Apfel-Sarma

Sarma sind Krautrouladen aus Südosteuropa, die nicht, wie in Österreich oder Deutschland meist üblich, in frische Kohl- oder Krautblätter gewickelt werden (wie hier bei meinem Rezept für Kohlrouladen mit roten Linsen), sondern in sauer vergorene Krautblätter. Also Sauerkraut im Ganzen.

Darauf gestoßen sind wir ursprünglich, weil mein Mann seine Schüler nach ihrem Lieblingsessen interviewt hat. Ein bosnisches Mädchen nannte ihm Sarma, woraufhin wir aus Neugierde immer mal wieder in diversen Geschäften danach gesucht haben. Fündig geworden sind wir in dem großen Supermarkt mit grünem Logo und schwarzer Werbefigur, aber anscheinend sind auch türkische Läden eine gute Einkaufsquelle.

Ein vakuumierter Sarma-Krautkopf sieht so aus:

Sarma_01

Traditionell füllt man die Sarma-Blätter mit gemischtem Faschierten=Hackfleisch, Zwiebeln und Paprikapulver. Ich hab Rinderfaschiertes genommen (weil ich das vom Bio-Bauern beziehen kann) und außerdem Apfelstückchen und Speckwürfel ergänzt, da ich die süßlich-herbstliche Kombination von Äpfeln und Fleisch liebe. Danke auch an die liebe S. aus Serbien, eine Arbeitskollegin meiner Mama, die ich wegen der richtigen Kochzeit befragen durfte! 🙂

Das „Problem“ ist, dass so ein Krautkopf rieeesengroß ist, wenn man nur zu zweit is(s)t. Angeblich lassen sich die Rouladen aber super einfrieren, was wir gemacht haben. Beim Auftauen muss man nur darauf achten, diese sanft im Kühlschrank auftauen zu lassen (am besten über Nacht), damit sie beim Erwärmen nicht zerfallen. Hier also mein Rezept für Apfel-Sarma:

6-8 Portionen (TK-geeignet):

Für die Sarma:

  • 1 Sarma-Krautkopf (meiner wog 1,3kg)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 säuerliche mittelgroße Äpfel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 scharfe, eingelegte Pfefferoni=Pepperoni
  • 4 geh. EL Haferkleie
  • 2 mittelgroße Eier
  • 600g Rinderfaschiertes=Hackfleisch
  • 100g Speckwürferl
  • Gewürze großzügig bemessen: Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Bio-Instant-Suppenpulver, ein Schuss Essig-Einlegeflüssigkeit von den Pfefferoni

Für die Sauce:

  • ca. 150ml passierte Tomaten
  • ca. 150ml Gemüsesuppe
  • 4 EL Tomatenmark aus d. Tube
  • 4 EL Ajvar
  • 2 EL Butter
  • 1 geh. EL Paprikapulver
  • (diese Zutaten können alle wild nach vorhandenen Möglichkeiten variiert werden; hauptsache, am Ende kommt eine würzige, rote Paprika-Tomatensauce heraus, in der die Rouladen garen können)

Außerdem:

  • Sauerrahm=Saure Sahne

Alle Zutaten (bis auf die Speckwürfel) für die Fülle möglichst klein hacken und gut vermengen. Richtig würzig abschmecken.

Den Krautkopf aufmachen und die Blätter alle vorsichtig ablösen und auf ein Teller zur Seite legen. Das Innerste des Krautkopfs, das keine schönen Blätter zum Füllen mehr hergibt, kleinhacken (wie normales Sauerkraut) und in die Fülle einkneten.

Einen großen Topf verwenden – im Idealfall einen dickwandigen Schmortopf. Wer nur einen normalen Kochtopf hat, muss später ab und zu Flüssigkeit (Suppe) angießen. Im Topf die Speckwürfel anbraten. Fett im Topf belassen, Speckwürferl in die rohe Fülle einkneten.

Alle Zutaten für die Sauce (nach Belieben variiert, wie oben angegeben) im Topf verrühren.

Die Sarmablätter einzeln füllen, zusammenrollen und mit der „Naht“ nach unten in den Topf legen. Es werden wirklich viele Röllchen (ich hab nicht gezählt, aber überschlagsmäßig hatten wir so 30 Rouladen). Diese einfach alle übereinander stapeln. Der Dampf macht, was er machen soll: Er kocht auch die ganz obenliegenden Rouladen.

50-60min auf leichter Hitze köcheln lassen. Dabei gilt: Ich hatte, wie gesagt, meinen tollen Keramik-Schmortopf. Aus dem kommt keine Flüssigkeit raus, ich musste also nicht nachgießen. Bei einem normalen Topf muss man immer mal kontrollieren, ob es eh nicht irgendwann zu wenig Flüssigkeit ist. Mein Keramik-Schmortopf hält die Hitze besser als ein normaler Topf. Ich habe daher auf meinem Induktionsherd mit Stufe 3-4 gut kochen können und 50min haben gereicht. Beim normalen Topf werden eher mittlere Hitze und 60min nötig sein.

Die fertigen Rouladen mit Sauerrahm servieren.

Tipp 1: Wenn nicht alles auf einmal gegessen wird, für die erste Mahlzeit am besten die untersten (=direkt in der Sauce gekochten) Rouladen verwenden. Die oberen mit Sauce einfrieren. Beim Erhitzen werden sie, wie es für derartige Gerichte typisch ist, fast noch besser und ziehen dann ohnehin nochmal in der Sauce.

Tipp 2: Wir stehen total auf die Säure von Sarmakraut und Sauerkraut. Wem das aber zu viel ist, der kann die Blätter vor dem Füllen in etwas Wasser einlegen, dann werden sie milder – sagt das schlaue Internet zumindest.

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3 Gedanken zu “Apfel-Sarma

    • Genussspecht.net schreibt:

      Lieber Schnippelboy!

      Fuschenkraut, spannend, noch nie gehört. Da müsste man glatt mal einen Test wagen, ob das gleich schmeckt wie Sarmakraut. Die Idee ist auf jeden Fall die selbe.
      Probier’s mal aus, ist echt lecker!

      Herzlich
      Katharina

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