Sakuski (russische Vorspeisen) mit Knäckebrot

Sakuski (закуски, Pl. v. закуска, Sakuska) sind heiße und kalte Vorspeisen der russischen Küche, ähnlich der italienischen Antipasti oder der spanischen Tapas. Meistens werden Sakuski als Buffet serviert bzw. auf Vorlegeplatten angerichtet. Sie bestehen oft aus diversen eingelegten Fischen, Kaviar, gemischten Gemüsesalaten mit viel Mayonnaise und Sauerrahm, Sülzchen, Piroschki (Piroggen), gefüllten Eiern („Russischen Eiern“), verschiedenem eingelegtem Gemüse (am häufigsten Salzgurken, eingelegte Rote Rüben=Rote Beete und so gut wie immer eingelegte Pilzen).

Am liebsten essen die Russen (und die Einwohner anderer Nachfolgestaaten der Sowjetunion) dazu das köstliche russische Roggenbrot aus Sauerteig. Ich hab ein wenig international geschummelt und Low Carb-Knäckebrot dazu gereicht, weil die russische Küche ja nicht von ungefähr große Ähnlichkeit hat mit der finnischen.

Sakuski sind der erste Gang v.a. beim Empfangen von Gästen und stehen bereits angerichtet auf dem Tisch/Buffet. Unerlässlich ist auch eiskalter Wodka bei Sakuski. Das steckt auch schon im Namen drin, denn Sasuska bedeutet „danach [also: nach dem Wodka] etwas zum Beißen haben“. Wodka hat übrigens keine Kohlenhydrate. 😉 (Natürlich hemmt Alkohol die Fettverbrennung während einer Diät… aber hey, man lebt nur einmal.)

Weil bei uns die Saskuski allerdings als volle Hauptspeise herhalten durften, haben wir nicht nur Wodka dazu getrunken, sondern auch russischen Schwarztee mit Marmelade gesüßt. Intensiv gesüßter Tee (entweder mit Marmelade, genauer mit Warenje, oder auch mit Zucker/Honig) gilt als Nationalgetränk der Russen. Im 16. Jahrhundert eröffnete die Seidenstraße diesem neuen Produkt den Weg aus China nach Osteuropa. Die Russen dürften den warmen Tee wohl dankbar angenommen haben. 🙂

Und weil wir so große Lust darauf hatten, haben wir uns auch noch einen meiner Lieblingsfilme angesehen, während wir nach dem Essen süßen Tee und Wodka getrunken haben: Ein Russischer Sommer (2009) von Michael Hoffman, eine ganz wundervolle Literaturbiografie-Verfilmung über das Leben Leo Tolstois und seiner Ehefrau Sofja Andrejewna Tolstaja, gespielt von Christopher Plummer und der von mir vergötterten, wunderbaren Helen Mirren. Es handelt sich bei diesem Film um die wohl bewegendste Liebesgeschichte, die ich – neben der wahren Geschichte der Eltern von Astrid Lindgren (in Das entschwundene Land) – kenne.

Sakuski_01

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Knäckebrot

Low Carb-Knäckebrot findet Google meist als „Leinsamen-Knäckebrot“. Dieses besteht eigentlich fast nur aus (ganzen) Leinsamen und Eiern… wenig prickelnd, finde ich. Meines hier ist aber absolut genial – auch wenn das ein wenig arrogant klingt. 😀

8 Stück:

  • 3 geh. EL Leinsamen od. Goldleinsamen, geschrotet
  • 1 geh. EL Leinsamen od. Goldleinsamen, ganz
  • 1 geh. EL Leinsamen-Mehl
  • 1 geh. EL Chia-Samen*
  • 1 geh. EL Haferkleie
  • 1 geh. EL Sesam
  • 1 TL Salz
  • 1 Msp. Koriander, gemahlen
  • 1 Ei M oder L
  • 1 Stamperl bis zum Rand mit Wasser angefüllt (ergibt also etwas mehr als 4cl)

Alle Zutaten verrühren und 15min quellen lassen.

Wenn die Masse streichfähig ist, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Wenn sie zu dick ist um sich verstreichen zu lassen (das kommt u.a. auf den Trockenheitsgrad der Samen an), ggf. noch etwas Wasser hinzufügen. Am einfachsten funktioniert das übrigens, wenn man eine Schicht Frischhaltefolie über den Teig gibt und mit dem Nudelwalker=Teigroller darüberrollt.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

So dünn wie möglich ausstreichen. Dann mit einem Pizzaroller oder einem Messer in Stücke trennen und überall mit einer Gabel einstechen.

20min backen. Dann rausnehmen, die Trennschnitte nochmal nachschneiden und die Stücke umdrehen. Weitere 20min von der anderen Seite knusprig braun backen.

Auskühlen lassen und genießen.

