem Material gut für die Durchlüftung ist. Tja und so haben wir, ganz untypisch, einige Lungenseitlinge in einer Box mit Erde gezüchtet, weil sie auf den kleinen Steckerln wachsen konnten:

Lungenseitlinge_01 Lungenseitlinge_02

Lungenseitlinge_03 Lungenseitlinge_04

Seitlingsarten eignen sich ja für die vielfältigsten Gerichte. Die Austernseitlinge werden wegen ihrer Dickfleischigkeit sogar „Kalbfleischpilze“ genannt. Lecker sind auch noch Kräuterseitlinge!

Ich hab sie diesmal für eines meiner liebsten Kohlsprossen=Rosenkohl-Rezepte verwendet. Früher haben wir dasselbe (mit oder ohne Pilzen) zu Penne gegessen. Wem also die Kohlenhydrate wurscht sind, empfehle ich, auch das einmal auszuprobieren. Für das Low Carb-Abendessen eignet sich die Seitlingsvariante hingegen wunderbar.

2 Portionen:

  • 250g Kohlsprossen=Rosenkohl
  • 200g Seitlinge (wer keine im Supermarkt bekommt, kann auch Champignons nehmen – Tipp: hab kürzlich bei Sp*r Österreich tiefgekühlte Marchfelder Bio-Kräuterseitlinge entdeckt)
  • 30g Speckwürferl (vegetarisch: weglassen oder Räuchertofu; bei beidem braucht es dann noch etwas Butter)
  • 1 Ei L
  • 50g Grana Padano oder Parmesan
  • 3 EL Obers=Sahne oder Milch
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Die Kohlsprossen=den Rosenkohl putzen und halbieren. Seitlinge putzen und in kleine Würferl schneiden. Petersilie fein hacken (ggf. noch etwas zur Seite legen für die Deko).

Speckwürferl (oder Butter und Räuchertofu) in einer heißen Pfanne anbraten, dann Kohlsprossen dazu, 3min scharf anbraten. Pilzwürferl hinzugeben, salzen, 3min weiterbraten. Dann mit Zitronensaft ablöschen und würzen. Etwas vor sich hin dünsten lassen (mit Deckel). Bis sie bissfest sind, dauert es nochmal ca. 5min (einfach eine Gabelprobe machen).

In der Zwischenzeit Ei mit Obers und geriebenem Grana Padano verrühren, salzen und pfeffern.

Herd ausschalten (!) und Eiergemisch einrühren (soll nicht mehr kochen, nur stocken).

Und schon fertig! 🙂

Lungenseitlinge_05 Lungenseitlinge_06 Kohlsprossen-Seitlingscarbonara_02

Kohlsprossen-Seitlingscarbonara_03 Kohlsprossen-Seitlingscarbonara_01

4 Gedanken zu “Pilzzucht I & Rezept: Kohlsprossen mit Seitlingscarbonara

  1. Christina schreibt:

    Liebe Katharina,

    hättest du nicht dazu geschrieben, wie Kohlsprossen auch genannt werden, ich hätte, vor Ansicht des Bildes, nicht gewusst: hier geht es um Rosenkohl. Eigentlich ziemlich logisch, wenn ich direkt an den hier regionalen Begriff „Sprüütche“ gedacht hätte. Sprüütche oder auch Sprüütcher = Sprossen … 😉 Das ist das Wintergemüse, welches ich als Kind gehasst habe. Seit ein paar Jahren esse ich es hin und wieder schon. Und jetzt ist ja richtig Saison also muss es, finde ich, auch aus der Region auf den Tisch. Unser gestriges Abendessen, aber nicht mit so tollen Waldpilzen, sondern mit „ordinären“ braunen Zuchtchampignons. Geschmeckt hat es trotzdem, wenn es uns allen auch ein wenig schwer im Magen lag (Fett, wir sind es einfach nicht gewohnt, da gab es ein wenig „Rebellion“ im Nachgang …). Ich habe noch ein wenig marinierten Tofu (Natur- und Räucher gemischt) dazu gereicht. Die Pilzcarbonara-Sauce fand ich sehr lecker … lässt sich sicherlich auch noch prima mit anderem kombinieren.

    LG zum Sonntag von

    *Christina*

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Christina!

      Freut mich, dass es euch geschmeckt hat.
      Kann es sein, dass es nicht das Fett war, sondern die Kohlsprossen, die euch im Magen gelegen sind? Wenn man die nicht gewöhnt und empfindlicher ist, rumort es evtl. ein wenig im Bäuchlein. 🙂

      Herzliche Grüße
      Katharina

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      • Christina schreibt:

        Ich glaube es lag an Beidem! 😉
        Ich hatte den Rosenkohl zuvor schon extra aufgewallt (blanchiert) aber nur kurz, gerade aus diesem Grund …
        Vor einigen Wochen hatte ich ihn einfach als Röstgemüse aufs Backblech gegeben und das war echt schlimm danach, dafür war es jetzt echt harmlos, ich denke das Blanchieren hilft schon einmal die blähenden Eigenschaften zu verringern.

        *Christina*

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        • Genussspecht.net schreibt:

          Das Gute ist, dass man sich daran gewöhnt – so wie bei Hülsenfrüchten.
          Und natürlich helfen auch die üblichen Gewürze wie Kümmel, Bohnenkraut, Anis, Fenchel.
          Oder ein Kräuterschnapserl. 😉 (Oder, ich liebe ihn ja, ein ekelhafter Tee aus nahezu magisch-wirksamem Birkenporling! Vielleicht findest du den ja mal bei einem Waldspaziergang.)

          Röstgemüse mt Kohlsprossen… das klingt aber sehr lecker… da muss ich mal wieder einkaufen gehen jajaja

          Herzliche Grüße
          Katharina

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