Topinambur-Moussaka

Topinambur ist spitze. Hier habe ich ein paar Infos zu ihrem gesundheitlichen Wert zusammen getragen, deshalb spare ich mir das und verlinke nur. 🙂

Gesagt sei in jedem Fall, dass Topis nicht nur köstlich schmecken, lange sättigen und super gesund sind, sondern dass sie auch traumhaft schön blühen. Ich kenne viele Leute, die Topinambur als Zierpflanzen im Garten haben (ihre Knollen ähneln ja auch den Dahlienknollen), ohne zu wissen, dass sie eigentlich Gemüseanbau betreiben. Fotos der Blüten findet ihr auch im oben verlinkten Beitrag.

Ich mag Topinambur auch deshalb so gern, weil man beim Ernten immer das eine oder andere Mini-Knöllchen vergisst und daraus dann im nächsten Jahr ganz von allein wieder eine neue Blütenpracht heranwächst. Man kann für den ersten Anbau einfach im Frühling in der Bio-Gemüseabteilung eine Packung Topis kaufen und ein paar davon in Erde setzen (sie brauche nicht mal ein richtiges Beet; bei uns wachsen sie neben der Gartenhütte in harter Lehmerde). Im Herbst hat sich der Ertrag dann verzehnfacht und den Sommer über hat man sich an den sonnenblumenähnlichen Schönheiten erfreut.

Ach ja, noch ein Wort zu den Kohlenhydrat-Angaben auf HappyCarb bzw. im Internet: Meistens liest man auf seriösen Seiten (eatsmarter.de, naehrwertrechner.de, fddb.info, Wikipedia usw.) von niedrigen KH-Werten. 100g Topis hätten demnach ca. 4g KH. Der Google-Nährwertrechner gibt allerdings 17g KH an (gleich viel wie normale Erdäpfel). Ich lege deshalb meine Hände dezidiert nicht für den KH-Wert ins Feuer, aber ich neige dazu, der Google-Angabe zu misstrauen, auch weil sie allein auf weiter Flur steht. 😉

Dass sich Topinambure schön als Erdäpfel-Alternativen eignen, sieht man an diesem Moussaka-Rezept, das ich mir zum Verarbeiten unserer letzten Melanzani überlegt hab:

4 Portionen:

  • 1-2 Stück Melanzani=Auberginen, je nach Größe (ca. 300g)
  • 300g Topinambur
  • 500g Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 Lauchzwiebeln oder Frühlingszwiebeln
  • 500g Rinderfaschiertes=Hackfleisch
  • frisch: Petersilie + Thymian
  • 100g Käse zum Gratinieren (ich hatte Gouda und Parmesan gemischt)
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe, Chilipulver, Zitronensaft, Balsamico-Essig, Erdnussöl

Für die Low Carb-Béchamelsauce:

  • 300g geriebene Zucchini oder Karfiol=Blumenkohl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 150ml Milch
  • 3 Eier
  • 2 geh. EL Butter
  • 1 geh. EL Haferkleie
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Am besten mit den Melanzani=Auberginen beginnen. Diese in Scheiben schneiden (so ungefähr zwischen 0,5 und 1cm dick) und salzen. Stehen lassen. Nach 15min mal mit Küchenrolle abtupfen, umdrehen, wieder salzen (vor dem Verwenden nochmals abtupfen).

Topinambur gut bürsten+waschen (Schale kann dran bleiben) und in dünne Scheibchen schneiden.

Topinambur-Scheibchen in etwas Erdnussöl in einem Topf anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Deckel drauf und ca. 7min weich dünsten lassen. Dann aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

In der Zwischenzeit die Zucchini oder den Karfiol=Blumenkohl fein raspeln (ich rasple immer gleich den ganzen Karfiol und friere die Raspel für andere Rezepte ein). Eine Knoblauchzehe pressen Beides in der Butter anschwitzen, mit Milch ablöschen, Haferkleie zugeben und würzen. 10min mit Deckel köcheln lassen.

Zwiebel, Knoblauch und Lauchzwiebel fein hacken. In einer Pfanne scharf anbraten. Faschiertes zugeben, weiterbraten. Gewürfelte Tomaten und Gewürze zugeben und  in 15min zu einer Bolognese-Sauce einköcheln lassen.

