Zum Thema Kokosnüsse

Liebe Leser und Leserinnen,

ich nutze dieses Medium, um eine für mich neue Erkenntnis zum Thema Kokos bzw. Kokosnüsse zu verbreiten – auch auf die Gefahr hin, dass viele von euch ohnehin wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Bis vor einigen Jahren habe ich meine Kokosprodukte wie viele andere auch im Supermarkt gekauft, vom 0815-Anbieter. Soll heißen: Kokosraspeln fürs Keksebacken, die stocksteif und mit wenig Geschmack aus denselben Packungen kommen, wie die ebenso langweiligen geriebenen Nüsse. Ab und zu Kokosmilch, aber auch von jedem x-beliebigen Anbieter ohne Kontrolle der Inhaltsstoffe. Von dem fast schon gesundheitsschädlichen (ich will es eigentlich gar nicht so nennen) „Kokosfett“ im kompakten Block, sprechen wir am besten nicht mal.

Dann habe ich mich ernährungstechnisch umorientiert und nur noch Bio-Produkte gekauft. Dabei hab ich auch mein privates „Sortiment“ erweitert, ich nutze nun neben Kokosraspeln und Kokosmilch auch Kokosmehl, gutes Kokosöl und Kokoschips. Die Qualität ist definitiv eine andere; meine meistgekauften Marken waren Davert, Werz und Rapunzel. Qualitativ hochwertig, gesundheitlich förderlich, köstlich im Geschmack – alle drei.

Allerdings – und das ist mein Aha-Erlebnis, das mich erst kürzlich ereilt hat: Wo beziehen diese und andere Bio-Anbieter ihre Kokosnüsse? Wie werden die Kokosnüsse ANgebaut? Plantagen in Monokultur? Oder umweltverträgliche Mischkultur? Wie werden die Nüsse ABgebaut? Werden Palmen dafür gerodet? Oder ernten Kleinbauern sie auf althergebrachte Art und Weise, ohne dass dafür massenhaft Palmen geschlagen werden müssen (soll heißen: klettern die Bauern auf die Palmen und pflücken die Kokosnüsse ab, ohne dass die großen Maschinen anrücken müssen)? Und schließlich: Wie frisch ist die Ware, bis sie mich erreicht? Ist sie ERNTEfrisch (=kommt gleich nach der Ernte zu mir) oder lediglich „MÜHLENfrisch“ (=ein schönendes Wort für „lag ewig im Lager herum, wurde braun und trocken, verlor viele Vitamine, kam dann in die Mühle und wurde nach der Mühlenpressung gleich zum Endverarbeiter geschickt“)?

Die meisten Anbieter (auch von zertifizierten Bio- & Fairtrade-Produkten!) schweigen sich über einen Großteil dieser Fragen aus. Auf fair getradete Herkunft (also die faire Unterstützung von Kleinbauern) achten viele, das ist ja schon einmal ganz toll. Aber wo kommen die Kokosnüsse nun  genau her?

Ich habe heute eMails an Rapunzel, Davert und Werz geschickt, die einen kleinen Fragenkatalog beinhalten. Mal sehen, ob mir alle antworten.

In der Zwischenzeit möchte ich hier einen Kokosnuss-Anbieter erwähnen, den ich erst vor kurzem entdeckt habe. Und es ist mir sehr wichtig, anzumerken, dass ich KEINE Provision, Werbegeschenke o.ä. von diesem Anbieter beziehe! (Hey, Moment, das stimmt nicht ganz – meiner letzten Lieferung war ein entzückender Schlüsselanhänger aus Kokosnussschale beigelegt, aber das zählt nicht als „Compliance“ hihi.) Die Firma heißt Dr. Goerg Premium Coconut Products (www.drgoerg.com). Nicht Georg, sondern Görg ausgeschrieben. 😉 Bis auf das „Dr.“ im Firmentitel finde ich alles ganz super, den „Dr.“ hätten sie sich sparen können. Das ist sicher „irgendein“ Doktortitel, aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften oder Geografie oder wasweißich, und dass das im Namen von gesunden Produkten steht, weil es suggerieren soll, dass sich da jemand mit Ernährung auskennt, empfinde ich als billigen Trick… aber vielleicht tu ich dem Dr. Görg ja unrecht.

