Geröstete Zucchinikerne

Das kann schon mal passieren: Trotz bester Bemühungen wächst eine gefürchtete Monster-Zucchinikeule im Garten heran, so schwer, dass sie die Küchenwage nicht mehr fasst (ich tippe auf 3,5-4kg) und kaum noch zu bewältigen.

Eine erste Erkenntnis: Hier kann man nun wirklich die Verwandtschaft zum Kürbis sehen. Das Fleisch lagert offenbar mit zunehmendem Alter Zucker ein, wird kräftig gelb und süßlich, wo es vorher weiß und mild war. Lecker! Eine zweite Erkenntnis: Die (bei kleineren Exemplaren essbare) Schale geht nicht mal mehr mit dem Gurkenschäler ab, man muss das Messer zur Hilfe nehmen, wie beim Kürbis auch. Eine dritte Erkenntnis: Das Fleisch ist wesentlich kompakter und nicht mehr so wässrig. Das sonst nötige Prozedere (salzen-stehen lassen-ausdrücken) der Zucchiniküche erübrigt sich völlig.

Sinnvoll ist es, zu diesem Zeitpunkt die Kerne als Saatgut fürs nächste Gartenjahr zu sammeln. Allerdings… so viele Zucchinipflanzen braucht nicht einmal der professionelle Bauer, wie ich hier Kerne produziert habe. Da kommt mir eine Idee:

  • Kerne v. 1 (ausgewachsener) Zucchini
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Pul Biber
  • 1 TL Salz

Kerne aus dem Fruchtfleisch auslösen. Das fasrige Fruchtfleisch lässt sich gut einfrieren und bei Bedarf für Kuchen und Brote weiterverwenden! Kürbiskerne gehen natürlich genauso gut wie Zucchinikerne. Auf meinen Fotos sieht man auch eine Handvoll untergemischte Kerne vom Butternusskürbis (die roten).

Die frischen Kerne mit den Gewürzen verrühren (wer sie schon länger aufgehoben hat, sodass die Kerne nicht mehr nass vom Fruchtfleisch sind, braucht noch 1 TL Erdnussöl zusätzlich).

Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und bei 150°C Heißluft (vorgeheizt) ca. 30-35min backen, bis die Kerne Farbe angenommen haben. Ggf. nach der Hälfte der Zeit einmal durchrühren und umdrehen.

Lecker Knabberspaß für zwischendurch oder auch eine originelle Deko!

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Geröstete Zucchini-Kerne_04

27 Gedanken zu “Geröstete Zucchinikerne

  1. Happy Carb schreibt:

    Mein lieber Scholli. Das war ja wirklich eine mutierte Zucchini. Das kommt dann, wenn man sich so lange außer Landes befindet. Die Natur macht hier einfach ungefragt weiter. Tolle Idee und ich habe noch nie Zucchini-Kerne verarbeitet. Total krass. Liebe Grüße Betti

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    • kaddiey schreibt:

      Liebe Betti!
      Schmeckt genauso wie Kürbiskerne. Wenn man reinbeißt, sieht es auch genauso aus (also so mit zwei Schichten). Bin selbst hin und weg, wie lecker das ist!

      DANKE fürs Posten auf deiner FB-Seite!!

      Liebe Grüße

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    • kaddiey schreibt:

      Liebe Betti!

      Danke für den Hinweis! Eine nette Leserin, Resi, hatte das auch schon als Kommentar bei der Zucchini-Salsa gepostet, deshalb bin ich mal so frei und kopiere meine eigene Antwort herein:
      „Ich mache das schon seit vielen Jahren so, das Saatgut wiederzuverwenden, und weder meine Zucchini noch meine Kürbisse (oder die meiner Familie) waren jemals bitter. Gurken sind ja auch verwandt, glaube ich, und da hat es auch noch nie Probleme gegeben. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass ich so meine Pflänzchen immer noch besser anpasse an meine individuellen Bodenverhältnisse. Vielleicht passiert das aber auch nur bei besonders hochgezüchteten Hybrid-Sorten? Ich verwende als “Ausgangssaatgut” immer naturnahe Bio-Samen. ODER das ist ein Märchen, das die Saatgut-Industrie erfunden hat. 😉
      Aber es schadet sicher auch nicht, ab und zu mal ein Säckchen Saatgut nachzukaufen und dann alle paar Jahre parallel wieder “von vorne” anzufangen.“

      Ergänzen möchte ich noch, dass dieser medienwirksame Fall mit der bitteren Zucchini gar nicht sicher geklärt ist – es hätte auch die Hitze sein können.

      Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er oder sie es halten mag… ich habe wie 99,9% aller anderen Personen, die Saatgut selbst produzieren, Jahr für Jahr positive Erfahrungen gemacht.
      Im Übrigen hat „Mutation“ gar nichts mit der Herkunft des Saatgutes zu tun. Mutieren würden die Früchte an der Staude – egal, ob ich das vom konventionellen Saatgutlieferanten oder vom eigenen Bio-Anbau beziehe.

      Die Leuten sollten lieber keine in Plastik verpackten Zucchinis kaufen, das birgt wesentlich mehr Gefahrenpotenzial durch die Weichmacher darin – meine Meinung. 😉

      Liebe Betti, ich bin dir aber trotzdem sehr dankbar für deine Info! Es schadet ja nicht, sie zu verbreiten, dann kann jeder für sich selbst bestimmen.

      Herzliche Grüße
      Katharina

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