Bagels

Ich kann mich zwar kaum mehr bewegen, weil unser heutiger Samstagsbrunch so sättigend und lecker war, aber tippen geht gerade noch. 🙂

Bevor ich euch aber das Rezept zeige, gebe ich mit einer Erkenntnis an, die mich soeben ereilt hat. Kennt ihr das auch, wenn euch plötzlich Zusammenhänge klar werden, die ihr eigentlich schon immer vor Augen hattet, aber nie gesehen habt? Ich mag sowas gerne.

Also, meine Erleuchtung am Pfingstsamstag 2015 ist die folgende: Bagel spricht man „Beigel“ aus. Manchmal schreibt man auch „Beigel“. Beigel bzw. Bejgl ( בײגל ) ist jiddisch/jüdisch. Wikipedia sagt dazu:

„Die 1610 erstmals in jüdischen Quellen in Krakau belegten Bagel entstanden vermutlich in Mittel- oder Osteuropa. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie von osteuropäischen jüdischen Einwanderern in den USA und Kanada eingeführt, wo sie seit den 1970er Jahren zum Ernährungsalltag gehören, und von wo sie sich seither als typisch amerikanisches Backwerk weltweit verbreiten.“

Und jetzt mein Aha-Erlebnis: In Österreich gibt es ein ganz spezielles Gebäck, die „Beigerl“ oder „Beugerl“ zur Fastenzeit. Wer sie nicht kennt: Die sehen ganz ähnlich aus, bestehen ebenfalls (traditionell, also nicht Low Carb) aus Germteig=Hefeteig und werden ebenfalls in kochendes Wasser gegeben, bevor sie im Rohr gebacken werden. Fastenbeugerl allerdings in kochendes Salz- anstatt Zuckerwasser (das ist wohl eine Erfindung der Amerikaner, die es gern süß-herzhaft haben). Hier ein paar Google-Bilder der Fastenbeugerl. Das sind schlichtweg alles zusammen Ausprägungen der jüdischen Bejgl… wer hätte das gedacht? Immerhin sind die bei uns stark mit dem christlichen Fastenbrauch verbunden! Witzig, oder?

Jetzt aber zum Low Carb-Bagel-Rezept, das wir uns heute ausgedacht haben:

4 Stück:

  • 80g geriebene Mandeln
  • 2 geh. EL Haferkleie
  • 2 geh. EL Mandelmehl
  • 2 geh. EL Leinsamenmehl
  • 2 geh. EL Kokosmehl
  • 4 Eier
  • 2 EL Joghurt
  • 2 EL Apfelessig od. Weißwein
  • 1/2 TL + 1 Prise Salz
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 Msp. Stevia
  • Sesam zum Bestreuen

Alle Zutaten bis auf Stevia verrühren und 10min quellen lassen.

Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, eine Prise Salz und eine Msp. Stevia zugeben.

Mit nassen Händen aus dem Teig erst 4 Kugeln machen, dann ein Loch in die Mitte drücken und zu Ringen ausweiten. Mit einem Pfannenwender je einen Ring ins Wasser gleiten lassen und eine Minute wallend kochen lassen. (Nicht alle vier gleichzeitig sondern nacheinander.)

Die Ringe auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Sofort die nassen Bagels mit Sesam bestreuen, dann erst den nächsten Ring kochen (sonst hält der Sesam nicht mehr).

Bei 175°C Heißluft (vorgeheizt) 20-25min im Rohr backen.

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3 Gedanken zu “Bagels

  1. Christina schreibt:

    Das notiere ich (gedanklich) auch direkt zum „Nachbau“. Wie lange habe ich schon keinen Bagel mehr gegessen.
    Mit (Kräuter-)Frischkäse und Räucherlachs …
    Mal eine grundsätzliche Frage, nimmst du bei deinen Rezepten Eier unterschiedlicher Gewichstklassen oder z.B. immer M- oder L-Eier. Das wäre vielleicht einmal ganz hilfreich zum nachkochen /-backen deiner Rezepte. 🙂

    Vielen lieben Dank!

    LG

    *Christina

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    • kaddiey schreibt:

      Hallo liebe Christina!
      Jaa, diese Bagels haben mich auch sehr glücklich gemacht. Konventionelle Bagels sind toll aber fürchterlich ungesund und ein Low Carb-Super-GAU. 😉
      Eier nehme ich immer abwechselnd mal M, mal L. Das liegt aber daran, dass ich immer die Bio-Eier vom Hofer (bei euch Aldi) kaufe und die mal so, mal so einpacken.
      Eigentlich habe ich gar nicht so die Erfahrung gemacht, dass es einen großen Unterschied macht, welche Eiergröße man nimmt. Ich weiß, viele sehen das anders und oft steht es auch in den Rezepten genau angegeben… ich hab mich noch nie um Eiergrößen gekümmert und koche mit dem, was daheim ist. 🙂 Zumindest kann ich sagen: S sind die Eier fast nie, die ich verwende.
      Herzliche Grüße
      Katharina

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      • Christina schreibt:

        Liebe Katharina,
        danke dir! Ich kaufe in der Regel Demeter-Eier und noch lieber sogenannte Bruder Hahn-Eier in Demeterqualität, die sind öfters L als M. Hin und wieder auch schon einmal „normale Bioeier“ (im Normalfall M). Die „S-Klasse“ verwende ich auch nie, allerdings kann der Unterschied zwischen M und L sich schon bemerkbar machen im Gericht / Backwerk. Da wäre es hilfreich wenn im Rezept der Eiertyp benannt ist. 🙂 Denn von L-Eiern kann man ruhig immer eines weniger nehmen …

        LG

        *Christina*

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