Dr. Goerg erfüllt jedenfalls alle meine Ansprüche: Bio-Qualität, Fairtrade, kein Plantagenanbau sondern Mischkultur, keine Rodung von Palmen, ökologischer Anbau, Erntefrische, kein Zusatz von irgendwelchem Schnickschnack wie Aromen, Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärker, Rieselhilfen…. Und nicht zuletzt: Einfach umwerfender Geschmack! So also können richtig frische Kokosraspeln schmecken!

Ich kaufe meine Kokosprodukte ab jetzt also dort und habe damit auch wieder mal meine Produktpalette erweitert: Dazugekommen sind nun auch Kokosmus, Kokosblütenzucker und sogar Kokoskohle (zum Grillen, zum Räuchern… nicht aus lebenden Bäumen, die dafür geholzt werden, sondern aus Kokosschale, einem natürlichen Abfallprodukt). Gefunden hab ich den Anbieter übrigens über Amazon, und ich werde auch in Zukunft leider noch nicht direkt, sondern über den Amazon-Umweg bestellen, denn dort zahlt man als Österreicher nur 2,90 € fürs Paket, während man direkt im Shop 9,95 € Versandkosten bezahlt. Das ist mir einfach zu viel. (Deutsche bezahlen übrigens ab 29 € Einkaufswert keine Versandkosten mehr, das ist toll!)

Also, meine Litanei beende ich an dieser Stelle. 🙂 Ich ergänze den Beitrag, sollten sich Werz, Rapunzel und Davert auf meine Fragen melden. Vielleicht hab ich ja den einen oder die andere von euch zum Nachdenken bringen können?

Wer einen alternativen Anbieter kennt, der ebenso auf die von mir formulierten Standards achtet, möge ihn mir bitte nennen. Es liegt mir fern, nur für einen Werbung zu machen, wenn auch andere sich dieselbe Mühe machen! Ich kennen nur bisher keinen weiteren.

Und damit ihr seht, was wir heute so geschlemmt haben, folgt auch gleich ein Rezept mit Kokosprodukten.

Ergänzung vom 09.06.2015:

Davert hat geantwortet, ich bin aber nicht 100%ig sicher, was diese Antwort bedeutet (sind mir ein bissl zu viel unbestimmte Möglichkeits-/Frequenzadverbien, also sowas wie „in der Regel“, „meistens“…). Klingt aber nicht prinzipiell schlecht. Macht euch selbst ein Bild. 🙂

Kokosnüsse werden in der Regel angepflanzt. Sie kommen meistens von Kleinbauern, die noch Mango, Jackfrucht und andere Bäume haben aber auch von grösseren Feldern. Gepflückt werden die Kokosnüsse entweder durch Hochklettern oder mit großen Stangen. Anschließend werden sie normalerweise ein paar Tage gelagert und kommen dann in die Verarbeitungsstätte.

Ergänzung vom 10.06.2015:

Rapunzel hat nun auch geantwortet – und das gar nicht mal so vage:

1. Die Kokosplamen werden in Mischkultur z.B. mit Ananas, Bananen, Pfeffer, Kakao, Kaffee und Zimt angebaut.

2. Für die Ernte werden keine Kokosplamen gerodet. Es werden nur die Kokosnüsse gepflückt. Kokospalmen sind eine Dauerkultur.

3. Für Rapunzel Kokosprodukte (Kokosraspel, -chips, Kokosmus, -creme, -milch wird das Kokosnuss-Fruchtfleisch (Kopra) immer getrocknet und dann ggf. weiter verarbeitet z.B. gepresst oder vermahlen. Frischware bieten wir nicht an, sondern ein sog. Trockensortiment, das über einen längeren Zeitraum haltbar ist.

Damit kann ich Rapunzel weiterhin guten Gewissens für Kokosprodukte empfehlen. Ob das mit dem Frischeverfahren für den eigenen Gebrauch Kriterium ist, muss halt jeder selbst für sich entscheiden.

Ergänzung vom 24.07.2015:

Habe gestern entdeckt, dass es Dr. Goerg in Österreich auch beim Merkur gibt! Man muss also nicht unbedingt auf Amazon bestellen, wenn man sich die hohen Versandkosten von drgoerg.com sparen will.

45 Gedanken zu “Zum Thema Kokosnüsse

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