Pizza (High Carb, dafür vegan)

!! Achtung Achtung! More Carb! Super Carb! High Carb! Extreme Carb! Warnhinweise! Gefahrenhinweise! Weltuntergangshinweise! Blink Blink Piep Piep Weeeoooh-weeeoooh !!

Machen wir uns selbst verrückt? Manche offenbar schon, wenn ich so einige Kommentare der kohlenhydrathassenden Community lese. Also ich esse ab und zu gerne HIGH-SUPER-MORE-DRAMATISCH-CARB. Und schlemme, was das Zeug hält. Und freue mich darüber! Man darf Essen nicht dramatisieren, nur realistisch erkennen, wann es zu viel wird und was einem guttut. Mir tut Low Carb gut, ich spüre das jeden Tag. Aber ich mag kohlenhydratreiche Nahrung durchaus und bin nicht dazu bereit, sie für alle Zeiten von meinem Speiseplan zu streichen. Manchmal muss es Ausnahmen geben, für’s psychische Wohlbefinden. Aus diesem Grunde gibt es in meinem Blog auch die „More Carb„-Rezeptkategorie (die natürlich wesentlich weniger Rezepte enthält als „Low Carb„).

Ich sag mal so: Ich bin seit einer Woche krank. Die Ärztin hat mir noch eine weitere Woche Krankenstand verschrieben. Nach den 20min bloggen (oder gestern das erste Mal wieder gemeinsamen Kochens), die ich mir pro Tag gönne, bin ich stundenlang wieder bettreif. Ich bin genervt, weil ich kommenden Donnerstag auf eine Tagung nach Worms hätte fahren sollen, von der mir meine Ärztin dringlich-dränglich abgeraten hat. Mein Mann hat die ganze Woche geschuftet wie blöd, als Klassenvorstand viel geleistet, bis spätnachts irgendwelche Hefte korrigiert, mich daheim unsorgt und gehätschelt. Gestern Abend gab es ein Fußballspiel im Fernsehen, auf das er sich schon tagelang gefreut hat. Gewonnen haben „wir“ auch noch, übrigens.

Kurzum: Wann denn, wenn nicht gestern, war der perfekte *tadaa* PIZZA-ABEND? 😀 Und mit Pizza meine ich diesmal wirklich Pizza aus weißem Weizenmehl, mit Germteig, ganz konventionell. Keine Low Carb-Pizza, keine Alternativböden, kein gar nix. Ach ja, auch kein Käse, weil ich seit ewigen Zeiten so unglaubliche Lust hatte, diesen veganen Cashew-Käse von dieumsteiger auf einer Pizza auszuprobieren. Aber das war kein Verzicht, oh nein, das war ein Gewinn. 🙂

Manege frei für den perfekten Pizzateig!

Ich muss ja zugeben, mein Germteig für Pizza war schon früher sehr gut. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, mal mit Öl im Teig, mal mit Milchpulver, mal mit Kräutern; habe gute Erfolge erzielt, wenn ich den fertigen Teig aufs warme Aquarium gestellt habe oder seit wir kein Aquarium mehr haben noch bessere, wenn ich die Schüssel in den fertig abgewaschenen, noch dampfenden Geschirrspüler reingstellt hab. Aber den absolut perfekten Pizzateig habe ich gestern dank der simplen Tricks von dieumsteiger machen können. Diese lauten:

  • verrühre die Germ=Hefe mit etwas Zucker in einer Tasse warmen Wassers und lass das Gemisch 10min stehen
  • stelle die Teigschüssel ins Spülbecken mit heißem Wasser
  • bearbeite den fertigen Teig nicht mit dem Nudelwalker=Teigroller, sondern ziehe ihn nur mit den Händen auseinander
  • lege den fertigen Teig auf das bereits heiße Backblech

Unfassbar, was das für einen Unterschied gemacht hat! Hier also das Rezept:

1 Backblech:

Für den Teig:

  • 400g Weizenmehl
  • 1/2 Würfel Germ=Hefe
  • 9g Salz
  • 1 TL Zucker
  • warmes Wasser

Für den veganen Käse:

  • 60g Cashew-Kerne, über Nacht in Wasser eingeweicht
  • 3 getrocknete Tomaten
  • Salz, Pfeffer, Bio-Instant-Gemüsesuppe

Für den Belag:

  • passierte Tomaten
  • Paprika
  • Tomaten
  • rote Zwiebeln
  • Oliven
  • frische Kräuter: Basilikum, Oregano
  • Olivenöl
  • 1 große Knoblauchzehe

Die Germ=Hefe mit 1 TL Zucker in einer Tasse mit warmem Wasser verrühren. Achtung, bei 42°C stirbt Germ, aber das Wasser soll schon über Körpertemperatur sein. 10min stehen lassen und zuschauen, wie es zu blubbern anfängt. 🙂

400g Mehl mit 9g Salz und der Germmischung verrühren. Nach und nach so viel warmes Wasser unterkneten, bis die Konsistenz des Teiges optimal ist. Früher hätte ich hier genaue Wassermengen angegeben, aber da jedes Mehl anders ist, halte ich mich an die vage Aussage von dieumsteiger: Der Teig muss am Ende gut knetbar sein und schön von den Händen abgehen. Man kann sich auch ihr Video dazu ansehen, damit man ein Gespür für Germteig bekommt, falls man das noch nicht hat.

Den fertigen Teig in eine Schüssel geben und diese ins Spülbecken stellen, in das heißes Wasser eingelassen wurde. Mit einem Teller beschweren. 40min Gehzeit sind auf diese Weise ausreichend!

