Amerikanische Bekenntnisse

Hallo zusammen, da bin ich wieder!

Die letzten zehn Tage war ich dienstlich in den USA, ich hatte eine tolle und intensive Zeit. Zur Erklärung, ich beschäftige mich beruflich mit mittelalterlicher Sprache und Literatur, und in einer kleinen Stadt in Michigan findet jährlich ein riesengroßer Mittelalter-Kongress statt – dieses Jahr hatte die Veranstaltung ihr 50. Jubiläum! Das ist wirklich eine spektakuläre Sache: 3.000 Forscher halten insgesamt ca. 1.800 Vorträge über ihre jeweiligen wissenschaftlichen Fachgebiete.

Vorher haben meine Kolleginnen und ich ein verlängertes Wochenende in Chicago verbracht. Wir waren in Musicals, beim Chicago Symphany Orchestra (hihi die Amis sitzen teilweise mit Jeans und PET-Flaschen im Opernhaus), im Kunstmuseum, in einem Café im 96. Stock eines der höchsten Hochhäuser (Hancock Tower)… es war super!!

In puncto Low Carb war es allerdings nicht ganz so toll. Ich meine, in diesem wunderbaren Land gibt es ja wirklich allzuviele Versuchungen. Kein Wunder, dass fast 30% aller Amerikaner als schwer fettleibig eingestuft werden!! Das ist wirklich ein Kummer, gefühlt jeder Dritte auf den Straßen Amerikas gefährdet massiv seine Gesundheit. Wir reden hier nicht von „harmlosem“ Übergewicht, von draller „Weiblichkeit“ oder „Molligkeit“ – sondern von massiver Adipositas.

Versteht mich nicht falsch, natürlich kann man in den USA ganz fantastisch essen. Man findet durchaus Restaurants, die gesunde und köstliche Speisen servieren. Aber meiner Erfahrung nach muss man die wirklich gezielt suchen. 80% der Lokale bieten zum allergrößten Teil Dinge an, von denen man nur dick werden kann, wenn man sich dauerhaft so ernährt. Dazu kommt noch der hohe Anteil jener, die täglich Television Meals verzehren und nicht mehr frisch kochen. Das ist so traurig.

Meine persönliche amerikanische Völlerei fand zwar nicht bei Burgerking&Co. statt, hat aber trotzdem dazu geführt, dass ich bestimmt einige Kilos mehr wiege. 🙂 Was ich so gegessen habe? Hier die ärgsten Ausreißer:

  • eine Chicago Style Deep Dish American Pizza mit BBQ Chicken (der Low Carb-Super-GAU, eine Pizza mit ca. 15cm Rand, die bis oben hin mit zuckriger BBQ-Sauce gefüllt ist höhö)
  • eine Platte mit Spareribs, Pulled Pork (gezupftes Schwein, so ähnlich wie Gyros mit BBQ-Sauce), süßem Maisbrot, Coleslaw (dieser typische Krautsalat) und abartigen Mac’n’Cheese (letzteres hab ich nur bestellt, weil ich es nicht kannte – alles andere war köstlich, aber dabei handelt es sich nur um diese komische, ungewürzte Maccaroni-Käse-Pampe, die man aus dem Fernsehen kennt)
  • einen klassischen Cheeseburger in der spektakulären Kneipe Billy Goat im Chicagoer „Untergrund“ (direkt unter der prächtigen Michigan Avenue kann man in die „Katakomben“ absteigen und dort zu Billy Goat gehen – wer jemals dorthin kommt, sollte diese Gelegenheit nicht verpassen!)
  • Borschtsch (eine Suppe aus Kraut und roten Rüben, Low Carb-mäßig super, werde ich demnächst mal wieder kochen) und Wareniki mit Ente (sozusagen die russischen Raviloi/Schlutzkrapfen/Maultaschen), dazu viel Schwarztee und Wodka, im großartigen original-russischen Restaurant Russian Tea Time, ebenfalls in Chicago Downtown – da hat mich eine Kollegin hingebracht, die aufs russische Mittelalter spezialisiert ist 🙂
  • einen ganzen Berg Sushi
  • ein RIESENGROSSES getoastetes Brot mit Avocadocreme, Ziegenkäse und Chia-Samen
  • einen Chocolate Chunk Brownie
  • eine Salted Caramel Chocolate Tarte

