Gebackener Parasol mit Panko – tiefgekühlt und aufgetaut!!

Vorneweg: Dies ist heute mal kein Low Carb-Rezept, sondern ein kleiner (köstlicher) Ausreißer. 🙂 Das resultiert daraus, dass die letzte Parasol-Zeit VOR meinem Einstieg in die schöne LC-Welt lag. Im kommenden Sommer probiere ich mal alternative Panaden aus, z.B. mit Kokosflocken, Haferkleie, Kichererbsenmehl.  Aber die More Carb-Variante mit Pankomehl* ist sooo lecker… da darf man sich die Freude nicht mit schlechtem Gewissen verderben. 😀

Jetzt aber die viel wichtigere Frage: Wie gibt’s denn das, Parasol Ende Mai??

Die Erklärung: Wir haben letzten Spätsommer/Frühherbst versucht, die fertig panierten Parasol einzufrieren – und es hat wunderbar geklappt! Schmecken GENAU wie frische, ich bin ehrlich schwer begeistert. Woran die Erfolgsgarantie denn jetzt nun wirklich festzumachen ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich beschreibe einfach genau, was wir getan haben, um knusprig-köstliche panierte Schwammerl genießen zu können. Übrigens nennt meine Oma die Parasolpilze heute noch „Schnitzelschwammerl“. 🙂

Und nun noch ein wichtiger Hinweis: Ich kenne die weit verbreiteten Parasolpilze sehr gut und traue mir 100%ig zu, diese von ihren giftigen Verwandten zu unterscheiden. Wer sich nicht absolut sicher ist, sollte seine gesammelten Schwammerl allerdings erst zu Experten bringen. An und für sich gibt es einige klare Regeln, wie man Parasol erkennen kann (eine gute Hilfeseite ist beispielsweise 123pilze.de; ich greife mittlerweile viel lieber darauf zurück als auf Sammelhandbücher, weil es online wesentlich genauere Fotos gibt). Pilzbestimmung übers Internet ist trotzdem keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Es gibt durchaus Pilze, mit denen der Parasol bei Unkenntnnis verwechselt werden kann (z.B. mit dem Garten-Giftschirmling).

Hier Infos von mir zum Erkennen von Parasol.

Wichtig: Wurde der Pilz sicher als Parasol erkannt, muss er beim Kochen komplett durchgegart werden. Darin unterscheidet sich das “Schnitzelschwammerl” von der Zubereitung gewöhnlicher Minutenschnitzel. Fleisch verträgt es, wenn man es nur kurz anbrutzelt. (Fast alle) Pilze wollen hingegen ordentlich durcherhitzt werden, sonst können empfindlichere Personen ebenfalls Bauchzwicken bekommen.

Nun aber genug der Panikmache und Disclaimer. 🙂 Lasst euch die ordentlich bestimmten Parasol schmecken!

2 Portionen:

  • mind. 6 große Parasol
  • 2 Eier
  • ca. 6 EL Mehl
  • ca. 6 EL Pankomehl* (kaufe ich im Asiashop)
  • Butter und Erdnussöl zum Ausbacken
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Zitrone zum Beträufeln

Die Schirme vom Parasol abmachen (Stiele lassen sich ganz leicht herausdrehen) und mit der angefeuchteten Küchenrolle putzen. Nur, wenn die Pilze richtig erdig sind, waschen (besser wär’s, sie blieben eher trocken).

Tipp: Die Stiele nicht wegwerfen, sondern kleinschneiden und ein paar Tage in der Sonne trocknen lassen, bis sie rascheln. Dann z.B. in der Kaffeemühle oder mit der Nussreibe zu feinem Pulver mahlen. Dieses Pilzpulver lässt sich ganz wunderbar für Saucen verwenden!

Parasolschirme je nach Größe in mind. 4 Stücke schneiden, etwas flach drücken, salzen und pfeffern. Erst in Mehl, dann in verquirlten und gesalzenen Eiern und zum Schluss in Pankomehl* wenden. So sind sie fertig und können frisch in der Pfanne ausgebacken werden. Ich nehme am liebsten eine Mischung aus Erdnussöl und Butter. Darauf achten, dass sie komplett durchgegart werden (jeden mind. 5min in der Pfanne lassen, Hitze am Ende ggf. zurückschalten, damit nichts verbrennt). Weil nicht alle in die Pfanne passen werden, im auf 50°C vorgeheizten Backrohr auf Küchenrolle abtropfen lassen und warmhalten.