In der Zwischenzeit für den veganen Käse die eingeweichten Cashew-Kerne mit Wasser und den getrockneten Tomaten pürieren, bis die Konsistenz saucenartig ist. Abschmecken.

Den Gemüsebelag klein schnippeln.

Für das Knoblauchöl die Knoblauchzehe pressen und mit Olivenöl vermengen.

Das Backrohr inkl. Backblech so heiß vorheizen, wie es nur möglich ist (bei mir 250°C). Das heiße Backblech funktioniert so als Pizzastein.

Die Cashew-Masse in einem heißen Topf eindicken lassen.

Wenn der Teig fertig ist, das Backblech aus dem Rohr nehmen und mit etwas Olivenöl einpinseln. Vorsicht, nicht am heißen Backblech verbrennen! Den Teig möglichst wenig bearbeiten und nur sanft auseinanderziehen. Das soll ruhig unförmig aussehen. Ich nehme nie wieder den Nudelwalker=Teigroller dafür, denn da presst man die ganze Luft aus dem Teig!

Erst mit passierten Tomaten (salzen, pfeffern), dann mit dem Cashew-Käse bestreichen. Gemüse und einen Teil der gehackten Kräuter auflegen. Den Rand mit Knoblauch-Olivenöl einpinseln.

Ab ins Backrohr für ca. 15-20min. Bitte nicht akribisch an diese Zeit halten, sondern selbst schauen, wann die Pizza fertig aussieht! Ich habe übrigens in meinem Rohr eine Backfunktion, bei der Heißluft von unten eingeblasen wird. Das ist speziell für Pizzateig perfekt.

Vor dem Servieren mit den restlichen Kräutern bestreuen.

Guten Appetit! 😀 Und: Tooooor!!

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5 Gedanken zu “Pizza (High Carb, dafür vegan)

  1. Christina schreibt:

    Liebe Katharina,

    ich hatte mir fast schon gedacht, dass du irgendwie krank bist, da es so lange mit den Antworten auf Postings gedauert hatte und das ist sonst echt nicht deine Art. 🙂 Dann von mir an dieser Stelle alles Gute und recht baldige Besserung. Eine ärztlich dringend verordnete Auszeit von 2 Wochen klingt schon ziemlich ernst …

    Genau, es muss auch High Carb von Zeit zu Zeit sein, denn der Genuss darf nicht flöten gehen. Ich gebe zu, ich habe in der letzten Zeit auch einmal wieder gerne gebacken, der Jahreszeit angepasst mit Äpfeln und Zwetschgen … und zwar ganz traditionell mit (Dinkel-) Mehl. Der Rest der Familie hat es mir besonders gedankt. 😉

    Alles Gute und LG

    *Christina*

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Hallo liebe Christina!

      Naja, langsam wird es ja wieder. Seit gestern kann ich sogar wieder ein bisschen was tun, aber mir fällt auf, dass ich nach 15min Wäsche aufhängen oder Bettis geröstete Mandeln zubereiten (Schleichwerbung) sofort wieder total außer Puste bin. Ich muss mich dann dann erst mal ein Stündchen hinlegen, also ganz scheine ich noch nicht wieder zu funktionieren.

      Dein Backwerk klingt absolut köstlich, da würde ich gerne mal mitnaschen. 🙂 Zwetschgen hab ich kürzlich bei einem Bauern am Straßenrand zum Spottpreis sooo lecker bekommen… ob ich nochmal gegen Low Carb verstoßen und traditionellen Zwetschgenkuchen à la Oma backen soll?? Ich fürchte aber, ein ganzer Kuchen ist mir noch zu anstrengend. Da muss mein Mann mtihelfen. 🙂

      Liebe Grüße

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  2. Happy Carb schreibt:

    Heidenei meine liebe Katharina,
    eine High Carb vegane Pizza. Aber hey, klingt spannend und auch in meinen fleischessenden Low Carb Ohren etwas wild. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und ich glaube ja eh daran, dass der Stoffwechsel hin und wieder mal einen anderen Reflex braucht als immer nur Low Carb. Und wenn es lecker war und deiner Gesundung gedient hat, dann ist das doch prima. Jetzt verpasst du Worms, wo es auch sehr nett ist. Nicht so schrecklich weit entfernt von mir. Ganz liebe Grüße und gute Besserung. Beitt

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Betti!

      Ungewöhnlich für diesen Blog, gell. 🙂 War aber wirklich sensationell köstlich. Vegane Pizza klingt ja jetzt auch wieder nicht sooo nach Völlerei… aber es war toll. Tags darauf gab es dafür ein ganz braves Gemüsegericht, nicht minder lecker, und hat mir sicher gut getan. Aber die Schlemmerei auch, jawoll! Psychisch!

      Um Worms ist mir echt leid. Heute Morgen hab ich mich bei dem Gedanken erwischt, dass ich doch gar nicht sooo krank bin und am Donnerstag SICHER wieder Bäume ausreißen bzw. einen Zug besteigen können werde. Aber meine Ärztin hat mir recht direkt gesagt: Ich könne schon nach Worms fahren, aber dann solle ich am besten dort gleich ins Krankenhaus einchecken. Ok, ich seh’s ja ein, mit Lungenentzündung ist nicht zu spaßen, auch wenn es nur eine leichte ist. 😦 Blödes Timing.

      Herzliche Grüße und danke für deine lieben Wünsche
      Katharina

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