Die Gemüse-Béchamel nach 10min vom Herd nehmen und mit dem Pürierstab pürieren. Nach und nach immer ein Ei einpürieren. Die Sauce zur Seite stellen.

Das Backrohr auf 175°C vorheizen.

Eine gefettete Auflaufform nehmen. Bolognese einschichten, darauf die Melanzani-Scheiben, darauf die Béchamelsauce, darauf die Topinambur-Scheiben, darauf wieder Bolognese… abschließen mit Béchamelsauce und geriebenem Käse.

Für 45min ab ins Backrohr.

Wir hatten dazu noch grünen Salat. Schmeckt aufgewärmt auch sehr lecker.

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2 Gedanken zu “Topinambur-Moussaka

  1. Christina schreibt:

    Liebe Katharina,
    ich habe vor Jahren einmal die Topis probiert und war gar nicht begeistert von ihrem Geschmack und habe mir geschworen: nie mehr. Man soll wohl nie nie sagen und wer weiß, vielleicht probiere ich es ja noch einmal, dein obiges Moussaka-Rezept hat denke ich gute Chancen. 🙂
    Aber noch mehr interessiert mich aktuell der gärtnerische Aspekt den du auch erwähntest. Muss ich irgendetwas besonderes beachten, wenn ich die Knollen im Garten unterbringen will? Wann ist die beste Pflanzzeit? Jetzt im April oder (schon) zu spät / zu früh? Ich bin gärtnerisch nicht so sehr talentiert, bzw. der Boden ist alles andere als von guter Qualität.

    LG

    *Christina*

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Christina!

      Ich kann nachvollziehen, dass du den Geschmack der Topis nicht magst. Der ist recht eigenwillig. Wr lieben Topis gerade wegen ihrer Eigenwilligkeit, aber mit dem Geschmack ist es sicher so wie mit Roten Rüben, Schimmelkäse, Bitterschokolade oder ähnlich geschmacksintensiven Produkten: Entweder man ist Feuer und Flamme dafür oder man hasst es. 😉

      Wobei ich sagen muss, dass der Topi-Eigengeschmack in diesem Rezept recht wenig durchkommt. Erahnen kann man ihn natürlich trotzdem. Vielleicht probierst du erst mal eine halbe Portion und dann vielleicht eine „Quick-Variante“ (z.B. indem du für andere Gerichte Bolognese und Gemüse-Bechamèl zubereitest, den Rest einfrierst und dann mit den Topis experimentierst).

      Ad Gärtnern: Also noch unkomplizierter als Topinambur geht eigentlich nicht. Kauf dir einfach eine Packung und steck sie in die Erde. Wenn du es nur mal ausprobieren willst kannst du sie auch halbieren oder vierteln und diese Teilchen vergraben. Fast alle davon werden trotzdem austreiben und du brauchst nicht so viele Saatknollen.
      Der Zeitpunkt ist so gut wie egal – Hauptsache, der Boden ist nicht gefroren. Frühjahr ist deshalb gut, weil du dann relativ schnell in den Genuss der Blütenpracht kommst. Ernten kannst du auch jederzeit (solange der Boden nicht gefroren ist), ABER: Manche Leute bekommen Blähungen von zu vielen Topis wegen der dahin enthaltenen, sehr gesunden Fructosemoleküle (Inulin, nicht Insulin), und je länger die Topis der Winterkälte ausgesetzt sind, desto mehr lagern sie davon ein. Wenn du grundsätzlich am Bäuchlein sehr empfindlich bist: Kauf eher größere Knollen und schäl sie (das meiste Inulin dürfte nach eigenen Erfahrungen wohl in der Schale sein).
      Noch ein Wort zur Erde: In der Literatur heißt es immer, die Topis würden durchlässigen, sandigen Boden sowie volle Sonne bevorzugen. Kann sein, dass sie das noch mehr mögen, aber auch in unserer wirklich STEINHARTEN Lehm- (schon fast Ton-)Erde am Waldrand, zudem im Halb- bis Vollschatten, gänzlich ohne Beet/Rabatte, gedeihen die Knöllchen gut. Also nur Mut! 🙂

      Und wenn ihr nach der Ernte feststellt, dass sie euch einfach nicht schmecken, dann lasst sie im Boden und erfreut euch an ihrer Schönheit.

      Herzlich
      Katharina

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