Ach ja, unbedingt darauf achten, dass alle Beilagen vorher fertig sind, damit die Parasol nicht doch noch Wasser ziehen und die Panade aufweichen. Die fertigen Stückchen am Tisch mit Zitrone beträufeln.

Wer nun allerdings Schwammerl auf Reserve zubereiten will, geht wie folgt vor: Die fertig panierten Pilze nebeneinander (!) in eine große Tupperdose legen und einfrieren. Sie sollten sich kaum berühren. Wenn sie fertig angefroren sind, können sie platzsparend und eng gedrängt in einem Gefriersackerl untergebracht werden.

Zum Ausbacken in gefrorenem Zustand (!) aus dem Gefriersackerl nehmen und sofort ins heiße Fett geben. Nicht antauen lassen! Et voilà: Die perfekten Schwammerl, knusprig und lecker.

Wir hatten dazu Knoblauchdip, Spinat und Salat. Man beachte den Serviervorschlag: Den Spinat hat mein kluger Mann in ein extra Schüsselchen gegeben, damit er die knusprige Pankopanier nicht aufweicht!

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*Pankomehl ist mein Lieblingspaniermehl. Man kriegt es sehr günstig in jedem Asiashop und es schlägt meiner Meinung nach die österreichischen Semmelbrösel um Längen! Bei Pankomehl (jap. パン粉, dt. „Brotmehl“) handelt es sich um japanisches Paniermehl, das allerdings wesentlich gröber ist als unsere Semmelbrösel. Durch die gröbere Struktur werden die panierten Stücke vieeel knuspriger und die Kruste ist nicht so fest und zusammengekleistert wie beim gewöhnlichen Schnitzel (das, besonders von meiner Oma, aber auch ohne Panko superlecker ist!!). Für Panko wird übrigens nur das Brotinnere ohne die Rinde verwendet. An und für sich findet ihr Panko in jedem Asiashop oder auch schon mal in der asiatischen Abteilung in größeren Supermärkten wie Merkur oder Interspar. Ihr solltet aber unbedingt auf die Zutatenliste schauen, denn Aromen, Trennmittel oder Glutamat brauchen wir nicht im Panko!! Es kommt wunderbar ohne dieses Zeug aus, einfach nur mit Mehl, Salz, Wasser und Germ=Hefe.

5 Gedanken zu “Gebackener Parasol mit Panko – tiefgekühlt und aufgetaut!!

  1. Christina schreibt:

    Jetzt hast du mir wirklich den Mund wässrig gemacht, auch in der Nach-Parasolzeit. 😉 Ich habe leider noch nie welche gegessen, in unseren Breiten gibt es sie auch gar nicht. Meine Eltern haben mir stets von den deliziös zubereiteten Parasolen meiner Groß-Tante in OÖ vorgeschwärmt. Ich bin leider nie in den Genuss gekommen. 😦
    Ich bin übrigens über Bettis Happycarb-Blog hier bei dir gelandet und schaue gerne rein und schnuppere über deine Rezeptbeiträge gerne etwas österreichisches Flair (mit österreichischen Wurzeln bin ich doch etwas Austria-Afin und freue mich immer wenn ich etwas von dort lese oder sehe).

    LG

    *Christina*

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    • kaddiey schreibt:

      Hallo liebe Christina!
      Ich freu mich total über dein Lob, vielen vielen Dank. 🙂
      Ja, in OÖ gibt’s viele „Schnitzelschwammerl“, da komme ich auch ursprünglich her. Vielleicht findest du ja mal auf einer Wanderung welche (und hast einen kundigen Pilz-Experten dabei, vielleicht Verwandte aus Österreich, die die Parasol noch erkennen?).
      Freue mich, dass du meinen Blog liest!
      Viele liebe Grüße
      Katharina

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