Bitte nehmt euch Zeit für dieses Video!

Liebe alle,

ich komme schon wieder nicht zum Posten von Rezepten, obwohl ich mir jeden Abend vornehme, einen Beitrag für den nächsten Tag vorzubereiten. Das wird ab übernächster Woche wohl wieder besser, dann hab ich alle möglichen außertourlichen Job-Verpflichtungen wieder soweit hinter mich gebracht.🙂

Was mich zur Zeit privat auch sehr beschäftigt, ist unsere österreichische Bundespräsidentenwahl; eine Wahl zwischen Mitte-links (Alexander Van der Bellen) und populistisch-rechtsnational (Norbert Hofer). Gerade nach dem beängstigenden Wahlergebnis der USA sehe ich hier wirklich eine nachhaltig wichtige Entscheidung auf unser kleines Land zukommen.

(((Wenn es sie interessiert, können sich hier auch bundesdeutsche Leser darüber informieren, wie die Unterschiede unserer Präsidentschaftssysteme sind. Früher war der österreichische Bundespräsident nicht mehr als eine Marionette führender Parteien. Seit 1945 aber greift unsere Republik wieder auf Präsidentschaftskompetenzen der Verfassung von 1920 zurück, die dem Bundespräsidenten eine enorme Macht zugestehen. Details findet ihr in diesem Artikel.)))

Ich versuche momentan, eher unentschiedene Personen zu erreichen, aber hier sind leider noch viele dicke Bretter zu bohren. Es ist einfach schwer, Leuten mit Inhalten und Argumenten beizukommen, die Augen und Ohren verschließen und nur reduzierten Halbwahrheiten Glauben schenken, weil sie so ansprechend populistisch aufbereitet wurden.

Was mich heute dazu bewegt, diesen Koch- und Natur-Blog als wahlwerbendes Medium  zu (be-)nutzen, ist ein Video, das ich gesehen habe, und das mir eine Gänsehaut verursacht hat. Eine alte Dame aus Wien, Gertrude (89), erzählt, wie sie die gegenwärtige Wahl empfindet und was das alles für sie bedeutet. Niemand, und wenn er oder sie noch so zornig ist, kann hier ernsthaft behaupten, eine gestellte Schauspielerin zu sehen. Diese reale, liebe Frau braucht manchmal ein wenig, um ihre Gedanken zu artikulieren, ganz so, wie es ältere Menschen eben tun. Das Video dauert trotzdem nur 5 Minuten und ich bitte euch inständig, es euch bis zum Ende anzusehen.

Das ist für mich das bisher mit Abstand wichtigste Statement dieser ewigen Wahl. Nichts, was wir in knackigen Worten auf Werbeplakate schreiben können, mag auch nur ansatzweise wiedergeben, was wir in diesem Video sehen können:

 

Danke für euer Verständnis – mit Rezepten geht’s demnächst wieder weiter, versprochen.🙂

 

Herzlich

Katharina

Sellerie-Kuerbis-Shepherds-Pie_06

Sellerie-Kürbis-Shepherd’s Pie

Noch wächst so einiges auf unseren Beeten: Sellerie, Karotten, Mangold, Rote Rüben, Zuckerhut, Vogerlsalat=Feldsalat, asiat. Senfsalat, Chinakohl, Kohlsprossen=Rosenkohl, Wirsing, Kürbis, die letzten Tomaten, Erdäpfel und Topinambur (gut, diese beiden wachsen nicht mehr, sind aber noch bis zum Verzehr in der Ernte).

Und diese beiden Sellerieknollen haben sogar bis jetzt die Schermaus überlebt, erstaunlich! Ein Tipp für den Sellerie-Anbau, der mir bisher nie geglückt ist: Gebt unter jedes Pflänzchen einen Teelöffel normales Küchensalz, dann werden sich dicke Knollen bilden. Bei mir wurden es nämlich meist ausgewachsene, dünne Wurzeln, aber keine richtigen Knollen. Das liegt daran, dass Sellerie naturgemäß auf Böden mit hohem Salzgehalt wächst, ein normales Kompostbeet diese Bedingungen aber nicht ordentlich erfüllt.

Ich steh total auf Sellerie. Und auf Kürbisse. Und auf Shepherd’s Pie. Letzterer wird allerdings klassisch mit Fleisch und Erdäpfel-Topping gemacht. Kombiniere, kombiniere…

3-4 Portionen (mit einem großen Salat dazu reicht’s für 4; kann auch gut aufgewärmt werden):

  • 300g Knollensellerie
  • 4 Stängel Selleriegrün
  • 150g Erdäpfel (kann durch noch mehr Sellerie, Pastinaken oder Topinambur ersetzt werden; ich habe allerdings eine Low Carb-Version einer strengen No Carb-Version vorgezogen)
  • 1 kl. Hokkaido-Kürbis (ca. 350g mit Kernen und Schale; noch kohlenhydratärmer wäre Butternuss-Kürbis)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Eier
  • 60g Cheddar
  • 2 geh. EL Radieschenblätter-Pesto (oder anderes grünes Pesto)
  • 1 Msp. Kurkuma
  • 1 Msp. Muskat
  • je 1 TL Paprikapulver, ganzer Kümmel und Bio-Gemüsesuppenpulver
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

150g vom Sellerie und die Erdäpfel würfeln und zusammen in wenig Salzwasser weich dünsten.

Eier trennen, den Dotter zum gedünsteten Gemüse geben, aus dem Eiklar Schnee schlagen.

Gemüse-Eier-Mischung würzen, Kurkuma und Gemüsesuppenpulver zugeben und pürieren. Ca. 1/4 des Cheddards unterheben. Etwas abkühlen lassen.

Zwiebel und Knoblauch fein hacken; 150g vom Sellerie sowie das Selleriegrün und den Kürbis grob würfeln. Alles zusammen in Erdnussöl anbraten und kräftig würzen.

Eischnee vorsichtig unter das Püree heben.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Eine Auflaufform fetten und wie folgt schichten: Gemüsewürfel unten, restlichen Käse aufstreuen, Püree darauf streichen.

40min bei 175°C Heißluft backen.

Dazu passt ein frischer, grüner Salat (wir hatten Zuckerhut-Salat mit Kernöl).