Das Knäckebrot kann beliebig variiert werden; nicht ersetzen lassen sich allerdings die Leinsamen, weil diese unter Zugabe von Wasser schön breiig werden und damit das Brot binden. Anstelle von teurem Leinsamen-Mehl kann man auch selbst Leinsamen mit einer Kaffeemühle fein mahlen.

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*Chia-Samen gelten besonders wegen ihrer Omega-3 Fettsäuren und Ballaststoffe als “Superfood”. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist enorm (z.B. 7x so viel Vitamin C wie Orangen, 15x so viel Magnesium wie Brokkoli, 5x so viel Folsäure wie Spinat), ebenso die Verfügbarkeit von Antioxidantien und Aminosäuren.

Sauerrahm-Fisolen

  • 200g Fisolen=Grüne Bohnen (im Winter auch TK)
  • 1 kl. Zwiebel
  • 4 kl. Salzgurken od. Essiggurkerl
  • 3 geh. EL Sauerrahm=Saure Sahne
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • insg. 1 Handvoll frische Petersilie, Schnittlauch, Dill

Fisolen=Grüne Bohnen in wenig Salzwasser in ca. 7-9min weich garen (je nachdem, wie dick die Fisolen sind und ob sie tiefgefroren sind). Abgießen und abschrecken.

Im Topf eine kleingehackte Zwiebel ohne Öl anschwitzen. Klein gehackte Salzgurkerl zugeben. Hitze ausschalten.

Fisolen, Gewürze, Sauerrahn=Saure Sahne und kleingehackte Kräuter zugeben. Umrühren, bis der Sauerrahm zerronnen ist. Abkühlen lassen.

Sauerrahm-Fisolen_01

Russische Eier

  • 2 Eier
  • 3 geh. EL Sauerrahm
  • 1 geh. EL Senf
  • insg. 1/2 Handvoll frische Petersilie, Schnittlauch, Dill
  • Salz, Pfeffer

Eier hart kochen. Abschrecken, schälen, halbieren und den Dotter rausnehmen.

Dotter mit den anderen Zutaten verrühren und zurück in die Eier füllen.

russische-eier

Eingelegte Pilze

Hier das Rezept für eingelegte Hallimasch (geht auch mit Champignons).

Eingelegte-Hallimasch_04

Fisch

Wir hatten nur fertig eingelegte Fische aus dem Glas: Hering in Senfsauce, eingelete Matjes-Filets und Dill-Räucherlachs.

Vor ewigen Zeiten hab ich mal für eine Faschingsfeier selbst Heringssalate gemacht – ich werde das irgendwann mal wieder probieren und dann ein Rezept einstellen.

Weiters

Unbedingt braucht man noch ein paar Essig- oder Salzgurkerl; im Idealfall selbst eingelegt. Gut machen sich auch frische Kräuter und/oder gehackte Lauchzwiebeln.

6 Gedanken zu “Sakuski (russische Vorspeisen) mit Knäckebrot

  1. Katharina schreibt:

    Dein geniales Knäckebrot-Rezept klingt ja wirklich genial ! Ich werde das ganze mal in vegan ausprobieren, meinst du ich kann das Ei einfach weglassen ? Und noch was : In deinen Rezepten findet sich immer wieder Haferkleie. Welche Funktion erfüllt diese ? Hat ja ordentlich Kohlenhydrate das Zeug 🙂

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Katharina!

      Könnte wirklich funktionieren. Ich ersetze immer wieder mal fehlende Eier durch gequollene Leinsamen (du als Veganerin kennst das ja sicher als „Leinsamen-Ei“).
      Nimm ein wenig mehr Leinsamen und ein bisschen mehr Wassser. Und berichte doch bitte! 🙂

      Bzgl. deiner Haferkleie-Frage: Ursprünglich bin ich darauf gestoßen, weil ich zu Beginn meiner kohlenhydratarmen Ernährung die „Dukan Diät“ gemacht habe, bei der ein bis zwei EL Haferkleie pro Tag ein Muss sind. Sie hat richtig viele KH, allerdings sehr viele nichtlösliche (=unverdauliche und vom Körper nicht als Kohlenhydrate verwertbare) Ballaststoffe, die sehr satt machen, gut für die Verdauung sind (gerade bei der proteinlastigen Low Carb-Ernährung wichtig) und einfach wieder ausgeschieden werden. Haferkleie ist also eigentlich ein (geschmacklich leckeres) Füllmaterial. Sie funktioniert wie eine Art „Besen“ im Körper. Dank ihr werden ein Teil der Kolenhydrate und schlechtes Cholesterin ausgeschieden, weil sie einfach „mitgenommen“ werden. Wenn dich das Ganze mehr interessiert, kannst du in dem Blog HappyCarb von Bettina nachlesen; sie hat der Haferkleie eine volle Seite gewidmet: http://happycarb.de/happy-food/haferkleie-nicht-sexy-aber-dafuer-sehr-gesund/

      Viele liebe Grüße
      Katharina – die Andere 🙂

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