Bio-Eier in Österreich: keine männlichen Eintagsküken mehr ab 2016

Ich habe eben über einen Newsletter erfahren, was schon vor Monaten durch die Medien ging. Damit es aber auch wirklich auch bei der letzten Schnarchnase (mir) ankommt, hier auch noch mal eine „Eil“-Meldung auf Genussspecht:

In Österreich wird 2016 die gesamte Bio-Eier-Branche umgestellt. Männliche Eintagsküken werden nicht mehr ermordet (d.h. vergast, geschreddert oder sonstwie massakriert), sondern aufgezogen. Bio Austria bezeichnet das alles recht unpoetisch als „Zweinutzungshuhn“.

Laut Vier Pfoten wurden im Jahr 2014 9,4 Millionen männliche Küken sofort getötet. Auf die Bio-Branche umgerechnet geht man von rund 600.000 männlichen Küken aus, die nun bis zum Erreichen eines bei Biomasthühnern üblichen Schlachtgewichts (dauert ca. 150 Tage) aufgezogen werden. Das Ende des sofortigen Kükentötens ist an die Einführung neuer Zuchtlinien gekoppelt, die als „Zweinutzungsrassen“ (also: Eier und Fleisch) auf den Markt kommen.

Schon vorher kann/konnte man aber verschiedene Bio-Eier-Marken kaufen, die auf die Aufzucht männlicher Küken gesetzt haben, etwa Hahn im Glück (Zurück zum Ursprung), Haushuhn & Gockelhahn (Vier Pfoten und Ja! Natürlich) oder Henne & Hahn (Tonis Freilandeier).

Im April 2016 sind dann auch bei anderen Marken die ersten Eier der Zweinutzungshühner erhältlich, die komplette Umstellung im Biobereich soll bis 2017 abgeschlossen werden.

Für die doch stark eierlastige Low Carb- und Paleo-Küche empfehle ich daher unbedingt, jetzt schon Bio-Eier der oben angegebenen Marken zu kaufen und ab 2017 komplett auf (österreichische) Bio-Eier umzusteigen. Bio-Eier, -Milchprodukte und -Fleisch sollten für alle, die sich nicht vegetarisch oder vegan ernähren, eigentlich selbstverständlich sein. Ebenso ein angemessener Preis (gestern etwa für 2 Bio-Hendlfilets von Zurück zum Ursprung knapp 10€). Nur so kann garantiert werden, dass die Welt ihren Konsum an Quälfleisch&Co. langsam reduziert und nicht mehr Tiere in Massen verzehrt, sondern, wenn überhaupt, in Maßen bewusst konsumiert werden.

Quellen:

4 Gedanken zu “Bio-Eier in Österreich: keine männlichen Eintagsküken mehr ab 2016

  1. Christina schreibt:

    Liebe Katharina,
    es ist schön, dass du darauf hinweist. 🙂
    Hier in Deutschland nennt sich die Kampagne „Bruder Hahn“. Die Ware ist gekennzeichnet mit einem entsprechenden Logo (Hahnenkopf in knallrot). Empfehle ich jedem drauf zu achten und vor allem auf die Problematik bei der herkömmlichen Hühnerhaltung weiter publik zu machen! Viele wissen es nicht, auch ich habe es sehr lange nicht gewusst und mir keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Nun bemühe ich mich zumindest hin- und wieder Eier die entsprechend deklariert sind zu kaufen. Leider scheinen hierzulande wenige Produzenten sich dem anzuschließen oder zumindest an den Einkaufsquellen meiner Umgebung ist das Angebot äußerst gering (kenne nur eine Verkaufsstelle mit einer Herkunftsquelle für „Bruder Hahn“-Eiern in Demeter Qualität).

    LG

    *Christina*

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Christina!
      Danke für dein Statement.
      Ich finde auch, dass man diese Eier nehmen sollte, wenn es möglich ist. Extra deshalb in drei andere Geschäfte zu fahren (am besten noch mit dem Auto), weil es nicht alle anbieten, ist kontraproduktiv. Umso besser, dass das ab 2016 in Ö bei allen Bio-Eiern umgesetzt wird.
      Liebe Grüße
      Katharina

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  2. gartenleidenschaft24752 schreibt:

    Halte ich für einen richtige Schritt. Als Hahn hat man es nicht leicht. Als wir unsere drei Hühner gekauft haben (sie waren noch sehr klein) hat uns der Bauer auch einen Hahn untergejubelt. Da er zu laut war mussten wir ihn leider abgeben und es hat ewig gedauert bis wir einen Platz fanden wo sie ihn genommen haben, ohne dass er gleich im Suppentopf landete….
    LG, Florian

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Lieber Florian!

      Erstens: Wie ich dich beneide um deine Hühner. Das ist ein langjähriger Traum von mir, aber unsere unmittelbare Nachbarin ist extrem lärmempfindlich (und leider auch kein Mensch, mit dem man Dinge in Ruhe bereden kann). Sie regt sich schon auf, wenn mein Mann IM HAUS bei GESCHLOSSENEM FENSTER Klavier spielt und redet (schreit) dann vom Anwalt. Meine Hühner kann ich vorerst – auch ohne Hahn – vergessen… ich warte mal, bis ihre Thujen hoch genug sind, dass sie sie nicht mehr direkt ansehen muss…

      Zweitens: Es ist ja nicht so, dass diese Hähne dann das Greisenalter erreichen dürfen – das wäre auch zuviel verlangt von der Industrie. Aber da diese ca. 600.000 Hähne nach ca. 150 Tagen als Fleischhähne verkauft werden, bedeutet das gleichzeitig, dass 600.000 tatsächliche Fleischhühner weniger gezüchtet/geschlachtet werden müssen. Der Fleischkonsum/-bedarf wird ja Gott sei Dank nicht noch weiter ansteigen, sondern wenigstens gleich bleiben.

      Die Einzigen, die sich nicht freuen werden über diese Entwicklung, sind meine beiden Katzen. Früher, als sie noch nicht täglich rauskonnten, hab ich ihnen manchmal tiefgekühlte Bio-Eintagsküken gekauft. Aber jetzt fressen sie eh täglich ihre „Bio-„Mäuse und „Bio“-Vögel (und -Schmetterlinge und -Grashüpfer), da brauchen sie keine Eintagsküken mehr. 😉

      Liebe Grüße
      Katharina

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