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Topi-Bovist-Masala_06

Topi-Bovist-Masala

Topinambur ist ein ganz tolles Gemüse, zum Essen wie zum Anbauen. Man muss sich überhaupt nicht um die Knollen kümmern, außer die Pflanzen bei der allerallergrößten Hitze ab und zu zu gießen (hab ich heuer vielleicht 3x gemacht). In der Sonne und in satter, lockerer Erde werden die Knollen größer; meine wachsen aber im Halbschatten unter einer Eiche, im harten Lehmboden neben der Gartenhütte (ganz ohne Beet). Sie lockern sogar noch den Boden für mich, weil ich gerne mal ein Birnenspalier dorthin pflanzen möchte. Na gut, diese wenig umsorgten Topis sind nicht die allergrößten, aber was macht das schon? Immerhin schmecken sie super!

Die Blüten der Topinambur-Pflanzen sind wunderschön. Die Verwandtschaft zu Sonnenblumen sticht deutlich ins Auge, sowohl bei den sonnengelben Blumen als auch bei den Blättern:

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Ich mag Topinambur auch deshalb so gern, weil man beim Ernten immer das eine oder andere Mini-Knöllchen vergisst und daraus dann im nächsten Jahr ganz von allein wieder eine neue Blütenpracht heranwächst. Man kann für den ersten Anbau einfach im Frühling in der Bio-Gemüseabteilung eine Packung Topis kaufen und ein paar davon in Erde setzen. Im Herbst hat sich der Ertrag dann verzehnfacht und den Sommer über hat man sich an den sonnenblumenähnlichen Schönheiten erfreut. Übrigens sind die Knollen winterfest. Das bedeutet, dass man sie auch mitten im Winter unter der Schneedecke ausgraben kann, wenn der Boden frostfrei ist!

Topinambur ist aber nicht nur hübsch und pflegeleicht, sondern auch sehr gesund. Das liegt an einem ganz besonderen Stoff, dem Inulin (nicht Insulin!). Inulin ist ein nicht verdaubarer Ballaststoff, was bedeutet, dass er für unser Innenleben wie ein Besen wirkt. Er „putzt“ in unseren Körpern und wirkt ausgesprochen positiv auf die Verdauung. Allerdings sollte man nicht zu viel auf einmal essen, wenn man empfindlich oder keine Topis gewöhnt ist, da das Anregende auf die Verdauung möglicherweise ähnliche Auswirkungen hat wie Bohnen oder Kohlgemüse… Das bedeutet: Hat man den eigenen Körper schon zu lange durch Weißmehl, Einfachzucker und dergleichen mehr verkommen lassen, muss er erst mal wieder lernen, wie „echte“ Lebensmittel verdaut werden. Das ist sehr wichtig, denn das ganze „raffinierte“ (was für ein Name) Zeug lagert in unserem Darm permanent Rückstände ab, von denen wir krank werden können!

Topinambur enthält Vitamin A,Vitamin B1, Vitamin B, Niacin (letzteres senkt das LDL-Cholesterin und Triglycerid) und relativ viel der wertvollen Mineralstoffe Eisen, Kalium und Kalzium. Dabei hat er wenig Kalorien, wenig Kohlenhydrate, sättigt aber aufgrund des hohen Ballaststoff-Anteils ausgesprochen gut. Und außerdem können auch Diabetiker Topis essen, weil das Inulin (im Gegensatz z.B. zur Stärke in Erdäpfeln) insulinunabhängig (hier stimmt das ‚S‘) verwertet wird und somit keine nennenswerte Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel hat.

Topinambur

Zum Masala: Dieses Gericht geht genauso gut mit gekauften Champignons, allerdings bin ich ein großer Fan von Bovisten. Pilzinformationen zu dieser Einsteiger-Pilzsorte habe ich hier schon veröffentlicht. Boviste schmecken wahnsinnig köstlich, außerdem haben besonders Flaschenstäublinge einen wunderbar pilzigen Geruch. Ich sammle sie leidenschaftlich gerne.

Boviste_02

So, jetzt aber! Wie ihr seht, haben wir diesmal Reis dazu gemacht (roten und weißen Basmatireis), das ist dann selbstverständlich nicht mehr Low Carb. Aber ihr könnt das Gericht auch ganz wunderbar mit Karfiolreis=Blumenkohlreis zubereiten. Dazu einfach einen frischen Karfiol=Blumenkohl mit der Küchenmaschine raspeln, etwas salzen und in ganz wenig Wasser dünsten. Wie das genau geht, steht in diesem Rezept für Kichererbsen-Korma.

Hier eine kleine Erinnerung an unseren Indien-Urlaub, allerdings mit herbstlich-europäischer Note:

Topi-Bovist-Masala

2 Portionen:

Für die Masala-Sauce:

  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Tomaten
  • 8 Mandeln
  • 1 Chili
  • 1 Dattel
  • 1 1cm großes Stück Ingwer
  • 1/2 TL Asant (fakultativ)
  • 1 geh. EL Tamarindenpaste (wenn man die nicht hat, ist es auch nicht weiter schlimm)
  • 2 geh. TL Erythrit
  • 1 EL Zitronensaft

Außerdem:

  • 200g Boviste (alternativ weiße Champignons)
  • 100g Topinambur (mit Schale gewogen; ich schäle sie nicht)
  • 2 grüne Kardamom-Schoten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kl. Stück Zimtstange
  • 1 TL Garam Masala
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/4l Wasser
  • Salz, Pfeffer, Kokosöl

Boviste und Topis putzen. Beides in Scheiben schneiden (auf meinem Foto hab ich die Boviste aus Zeitgründen nur halbiert, aber Scheiben sind besser).

Topis in wenig Salzwasser (oder noch besser in einem Dampfeinsatz) 5min kochen, dann zur Seite stellen.

Alle Zutaten für die Masala-Sauce im Hochleistungsmixer pürieren.

1 EL Kokosöl im Wok erhitzen, ganzen Kardamom, Lorbeerblatt und Zimt darin erhitzen, bis es duftet. Dann die gemixte Sauce einrühren. Kurkuma und Garam Masala zugeben und umrühren, bis die Sauce andickt.

Bovist-Scheibchen unterrühren, salzen und 10min dünsten lassen. Sie sollten relativ viel Wasser lassen. Immer wieder umrühren.

1/4l Wasser sowie die Topi-Scheibchen unterrühren und die ganze Sache 15-20min köcheln lassen.

Wenn es nicht vegan sein muss, passt ein Klecks Joghurt vor dem Servieren gut dazu.