Oje, wenn ich mir das so durchlese… naja. Trotzdem: Alles war supergut und definitiv eine Reise wert! Nach mindestens einer Woche Low Carb mit viel Gemüse (ich esse üblicherweise kiloweise Rohkost – das ist mir erst wieder aufgefallen, als ich keine Gelegenheit dazu hatte) wird sich mein Körper sicher wieder erholt haben. 😀

Zum Abschluss noch ein paar Fotos und das Versprechen, die Low Carb-tauglichen USA-Gerichte in diesem Blog nachzukochen oder manche davon so zu adaptieren, dass sie in mein Ernährungskonzept passen.

 hancock_tower_01 chicago downtown

hancock_tower_02 chicago_01

chicago_03 chicago_04

Disclaimer: Es handelt sich hier um einen rein privaten Reisebericht. Die von mir erwähnten Destinationen, Hotels und Restaurants habe ich auf meiner privaten Urlaubsreise besucht und kann sie weiterempfehlen – ich stehe in keinerlei gewerblichem Verhältnis zu den Anbietern.

10 Gedanken zu “Amerikanische Bekenntnisse

  1. gartenleidenschaft24752 schreibt:

    Oh, das Problem mit der amerikanischen Nahrung kenn ich nur zu gut. Ich war heuer 2 Wochen in LA und obwohl ich dort ca. nur die Hälft der für mich üblichen Nahrungsmenge gegessen habe bin ich mit 2kg mehr nach Hause gekommen.
    Liebe Grüße, Florian

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Hallo Florian!

      Ja, das war wirkllich arg. Es ist ja nicht so, dass es mir nicht geschmeckt hätte – ich hab mir schon gezielt nur Speisen ausgesucht, die zumindest Qualität versprachen. Aber alles in allem liegt dort die Energieaufnahme auch in solchen Speisen einfach höher. Allein schon diese megagroßen Portionen (nicht umsonst haben die Amerikaner ja überall alltagstauglich ihre Doggybags eingeführt – was ich ja grundsätzlich super finde und gerne bei uns auch mehr nützen würde, weil da nicht so viel weggeschmissen würde).

      Liebe Grüße
      Katharina

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  2. Stephanie schreibt:

    Als grosser USA und Low Carb Fan muss ich jetzt doch noch einen Kommentar schreiben 🙂 da wir sicher bis 3x im Jahr dorthin reisen, kenne ich schon super gute Restaurants mit genialen „Low Carb“ Gerichten.
    Zum Beispiel: Cheesecake Factory (extra Speisekarte für Figurbewusste)
    Der beste Burgerladen: Fuddruckers (bietet Low Carb Burger) suuuper lecker!
    Souplantation&Sweet Tomatoes (meeega Salat und Suppenbuffet)
    Denny`s:( Frühstück selber zusammenstellen..Eier,Früchte, Schinken, Joghurt..)
    usw….

    Einfach ein paar Tipps für die nächste Reise, ich esse immer super gut, ohne zuzunehmen 🙂

    P.s. herzlichen Dank für Deine feinen Rezeptideen, werde am Wochenende den Cheesecake ausprobieren 🙂

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Stephanie!

      Danke für deine Antwort. 🙂

      Ich kenne nur die Cheesecake Factory, und die fand ich ganz furchtbar. Das Essen war m.M. minderwertig und bei mir ist der Ofen sowieso schon aus, wenn ich im Lokal Pappbecher serviert bekomme. Aber vielleicht war ich in einer schlechten Filiale, kann das sein?

      Der Low Carb-Burger von Fuddruckers klingt interessant!

      Ich möchte aber auf Reisen auch nicht streng reglementiert sein. Wenn es sich zufällig anbietet, weil mich etwas Leckeres aus der Speisekarte anspringt, dann ist das natürlich toll. Aber nach figurbewussten Speisen im Urlaub _suchen_ und an all den Köstlichkeiten der individuellen Länderküche vorbeigehen? Nein danke, da schlemme ich lieber und koche dann zuhause wieder gutes Low Carb.

