Shirataki-Pasta alla puttanesca (‘Huren-Shirataki’)

Ok, ok, mal langsam. Huren-Shirataki??

Hihi, ja, ich war auch überrascht, als ich mir das italienische Wort ‚puttanesca’ ins Deutsche übersetzt hab. Spaghetti alla puttanesca heißt doch tatsächlich wörtlich ‚Spaghetti nach Hurenart‘. Wo dieser Name herkommt, das weiß man nicht so genau. Wikipedia meint dazu:

Der Ursprung des Namens ist ungeklärt. Nach einer unter verschiedenen anekdotischen Erklärungen soll er darauf zurückgehen, dass Prostituierte das Gericht schnell und einfach zwischen Besuchen ihrer Freier zubereiten konnten. Einer anderen Erklärung nach hängt er damit zusammen, dass italienische Bordelle in den 1950er Jahren case chiuse, geschlossene Häuser, waren und die Prostituierten sie nur einmal wöchentlich zum Einkaufen verlassen durften. Das Gericht sei demnach aus den haltbareren Resten in der Speisekammer entstanden, wenn die Vorräte zur Neige gingen.

ICH habe jedenfalls mit der deutschen Übersetzung des Namens meine Google-Trefferquote erheblich erhöht. 😉

Was sind nun aber Shirataki-Nudeln?

Shirataki-Nudeln sind besonders in der japanischen und chinesischen Küche beliebt. Sie sind sehr kohlenhydrat- und kalorienarm, haben einen geringem physiologischen Brennwert, aber das ist nicht der Grund für ihre Popularität in Japan und China, sondern der spezielle Geschmack. Sie sind traditionellerweise eher dünn, durchscheinend wie Glasnudeln, außerdem etwas „glibberig“ (aber angenehm, irgendwie lustig, nicht grauslich). Shirataki bedeutet bedeutet übersetzt „weißer Wasserfall”, das beschreibt es ganz gut. 🙂

Die Shirataki-Nudeln bestehen zu einem sehr großen Teil aus Wasser sowie dem ballaststoffreichen Mehl der Konjakwurzel (Teufelszunge). Glutenfrei sind sie auch noch, aber das ist mir egal, ich vertrage Gluten gut. Stolze 40% Ballaststoffe sind übrigens in der Konjakwurzel enthalten. Zum Vergleich: In einem Vollkornbrot – das ja für seinen besonders hohen Ballaststoffgehalt bekannt ist – sind dagegen nur etwa 12% Ballaststoffe drin.

Shirataki-Nudeln haben wenig Eigengeschmack, pur schmecken sie langweilig. Das Interessante an ihnen ist aber, dass Geschmack von gut gewürzten Saucen aufnehmen und transportieren, sozusagen als sättigendes Trägermedium.

Kurz gesagt: Für Spaghetti aglio e olio nicht geeignet. Für geschmacksintensive Saucen hingegen optimal.

Aber eine Sache noch: Die verarbeitete Konjakwurzel riecht ohne die richtige Zubereitung nach Fisch! Man muss die Nudeln gut unter fließendem, kaltem Wasser abspülen (so 1min lang). Im Gegensatz zu konventionellen Teigwaren sind die Konjak-Nudeln nicht trocken in der Verpackung, sondern vorgekocht und in einer Wasserlösung. Dadurch müssen sie auch nur noch (nach dem Abspülen) ein paar Minuten in die fertige Sauce. Das Ziehenlassen (3-5min ca.) in der Sauce ist wichtig, damit die Nudeln den Saucengeschmack gut aufnehmen. Wer sich daran hält, wird zufrieden sein mit der alternativen Pasta. Nicht abschrecken lassen von Internet-Rezensionen, die vom „Fischgestank“ berichten – wie gesagt, abwaschen, in die Sauce geben, und gut ist’s! Was heißt da ‚gut‘ – LECKER!

2 Portionen:

  • 1-2 Pkg. Shirataki-Nudeln (in meiner waren 250g, da reicht eine)
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 1 Handvoll Cocktailtomaten
  • 1 rote Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 EL Kapern
  • 3 EL schwarze Oliven oder Kalamata-Oliven
  • 1 Dose Sardellen oder Sardinen (klassisch sind Sardellen; ich hatte scharfe Sardinen)
  • 1 Schuss Rotweinessig
  • 2 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 1 TL Erythrit
  • Salz, Pfeffer, Chilipulver, Olivenöl
  • frische mediterrane Kräuter zum Garnieren

Die Shirataki-Nudeln gründlich (1min) in einem Sieb unter kaltem Leistungswasser abspülen und ausgiebig abtropfen lassen.

Sardinenfilets und Kapern fein hacken (evtl. ein Fischfilet zur Garnierung aufheben). Die Oliven entkernen und grob zerkleinern (man kann sie auch ganz lassen, wenn man das mag). Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.

Öl erhitzen und Zwiebel sowie Knoblauch kurz anbraten. Sardinen dazu geben und unter Rühren zerdrücken. Tomatendose, Kapern und Oliven unterrühren, gut mit den restlichen Zutaten würzen.

Zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 15min schmoren lassen. Dann die halbierten Cocktail-Tomaten und die Shirataki-Pasta in den Topf geben, unterrühren und weitere 5min bei mittlerer Hitze ziehen lassen.

Mit frischen Kräutern servieren.

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