Thunfisch-Cinque-Formaggi-Pizza_05

Thunfisch-Cinque Formaggi-Pizza mit grünem Gemüse

Uno, due, tre, quattro, cinque. Das war’s aber auch schon mit meinen bescheidenen Italienisch-Kenntnissen (naaa gut, bis zehn kann ich zählen, und was zu essen kann ich mir auch bestellen… und Prost! kann ich auch sagen, hehe).

Meine Cinque Formaggi-Pizza besteht, Überraschung!, aus fünf Käsesorten und zudem einigem an grünem Gemüse. Dazu gehört noch unbedingt eine große Schüssel Salat, um einen extra Frischekick zu genießen und um die vielen Milchprodukte ein wenig „auszugleichen“.

Thunfisch-Pizzateig ist in der Low Carb-Küche schon längst keine Überraschung mehr, und ich koche ihn ab und zu immer noch ganz gern, obwohl ich mittlerweile fast keinen Fisch mehr esse. Wenn es dann ausnahmsweise Thunfisch gibt, dann ist es mir sehr wichtig, darauf zu achten, welchen ich kaufe:

Er sollte ausschließlich aus zertifiziertem Wildfang stammen. Das MSC-Siegel gibt es nur, wenn diese Fanggebiete nicht bereits überfischt sind! Weitere Informationen zum nachhaltigen Fischkauf gibt es beim WWF-Einkaufsratgeber für Fisch sowie beim Fischratgeber von Greenpeace. Die Thunfisch-Dosen, die ich verarbeite, sind von der nicht gefährdeten Gattung „Skipjack“ (Fanggebiet: Westpazifik) oder MSC-zertifizierte Ware aus gesunden Beständen.

2 Portionen:

Für den Teig:

  • 2 Dosen Thunfisch (in eigenem Saft)
  • 100g Cottage Cheese=Hüttenkäse
  • 2 Eier
  • 2 EL Mandelmehl (ersatzweise geriebene Mandeln)
  • 2 EL gehackte italienische Kräuter (ich hatte Oregano, Basilikum, Thymian, Majoran)
  • Salz, Pfeffer

Für den Belag:

  • 100ml passierte Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 30g Mozzarella
  • 30g Gorgonzola
  • 30g Feta
  • 30g Parmesan (Anm.: Für alle diese Käsesorten verwende ich gerne meine TK-Vorräte; ich friere immer ein wenig geriebenen Käse ein, wenn ich ihn sowieso für ein anderes Gericht reibe)
  • 1 Handvoll Fisolen=Grüne Bohnen (evtl. TK-Ware)
  • 1 Handvoll Erbsen (evtl. TK-Ware)
  • frische Kräuter zum Bestreuen (ich hatte Oregano, Basilikum, Thymian, Majoran, Ringelblumen-Blüten; Rucola würde auch gut passen)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Backrohr auf 160°C Heißluft vorheizen.

Thunfisch, Eier, Cottage Cheese, Kräuter und Mandelmehl mit der Küchenmaschine verrühren.

Die Masse kreisrund auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und für ca. 15min backen.

In der Zwischenzeit die Tomatensauce zubereiten. Dafür Zwiebel, Knoblauch und Chili fein hacken und anbraten. Dann die passierten Tomaten zugeben und abschmecken. Einköcheln lassen, bis der Teig fertig ist.

Fisolen in kleine Stücke hacken.

Den Pizzaboden wieder aus dem Ofen nehmen, die Sauce gleichmäßig darauf verteilen und belegen (ich hab einzelne Ecken für die verschiedenne Käsesorten gemacht).

Die Pizza nun erneut für ca. 15min in den Ofen geben, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Vor dem Servieren mit frischen Kräutern bestreuen.

Variante:

Thunfischpizza mit Jalapeños, Oliven und Roten Zwiebeln

Während ich die obigen Fotos herausgesucht habe, hab ich noch alte Aufnahmen einer anderen Thunfischpizza entdeckt, die ich euch bislang vorenthalten habe. Der Teig ist ganz derselbe, und sooo viel  Unterschied gibt es beim Belag auch wieder nicht.

Daher habe ich mich kurzerhand entschlossen, diese Pizza nicht als eigenes Rezept online zu stellen, sondern als Variante zu zeigen:

2 Portionen:

  • Teig wie oben (Kräuter hier Petersilie, Basilikum, Schnittlauch und ein wenig gehackte, rote Zwiebel)
  • Tomatensauce wie oben
  • 1 rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
  • 1 Handvoll Oliven
  • 1 Handvoll getrocknete Tomaten, in Stücke geschnitten
  • einige eingelegte Jalapeños
  • geriebener  Gouda
  • Kräuter zum Bestreuen: Petersilie, Basilikum, Schnittlauch

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Schopftintling-Makkaroni_Letscho_Topinambur_04

Pilzinfos + Rezept: Schopftintling-Makkaroni mit Letscho und Knusper-Topinambur

Die im Folgenden präsentierten Infos sind lediglich als meine private Meinung und nicht als Pilzberatung zu verstehen. Pilzbestimmung übers Internet ist trotz der vielen Vorzüge, die gute Pilzseiten (z.B. 123pilze.de) ggü. Printmedien aufweisen, keine endgültige Bestimmung und sollte bei Unsicherheit vor Ort von Mykologen (Pilzexperten) bestätigt werden. In Österreich gibt es dazu Pilzauskunftstellen. Ich übernehme keine Haftung.

♦♦♦♦♦♦♦♦

Das ist mal ein Rezeptname!😉

Ich nehme mir heute endlich die Schopftintlinge vor, die – neben den Hallimasch – meine Lieblingspilze sind. Sie sind sehr markant und ziemlich exklusiv, denn sie haben eine Eigenheit: Nach dem Einsammeln muss man sie ehestmöglich verkochen, weil sie sonst innerhalb weniger Stunden zu Tinte zerfließen (daher der Name). Auch während des Wachsens zerfließen sie, aber nicht ganz so schnell – da dauert der Prozess meist wenige Tage.

Okay, sie zerfließen nicht „zu Tinte“, aber aus der schwarzen Flüssigkeit, die beim Zersetzungsprozess der Zellen übrigbleibt, hat man früher Tinte hergestellt. Diesen Prozess der Selbstauflösung nennt man übrigens „Autolyse“, nur so zur Info, falls das mal eine Frage in der Millionenshow wird…

Aufgrund der Autolyse sind Schopftintlinge nicht lagerbar, keine Pilze, die man im Supermarkt oder auf Märkten kaufen kann, und auch nur essbar, wenn sich der Schwammerlplatz in der Nähe der eigenen Küche befindet. Würde ich im Lungau Schopftintlinge sammeln (wo viele Salzburger hinfahren), hätte ich zum Zeitpunkt des Kochens wahrscheinlich schon ganz schwarze Pilze.