      Das klingt jetzt alles irgendwie schärfer, als es gemeint ist. 🙂
      Wenn ich das nächste (=erste) Mal privat in den USA bin und nicht mit einem Haufen KollegInnen dienstlich, dann werde ich bewusst einmal nach deinen Tipps Ausschau halten. Sollte ich an einem Lokal vorbeigehen, probier ich das auf jeden Fall aus. Mit den KollegInnen ist das nicht so einfach… die essen am liebsten, was sie kennen [ohne Kommentar].

      Viel Spaß beim Ausprobieren der Cheesecake. Freue mich über Feedback!

      Liebe Grüße
      Katharina

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  3. Stephanie schreibt:

    Liebe Katharina!

    Dies ist halt alles Geschmackssache….😃
    Ich hab manchmal einfach Mühe, wenn die Touris sich regelmässig über das doch so „ungesunde“ Essen in den USA nerven😏 wo es doch so gutes und „gesundes“ Essen gibt☺️

    Also ich esse bei weitem nicht nur Low Carb in den Ferien, ich liebe den super Italiener „Maggiano’s Little Italy“😉 die genialen Thairestaurants und ich liebe die Pancakes von iHop👍🏼

    Wollte ja nur schreiben, dass Alternativen möglich wären😉 nicht persönlich gemeint😊

    Übrigens, Dein Cheesecake ist suuuper!!!!!!
    mein Mann und ich sind begeistert😃

    P.s. uns sind in den viel verschiedenen CF noch nie!!! Pappbecher seviert worden sondern super feine Cocktails in richtigen Gläsern😂😂😂

    Einen lieben Gruss aus der Schweiz und ich werde bald wieder ein Rezept von Dir ausprobieren!
    Vielen Dank!

    Stephanie

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    • Genussspecht.net schreibt:

      Liebe Stephanie,

      klar, Geschmäcker sind immer verschieden. 🙂

      Ich bleibe dabei, auch weil ich zahlreiche Kollegen in den USA habe und deren Bemühungen mitkriege, gutes Essen zu bekommen: Der Großteil des Massenessens (und das heißt NICHT, dass es keine fantastischen Ausnahmen gibt, wie oben auch ausdrücklich gesagt!) ist erstens denaturiert und zweitens zu viel. Das ist einfach so, umsonst sind nicht so unglaublich viele Menschen adipös.
      Es gibt überall – wenn auch in der Minderheit – Feinschmecker und Gourmets. Ich war in Ann Arbor in einer Mischung aus Markt und Supermarkt, da sind mir von der köstlichen Auswahl die Augen rausgefallen. Frische Pilze in allen Formen und Farben, wie ich sie bei uns nur vom Wald her kenne. Käsespezialitäten, wo sich die feinste französische Käsehandlung verstecken könnte. Aber das ist nicht der Ort, wo der Großteil der Bevölkerung einkauft.

      Ich muss Ähnliches aber auch schon für Österreich und Deutschland feststellen. Hier hält auch der Trend Einzug, am Essen zu sparen. Da geht man lieber zum Lidl und kauft dort die billigsten Hausmarken als zum Feinkostgeschäft oder zum Bauernmarkt.
      Die Franzosen oder die Italiener hingegen geben wesentlich mehr Geld für (gute) Lebensmittel aus. Das gehört dort zur Lebensqualität, so wie hierzulande meist unvergänglicher Besitz (Auto, Haus etc.) mehr zählt als der Genuss. Eine ganz miese Entwicklung, finde ich.

      Cocktails in richtigen Gläsern klingt doch gut. 🙂 Ich bin total Glas-pingelig. Letztens bin ich gefühlt einen ganzen Flughafen abgerannt, weil ich noch ein gepflegtes Glas Wein vor dem Abflug trinken wollte, aber überall hatten sie nur Plastikbecher. 😉

      Freut mich, dass euch die Cheesecake schmeckt!
      Ich kann mich reinlegen in das Original meiner Freundin L. Aber diese Low Carb-Variante hat es durchaus auch in sich! hihi

      Liebe Grüße
      Katharina

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