Bei uns hat es sich zufällig so ergeben, dass wir heuer zwei Fundstellen 200m hinter unserem Haus haben. Das ist wirklich ein Glücksfall! Letztes Jahr war da genau einer, ich kann mich genau daran erinnern, weil ich so traurig war, ihn erst in zerflossenem Zustand entdeckt zu haben. Wie ich jetzt weiß, war das sogar gut – denn die Selbstauflösung hat Sporen freigesetzt und ein ordentliches Pilzmyzel entstehen lassen, wo vorher nur ein einzelner, kleiner, trauriger, schwarztriefender Hut stand.

Schopftintlinge darf man wirklich nur essen, wenn sie noch komplett weiß sind. Schwarze oder bereits rötliche Stellen sind nicht essbar. Die Stiele kann man aber immer essen, denn diese zerfließen nicht.

Ich hab auch schon mal kleine Schopftintlinge stehen lassen, um sie tags darauf zu holen – bei denen hatte der Zersetzungsprozess aber bereits ganz leicht begonnen. Man musste ziemlich viel wegschneiden. Also eher: gleich zuschlagen und so viel mitnehmen, wie ihr tragen könnt, denn sie lassen sich auch einfrieren!

Wegen der lustigen, hohlen Stiele heißt der Schopftintling auch „Makkaronipilz“.

Vom Geschmack her sind Schopftintlinge wirklich exzellent. Sie haben Biss, schmecken grandios pilzig-nussig und zerkochen auch nicht. Ein weiterer Name ist „Spargelpilz“ – ok, mit diesem Bild vor Augen könnte man sich sogar einen leichten Spargelgeschmack hineinfantasieren.

Ich zeige hier mal unseren letzten Fund (Einzelbilder anklicken für Großaufnahmen):

Schopftintling_01

Ich hab es verabsäumt, ein Foto von einem sich zersetzenden Tintling zu machen, aber das könnt ihr hier auf 123pilze oder hier in Homas Waldmeierei nachsehen. Zwei Seiten, die ebenfalls sehr gut geeignet sind, um sich umfassend über Pilze zu informieren. Ich bin ja sowieso dafür, hier mehrere Kanäle zu nutzen: verschiedene Internetseiten, Google-Fotos, Pilzbücher, ggf. noch Bekannte, Verwandte oder Pilzberatungsstellen.

Schopftintlinge wachsen gerne auf Waldwegen, an Waldrändern, sogar mitten in gedüngten Wiesen und in Parks. Sie lieben nährstoffreichen Boden. Man sollte aber keine Tintlinge von richtigen Tierdung-Misthaufen einsammeln, denn da handelt es sich wahrscheinlich eher um Hasenpfotentintlinge oder um Mist-Tintlinge (s.u.).

Es gibt sie vom Frühling bis zum Spätherbst, zumindest in der Theorie; unsere wachsen erst seit Anfang Oktober (Homa schreibt, dass sie bereits Anfang Juni richtig viele gefunden hat).

Schopftintlinge sind 2-12cm groß.

Der „Hut“ hat eine ovale Längsform, ist weiß fasrig-geschuppt und meistens mit einem hellbräunen „Käppchen“ am Scheitel versehen (s. Fotos).

Die Lamellen der essbaren, jungen Tintlinge sind strahlend weiß.

Der Stiel ist ebenso strahlend weiß und innen hohl (abgesehen von der „Wurzel“ bzw seinem Fuß, der sich etwas verdickt und kompakt ohne Hohlstelle ist).

Sobald der Zersetzungsprozess einsetzt, öffnet sich der Hut und nimmt eine Glockenform an. Dann werden die Lamellen erst rosa, später rostrot und schließlich ganz schwarz. In diesem Stadium bitte nicht meht essen.

Schopftintlinge gelten als Heilpilze bzw. Vitalpilze. Früher wurden sie in Pulverform in Apotheken verkauft, doch in der EU sind keinerlei Heilpilze mehr offiziell zugelassen. Helfen sollen sie dennoch gegen:

  • Diabetes I und II (unregelmäßigen Blutzuckerspiegel)
  • Hämorrhoiden
  • Verstopfung

Angeblich enthalten Schopftintlinge auch Coprin in geringen Mengen, d.h. er wäre in Verbindung mit Alkohol schwach giftig (Verdauungsprobleme). Ich habe aber noch keinerlei Erfahrungsbericht diesbezüglich gelesen, weder in den diversen Pilzforen, in denen ich mich herumtreibe, noch auf Blogs oder Pilzberatungsseiten. 123pilze glaubt an ein Märchen, Homa weist in ihrer Waldmeierei zwar auf die Coprin-Sache hin, sagt aber selbst, dass sie noch nie Probleme hatte… und auch wir trinken regelmäßig ein Gläschen Weißwein oder Bier (oder auch zwei) zu unseren Schopftintling-Gerichten.

Ich will es nur gesagt haben; vielleicht haben BESONDERS magen-darm-empfindliche Menschen Bauchzwicken, wenn sie Alkohol zum Gericht trinken… Aber ich glaube eher, dass es sich hier um eine Verwechslung mit anderen Tintlingen handelt, und man vorsichtshalber einfach per Rundumschlag alle Arten dieser Gattung verteufelt hat. Manche Tintlinge sind nämlich tatsächlich leicht giftig in Verbindung mit Alkohol.

Das bringt uns auch schon zu den Doppelgängern (Namen anklicken, um zu Fotos zu kommen). Und wenn wir ganz ehrlich sind, besonders doppelgängerisch sind die nicht, denn schuppig-faserig und weiß (mit hellbraunem Käppchen), das gibt es nur beim Schopftintling:

  • Faltentintling: 2 Tage vor und 2 Tage nach dem Pilzgenuss darf keinerlei Alkohol getrunken werden, dann ist der Faltentintling sehr gesund und gut. Ein super Pilz für Antialkoholiker, weil ihn nur ganz wenige Leute sammeln. Für ihn gilt dasselbe wie für den Schopftintling: Er darf sich noch nicht zersetzen, wenn man ihn essen will.
  • Großer Rausportintling: giftig mit Alkohol
  • Perlhuhn-Tintling: giftig mit Alkohol; schmeckt nicht gut, ungenießbar
  • Aschgrauer Mist-Tintling: schmeckt nicht gut, ungenießbar
  • Hasenpfoten-Tintling: schmeckt nicht gut, ungenießbar (der Hasenpfoten-Tintling kann als einziger schneeweiß sein, ist aber übersät von wolligem „Fell“ und sieht ganz anders aus als der Schopftintling mit seiner faserigen Schüppchen)

So, nun aber genug davon. Hier endlich ein Rezept, das dem Namen „Makkaronipilz“ auf jeden Fall gerecht wird. Eine echte Low Carb-Alternative zu richtiger Pasta:

Schopftintling-Makkaroni mit Letscho und Knusper-Topinambur

2 Portionen:

Für die Schopftintling-Makkaroni:

  • 500-600g Tintlinge (mit Stiel und Hut und allem)
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 1 EL Senf
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • 1 EL gehackte Kräuter (ich hatte Estragon und Thymian)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für das Letscho:

  • 1 rote Zwiebel
  • 200g Tomaten (ca. 2 große; ich hatte viele kleine)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 großer Spitzpaprika
  • 1 Chili
  • 1 TL Erythrit
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für den Knusper-Topinambur:

  • 350g Topinambur (mit Schale)
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • 1 EL gehackte Kräuter (ich hatte Estragon und Thymian)
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Schopftintlinge putzen und in Stückchen schneiden.

Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Chili, Tomaten und Paprika würfeln; zur Seite stellen.

Topinambur putzen und mit der Schale in feine Scheibchen hobeln (wer besonders empfindlich auf die verdauungsfördernden Stoffe im Topinambur reagiert, kann sie schälen). Mit den Gewürzen in einer großen Pfanne wie Braterdäpfel knusprig braten; das dauert einige Zeit. Wenn die anderen Töpfe noch nicht fertig sind, kann auch einfach nur die Hitze reduziert werden; Topinambur verkocht sich kaum.

Die Letscho-Zutaten anbraten, würzen und einfach nebenbei dahinköcheln lassen.

Die Pilze in Öl anbraten, würzen und so lange dünsten lassen, bis sich das ausgetretene Wasser wieder verflüchtigt hat und die Konsistenz an gekochte Makkaroni erinnert.

Serviervorschlag: Ein kleines Schälchen mit Öl einstreichen, mit Schopftintling-Makkaroni befüllen und aufs Teller stürzen.

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Eichelburger_12

Eichelburger mit Wedges (im Low Carb-Bun)

Ich wollte schon ewig einmal ausprobieren, Eicheln zu essen, wo wie das meine Urgroßeltern-Generation noch gemacht hat. Anlass war, dass ich für meine Oma durch den Garten spaziert bin, um Eicheln zur Herbstdekoration zu sammeln… da dachte mir, jetzt mach ich’s endlich, zumal unsere Eichen heuer extrem viel tragen. Denen dürfte der nasse Sommer gefallen haben.

Eicheln kann man nicht einfach wie Maroni zubereiten, weil sie viel mehr Tannine (der Stoff, der auch Rotwein bitter macht) enthalten. Rohe Eicheln sind in unserem Klima außerdem schwach giftig (in wärmeren Breitengraden wachsen Eichenarten, deren Früchte sehr süß sind und die roh verträglich sind). Bei uns muss man sie – sagte zumindest das Internet – nach dem Schälen drei Tage wässern und täglich das Wasser wechseln. Bei mir hat das Einwässern eine ganze Woche in Anspruch genommen, weil ich erst am Wochenende wieder Zeit hatte.

Eicheln sind übrigens ganz und gar nicht Low Carb, sie enthalten viele Kohlenhydrate in Form von Stärke und Zucker (ca. 40%), Öl (15%) und Proteine (5%). Ihre Kohlenhydrate sind allerdings mehrkettig, was bedeutet, dass sie sehr gesund und nahrhaft sind. Die enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge.

Ach ja, wie ich bei Lisa von Experiment Selbstversorgung gelesen habe, kann das Schälen von Eicheln sehr kompliziert sein, wenn man die falsche Eichelsorte erwischt (die kurzen scheinen mehr Probleme zu verursachen als die langen; allerdings sind die Früchte aller Eichenarten essbar). Die Tipps in den Blog-Kommentaren haben mich dazu veranlasst, erst mal eine „Probeeichel“ aufzusammeln – und siehe da: Meine Eicheln gingen wesentlich einfacher! Ich musste sie weder rösten noch einwässern oder mit dem Hammer bearbeiten; ein sauberer Schnitt mit dem Messer hat gereicht, und ich konnte mit dem Messerchen problemlos die Schale abziehen. Zeitintensiv war die Sache natürlich trotzdem, aber an einem schönen, goldenen Herbsttag auf der Terrasse sitzend und plaudernd… da kann man ganz viele Eicheln schälen.🙂

Ich habe übrigens eine große Menge gesammelt und vorbereitet, weil man die Masse problemlos einfrieren kann!

Orientiert hab ich mich dann grob an einem Rezept von Homegrown&Healthy. Dort gibt es aus der restlichen Eichelmasse übrigens am nächsten Tag Spaghetti mit Eichelbällchen.

Noch ein Tipp für meine veganen Leser: Die Masse haftet aufgrund der vielen Stärke ausgesprochen gut. Ich vermute, man braucht nicht mal unbedingt Eier. Probiert es doch mal aus und berichtet mir!🙂

Vorbereitung:

Eicheln sammeln und schälen. Am besten funktioniert das mit den ganz reifen Eicheln, deren Schalen bereits ein wenig gewellt sind (s. Foto). Die Häutchen möglichst sorgfältig entfernen, aber ein paar Reste sind auch nicht weiter dramatisch.

Ich hab etwas mehr als 1kg gesammelt und hatte am Ende 400g geschälte Eicheln (weil man auch immer wieder mal wurmige dabei hat, die man natürlich entsorgen muss).

Mit Wasser bedecken und jeden Tag das Wasser wechseln. Dass die verbliebenen Häutchen nachdunkeln, ist völlig normal.

Ich hab mir eine Woche Zeit gelassen – das funktioniert. Ihr könnt es ja auch kürzer probieren, ich übernehme aber keine Garantie für bittere Burger.😉

Zubereitung:

Die Eicheln mit frischem Wasser bedecken und 10min kochen. Wasser wechseln, 10min kochen. Wasser wechseln, 10min kochen. Wasser wechseln, 10min kochen. (Also insgesamt 40min kochen).

Das Wasser verändert seinen Braunton mit jedem Mal kochen, weil immer mehr Bitterstoffe ausgeschwemmt werden.

Wenn die Eicheln gekocht und vergleichsweise weich sind, diese am besten mit dem Stabmixer pürieren. Ich denke, wenn man sie noch etwas länger kocht, müsste auch ein Erdäpfelstampfer ausreichen.

Für die Eichel-Patties (ergibt mindestens 10 Burger, eher mehr, Masse lässt sich einfrieren):

  • 400g ungeschälte Eicheln, gewässert, gekocht und püriert
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Stange Sellerie (oder entsprechend viel Selleriegrün)
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 50g Haferflocken
  • 1 geh. EL Erythrit
  • 3 Eier (davon 1 Eiklar aufheben für die Wedges)
  • 6 EL Sojasauce
  • 4 EL Senf
  • 4 EL Tomatenmark aus der Tube
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 1 TL Bio-Instant-Gemüsesuppe
  • 1 TL Kurkuma
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Zwiebelringe:

  • Zwiebelringe aus den oben angegebenen Zwiebeln geschnitten
  • 1 geh. EL Kokosmehl (oder anderes Mehl)
  • Erdnussöl

Für die Wedges:

  • so viele Erdäpfel, wie gewünscht
  • 1 Eiklar (von obigen 3 Eiern abgenommen)
  • Salz, Pfeffer, Gewürze nach Belieben

Außerdem:

  • Essiggurkerl
  • Senf
  • Ketchup
  • Salatblätter
  • etwas geriebener Cheddar
  • Burger-Buns (es folgt unten noch ein Rezept für Low Carb-Buns, natürlich gehen aber auch alle anderen)

Für die Wedges frische oder junge Erdäpfel mit Schale verwenden, alle anderen schälen. Achteln, gut würzen und in Eiklar wenden. 25-30min ins vorgeheizte Backrohr legen, ggf. einmal umdrehen.

Einige Zwiebelringe aus der dicken Mitte der Zwiebeln abschneiden und zur Seite stellen. Die restlichen Zwiebeln und die Knoblauchzehen möglichst fein hacken.

Zwiebelringe in Mehl wenden und in Öl ausbacken. Zur Seite legen.

Sellerie und Frühlingszwiebel klein schneiden und gemeinsam mit Zwiebel und Knoblauch anbraten. Haferflocken und einen Schuss Wasser zugeben, Eichelmasse und Eier dazu, alles gut vermischen und sehr großzügig abschmecken.

Eher flache Bratlinge formen und in reichlich Erdnussöl ausbacken.

Buns aufschneiden, die Hälften je mit Senf und Ketchup bestreichen. Dann mit Zwiebelringen, Salat, Eichelpatty, Cheddar und Gurkerl belegen. Mit den Wedges servieren.

Low Carb-Burger Buns, nicht No-Carb Buns!

Da die Eichelpatties sowie die Wedges schon reichlich Kohlenhydrate hatten, dachten wir, wie machen uns kohlenhydratreduzierte Buns dazu. Diese sind leicht süßlich und sehr gut, aber natürlich nicht ganz so fluffig wie normale.

Für 8 Mini-Buns (können eingefroren werden):

  • 200ml Buttermilch (2 EL zurückbehalten zum Bestreichen)
  • 1/2 Würfel Germ=Hefe
  • 1 TL Zucker (braucht die Germ zum aufgehen)
  • 1 TL Birkenzucker
  • 40g Butter
  • 50g Dinkelvollkornmehl
  • 50g Weizenmehl
  • 30g geschrotete Goldleinsamen
  • 100g entöltes Mandelmehl
  • 100g Kokosmehl
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 2 Eier (verquirlen und etwa 1/2 Ei zurückbehalten zum Bestreichen)
  • Sesam zum Bestreuen

Buttermilch mit Zucker lauwarm erwärmen, Germ und 1 EL Mehl einrühren und 10min stehen lassen.

Butter schmelzen und einrühren.

Alle Zutaten (bis auf ca. 1/2 verquirltes Ei) vermischen und lange kneten.

Spülbecken mit heißem Wasser füllen.

Teig in eine Schüssel geben und diese ins heiße Wasser stellen. Mit einem Teller beschweren, damit sie am Boden bleibt. Achtung, es darf natürlich kein Wasser einlaufen. Mindestens 60min gehen lassen.

Backrohr auf 30°C vorheizen.

Teig nun möglichst nicht mehr kneten, sondern in 8 Stücke teilen und vorsichtig zu acht runden, flachen Buns schleifen. Auf ein Backblech setzen, ins lauwarme Backrohr setzen und nochmal 30min gehen lassen.

Backrohr auf 175°C Heißluft aufheizen.

1/2 Ei mit Buttermilch verrühren und die Broterl damit bestreichen. Mit Sesam bestreuen. 25-30min backen.

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Imam-Ohnmacht_04

İmam bayıldı (türkisches Melanzani-Gericht)

Gerade noch kann man so ein Rezept posten, wenn man Wert auf saisonales Gemüse legt. Ich habe unsere letzten Melanzani=Auberginen verarbeitet, und außerdem fast die letzten Tomaten. Bitte entschuldigt das misslungene Foto… aber glaubt mir, das ist sooo lecker, da muss man ein Auge (oder zwei) zudrücken.🙂

Melanzani

İmam bayıldı heißt diese fantastische Speise, die zu den türkischen Olivenöl-Gerichten zählt. Auf Deutsch gibt es zwei Übersetzungsmöglichkeiten, weil das Türkische hier Raum für Interpretationen lässt (und ich vermute, dass der Name des Gerichtes absichtlich mit beiden Deutungsebenen spielt):

  • „Der Imam war entzückt“ oder
  • „Der Imam fiel in Ohnmacht“🙂

In Ohnmacht ist er auf jeden Fall gefallen, weil das Essen ihn so entzückt hat – das steht doch außer Frage!

Es gibt wahrscheinlich so viele Methoden, den Imam kulinarisch zu entzücken, wie es türkische Hausfrauen gibt. Hier meine Variante des Klassikers:

2 Portionen:

  • 4 sehr kleine Melanzani (insg. max. 400g)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Lauchzwiebelchen
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 1 großer, grüner Spitzpaprika
  • 3 Tomaten
  • Saft v. 1/2 Zitrone
  • 2 EL Tomatenmark aus der Tube
  • 2 geh. TL Erythrit
  • frische Petersilie, Thymian und Ysop
  • reichlich Olivenöl, Salz, Pfeffer

Die Melanzani putzen und mit dem Sparschäler Streifen abschälen. Das soll ungefähr so aussehen (die Abschnitte können nachher zur Fülle gegeben werden):

Imam-Ohnmacht_01

Dann 30min in Salzwasser einlegen (kräftig salzen; soll wie Meerwasser schmecken!).

In der Zwischenzeit schon mal Zwiebel, Chili und Knoblauch sehr fein hacken, Winterzwiebeln und Paprika in möglichst feine Ringe schneiden und Tomaten sowie Melanzani-Abschnitte klein würfeln.

Die Melanzani scharf in Olivenöl anbraten. Wenn sie rundherum gebräunte Stellen hat, etwas Salzwasser angießen und 5min mit Deckel dünsten. Rausnehmen und auf einem Teller abkühlen lassen.

Das restliche Gemüse in reichlich Olivenöl anbraten (hier nicht sparen; bei den türkischen Olivenöl-Gerichten darf man großzügig sein!); Tomatenmark, Gewürze und Zitronensaft zufügen und dahinköcheln lassen.

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die etwas überkühlten Melanzani nehmen und mit einem scharfen Messer Taschen schlitzen. Falls man sie noch nicht gut auseinanderdrücken kann, etwas aushöhlen (und das Innere fein hacken und zur Tomaten-Paprika-Masse geben).

Melanzani füllen. Eine Form mit Olivenöl ausstreichen, die restliche Fülle hineingeben und die Melanzani daraufsetzen. 30min backen.

Mediterrane-Brokkisagne_06

Mediterrane Brokkisagne

Brokkoli zählt (mit seinen Kreuzblütler-Kollegen wie Kohlsprossen=Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing usw.) zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt, weshalb ich versuche, zumindest mehrmals pro Woche ein Gemüse aus dieser Gruppe zu essen.

In diesem Zusammenhang habe ich jüngst ein Buch von Dr. Greger gelesen, das mich sehr begeistert hat (ok, es ist 512 Seiten dick und erst im September auf Deutsch erschienen – ich bin noch mitten drin): How Not To Die. Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen (Unimedica Verlag).

Dr. Greger ist ein international anerkannter Arzt, Ernährungswissenschaftler (könnt ihr euch vorstellen, dass nur 25% aller medizinischen Fakultäten in den USA Ernährung wenigstens IRGENDWIE am Lehrplan haben?!) und Gastprofessor an zahlreichen Universitäten. Er analysiert in seinem Buch die häufigsten Krankheiten, mit denen wir in unserer westlichen Welt konfrontiert sind und kommt aufgrund zahlreicher seriöser Studien u.a. zum Schluss, dass dies nicht an den „Genen“ liegt, die Schuld daran sind, sondern an unserer Ernährungsweise. Nur weil in der Verwandtschaft etwa schon mehrere Tumore aufgetreten sind, ist das noch lange kein Grund, sich auf die „genetische Veranlagung“ zu berufen – solche Krankheiten haben häufig ihre Ursache in gleichen (=gleich falschen) Ernährungsgewohnheiten innerhalb der Familie.

How Not To Die ist deshalb so wertvoll, weil es kein gurumäßiges Blabla ist, sondern auf Fakten basiert, die in unzähligen empirischen Studien gigantischen Ausmaßes von renommierten Institutionen (wie der Harvard Medical University, der British Heart Foundation, der Stanford University School of Medicine uvm.) erarbeitet wurden. Wir reden hier von Studien mit höchsten Qualitätskriterien, medizinischen Gold-Standards, etwa Langzeitstudien (Ärzte begleiten ihre Probanden über Jahrzehnte hinweg), Doppelblindstudien (weder die Probanden noch die Ärzte wissen, wer beispielsweise ein Placebo verabreicht bekam), randomisierte Studien (Zuordnung zu einer Behandlungsgruppe erfolgt nach dem Zufallsprinzip) und kontrollierte Studien (weil die Ergebnisse in der Studiengruppe mit denen der Kontrollgruppe ohne Intervention verglichen werden).

Übrigens gibt es keine „Greger-Super-Wunder-Gesundheitsprodukte“, mit denen er Kohle scheffelt, wie so viele andere so genannte Ärzte. Im Gegenteil, er erhält mit dem gesamten Reinerlös seines Buches sogar die non-profit Website Nutritionfacts.org und trägt dort offizielle, medizinisch-faktenbasierte Open Access-Informationen zur gesunden Ernährung zusammen, die für jedermann abrufbar sind. Und nein, ich erhalte auch kein Sponsoring für diesen Blog-Beitrag.😉

Sein Buch trennt Dr. Greger in zwei Teile: Teil 1 beschäftigt sich mit Krankheiten und deren Ursachen sowie mit den pflanzlichen Lebensmitteln, die schon nach kürzester Zeit bewiesenermaßen heilende Wirkung zeigen. In Teil 2 gibt Dr. Greger Tipps, wie man diese Lebensmittel in sein Leben integrieren kann.

Hier also ein paar Informationen zum Brokkoli:

  • Brokkoli ist reich an Vitamin C, Vitamin K, beta-Carotin und zahlreichen B-Vitaminen (insbesondere der wertvollen Folsäure, Vitamin B9, die nach lat. folium, „Blatt“, benannt ist).
  • Brokkoli gehört zu den besten Quellen für Magnesium, Kalzium und Eisen.
  • Brokkoli enthält Antioxidantien, die im Körper den so genannten oxidativen Stress durch freie Radikale reduzieren.
  • Brokkoli enthält viele Ballaststoffe, die unter anderem für eine gut funktionierende Verdauung und eine gesunde Darmflora wichtig sind.
  • Brokkoli kann durch diese wertvollen Inhaltsstoffe beispielsweise den Cholesterinspiegel senken, den Blutdruck senken, die Verdauungsorgane schützen – und aufgrund dieser Eigenschaften die häufigsten „Zivilisationskrankheiten“ wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und diverse Krebsarten vorbeugen bzw. sogar maßgeblich bei deren Heilung helfen.

Natürlich ist es gut, Brokkoli (oder Grünkohl, Kohlsprossen…) roh oder nur kurz blanchiert zu essen. Studien haben aber gezeigt, dass dunkelgrünes Kreuzblütler-Gemüse es sogar verträgt, 30min gekocht zu werden, ohne etwas von seinen Inhaltsstoffen einzubüßen!

Aus diesem Grund schrecke ich auch nicht davor zurück, ab und zu nicht nur zart gedämpfte Brokkoli-Röschen zu servieren, sondern sie eben auch mal zu zerhäckseln, zu zerstampfen und zu backen. Hauptsache, Brokkoli.🙂

Mediterrane Brokkisagne

3-4 Portionen (mit Salat 4):

Für die Lasagneplatten:

  • 1 kl. Brokkoli (=ca. 500g mit Stiel), geschreddert
  • 3 EL Ziegenfrischkäse (oder normaler, falls man Ziege nicht mag)
  • 1 Ei M
  • 1 EL Flohsamenschlalen
  • 1 Msp. Guakernmehl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Tomatensauce:

  • 400g frische Tomaten (oder 1 Dose)
  • 1 Pkg. Ziegenfrischkäse (150g minus die 3 EL, die für die Platten benötigt werden)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • frische mediterrane Kräuter (ich hatte Oregano, Thymian, Basilikum, Olivenkraut)
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 gestr. EL Erythrit
  • Salz, Pfeffer, Erdnussöl

Für die Schichten:

  • 1 Glas Pestato für Oliven-Bruschetta (alternativ ein Glas Pestato oder Pesto nach Geschmack)
  • 1 Pkg. Feta
  • 4 EL Pinienkerne

Brokkoli inkl. Stiel mit der Küchenmaschine raspeln. Wer einen größeren hat kann die Raspel gut einfrieren und später einmal für Aufläufe etc. wiederverwenden.

Zwiebel und Knoblauch möglichst fein hacken und in einer großen Pfanne in Erdnussöl anbraten.

Brokkoliraspel hinzufügen, kräftig würzen und etwas dünsten lassen. Dann den mit Guakernmehl verrührten Ziegenfrischkäse (3 EL) sowie die Flohsamenschalen zufügen und etwas überkühlen lassen.

Backrohr auf 185°C Heißluft vorheizen.

Das Ei verquirlen und in die abgekühlte Brokkolimasse einrühren. Ggf. nochmals abschmecken.

Masse möglichst dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (am besten geht das mit angefeuchteten Händen). Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für 25min ab ins Rohr.

Zwiebel und Knoblauch für die Tomatensauce hacken und anbraten.

Die Tomaten würfeln und zugeben (ich verzichte auf das für mich unnötige Häuten von Tomaten). Mit Kräutern und Gewürzen abschmecken und köcheln lassen, bis die Brokkisagne-Platten fast fertig sind. Ganz zum Schluss noch den Frischkäse unterrühren.

Den fertigen Brokkoli in Platten schneiden, die in die Auflaufform passen.

Den Boden einer Form mit Tomatensauce bedecken, dann Brokkisagne-Platte auflegen, dann Pestato für Oliven-Bruschetta, dann Tomatensauce, dann Brokkisagne-Platte, dann die Hälfte des Fetas, dann Tomatensauce usw. Abschließen mit Tomatensauce, zweite zerbröckelte Feta-Hälfte und Pinienkerne.

Nochmal für 25min ins Backrohr geben.

Dazu passt Rucola-Salat mit Balsamico-Dressing.

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amaranth-mandel-muffins

Gefüllte Amaranth-Mandel-Muffins

Ich ordne diese Muffins unter „More Carb“-Rezepte ein. Eigentlich wären sie aber auch unter „Low Carb“ nicht ganz verkehrt, und zwar deshalb, weil ich LC nicht als komplette Eliminierung von Kohlenhydraten (mit dem Ziel der Ketose wie bei Atkins, Dukan und Co.) betrachte, sondern als drastische Reduzierung unnötiger einfacher Kohlenhydrate im Unterschied zu den komplexen Kohlenhydraten, von denen ich zwar insgesamt ebenfalls weniger, jedoch absichtlich hin und wieder ganz bewusst esse.

Einfache KH (etwa in Zucker oder weißem Mehl) und komplexe bzw. langkettige KH unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau. Die enthaltenen Ballaststoffe in jenen Produkten, die komplexe KH enthalten, sind gut für die Verdauung und sättigen lange. Die komplexen Kohlenhydrate müssen bei der Verdauung erst aufgespalten werden, bevor sie langsam und gleichmäßig ins Blut übergehen können. Sie haben also auch keine extremen Insulinspitzen zur Folge.

Proteine sind bei Low Carb essenziell, allerdings holen die meisten LC-Ernährungsformen diese aus tierischen Produkten. Dabei ist pflanzliches Eiweiß viel gesünder, etwa für die Nieren oder für den Cholesterinspiegel. Proteinreiche pflanzliche Nahrungsmittel sind Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), außerdem AmaranthQuinoa, Buchweizen, Nüsse und Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh.

Solche Muffins sollten bei der bewussten LC-Ernährung nicht ständig auf dem Speiseplan stehen; zum direkten Abnehmen taugen sie auch nicht unbedingt. Wer aber aus allgemein gesundheitlichen Gründen kohlenhydratärmer leben, auf einfache KH verzichten oder einfach nur sein Gewicht halten möchte, findet vielleicht Geschmack an den leckeren, vollwertigen Minis:

 

10 Stück:

  • 50g Amaranthmehl
  • 30g Haferkleie
  • 30g Dinkelvollkornmehl
  • 30g Weizenvollkornmehl
  • 30g gehackte Mandeln
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1 Ei S
  • 50g Erythrit
  • 40g Kokosöl
  • 2 gestr. EL Mandelmus
  • 125g Joghurt

Für Fülle und Topping:

  • 50g Frischkäse
  • 1 geh. EL Mandelmus
  • 1 EL Ahornsirup

Backrohr auf 175°C Heißluft vorheizen.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen.

Die feuchten Zutaten für den Teig mit dem Erythrit in einen Mixer geben und gut verquirlen.

Die Masse für die Fülle verrühren.

Die trockenen Zutaten langsam unter die feuchten Rühren. Nur so lange Rühren, bis es ganz gut untergemischt ist, aber nicht unnötig viel Luft herausschlagen!

Ein Muffinblech mit Förmchen auskleiden (am besten Silikonförmchen). Die Hälfte der Förmchen mit Teigmasse füllen, dann je 1 geh. TL Fülle darauf und ann die restliche Teigmasse draufgeben.

20min backen (falls sie gegen Ende zu sehr bräunen, etwas abdecken).

Vor dem Servieren die restliche Masse für das Topping mit einem Löffelchen auf die Muffins streichen oder klecksen.

amaranth-mandel-muffins

 

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